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Dr. Slobodan Peric
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Diabetes: Auf die Nieren achten!

Wer an Diabetes erkrankt ist, sollte unbedingt auch auf seine Nieren achten. Warum diese besonders gefährdet sind , auf welche Anzeichen man achten sollte und wie sich ein "nierenschonendes" Verhalten in den Alltag integrieren lässt, weiss Dr. Slobodan Peric, Klinik Hietzing, Wien.

Dr. Slobodan Peric von der Klinik Hietzing erklärt im Rahmen eines kurzen Interviews, welche Auswirkungen Diabetes auf die Nieren hat.

Welche Auswirkung hat Diabetes auf die Nieren?

Dr. Slobodan Peric: Sehr viele, muss man sagen. Diabetes ist neben dem hohen Blutdruck einer der Haup- Nierenkiller, wenn man es so sagen möchte, und hier sind Typ 1 und Typ 2 Diabetikertypen gleichermaßen betroffen, weil im Gegensatz zu den Herzinfarkten, wo die Begleitfaktoren, wie Cholesterin und Blutdruck mehr hineinspielen, ist der hohe Zucker direkt schädlich für die Niere. Wir sehen das bei ca. jedem 4 Diabetiker nach ca. 10 Jahren mit Erkrankungsdauer die Niere bereits spürbar betroffen ist. Es kann bis hin zu einem kompletten Ausfall der Nierenfunktion gehen, der dann am Ende dialysepflichtig sein kann, also wie eine Ersatztherapie, die dann notwendig ist.

Auf welchem Weg passieren die Schädigungen?

Dr. Slobodan Peric: Der hohe Zucker macht einfach in den kleinen Nierengefäßen direkt Probleme im chronischen Verlauf. Akut macht er keine großen Schäden, wenn aber ständig viel Zucker in den Nierengefäßen drinnen ist, kommt es zu einer Versteifung, zu einer Verstopfung oder ähnlichen anderen Veränderungen und es gehen einfach die Funktionen der Niere Schritt für Schritt verloren. Die Gefäße können sich nicht regenerieren auf Dauer.

Auf welche Anzeichen sollte man achten?

Dr. Slobodan Peric: Das trügerische ist, dass diese diabetische Nierenerkrankung selbst im Frühstadium keine wirklichen Symptome macht, das heißt man muss aktiv danach suchen. Man muss auch in den meisten Fällen den Arzt daran erinnern, dass er das macht. Wichtigstes Werkzeug zum Screening ist, dass man im Harn zumindest einmal im Jahr die Eiweißausscheidung im Sinne einer Albumin-Kreatin-Ratio, so nennt sich dieser Wert, kontrolliert. Alles unter 30 ist im Normalbereich, alles über 30 sollte man sich anschauen. Je höher der Wert, desto höher ist auch die Niere gefährdet Probleme zu bekommen. Allerdings muss man auch bedenken, dass im Verlauf der Nierenfunktionsschwäche oft auch Herzkrankheiten dazukommen.

Gibt es ein nierenschonendes Verhalten?

Dr. Slobodan Peric: Das gibt es durchaus. Es entspricht im Wesentlichen einer guten Zuckereinstellung mit bestimmten Medikamenten, die man bevorzugen sollte und in bestimmten Stadien haben wir festgestellt, dass einige neuere Medikamente ein nierenschonendes Verhalten haben, das heißt sie schützen aktiv auch die Niere und können leichte Schäden wieder verbessern.

Auf der anderen Seite sollte man drauf achten, dass der Blutdruck gut eingestellt ist. Bei jedem kleinen Anzeichen einer Nierenschädigung sollte man das Blutdruckziel auf 130 zu 80 reduzieren. Das muss jetzt nicht bedeuten, dass man Unmengen Medikamente schluckt, es gibt mittlerweile auch Kombinationstabletten, wo mehrere Wirkstoffe in einer Tablette sind. Auf der anderen Seite gibt es Medikamente, die nierenschädigend sind. Das sind weniger als man in der Allgemeinbevölkerung denkt. Das sind besonders die Schmerzmittel, die an den Nieren Schäden hervorrufen können. Hier sollte man bestimmte Schmerzmittel vermeiden. Die sind leider relativ verbreitend. Allerdings gibt es auch nierenschonende Alternativen, über die man mit dem Arzt sprechen kann. Auf der anderen Seite sollte man eine Computertomographie mit Kontrastmittel bei Menschen, die bereits Nierenprobleme haben mit besonderem bedacht durchführen.

Diabetes und Niere, Vortrag am Wiener Diabetestag 2022, Dr. Slobodan Peric, Klinik Hietzing 

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    Redaktion DocFinder.at

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