Skip to main content
Mann mit Beinprothese beim gehen
Foto: 22Images Studio/shutterstock

Neurofeedback erleichtert das Tragen von Prothesen

Obwohl die Prothesentechnik ständig Fortschritte macht, sind beinamputierte Personen nicht immer zufrieden mit ihrer Prothese. Ein häufiger Grund dafür ist, dass die Personen das Gewicht der Prothese als zu hoch empfinden. Dies, obwohl Beinprothesen tatsächlich in der Regel weniger als halb so schwer sind als natürliche Gliedmaßen. Schweizer Forschende konnten nun zeigen, dass eine Verbindung der Prothesen mit dem Nervensystem hilft, das Prothesengewicht als geringer wahrzunehmen, was der Akzeptanz der Prothesen sehr zuträglich ist.

So wurden in den vergangenen Jahren Prothesen entwickelt, welche dem Nervensystem des Trägers ein Feedback geben. Dies geschieht über in den Oberschenkel implantierte Elektroden, die mit den dort vorhandenen Beinnerven verbunden werden. Informationen von Tastsensoren unter der Fußsohle sowie von Winkelsensoren im elektronischen Prothesen-Kniegelenk werden dazu in Stromimpulse umgewandelt und an die Nerven weitergegeben.

Dem Gehirn einer oberschenkelamputierten Person wird so vorgegaukelt, dass die Beinprothese ihrem eigenen Bein ähnlich ist. In einer im letzten Jahr veröffentlichten Studie zeigte das Team bereits, das sich Träger solcher Neurofeedback-Prothesen sicherer und mit weniger Kraftanstrengung fortbewegen können.

Dass sich Neurofeedback nicht nur in einer empfunden Gewichtserleichterung bemerkbar macht, sondern sich auch positiv auf das Gehirn auswirkt, bestätigten die Wissenschaftler nun außerdem mit einer motorisch-kognitiven Aufgabe, bei der der Proband beim Gehen Wörter mit fünf Buchstaben rückwärts buchstabieren sollte. Das sensorische Feedback ermöglichte ihm nicht nur einen schnelleren Gang, sondern er schnitt auch bei der Buchstabierübung besser ab.

Referenz:
ETH Zürich
Lightening the perceived prosthesis weight with neural embodiment promoted by sensory feedback. Current Biology, 7.1.2021, https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0960982220317826

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Bluthochdruck - Definition, Symptome, Diagnose und Behandlung

Bluthochdruck - Definition, Symptome, Diagnose und Behandlung

In Österreich gilt Bluthochdruck, wie in vielen anderen Industrieländern auch, als Volkskrankheit, Schätzungen zufolge ist hierzulande etwa ein Viertel aller Erwachsenen betroffen.

Zum Artikel: Darm-Hirn-Achse

Die Darm-Hirn-Achse: Wie der Darm die mentale Gesundheit beeinflusst

Stress schlägt auf den Magen, Aufregung sorgt für Schmetterlinge im Bauch: Darm und Gehirn stehen ständig miteinander in Verbindung. Wie die Darm-Hirn-Achse funktioniert und welche Rolle Ernährung, Mikrobiom und Psyche dabei spielen, erfahren Sie hier.

Zum Artikel: Kind hüpft im Bett

ADHS - Ursachen, Risikofaktoren und Behandlung

Die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, betrifft Menschen jeden Alters. Die Hauptsymptome von ADHS sind Unaufmerksamkeit, übermäßige Aktivität und Impulsivität. Diese Symptome können sich in verschiedenen Lebensbereichen wie der Schule oder dem Beruf negativ auswirken.

Zum Artikel: Silent Inflammation: Frau liegt erschöpft auf der Couch

Stille Entzündungen im Körper: Symptome, Ursachen und Behandlung

Stille Entzündungen verursachen keine Schmerzen und zeigen sich auch nicht durch Rötungen oder Schmerzen. Deshalb bleiben sie oft unbemerkt. Welche Rolle Ernährung, Stress und Lebensstil dabei spielen und was Sie selbst tun können, um chronischen Entzündungen vorzubeugen, erfahren Sie in diesem Artikel.