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Maus in einer Hand
Foto: Sergey Bezgodov/shutterstock

Was Mäuse schlank und stark macht

…könnte eines Tages vielleicht auch den Bauchumfang von Menschen reduzieren und ihn mit mehr Muskeln versehen. Anlass zu dieser Hoffnung geben deutsche Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit Forschern aus Spanien, Finnland, Belgien, Dänemark und den USA.

Sie stellten fest, dass der Zelloberflächenrezeptor A2B besonders häufig in braunem Fettgewebe zu finden ist und dieser die Fettverbrennung ankurbelt. Je mehr A2B eine Maus bildet, desto mehr Wärme produziert sie.

Noch spannender war aber eine zweite Beobachtung: Die Tiere wiegen trotz ihrer gesteigerten Fettverbrennung kaum weniger als ihre Artgenossen. Sie sind zwar schlanker, haben aber gleichzeitig mehr Muskeln. Tatsächlich konnten die Forscher nachweisen, dass auch die Muskelzellen von Mäusen den A2B-Rezeptor tragen. Wird er durch das passende Molekül stimuliert, regt dies in den Nagern das Muskelwachstum an.

Um zu sehen, ob die Ergebnisse auch Aussagekraft für den Menschen haben, untersuchten die Wissenschaftler zudem menschliche Zellkulturen sowie entnommenes Gewebe. Dabei stellten sie fest, dass bei Menschen mit einer großen Menge von A2B-Rezeptoren das braune Fettgewebe auf höheren Touren läuft. Gleichzeitig verbrauchen ihre Muskelzellen mehr Energie – ein möglicher Hinweis darauf, dass sie ebenfalls aktiver sind und eventuell verstärkt neugebildet werden.

Die Aussicht, einen Rezeptor an der Hand zu haben, der typische Alterungseffekte wie eine Gewichtszunahme aufhalten könnte, ist elektrisierend, erklären die Forscher. Momentan gibt es allerdings noch keinen zugelassenen Wirkstoff, der den A2B-Rezeptor stimulieren kann.

Referenz:
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Adenosine/A2B receptor signaling ameliorates the effects of ageing and counteracts obesity. Cell Metabolism, June 25, 2020
DOI: https://doi.org/10.1016/j.cmet.2020.06.006

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

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