Sonnenstich – Definition, Symptome und Erste-Hilfe-Maßnahmen

Sonnenstich – Definition, Symptome und Erste-Hilfe-Maßnahmen

Stand: August 2020
Schwitzender Mann dem die starke Sonneneinstrahlung zu schaffen macht.

Ein Sonnenstich macht sich u. a. durch einen roten Kopf, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Übelkeit bemerkbar und entsteht in Folge von zu intensiver Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Betroffen sein können alle Menschen, die sich ohne Schutz zu lange der Sonne aussetzen, ein erhöhtes Risiko besteht besonders bei Babys und Menschen mit schütterem Haar oder Glatze. Ursachen, Symptome, Erste-Hilfe- und vorbeugende Maßnahmen – alles Wichtige zum Thema Sonnenstich erfahren Sie hier.

Was ist ein Sonnenstich?

Sommer – Sonne – Sonnenstich. Die für viele Menschen schönste Jahreszeit kann bei unzureichendem Schutz vor Sonne und Hitze zu einer großen Belastung für die Haut und den gesamten Organismus werden. Bei einem Sonnenstich (Insolation) handelt es sich um einen Hitzeschaden in Folge von langwelliger Wärmestrahlung/Hitzeeinwirkung auf die Hirnhäute – jene Bindegewebsschichten, die das Gehirn umschließen. Langwellige Wärmestrahlen im Sonnenlicht können den Knochen der Schädeldecke durchdringen und so die Hirnhäute erwärmen. Übersteigt die Wärmezufuhr die Fähigkeit des Körpers die betroffenen Gewebe zu kühlen, kommt es zu einer lokalen Reaktion. Ein Sonnenstich kann jeden Menschen betreffen, der ohne Schutz längere Zeit direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Häufig betroffen sind alte Menschen, Menschen mit Glatze und Kinder.

Sonnenstich ist nicht gleich Hitzschlag. Bei einem Sonnenstich kommt es zu einer Überwärmung im Bereich vom Kopf, die betroffenen Strukturen werden durch Hitzeeinwirkung überwärmt und gereizt. Bei einem Hitzschlag handelt es sich hingegen um eine Überwärmung des Körpers auf über 40°C. In Folge einer starken Temperaturbelastung kann der Körper seinen Temperaturhaushalt nicht mehr richtig regulieren; die Körpertemperatur steigt stark an, was zu Störungen des Herz-Kreislauf-Systems führen und andere lebensgefährlichen Folgen haben kann.

Ursachen

Ursache eines Sonnenstichs ist die Reizung des Kopfes bzw. der Hirnhäute durch Hitzeeinwirkung. Längere Aufenthalte in der Sonne und starke Sonneneinstrahlung ohne Kopfbedeckung führen dazu, dass Kopf und Nacken zu viel Sonne abbekommen. Durch die langwelligen Wärmestrahlen im Sonnenlicht werden der Kopf überwärmt und die Hirnhäute gereizt, nach einiger Zeit kommt es dann zu den für einen Sonnenstrich typischen Symptomen. Ein erhöhtes Risiko für einen Sonnenstich besteht u. a. bei Menschen mit (Halb-)Glatze und Kindern – in beiden Fällen bedecken weniger Haare die Kopfhaut, was diese besonders anfällig für Sonneneinstrahlung und Hitzeeinwirkung macht.

Symptome

Die Symptome und deren Stärke hängen u. a. von der Stärke und Dauer der Sonneneinstrahlung ab und treten zumeist erst nach einigen Stunden auf bzw. wenn Betroffene bereits wieder aus der Sonne sind. Typische Anzeichen sind ein hochroter und heißer Kopf, stärkere Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Abgeschlagenheit. Auch Schwindel, Ohrgeräusche, leichtes Fieber und Bewusstseinsstörungen können vorkommen. In manchen Fällen verspüren Betroffene Schmerzen und einen erhöhten Bewegungswiderstand im Bereich von Kopf und Nacken, wenn der Kopf nach vorne gebeugt wird, was auf eine Reizung der Hirnhäute zurückzuführen ist (Meningismus). Im Gegensatz zu einem Hitzschlag ist die Körpertemperatur bei einem Sonnenstich in der Regel nicht erhöht. Bei Babys und Kleinkindern können eine Überwärmung des Kopfes und ungewöhnliches Verhalten nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne (Unruhe, schrilles Schreien, Verweigerung der Nahrungsaufnahme) auf einen Sonnenstich deuten.

Die Dauer eines Sonnenstichs variiert von Mensch zu Mensch. Bei einem leichten Sonnenstich können die Symptome innerhalb einiger Studien wieder abklingen, in anderen Fällen leiden Betroffene auch am nächsten und übernächsten Tag noch unter den Beschwerden. Erwachsene erholen sich zumeist schneller als Kinder. Mögliche Komplikationen bei einem schweren Sonnenstich sind u. a. Krämpfe und ein Hirnödem (Flüssigkeitsansammlung und Schwellung im Bereich vom Hirngewebe, erhöhter Hirndruck).

Das genaue Beschwerdebild kann bei einem Sonnenstich individuell verschieden sein. Die Auflistung der hier angeführten Symptome dient dem Überblick und kann unvollständig sein, zudem kann ein Symptom Anzeichen für eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angeführte Symptom bei einem Sonnenstich auftreten. Im Zweifelsfall sollte stets das ärztliche Gespräch gesucht werden.

Erste-Hilfe-Maßnahmen und Behandlung

Bei einem Sonnenstich kann man selbst einiges tun, um sich selbst oder einem anderen Betroffenen zu helfen.

  • Wichtige Erstmaßnahmen sind vor allem Schatten/das Meiden von Sonneneinstrahlung und Ruhe: Bringen Sie sich selbst bzw. den Betroffenen aus der Sonne, am besten an einen kühleren und schattigen Ort (beispielsweise in ein abgedunkeltes Zimmer) und legen Sie sich bzw. den Betroffenen hin.
  • Optimal ist eine Lagerung auf dem Rücken mit leicht erhöhtem Kopf auf einem Kissen, um Kopf und Nacken zu entlasten.
  • Die Bettruhe sollte bis zum Nachlassen der Beschwerden eingehalten werden.
  • Kopf und Nacken können mit kalten Umschlägen – beispielsweise in Form von feuchten kühlen Tüchern oder mit in ein Tuch gewickelten Cool packs – gekühlt werden.
  • Sofern keine Bewusstseinsstörungen vorliegen, sollte ausreichend getrunken werden. Am besten ist Wasser, welches nicht zu kalt sein sollte.
  • Nach einem Sonnenstich sollte man sich noch für einige Zeit körperlich schonen und Sonneneinstrahlung für einige Tage vermeiden.

Schmerzmittel gegen starke Kopfschmerzen sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.

In den meisten Fällen lässt sich ein Sonnenstich mit den oben beschriebenen Maßnahmen gut selbst behandeln. Wenn sich der Zustand nicht rasch bessert oder schlechter wird, es zu Bewusstseinsstörungen, starkem Erbrechen und/oder anderen auffälligen Beschwerden kommt, sollte man zum Arzt gehen oder den Notarzt rufen. Der Arzt kann u. a. Infusionen verabreichen oder, wenn nichts dagegen spricht, Schmerzmittel gegen die Kopfschmerzen verschreiben. In schweren Fällen kann eine Behandlung im Krankenhaus notwendig sein.

So beugen Sie einem Sonnenstich vor

Ein Tag am See, Spielen und Picknicken im Freien, lange Spaziergänge, Wanderausflüge, Cabriofahren oder einfach nur am Balkon oder im Garten sitzen und die Seele baumeln lassen… Der Sommer regt dazu an möglichst viel im Freien zu unternehmen. Die Sonne sollte dabei jedoch niemals unterschätzt werden. Wer zu lange ungeschützt in der Sonne ist, riskiert u. a. Sonnenbrände und einen Sonnenstich. Mit folgenden Maßnahmen können Sie einem Sonnenstich vorbeugen:

  • Halten Sie sich nicht zu lange in der Sonne auf und gehen Sie zwischendurch immer wieder in den Schatten. Gemäß dem Merkspruch „Between eleven and three, stay under a tree” (z. D.: Zwischen 11.00 vor- und 15.00 nachmittags unter einem Baum bleiben) ist vor allem die pralle Mittagssonne zu meiden. Dies gilt insbesondere für Personen aus Risikogruppen wie Babys und kleine Kinder, Menschen mit Glatze und ältere Menschen.
  • Ist ein längerer Aufenthalt in der Sonne unumgänglich, sollte der Kopf mit einer hellen Kopfbedeckung geschützt werden. Optimal sind ein heller Hut, eine helle Kappe und ein helles Tuch. Eine Sonnencreme alleine ist als Kopfschutz und Schutz vor einem Sonnenstich nicht wirksam. Sie fängt nur ultraviolette Strahlen ab, bietet jedoch keinen Schutz gegen die für einen Sonnenstich ursächlichen Wärmestrahlen.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, insbesondere in der Hitze.

Fact-Box Sonnenstich

Sonnenstich: Hitzeschaden in Folge von langwelliger Wärmestrahlung/Hitzeeinwirkung auf den Kopf bzw. die Hirnhäute

Ursachen: Kopf und Nacken werden ungeschützt zu lange der Sonne ausgesetzt, Überwärmung des Kopfes und Reizung der Hirnhäute durch Hitzeeinwirkung; erhöhtes Risiko bei älteren Menschen, Menschen mit (Halb-)Glatze und Kindern, da die Kopfhaut weniger/nicht durch Haare bedeckt wird.

Symptome: Abhängig von Stärke und Dauer der Sonneneinstrahlung und anderen Faktoren; hochroter und heißer Kopf, stärkere Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Schwindel, Ohrgeräusche, leichtes Fieber, Bewusstseinsstörungen, Schmerzen und erhöhter Bewegungswiderstand im Bereich von Kopf und Nacken beim Vorwärtsbeugen des Kopfes (Meningismus) u. a.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Meiden von Sonnenlicht/Schatten
  • Bettruhe in abgedunkeltem Zimmer
  • Rückenlagerung mit leicht erhöhtem Kopf/Oberkörper
  • Kühlende Umschläge im Bereich von Kopf und Nacken
  • Ausreichend Trinken (sofern keine Bewusstseinsstörung vorliegt)
  • Bei Anzeichen eines schweren Sonnenstichs, ausbleibender Besserung oder einer Verschlimmerung des Zustands sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Vorbeugende Maßnahmen:

  • Zu langen Aufenthalt in der Sonne meiden
  • Mittagssonne meiden
  • Kopf mit heller Kopfbedeckung (z. B. heller Hut, helle Kappe) schützen
  • Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
Autor:
Quellen:
Baumgartner K.; Reiseapotheke für den Österreich-Urlaub, Apotheker Krone 11/2020, MedMedia Verlag und Mediaservice

Herold J.; Sonnenstich und Hitzeschock, Der Internist 2019;60: 1007–1008, Springer Nature

Leyk D. et al.; Gesundheitsgefahren und Interventionen bei anstrengungsbedingter Überhitzung, Deutsches Ärzteblatt 31-32/2019, Deutscher Ärzteverlag GmbH

Rendenbach U., Sandholzer H.; Krankheiten in der schönsten Jahreszeit – Sommer – Sonne – Sonnenstich, Notfall Medizin 2003;29(7/08): 282–289, Georg Thieme Verlag

Hitzeschäden, Steckbrief, Thieme via medici, URL: https://viamedici.thieme.de/lernmodule/notfallmedizin/hitzeschäden
ICD-10: T67