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Arzt ertastet die Speicheldrüsen am Hals eines Patienten
Foto:Andrey_Popov/shutterstock.com

Mögliche Therapie bei Speicheldrüsen-Karzinom

Speicheldrüsenkarzinome im Kopf und Halsbereich (adenoid-zystische Karzinome) wachsen zwar relativ langsam, führen aber im Krankheitsverlauf oftmals zu einem Rezidiv oder Metastasen. Eine Entfernung des bösartigen Tumors ist anfänglich zwar meist möglich, jedoch sinkt die zu Beginn gute Überlebensrate danach stetig von 84 Prozent nach fünf Jahren auf 72 Prozent nach zehn und 47 Prozent nach 30 Jahren.

Auf der Suche nach verbesserten Behandlungsmethoden identifizierten ForscherInnen nun Proteine in Gewebeproben von Betroffenen, die für eine bessere Prognose und Therapie relevant sein können. Untersucht wurde die Rolle von drei Schilddrüsenhormon-assoziierten Proteinen bei Gewebeproben von 44 PatientInnen mit Speicheldrüsenkrebs.

Wie zuvor bereits an Patienten mit Prostatakarzinom nachgewiesen, stellte sich auch bei den von Speicheldrüsenkrebs Betroffenen heraus, dass die Lebenserwartung durch einen erhöhten µ-Crystallin-Spiegel deutlich steigt. Dieses Protein unterbindet die wachstumsfördernde Wirkung von Schilddrüsenhormonen und damit auch das Tumorwachstum im Prostatakarzinom. Dies könnte auch bei Speicheldrüsenkrebs der Fall sein, was die ForscherInnen auf die Spur eines möglichen neuen Behandlungsansatzes führte.

Bei der Behandlung von Schilddrüsenkrebs macht man sich die Blockade von wachstumsfördernden Schilddrüsenhormonen durch eine Radio-Jodid-Therapie, einem nuklearmedizinischen Verfahren, bereits zunutze. Diese Behandlungsmethode könnte eventuell auch PatientInnen mit adenoid-zystischen Karzinomen helfen.

Referenz:
MedUni Wien, VetMedUni Wien
Prognostic Relevance of Thyroid-Hormone-Associated Proteins in Adenoid Cystic Carcinoma of the Head and Neck, J Pers Med 2022; https://www.mdpi.com/2075-4426/11/12/1352

#onkologie #krebs #speicheldruese #adenoid #schilddrüse #tumor #radiologie #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

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