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Diagnose mittels Ohrenschmalz
Foto: jaojormami/shutterstock

Diagnose mittels Ohrenschmalz?

Ein Test, bei dem Ohrenschmalz zur Messung des Stresshormons Cortisol verwendet wird, könnte „die Diagnostik und Versorgung von Millionen von Menschen mit Depressionen oder stressbedingten Erkrankungen verändern“, behaupten die Verfasser einer eben veröffentlichten Studie. Bisherige Methoden haben den Nachteil, dass sie nicht den chronischen Cortisonspiegel einer Person bestimmen, sondern nur Momentaufnahmen des sich ständig ändernden Hormonspiegels. Darüber hinaus können Probenentnahmemethoden selbst Stress verursachen und die Ergebnisse beeinflussen.

Zur Ohrenschmalzentnahme verwendeten die Forscher ein speziell für diesen Zweck entwickeltes Wattestächen mit Bremsfunktion, das nicht zu weit in das Ohr eindringen und von den Patienten selbst verwendet werden kann. Im Vergleich zu Haar- und Blutproben erwies sich die neue Ohrabstrich Technik als effektiver, zuverlässiger und kostengünstiger als herkömmliche Nachweisverfahren. An der Pilotstudie mit 37 Studienteilnehmern waren Forscher aus Großbritannien und Chile beteiligt.

Im nächsten Schritt wird bereits untersucht, ob das „Gerät“ auch zur Messung des Glukosespiegels aus Ohrschmalzproben (zur Überwachung von Diabetes) oder möglicherweise sogar zur Messung von Covid-19-Antikörpern verwendet werden kann.

Referenzen: University College London; Universidad Catoloica del Norte; Chile, Kings College London
Measuring Earwax Cortisol Concentration using a non-stressful sampling method, Helyon Nov. 2020; https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2405844020319678

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

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