Rippenprellung – Was tun?

Rippenprellung – Was tun?

Stand: April 2021

Eine Rippenprellung ist eine schmerzhafte stumpfe Verletzung im Bereich der Rippen, die durch Gewalteinwirkung von außen entsteht. Zu einer Rippenprellung kommt es häufig bei Sturz- oder Stoßverletzungen im Rahmen von sportlichen Aktivitäten oder unglücklichen Stürzen im Alltag. Woran man eine Rippenprellung erkennt und welche Maßnahmen gegen die Schmerzen helfen, erfahren Sie hier.

Fact-Box Rippenprellung

Rippenprellung, Rippenkontusion: Prellung im Bereich der Rippen in Folge eines stumpfen Traumas

Ursache: Stumpfe Gewalteinwirkung von außen auf die Rippen; Sturzverletzungen, Stoßverletzungen und andere Verletzungen bei sportlichen Aktivitäten (Fußball, Boxen, Skifahren, Radfahren etc.), Verkehrsunfällen, beim Treppensteigen etc.

Symptome: Schmerzen, Prellmarke, Bluterguss u. a.

Diagnose: Anamnese, körperliche Untersuchung, Röntgenuntersuchung

Behandlungsmaßnahmen: Kühlung, Schmerzmittel, körperliche Schonung etc.

Was ist eine Rippenprellung?

Bei einer Rippenprellung handelt es sich – wie die Bezeichnung bereits verrät – um eine Prellung im Bereich der Rippen, durch welche ein stumpfes Trauma (Verletzung) entsteht.
Bei stumpfen Verletzungen handelt es sich um solche, die durch äußere Krafteinwirkung/Gewalt entstehen und keine offenen Wunden zur Folge haben (z. B. Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen, Verrenkungen). Eine Prellung ist eine Verletzung, bei welcher es durch Druck- und Scherkräfte im Gewebe zur Schädigung von Gewebsstrukturen und in Folge von verletzten Blutgefäßen zu Blutergüssen (Hämatom) kommt – die gequetschten Muskeln und Weichteile schwellen an und im Bereich des verletzten Gewebes kommt es schließlich zu Reparaturvorgängen, welche Entzündungen gleichen und weitere Schwellungen und Schmerzen zur Folge haben. Zumeist sieht man bei einer Prellung keine oder nur geringfügige Verletzungen der Haut. Die Schwere einer Prellung hängt von der Intensität der Gewalteinwirkung ab.

Rippenprellungen entstehen beispielsweise im Rahmen von Sturz- oder Stoßverletzungen. Durch die Krafteinwirkung und den Anprall kommt es zu einer Quetschung von Weichteilgewebe mit Verletzungen kleinerer Blutgefäße und einer Reizung von Nervenenden im Bereich der Knochenhaut. Die auf den Brustkorb einwirkenden Kräfte überschreiten dabei nicht den Elastizitätsbereich der Rippen, sodass eben eine Prellung, jedoch kein Bruch entsteht. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Rippenprellung für Betroffene weniger belastend ist als ein Rippenbruch – obgleich die Verletzung an sich “harmlos“ ist und zumeist folgenlos wieder ausheilt, kann sie besonders schmerzhaft sein und nicht selten auch stärkere Schmerzen verursachen als ein Rippenbruch. Eine Rippenprellung kann eine Rippe oder mehrere Rippen betreffen.

Wobei entstehen die meisten Prellungen?

Die Ursache einer Rippenprellung ist stumpfe Gewalteinwirkung von außen auf die Rippen. Zu Rippenprellungen kommt es beispielsweise bei Sturz- oder Stoßverletzungen bei sportlichen Aktivitäten, beispielsweise bei Kontaktsportarten wie Fußball, Kampfsportarten wie Boxen und Judo oder im Rahmen eines Sturzes beim Skifahren und Radfahren. Auch ein unglücklicher Sturz beim Treppensteigen oder ein Verkehrsunfall, bei welchem der Brustkorb hart aufschlägt (z. B. auf das Lenkrad) kann eine Rippenprellung nach sich ziehen.

Symptome – woran erkennt man eine Rippenprellung?

Eine Rippenprellung geht mit starken Schmerzen im Bereich der betroffenen Stelle einher. Die Schmerzen können sich über einige Tage hinweg verschlimmern und verstärken sich zumeist beim (tiefen) Einatmen und Husten, da sich die Rippen hierbei ausdehnen. Unter Umständen können die Schmerzen beim Einatmen die Atmung soweit einschränken, dass eine schmerzbedingte Atemnot auftritt. Äußerliches Anzeichen einer Rippenprellung ist zumeist eine Prellmarke in Form eines roten bis bläulich-violetten Flecks. Durch die bei der Prellung verletzten Blutgefäße bildet sich ein Bluterguss.

Die Auflistung der hier angeführten Symptome dient dem Überblick und kann unvollständig sein, zudem kann ein Symptom ein Anzeichen für andere Erkrankungen und Verletzungen sein. Auch muss nicht jedes hier angeführte Symptom bei einer Rippenprellung auftreten. Im Zweifelsfall sollte stets das ärztliche Gespräch gesucht werden.
Kommt es zu Kurzatmigkeit oder einem akuten Sauerstoffmangel, sollte in jedem Fall der Arzt oder Rettungsdienst alarmiert werden.

Diagnose – Welche Untersuchungen sind nötig?

Eine Rippenprellung ist besonders schmerzhaft, heilt zumeist jedoch folgenlos von alleine wieder aus. Nichtsdestotrotz ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um einen Rippenbruch und weitere Verletzungen auszuschließen. Erster Ansprechpartner ist der Arzt für Allgemeinmedizin (Hausarzt), welcher den Patienten bei Bedarf an einen Facharzt zuweist.

Im Rahmen der Anamnese erkundigt sich der Arzt u. a. nach den genauen Symptomen (Art und Schwere der Beschwerden etc.) und dem Unfallhergang, welcher zur Verletzung geführt hat. Im Anschluss erfolgt die körperliche Untersuchung, bei welcher der betroffene Bereich genau inspiziert und vorsichtig abgetastet wird – die verletzte Stelle ist zumeist besonders empfindlich und druckschmerzhaft. Bei Verdacht auf eine Rippenprellung wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, um knöcherne Verletzungen wie einen Bruch auszuschließen und die Diagnose zu sichern. Unter Umständen können weitere Untersuchungen erforderlich sein. Wie sich die Abklärung genau gestaltet richtet sich nach der individuellen Situation.

Wie wird eine Rippenprellung behandelt?

Nach der Verletzung sollten sich Betroffene körperlich schonen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte der betroffene Bereich gekühlt werden, beispielsweise indem ein kühler Umschlag oder eine in ein Tuch gewickelte Kaltkompresse auf die verletzten Rippen gelegt wird. Dies kann Schmerzen verringern und größeren Schwellungen entgegenwirken.

Der Arzt wird zumeist geeignete Schmerzmittel verschreiben. Im Fall von Husten, welcher bei einer Rippenprellung besonders schmerzhaft ist, können auch Hustenstiller und schleimlösende Medikamente verordnet werden. Ferner wird der Arzt den Patienten beraten, wie er sich mit der Prellung am besten verhält, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

Schonatmung verhindern
Betroffene sollten auf eine möglichst normale Atmung achten. Durch die Schmerzen kann normales Atmen schwierig sein, weswegen Betroffene nicht selten zu einer flachen und vorsichtigen Atmung (Schonatmung) neigen und das Husten vermeiden. Unter Umständen kann dies jedoch zu einer Lungenentzündung führen, weswegen es wichtig ist, zu versuchen trotz der Schmerzen möglichst normal zu atmen. Da sich die Schmerzen unter Druckbelastung zumeist verstärken, sollte versucht werden nicht auf der geprellten Seite zu schlafen. Ein großes Kissen oder ähnliches kann helfen, dass die Position im Schlaf nicht geändert wird.

Sport und anstrengendere Tätigkeiten, welche zu größeren Belastungen im Bereich vom Brustkorb führen (z. B. Heben und Tragen von schweren Lasten) sollten weitgehend vermieden werden, solange Schmerzen vorhanden sind. Ab wann Sport wieder möglich ist und man sich körperlich wieder voll belasten darf sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Der Verlauf und die Dauer einer Rippenprellung können individuell unterschiedlich sein. Prinzipiell handelt es sich um eine Verletzung, die Zeit zum Heilen benötigt, was zumeist einige Wochen dauert.

 

Autor:
Quellen:
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Hansen M., Hachenberg T.; Der Patient mit Thoraxtrauma: präklinische Versorgung, Anästhesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie 2017; 52:408-421, Georg Thieme Verlag

Talbot B. S. et al.; Traumatic Rib Injury: Patterns, Imaging Pitfalls, Complications, and Treatment, Radiographics 2017; 37(2):628-651

Fuchs S. et al.; Prellungen, Zerrungen, Wunden… Behandlung häufiger Verletzungen, ARS Medici 09/2014, Rosenfluh Publikationen

Heineck J. et al.; Thoraxtrauma, Trauma und Berufskrankheit 2005; 7:202-206, Springer Nature

Thoraxtrauma; Steckbrief, Thieme via medici, URL: https://viamedici.thieme.de/lernmodul/5854360/subject/unfallchirurgie/polytrauma+und+andere+traumatologische+krankheitsbilder/thoraxtrauma
ICD-10: S20.2