Skip to main content
Erythrozyten, rote Blutkörperchen
Foto:vipman/shutterstock.com

Dreidimensionale Darstellung von roten Blutzellen

Es gibt Krankheiten, die sich auf die Anzahl und Form der roten Blutzellen (Erythrozyten) auswirken. Im gesunden Zustand präsentieren sie sich als dellenartig eingedrückte Scheiben, bei gewissen Erkrankungen können sie aber auch gezackt, kugelförmig oder sichelförmig sein. Einem internationalen Team ist es nun gelungen, Blutzellen dreidimensional darzustellen und die Verteilung der Formen in einer Blutprobe zu messen.

Üblicherweise werden Blutzellen im Mikroskop nur von oben betrachtet. Diese einseitige Sicht kann aber täuschen. Denn was rund erscheint, muss in Wirklichkeit gar keine kugelförmige Gestalt haben. Wissenschaftler haben daher rote Blutzellen von Patienten untersucht, die an hämatologischen Krankheiten leiden und diese mit einem Konfokalmikroskop Schicht für Schicht aufgenommen und so ein dreidimensionales Bild erstellt. Mithilfe leistungsfähiger künstlicher Intelligenz können auf diese Weise tausende Zellen einer Blutprobe in wenigen Sekunden dargestellt und die Verteilung der einzelnen Formen im Blut gemessen werden. Weicht dann die Zusammensetzung der Blutprobe von der Normalverteilung in gesunden Blutproben ab, können Mediziner weiter untersuchen, um welche Krankheit es sich genau handelt.

Die Form der roten Blutzellen genau zu kennen, ist auch sehr wichtig für die Kenntnis des Fließverhaltens des Blutes im Körper. Durch Verformungen der roten Blutzellen strömt das Blut mitunter anders als in gesunden Körpern, so dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Folge sein können. Mit dieser Methode können nun nicht nur Therapieerfolge gemessen und überwacht werden oder der Schweregrad einer Krankheit genau bestimmt werden, auch  Blutbanken könnten so die Qualität des bei ihnen gelagerten Blutes untersuchen.

Referenz:
Uni Saarland, Utrecht University, Grenoble University, University of Luxemburg
Red blood cell phenotyping from 3D confocal images using artificial neural networks. PLoS Comput Biol 2021; https://doi.org/10.1371/journal.pcbi.1008934

#blutzellen #erythrozyten #mikroskop #form #erkrankung #diagnostik #kuenstlicheintelligenz #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Frau hat gerötetet Hautausschlag auf ihrem Oberarm

Hautausschlag: Was steckt hinter Rötungen, Flecken und Bläschen?

Die möglichen Ursachen für einen Ausschlag reichen von Allergien über Hautkrankheiten bis hin zu Infektionskrankheiten, Stress, psychischen Belastungen und vielen mehr.

Zum Artikel: Frau krank auf dem Sofa mit Medikamenten

Schon wieder krank? Was hinter häufigen Erkältungen steckt.

Wenn Schnupfen und Husten zu ständigen Begleitern werden, steckt oft mehr dahinter als bloßes Pech. Der Körper sendet Signale, dass das Immunsystem Unterstützung braucht. In diesem Artikel erfahren Sie, was die Abwehrkräfte schwächt und mit welchen gezielten Strategien Sie den Kreislauf endlich durchbrechen können

Zum Artikel: Frau liegt krank im Bett

Grippe, Erkältung oder COVID-19: So erkennen Sie den Unterschied

Ob es sich um Grippe, eine Erkältung oder COVID-19 handelt, ist oft nicht leicht zu sagen, denn die Symptome sind sehr ähnlich. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede im Verlauf, in der Intensität und in den Risiken.

Zum Artikel: Großaufnahme: Nasenspray

Grippeimpfung via Nasenspray: Für wen ist sie geeignet?

Die Grippeimpfung per Nasenspray ist eine nadellose Alternative für Kinder und Jugendliche. Sie enthält abgeschwächte Influenzaviren und wird direkt über die Nasenschleimhaut verabreicht, wo sie eine lokale Immunantwort in den Atemwegen auslöst.