Kehlkopfentzündung (Laryngitis) – Ursache, Symptome, Behandlung

Kehlkopfentzündung (Laryngitis) – Ursache, Symptome, Behandlung

Stand: September 2018
Mann mit Kehlkopfentzündung hält sich vor schmerzen den Hals

Eine Kehlkopfentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Typische Symptome sind Heiserkeit und Husten. Betroffene sollten ihre Stimme schonen, nicht rauchen und viel trinken, um den Heilungsprozess optimal zu unterstützen. Ursachen, Diagnose, Behandlung und unterstützende Maßnahmen - Lesen Sie hier alles Wichtige zum Thema Kehlkopfentzündung.

Was ist eine Kehlkopfentzündung?

Bei einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) handelt es sich um eine akute oder länger bestehende Entzündung des Kehlkopfes bzw. der Kehlkopfschleimhaut (Laryngitis acuta, Laryngitis chronica). Sie kann Kinder und Erwachsene betreffen und auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein.

Akute Kehlkopfentzündung

Häufige Ursache der akuten Kehlkopfentzündung ist eine Virusinfektion, mögliche Erreger sind u.a. Influenzaviren (Grippeviren), Rhinoviren und Adenoviren. Werden die bereits angegriffenen Schleimhäute zusätzlich von Bakterien besiedelt (begleitende bakterielle Infektion), dann ist von einer Superinfektion die Rede. Häufige Ursache einer solchen Superinfektion sind Streptokokken.

Weitere mögliche Auslöser und Faktoren, die den Hals bzw. Kehlkopf anfällig für eine Entzündung machen sind u.a. Stimmüberlastung (z.B. bei Sängern, Lehrern und anderen Menschen, die ihre Stimme stärker beanspruchen), Rauchen, trockene Luft und Staub. Ferner kann es im Rahmen anderer Erkrankungen zu einer Kehlkopfentzündung kommen, etwa bei einer Erkältung und Grippe, bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, einer chronisch verstopften Nase wie bei einer Allergie (erhöhtes Entzündungsrisiko aufgrund vermehrter Mundatmung) oder einer gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD), bei welcher es zu einem Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre und in weiterer Folge zu Sodbrennen, saurem Aufstoßen und anderen Symptomen wie Husten und Heiserkeit kommen kann. Sind Bakterien oder Viren die Ursache, dann kann eine Kehlkopfentzündung ansteckend sein.

Unter Umständen kann es zu einem Pseudokrupp (Laryngitis subglottica, akute stenosierende Laryngotracheitis) kommen, von welchem vor allem Säuglinge und Kleinkinder betroffen sind. Beim betroffenen Kind kommt es u.a. zu “bellendem Husten” und krankhaften Geräuschen beim Einatmen; neben der Kehlkopfentzündung liegen eine Schwellung der Schleimhaut im Bereich von Luftröhre und Kehlkopf und eine Einengung der Atemwege vor, in einigen Fällen kann die starke Schwellung beim betroffenen Kind zu Atemnot führen.

Symptome

Wichtigstes Symptom einer Entzündung im Bereich vom Kehlkopf ist Heiserkeit. Die Stimme klingt kratzig und ist weniger belastungsfähig, nicht selten reicht die Heiserkeit auch bis zum kompletten Stimmverlust, sodass Betroffene nur noch flüstern können (jedoch nicht sollten!). Weitere mögliche Beschwerden sind, je nach Schweregrad der Entzündung, u.a. trockenes Gefühl im Hals, Halsschmerzen, Reizhusten, oftmaliges Räuspern/Räusperzwang, Schluckbeschwerden und Fremdkörpergefühl.

Chronische Kehlkopfentzündung

Eine drei Wochen oder länger andauernde Laryngitis wird als chronische Kehlkopfentzündung bezeichnet. Ursache kann eine nicht ausreichend behandelte und nicht ausgeheilte akute Kehlkopfentzündung sein, begünstigende Faktoren sind außerdem Rauchen, starke Stimmbelastung, Staub (z.B. Arbeit in einer stark verstaubten Umgebung) und andere Umweltfaktoren. Ferner können Reflux und eine beeinträchtigte Nasenatmung mit kompensatorischer Mundatmung zu einer chronischen Kehlkopfentzündung führen. Zu den Symptomen zählen u.a. immer wieder zu- und abnehmende Heiserkeit, Trockenheitsgefühl und Reizhusten.

Die Auflistung der hier angeführten Anzeichen und Symptome kann unvollständig sein, zudem kann ein Symptom bei Auftreten harmlos oder Anzeichen für eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angeführte Symptom bei einer Kehlkopfentzündung auftreten. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte das ärztliche Gespräch gesucht werden und insbesondere länger andauernde Beschwerden wie Heiserkeit sollten bei einem Arzt abgeklärt werden.

Diagnose

Nach einer Anamnese, körperlichen Untersuchung und Inspektion von Mundhöhle, Hals und Mandeln erfolgt eine Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung, Kehlkopfuntersuchung), um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen und andere mögliche Erkrankungen und Ursachen für die Beschwerden auszuschließen. Unterschieden wird zwischen der indirekten Laryngoskopie (Begutachtung und Beurteilung von Kehlkopf und Stimmbändern bei ausgestreckter Zunge mittels Kehlkopfspiegel) und der direkten Laryngoskopie (endoskopische Untersuchung). Unter Umständen entnimmt der Arzt einen Abstrich aus dem Rachen, um den möglichen Erreger für die Erkrankung zu identifizieren, ferner können weitere Untersuchungen (z.B. Blutuntersuchung, Gewebeprobe) erforderlich sein. Der genaue Ablauf der Abklärung richtet sich nach der individuellen Situation. Erster Ansprechpartner bei den für eine Kehlkopfentzündung typischen Beschwerden ist zumeist der Arzt für Allgemeinmedizin, weiterführende Untersuchungen wie die Laryngoskopie erfolgen in aller Regel durch den HNO-Arzt.

Behandlung

Die Behandlung einer Kehlkopfentzündung erfolgt abhängig von der Ursache. Ist diese eine Virusinfektion, dann besteht die Behandlung zumeist im Schonen von Hals und Stimme und weiteren Maßnahmen wie Rauchstopp und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr. Es ist wichtig viel zu trinken, um einem Austrocknen der Schleimhäute entgegenzuwirken, warme Getränke können zudem gegen die Beschwerden helfen. Inhalationen, etwa mit Kamille oder Salbei, werden von Betroffenen häufig als angenehm empfunden, außerdem können schleim- und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz kommen. Bei Vorliegen einer zusätzlichen bakteriellen Infektion kann der Arzt eine antibiotische Therapie verschreiben.

Bei einer akuten Kehlkopfentzündung ist der Verlauf zumeist komplikationslos, die Erkrankung heilt meistens nach einigen Tagen ohne Folgen aus. Wichtig ist es allerdings, die Stimme konsequent zu schonen, nicht zu rauchen und andere durch den Arzt verordneten Maßnahmen zu befolgen, da es ansonsten zu einer chronischen Verlaufsform kommen kann. Die Behandlung einer chronischen Kehlkopfentzündung ist häufig langwieriger, eine vollständige Ausheilung ist aber auch bei einer länger andauernden Kehlkopfentzündung möglich, wichtige Voraussetzungen sind die rechtzeitige Abklärung, Behandlung und konsequente Umsetzung aller verordneten Maßnahmen (Stimmschonung, Rauchstopp, Meiden schädlicher Einflüsse/Umstände wie Staubinhalation am Arbeitsplatz etc.).

Wichtige allgemeine Maßnahmen und Hausmittel
Eine sehr wichtige Maßnahme ist die Stimmruhe (nicht sprechen, nicht flüstern), da sich die Stimmbänder vor allem unter Schonung am besten erholen können. Auch Flüstern stellt eine Belastung dar und strapaziert die Stimmbänder. Weitere allgemeine Maßnahmen sind:

  • Nicht rauchen (weder aktiv noch passiv)
  • Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
  • Bei Getränken auf die Temperatur achten – warme Tees (z.B. Kräutertees) können helfen die Beschwerden zu mildern, sie sollten jedoch nicht zu heiß sein.
  • Auf Alkohol verzichten
  • Scharfe Speisen/Gewürze meiden
  • Raumklima anpassen, auf angenehmes Raumklima achten (Räume nicht überhitzen)
  • Trockene und staubige Luft meiden
  • Als Hausmittel bei einer Kehlkopfentzündung gelten u.a. die Inhalation von Wasserdampf, z.B. mit zugesetzter/m Kamille oder Salbei, und Topfenwickel.

Die Wirkung von Hausmitteln ist oftmals umstritten und die Wirksamkeit und Verträglichkeit können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Allgemein wichtig ist es, bei Anwendung online recherchierter Hausmittel auf das eigene Bauchgefühl zu achten, vorsichtig vorzugehen und im Zweifel ärztlichen Rat einzuholen.

Fact-Box

Kehlkopfentzündung (Laryngitis): Entzündung der Kehlkopfschleimhaut und der Stimmbänder

Verlauf: Akut oder chronisch (> drei Wochen)

Ursachen: Infektionen (Viren, Bakterien), Erkältung, Grippe, chronische Nasennebenhöhlenentzündung, Stimmüberlastung, Rauchen, trockene Luft, Staub, gastroösophageale Refluxkrankheit/Sodbrennen u.a.

Symptome: Heiserkeit, trockenes Gefühl im Hals, Halsschmerzen, Reizhusten, Räusperzwang, Schluckbeschwerden u.a.

Diagnose: Anamnese, körperliche Untersuchung, Laryngoskopie u.a.

Behandlung: Ursachenorientiert; Schonen von Hals und Stimme, Rauchstopp, hohe Flüssigkeitszufuhr, Meiden schädlicher Einflüsse wie z.B. Staubinhalation am Arbeitsplatz, schleim- und entzündungshemmende Medikamente, antibiotische Therapie (bei bakterieller Infektion) u.a.

Verzichtet werden sollte auf: Rauchen, Sprechen/Flüstern, Alkohol, scharfe Speisen

Autor:
Quellen:
Madl C.; Gastroösophageale Refluxerkrankung, Ärzte Krone 23/2017, Ärztekrone VerlagsgesmbH

Reiter R. et al.; Heiserkeit - Ursachen und Therapie, Deutsches Ärzteblatt 112(19)/2015, Deutscher Ärzteverlag GmbH

Mönnikes H.; Refluxbedingte Beschwerden - Diagnose und Therapie in der Hausarztpraxis, ARS Medici 12/2014, Rosenfluh Publikationen AG

Baumgartner K.; Gegen Erkältung sind viele Kräuter gewachsen, Apotheker Krone 01/2013, Ärztekrone VerlagsgesmbH

Weikert M. et al.; Heiserkeit - Was kann der Hausarzt tun, was muss er veranlassen?, ARS Medici 02/2004, Rosenfluh Publikationen AG
ICD-10: J04.0

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