Skip to main content
Ein Maskenträger spitzt die Ohren
Foto:Krakenimages.com/shutterstock

Gesichtsmaske: Lippenlesen fehlt allen

Dass wir unseren Gesprächspartner schlechter verstehen, wenn er eine Gesichtsmaske trägt, ist offensichtlich. Allerdings liegt das nicht unbedingt am gedämpften Sound, der durch die Maske dringt, sondern dies hat vornehmlich visuelle Gründe. Zu diesem Schluss kommen HörforscherInnen der Universität Oldenburg.

Dass wir Maskenträger schlechter verstehen, liegt in erster Linie daran, dass wir Ihnen nicht auf den Mund schauen können. Dies zeigt, dass nicht nur Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen, sondern auch ein Großteil der anderen im Alltag unbewusst vom Lippenlesen profitiert. Fehlt diese Möglichkeit, sinkt das Sprachverstehen deutlich.

Um herauszufinden, wie sich das Tragen von Stoff- und medizinischen Masken auf das Verstehen von Sprache auswirkt, spielten die Forschenden ihren ProbandInnen mehrere Hörproben vor. Einmal hörten sie nur den Ton, dann sahen sie dazu auch das Video der Sprecherin. Im weiteren Versuchsverlauf wurde der Mund der Sprecherin von einer virtuellen Maske bedeckt. Dazu hörten die Versuchspersonen entweder den Originalton oder einen mit akustischer Dämpfung, wie sie für die beiden untersuchten Maskentypen typisch ist.

Das Ergebnis: Trotz gleicher Tonqualität sank das Sprachverstehen umgerechnet um etwa ein Drittel, wenn der Mund der Sprecherin hinter der virtuellen Maske versteckt war. Genauso stark verminderte sich das Sprachverstehen, wenn die Teilnehmenden die Sprecherin gar nicht sehen konnten.
Stoffmasken reduzierten die Verständlichkeit etwas stärker als medizinische Masken.

Referenz:
Universität Oldenburg
How Face Masks Interfere with Speech Understanding of Normal-Hearing Individuals: Vision Makes the Difference, Otology & Neurotology 2022; https://journals.lww.com/otology-neurotology/Abstract/9000/How_Face_Masks_Interfere_with_Speech_Understanding.95423.

#gesichtsmaske #kommunikation #hno #hören #sprachverstaendnis #corona #pandemie #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Schlaflosigkeit: schlaflose Frau mit Uhr in der Nacht im Bett

Schlafmangel: Warum zu wenig Schlaf krank machen kann

Eine kurze Nacht macht sich schnell bemerkbar: Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit sind typische Folgen. Doch Schlafmangel beeinflusst auch Herz, Stoffwechsel, Immunsystem und Hormonhaushalt. Hält er länger an, kann das Risiko für verschiedene Erkrankungen steigen.

Zum Artikel: Schlaftracking: Mann schläft mit Smartwatch und Smartphone

Schlaftracker im Check: Können Smartwatch, Ring und Apps den Schlaf verbessern?

Schlaftracker gehören heute für viele Menschen zum Alltag und versprechen detaillierte Einblicke in den eigenen Schlaf.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Schlaftracker funktionieren, welche Messwerte tatsächlich aussagekräftig sind, wo die Grenzen der Geräte liegen und für wen Schlaftracking sinnvoll sein kann.

Zum Artikel: Ärztin untersucht Kind mit einem Stehtoskop

Herzgesundheit bei Kindern: Auf was Eltern achten müssen

Der Grundstein für ein gesundes Herz wird bereits in der Kindheit gelegt. Ob Ernährung, Bewegung oder das Erkennen von Warnsignalen: Eltern können viel dazu beitragen, dass sich das Herz ihres Kindes gesund entwickelt. Aber worauf kommt es im Alltag wirklich an? Wann sollte man mögliche Herzsymptome bei Kindern ernst nehmen?

Zum Artikel: Stress und Herz: Frau greift sich an ihr Herz

Stress und Herz: Wie psychische Belastung die Herzgesundheit beeinflusst

Stress kann sich deutlich auf das Herz auswirken: Der Puls steigt, das Herz schlägt schneller und manchmal entsteht ein Druckgefühl in der Brust. Doch warum reagiert das Herz so auf psychische Belastung? Erfahren Sie, was Stress im Körper auslöst, wie er das Herz beeinflusst und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.