Kniescheibenverrenkung (Patellaluxation)

Bei einer Kniescheibenverrenkung springt die Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne, meist nach außen. Ursachen sind eine angeborene Veranlagung (zum Beispiel eine flache Gleitrinne oder eine X-Beinstellung), lockere Bänder oder eine direkte Gewalteinwirkung. Die erste Verrenkung tritt häufig bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf.

Typisch sind ein plötzlicher, stechender Schmerz, eine sichtbare Fehlstellung der Kniescheibe und ein blockiertes Knie in leichter Beugung. Oft springt die Kniescheibe beim Strecken von selbst zurück. Danach folgen Schwellung, Bluterguss und Druckschmerz am inneren Kniescheibenrand, meist durch einen Riss des inneren Haltebands (MPFL). Für die Diagnose sind meist mehrere Untersuchungen nötig: die klinische Untersuchung, das Röntgen, die MRT (Halteband, Knorpel) und bei Bedarf eine CT zur Beurteilung von Achsen und Rotation.

Nach einer ersten Verrenkung ohne Knorpelschaden behandeln wir konservativ mit Orthese und gezielter Physiotherapie. Bei einem Knorpelschaden, wiederholten Verrenkungen oder anatomischer Veranlagung kann eine Operation sinnvoll sein: die Rekonstruktion des inneren Haltebands (MPFL), bei Bedarf kombiniert mit einer Trochleaplastik oder der Versetzung des Sehnenansatzes.

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