Univ.Prof. Dr. Edvin Turkof - Plastischer Chirurg Wien 1060

Univ.Prof. Dr. Edvin Turkof

Rahlgasse 1/12, 1060 Wien

Eigenfett

Eigenfett - Univ.Prof. Dr. Edvin Turkof - Plastischer Chirurg Wien 1060
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Eigenfetttransplantation

Die Eigenfetttransplantation gehört seit 2001 zu den wichtigsten Einsatzgebieten der plastischen Chirurgie. Sie wird unter anderem zur Verjüngung/ Verschönerung des Gesichts, zur Korrektur von Narben, zur Verbesserung des Hautbildes und zur Brustvergrößerung eingesetzt.

Neben der Verwendung in der ästhetischen Medizin kommt Eigenfett auch in der rekonstruktiven Chirurgie zum Einsatz. Es eignet sich hervorragend zur Korrektur von Gewebedefekten oder zur Nivellierung von Asymmetrien, Stufenbildungen oder Dellen nach Wiederherstellungsoperationen.

Mit der Entdeckung von Stammzellen im Fettgewebe (2001) eröffneten sich für die Eigenfetttransplantation bisher ungeahnte Möglichkeiten. Die Stammzellen des Fettgewebes nennt man ADSC (adipose derived stem cells). Sie unterscheiden sich von den Fettzellen vor allem durch die wertvolle Eigenschaft, sich in Abhängigkeit ihrer Umgebung in verschiedene Zelltypen weiterentwickeln zu können (Nischentheorie). Dazu gehören u.a. Hautgewebe, Bindegewebe, Blutzellen, Gefäße und Fettzellen. Rasch etablierten sich weltweit hoch dotierte universitäre Forschungsgruppen, die alle das Ziel verfolgen, die Einsatzmöglichkeiten der ADSC zu untersuchen und die OP-Ergebnisse zu verbessern.

Wo kann Eigenfett eingesetzt werden?

  • Verbesserung der Hautqualität im Allgemeinen
  • Verbesserung des Erscheinungsbildes von Narben
  • Verbesserung des Hautbildes nach Bestrahlung
  • Verbesserung des Hautbildes nach Verbrennungen
  • Korrektur von Gewebedefekten
  • Formverbesserung im Rahmen rekonstruktiver Brustkorrekturen
  • Ästhetische Korrektur des Gesichts (Augenringe, Nasolabialfalten, Lippen, tiefliegende Augen, Jochbeinregion, Zornesfalten, Nase, Kinn etc.)
  • Ästhetische Brustvergrößerung
  • Ästhetische Korrekturen anderer Körperregionen (Hände, Gesäß, Schamlippen, Penis etc.)

Die Einheilungsrate von transplantiertem Eigenfett variiert zw. 30-80%, daher sind u. U. mehrere Sitzungen notwendig um den gewünschten Effekt zu erzielen. Der operative Aufwand einer Eigenfetttransplantation und die damit verbundenen Kosten erscheinen gegenüber der Einbringung eines künstlichen Füllmaterials (Hyaluronsäure etc.) zwar höher, auf lange Sicht ist die Eigenfetttransplantation allerdings günstiger und auch zeitsparender. Künstliche Filler werden bekanntlich innerhalb von ca. 6 Monaten vom Körper abgebaut und müssen daher in regelmäßigen Intervallen nachgespritzt werden.

Gleich nach der Entdeckung ihrer wertvollen Eigenschaften begann man, im Rahmen der Eigenfetttransplantation die “Stammzellenanreicherung” anzuwenden. Dabei wird die poppelte Fettmenge entnommen, eine Hälfte für die Transplantation vorbereitet und die andere für die Stammzellenanreicherung verwendet. Die Stammzellen dieser zweiten Hälfte werden isoliert und der ersten Hälfte hinzugefügt, während das Fett verworfen wird. Man erreicht damit eine Erhöhung der Einheilrate von 10-30%, woraus bereits klar hervorgeht, dass eine Stammzellenanreicherung nur dann sinnvoll ist, wenn Fett quasi im Überschuß vorhanden ist und dass es bei schlanken Personen viel besser ist, zweimal ohne Stammzellenanreicherung zu transplantieren als einmal angereichert. Lesen mehr Details über die Stammzellenanreicherung.

Die jüngste Entwicklung auf dem Gebiet der Eigenfetttransplantation stellt die Verwendung von “Plättchenreichem Plasma – PRP” dar. Man entdeckte, dass die Einheilrate von transplantiertem Fett durch die Beimengung von Blutplättchen (das sind die Blutzellen, die für die Blutgerinnung verantwortlich sind) in ähnlichem Maße erhöht werden kann wie durch die Stammzellenanreicherung. Das notwendige Volumen von PRP um eine optimale Wirkung zu erzielen liegt bei etwa 20%, daher braucht man relativ viel Blut um ausreichend PRP für die ideale Anreicherung des Fetts zu erzielen. Für kleinere Eingriffe wie Augen, Lippen, Nasolabialfalten, etc. ist dies kein Problem, für die Brustvergrößerung aber schon. Deshalb arbeite ich in diesen Fällen mit einem Labor zusammen, das einem Zellseparator hat, wodurch nahezu jede beliebige Menge PRP gewonnen werden kann ohne das auch nur ein Tropfen Blut verloren geht. Lesen Sie mehr über PRP

Welche Vorteile hat eine Eigenfett Transplantation?

  • Eigenfett ist kostenlos und steht fast immer in ausreichender Menge zur Verfügung.
  • Allergische Reaktionen und/oder Unverträglichkeiten sind ausgeschlossen.
  • Eingeheiltes Fett wird nicht mehr abgebaut und das erreichte Ergebnis ist somit dauerhaft.
  • Die Eigenfetttransplantation ist mittlerweile ein fixer Bestandteil der modernen ästhetischen Chirurgie geworden. In geübter Hand sind die Ergebnisse ausgezeichnet und die Patientenzufriedenheit ist sehr groß.

02. Stammzellen Anreicherung / Eigenfetttransplantation

2001 entdeckte Patricia Zuk, dass sich im abgesaugten Fett Stammzellen befinden und nannte sie ADSC (adipose derived stem cells). Weitere Forschungen ergaben, das diese Stammzellen eine wichtige Rolle bei der Eigenfetttransplantation spielen: Sie setzen Wachstumsfaktoren frei, die das Einsprossen von Blutgefäßen fördern und können sich selbst in Fettzellen umwandeln. Diese Fähigkeit macht sie für das Einheilen der transplantierten Fettzellen unentbehrlich, weshalb man sogleich daran ging, das Eigenfett mit Stammzellen “anzureichern”, um die Einheilrate zu verbessern.

Stammzellenanreicherung nur bei Überschuss an Fett!

Es hat sich gezeigt, dass sich die Einheilrate von trasplantiertem Fett durch Stammzellenanreicherung um etwa 20 – 25% steigern lässt, wenn man die Anzahl der Stammzellen verdoppelt. Bei der Operation wird also doppelt so viel Fett entnommen wie für die geplante Vergrößerung notwendig ist. Die Hälfte des gewonnen Fettes wird so verarbeitet, dass die in dieser Portion vorhandenen Stammzellen isoliert werden. Das übrig gebliebene Fett dieser Portion wird verworfen. Danach werden die gewonnen Stammzellen der anderen Fettportion hinzugefügt, wodurch sich die Anzahl der Stammzellen verdoppelt.

Wenn man kurz nachrechnet, versteht man gleich, dass die Anreicherung nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll ist: Man benötigt ja die doppelte Fettmenge um vielleicht eine 25%ige Steigerung der Einheilrate zu erreichen.

Beispiel- Eigenfetttransplantation mit Anreicherung:
zwei Brüste sollen mit je 250g = 500g Eigenfett vergrößert werden. Für die Anreicherung benötigt man nochmal so viel, also insgesamt 1000g Eigenfett. Ohne Stammzellenanreicherung beträgt die Einheilrate etwa 70%, mit der Anreicherung +25% = + 17,5%, also bestenfalls 87,5%. Somit bleibt pro Brust mit der Anreicherung 218,75g erhalten, bei einem Eigenverbrauch von 500g für jede Brust.

Beispiel- Eigenfetttransplantation ohne Anreicherung:
Wenn statt der Anreicherung die Operation nach drei Monaten einfach wiederholt (ergänzt) wird, sieht die Rechnung bei einem Verbrauch von 500g ganz anders aus.

  • 1. OP Verbrauch 250g Einheilrate 70% – verbliebenes Volumen= 175g
  • 2. OP Verbrauch 250g Einheilrate 70% – verbliebenes Volumen= 175g
  • Summe nach zwei Eingriffen ohne Anreicherung: 350g

Vergleich der Einheilrate bei Eigenverbrauch von 500g zwischen Eigenfetttransplantation mit Stammzellenanreicherung und Eigenfetttransplantation ohne Stammzellenanreicherung:

350g – 218,75g = 131,25g!
Somit zeigt sich, dass eine Wiederholung der Operation weit mehr bringt als eine Stammzellenanreicherung.

Somit zeigt sich ebenso, dass eine Stammzellenanreicherung nur dann empfohlen werden soll und darf, wenn die Patientin wirklich ausreichend Fett zur Verfügung hat um einen oder mehrere Eingriffe mit der doppelten Fettmenge durchführen zu lassen.

Bei einer zarten/ schlanken Patientin sollte eine Brustvergrößerung mit Eigenfett in mehreren Etappen mit jeweils geringen Fettmengen durchgeführt werden.

Bei einer zarten/ schlanken Patientin ist eine Brustvergrößerung mit Stammzellenanreicherung rechnerisch unvorteilhaft und daher kontraproduktiv.

Besprechen Sie diese Tatsachen mit Ihrem Arzt, bevor Sie sich einer Brustvergrößerung mit Eigenfett und Stammzellenanreicherung unterziehen.

Die Einheilrate des Eigenfetts kann auch sehr gut mit PRP (plättchenreiches Plasma) erhöht werden: Wir bieten dieses Service bereits an!

03. PRP Anreicherung / Eigenfetttransplantation

PRP ist die Abkürzung für plättchenreiches Plasma (platelet rich plasma). Die Blutplättchen sind Zellen im Blut, die für die Gerinnung verantwortlich sind. Wenn sie für die Blutgerinnung aktiv werden, setzen sie auch Wachstumsfaktoren frei. Man hat vor kurzem entdeckt, das diese Wachstumsfaktoren die Einheilrate des transplantierten Fettes erhöhen können.

Unter plättchenreichem Plasma versteht man Blutplasma, dass eine höhere Anzahl ( Konzentration) an Blutplättchen enthält als normales – nicht angereichertes Blutplasma. Auf der ganzen Welt werden Forschungen durchgeführt, um die Anwendung des PRP für die Eigenfetttransplantation zu optimieren. Durch den Einsatz modernster Technik kann PRP sogar gewonnen werden, ohne Blut zu verlieren.

Nach dem letzten Stand der Wissenschaft erzielt man die besten Ergebnisse durch Verwendung von etwa 5fach konzentriertem PRP das dem transplantierten Fett im Verhätnis 1:5 beigefügt wird. Mit diesen Parametern (5fache Plättchenkonzentration und ein fünftel des Fettvolumens) kann man eine Verbesserung der Einheilrate um 15% – 30% erreichen. Dies kommt der Verbesserungsrate durch Stammzellenanreicherung schon sehr nahe, ist jedoch viel weniger aufwendig und auch viel günstiger. Vor allem jedoch benötigt man eben kein zusätzliches Fett wie es bei der Stammzellenanreichung unvermeidlich ist, wodurch die „Fettreserven“ des Patienten mit dieser Methode nicht aufgebraucht werden.

So braucht man für eine beidseitige Brustvergrößerung mit je 250 ml Eigenfett (=500ml Gesamtmenge) 100ml PRP. Diese Menge kann problemlos, ohne Blutverlust und mit verhältnismäßig geringen Kosten gewonnen werden, ohne das dies für den Betreffenden eine körperliche Belastung darstellt.

04. Brustrekonstruktion mit Eigenfett

Die Wiederherstellung / Rekonstruktion von operationsbedingten Größenunterschiede der Brust wird idealerweise mit Eigenfett durchgeführt.

In den letzten Jahren hat die westliche Welt der Brustkrebsvorsorge erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet.

Gleichzeitig ermöglichen die technischen Fortschritte auf dem Gebiet der Radiodiagnostik,(Mammografie, Magnetresonanztomografie, Ultraschalldiagnostik) das Aufspüren von Brustkrebs in seinen frühesten Stadien.

Die Folge dieser äußerst positiven Entwicklung ist unter anderem, dass bei Brustkrebsoperationen immer öfter Brusterhaltend operiert werden kann, sodass bei immer mehr Patientinnen nach der Brustkrebsoperation lediglich einen mehr oder weniger großen Volumenunterschied zwischen der gesunden und der operierten Brust verbleibt.

Die Wiederherstellung – Rekonstruktion solcher operationsbedingten Größenunterschiede wird idealerweise mit Eigenfett durchgeführt.

Mit Eigenfett können kleinste Nuancen punktgenau und risikofrei korrigiert werden. Die Eigenfetttransplantation hat sich in den letzten 4 Jahren am AKH Wien zum integralen Bestandteil der Brustrekonstruktion entwickelt und ist drauf und dran, quantitativ an die Implantatrekonstruktion aufzuschließen. Dies auch nicht zuletzt deshalb, weil mit der Eigenfetttransplantation auch dort Verbesserungen erzielt werden können wo mit Implantatrekonstuktion allein oft nicht das Auslangen gefunden wird: nach der prophylaktischen Brustgewebeentfernung bei Hochrisikopatientinnen.

Brustrekonstruktionen mit Eigenfett belasten die Patientinnen verhältnismäßig wenig, und der Spitalsaufenthalt, beschränkt sich meistens auf 1-2 Tage.

Monika Dlugokecki berichtet in der Zeitschrift -NEWS – Lebensart – Gesundheit- über die neue Methode nach Brustkrebs:
Dies ist ein Ausschnitt des Berichtes:

Brustaufbau mit Eigenfett.

Die Eigenfett-Verpflanzung ist an sich nichts Neues. Bereits seit den 1990er-Jahren wird bei Korrekturen im Gesicht, aber auch bei Brustvergrößerungen mit Eigenfett gearbeitet. Anfangs war die Methode wenig ausgereift, da die ideale Gewinnung der Fettzellen, deren Aufbereitung und Injektionstechnik noch nicht ausreichend erforscht waren.

2001 fand die Forscherin Patricia Zuk weiters heraus, dass sich in dem entfernten Fettgewebe wichtige Stammzellen befinden, die man bisher nur im Knochenmark vermutet hatte. Diese Stammzellen haben das einzigartige Potenzial, sich in jede beliebige Zelle umzuwandeln. Dadurch können sie problemlos aus einem Körperareal entnommen und in ein anderes transplantiert werden. Zudem entdeckten Forscher, dass sie in den Regionen, in die sie eingebracht werden, die Hautqualität verbessern und sie regelrecht verjüngen. In Narben eingesetzt, verfeinern sie diese und weichen sie auf.

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