Handchirurgie

Handchirurgie - Dr. med. univ. Richard Kellner - Orthopäde Wien 1010
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Die Handchirurgie beschäftigt sich mit der Diagnose und Therapie von Verletzungen oder Funktionsstörungen der Hand. Die medizinische Versorgung kann sowohl konservativ als auch operativ erfolgen.

 

Schnellender Finger

Die Beugesehnen der Finger werden durch sogenannte Ringbänder am Knochen gehalten. Entzündet sich eine Sehne und wird dick, bleibt sie am Ringband hängen. Die Streckung des Fingers ist nur mehr mit erhöhtem Kraftaufwand möglich. Man spricht von einem schnellenden Finger oder Schnappfinger. Meist sind der Mittel- oder Ringfinger sowie der Daumen betroffen.

Die Ursache für einen schnellenden Finger ist in den meisten Fällen eine Überlastung, ausgelöst durch z.B. monotone Bewegungen. Die Behandlung kann in frühen Stadien konservativ (u.a. Physiotherapie, medikamentöse Therapie, Kortisoninjektionen) erfolgen. Oftmals ist jedoch ein operativer Eingriff notwendig. Dabei wird das betroffene Ringband gespalten, wodurch die Sehne wieder frei gleiten kann.

 

Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom wird durch eine Einengung des Mittelnervs (Nervus medianus) im Handwurzelkanal verursacht. Zu den typischen Symptomen des Nervenengpasssyndroms zählen ein Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Fingern sowie in den Arm ausstrahlende Schmerzen. Des Weiteren kann auch ein Kraftverlust in der betroffenen Hand auftreten. Bleibt ein Karpaltunnelsyndrom unbehandelt, besteht die Gefahr einer dauerhaften Nervenschädigung. 

Ein Karpaltunnelsyndrom wird häufig durch wiederkehrende Bewegungen und Belastungen des Handgelenks, mechanische Reizungen (z.B. knöcherne Fehlstellung nach Frakturen, Sehnenscheidenentzündung, Ganglion), rheumatische Erkrankungen oder Krankheiten wie Diabetes und Adipositas, bei denen Ödeme (Wassereinlagerungen) im Bindegewebe auftreten können, ausgelöst.

Die Behandlung des Karpaltunnelsyndrom erfolgt zunächst konservativ. Schlägt die Therapie nicht an, ist eine Operation unumgänglich. Im Zuge des chirurgischen Eingriffes wird das straffe Handgelenksband durchtrennt und somit der Nerv aus seiner Einengung befreit. Die Operation erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung.

 

Ganglion

Als Ganglion (umgangssprachlich auch Überbein genannt) wird ein gutartiger Weichteiltumor der Hand bezeichnet, der in den meisten Fällen gut sicht- und tastbar unter der Haut liegt. Ganglien verursachen nicht zwangsläufig Beschwerden. Drückt das Ganglion jedoch auf einen Nerv und verursacht Schmerzen oder bestehen Bewegungseinschränkungen, sollte es operativ entfernt werden.

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