Demenzerkrankungen

Demenzerkrankungen - Dr. Thomas Bachrich - Neurologe Wien 1020
1/1

Demenz verändert das Leben schrittweise. Gedächtnis, Orientierung und Selbstständigkeit lassen nach. Für Betroffene und Angehörige ist das belastend und oft schwer einzuordnen. Die häufigste Ursache einer Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung.

Lange Zeit gab es nur wenige Möglichkeiten, den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung zu beeinflussen. In den letzten Jahren haben sich jedoch neue Therapieansätze entwickelt: Dazu zählen u.A. sogenannte Anti-Amyloid-Antikörper. Sie richten sich gezielt gegen einen zentralen Krankheitsmechanismus der Alzheimer-Erkrankung und können das Fortschreiten der Erkrankung bei geeigneten Patientinnen und Patienten verlangsamen.

Was bei Alzheimer im Gehirn passiert
Bei der Alzheimer-Erkrankung lagern sich bestimmte Eiweiße im Gehirn ab, vor allem Beta-Amyloid. Diese Ablagerungen stören die Kommunikation zwischen Nervenzellen und tragen zum fortschreitenden Abbau geistiger Fähigkeiten bei.

Anti-Amyloid-Antikörper setzen genau hier an. Sie erkennen diese Ablagerungen und können dazu beitragen, sie zu reduzieren und ihre Neubildung zu bremsen. Damit greifen sie direkt in den Krankheitsprozess ein.

Neue Medikamente bei Alzheimer-Demenz
Inzwischen stehen zwei Medikamente zur Verfügung, die diesen Ansatz verfolgen: Lecanemab (Leqembi) und Donanemab (Kisunla).

Studien zeigen, dass beide Wirkstoffe die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn verringern können. Bei geeigneten Patientinnen und Patienten lässt sich dadurch der Verlauf der Alzheimer-Erkrankung verlangsamen. Eine Heilung ist durch die Medikamente nicht möglich, wohl aber ein Aufschub weiterer Verschlechterungen.

Für wen diese Therapie infrage kommt
Diese Behandlung eignet sich nicht für alle Menschen mit Demenz. Sie kommt vor allem bei einer Alzheimer-Erkrankung im frühen Stadium infrage. Ob eine solche Therapie für Sie oder Ihre Angehörigen sinnvoll ist, lässt sich nur nach einer genauen neurologischen Untersuchung beurteilen.

Dabei kläre ich unter anderem:

- wie ausgeprägt die bereits vorhandenen kognitiven Einschränkungen sind
- ob medizinische Gründe gegen diese Therapie sprechen
- Welche weiterführenden Abklärungen sinnvoll sind

Die genaue Abklärung umfasst:

- ein ausführliches Gespräch zum Verlauf der Beschwerden
- eine neurologische Untersuchung
- neuropsychologische Tests zur Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit
- Diese Schritte helfen, die Demenzform zu bestimmen und realistisch abzuschätzen, ob eine Therapie mit Anti-Amyloid-Antikörpern für Sie infrage kommt.

Weiteres Vorgehen
Wenn die Voraussetzungen passen, erfolgt eine Überweisung an eine spezialisierte Behandlungseinrichtung. Dort findet Ihre Behandlung mit Anti-Amyloid-Antikörpern statt und wird engmaschig überwacht. Die Therapie selbst erfolgt nicht in meiner Ordination.

Erweitertes Profil (entgeltlich). Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten ohne Gewähr.