Priv.Doz. Dr. Stefan Pfaffenberger - Internist Wien 1080

Priv.Doz. Dr. Stefan Pfaffenberger

Lange Gasse 67/9, 1080 Wien

Behandlung nach Herzinfarkt

Behandlung nach Herzinfarkt - Priv.Doz. Dr. Stefan Pfaffenberger - Internist Wien 1080
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Bei einem Herzinfarkt handelt es sich um ein lebensbedrohliches Ereignis, dessen Ursache ein durch ein Blutgerinnsel verlegtes Herzkranzgefäß (medizinisch auch Koronargefäß genannt: das sind jene 3 Gefäße, die den Herzmuskel selbst mit Blut versorgen) ist. Durch den Verschluß kann das Blut in diesem Gefäß nicht mehr richtig zirkulieren, sodass es zu einer Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr im betroffenen Teil des Herzen kommt. Dieser Zustand kann in den ersten Stunden noch korrigiert werden. Wichtig ist daher der rasche Transport in ein Spital. Ziel ist es, den Blutfluß im betroffenen Herzkranzgefäß wieder herzustellen. Gelingt dies nicht rechtzeitig, beginnt das unversorgte Gewebe in diesem Teil des Herzens abzusterben: ein Herzinfarkt.

Primäre Ursache für verengt Herzkranzgefäße ist die Atherosklerose (verkürzt eine Arterienverkalkung). Diese Veränderung der Blutgefäße entwickelt sich bei den meisten Menschen über Jahre und bleibt lange Zeit unbemerkt. Verschiedene Risikofaktoren wie Rauchen, hoher Blutdruck, Stress, Bewegungsmangel, erhöhtes Cholesterin und Diabetes führen dazu, dass sich sogenannte Plaques an den Gefäßwänden ablagern, sodass diese langsam verkalken und an Elastizität und Durchmesser verlieren. In weiterer Folge kann das Blut nicht mehr ungestört fließen. Dies kann sich v.a. unter Belastung als Brustschmerz ("Angina pectoris" - wörtlich übersetzt: Enge oder Beklemmung der Brust) oder auch als Atemnot bemerkbar machen. Diese Brustschmerzen können somit Vorboten eines drohenden Herzinfarktes sein.

Symptome eines akuten Herzinfarkts reichen von plötzlich auftretenden Schmerzen im Brustbereich über Beklemmungsgefühle bis hin zu Atemnot, häufig verbunden mit starker Übelkeit. Bei vielen Menschen strahlen die Schmerzen in den linken Arm, in Bauch oder Rücken aus.

Frauen sind durchschnittlich später von einem Herzinfarkt betroffen als Männer, die Zahl betroffener Frauen ist in den letzten Jahren jedoch gestiegen.

Bei den meisten Menschen sind die auftretenden Symptome bereits ausschlaggebend für die Diagnose. Um einen Herzinfarkt mit Sicherheit diagnostizieren zu können, wird ein EKG gemacht, wo sich die für den Infarkt charakteristischen Veränderungen zumeist eindeutig feststellen lassen. Gleichzeitig bestätigen spezifische Laborparameter im Blut (CK-Wert und Troponin) die Diagnose - können bei Verdacht einen Herzinfarkt aber auch ausschließen. Die Therapie eines akuten Herzinfarkts erfolgt primär mit einer Herzkatheter-Untersuchung und mit Medikamenten.

Bei der Herzkatheter-Untersuchung wird ein Plastikschlauch (Katheter) über eine Arterie in der Leiste oder am Arm bis zum Herzen (und dort genau bis zum verschlossenen Herzkranzgefäß) vorgeschoben. Mittels eines Kontrastmittels kann der Verschluß oder die Engstelle auf einem Monitor dargestellt werden. Ist die auslösende Stelle identifiziert, wird durch diesen Verschluß ein sehr dünner Draht durchgeschoben. Ist der Draht richtig positioniert, wird über den Draht ein mini-Ballon nachgeschoben, der an der verengten Stelle kurz aufgeblasen wird - das Gefäß hat nun wieder seinen ursprünglichen Durchmesser, das Blut kann wieder ungehindert fließen. Um die Stelle aber dauerhaft abzusichern, wird am Ende genau an dieser Stelle noch eine Gefäßstütze (aus Metall - ein sog. "Stent") eingesetzt. Auch dies funktioniert technisch durch vorschieben über den Draht, das Entfalten der Gefäßstütze wird wieder mittels mini-Ballon bewerkstelligt. Damit ist das Problem vorerst gelöst. Um möglichen neuerlichen Verengungen oder Verschlüssen entgegen zu wirken, müssen nun Medikamente eingenommen werden. Weiters ist es entscheidend, dass Sie die auslösenden Risikofaktoren behandeln.

Damit es gar nicht zu einem Infarkt kommt, sollten auslösende Risikofaktoren rechtzeitig erkannt und beseitigt werden (siehe Punkt Risikofaktoren). Mithilfe verschiedener Untersuchungen in der Ordination - darunter Blutdruckmessung, EKG, Blutbefunde und Ergometrie - kann das individuelle Risiko für einen Herzinfarkt vor dem lebensbedrohlichen Ereignis ermittelt werden, sodass rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet werden können (medikamentöse Therapie, Änderung des Lebensstils), die das Herz bzw. die Herzkranzgefäße wieder entlasten.

Nach einem Herzinfarkt wird die Leistung des Herzens mithilfe von EKG, Blutbefunden, Ergometrie und Echokardiographie regelmäßig überprüft. Diese Untersuchungen zeigen, ob das Herz unter Belastung mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird und geben Aufschluss über die Pumpleistung des Herzens. Neuerliche Veränderungen können so frühzeitig erkannt bzw. verhindert werden.

Wann bestimmte Aktivitäten nach einem Herzinfarkt wieder möglich sind, ist von Patient zu Patient verschieden und wird ausführlich in der Ordination besprochen. Wichtig ist, dass Risikofaktoren beseitigt werden, dass Sie Streß vermeiden und Ihr Herz dauerhaft entlasten - ein an Ihre Bedürfnisse angepasster Therapieplan verfolgt nicht nur das Ziel, dass sich das Herz möglichst schnell vom Infarkt erholt, sondern auch, dass die Lebensqualität nach dem Herzinfarkt rasch wiederhergestellt wird.

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