Akupunktur
Was ist Akupunktur?
Akupunktur ist eine der faszinierendsten Heilweisen, die der menschliche Erfindungsgeist hervorgebracht hat. Wir verstehen darunter die Reizung bestimmter Punkte des Körpers mit Hilfe von Nadeln.
Akupunktur ist Teil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und seit mehr als 2000 Jahren eine bewährte medizinische Heilweise. In der TCM wird außer Akupunktur auch die Moxibustion (Wärmeanwendung), Gymnastik, Massage, Diätetik und vor allem die Phytotherapie angewandt.
Die TCM teilt das gesamte Universum dualistisch in das Gegensatzbare auf, in Yin und Yang, wobei Yin für dunkel, Mond, unten, innen, weiblich, Ruhe und Statik steht, Yang dagegen für Helle, Sonne, oben, außen, männlich, Aktivität und Dynamik. Nach der Lehre der TCM ist die Ursache aller Krankheiten der gestörte Fluss der Lebensenergie und Ziel der Behandlung ist eine Harmonisierung.
Bei der Akupunktur werden sterile Einwegnadeln in bestimmte Punkte des Körpers, wie auch im Ohr, gestochen, um eine Stimulation entlang der Energiebahnen und Meridiane zu erreichen. Es gibt ca. 360 klassisch definierte Akupunktur-Punkte, von denen alle eine genau definierte Wirkung haben. In den Meridianen, so die zugrunde liegende Vorstellung, zirkuliert das Qi. Bei einer Blockierung dieser freien Zirkulation ergeben sich im Folge Erkrankungen, oder Vorstufen davon, wie Leistungsknick, Abgeschlagenheit oder Verstimmung und Reizbarkeit. Akupunktur regt das Qi wieder zum Fließen an, so dass sich durch Blockaden entstandene Symptome wieder auflösen.
Wie wirkt die Akupunktur?
– als Stich am Ort der Punktion, dadurch muskelentspannend und relaxierend
– fortgeleitet über die Nerven durch die Freisetzung von Überträgerstoffen, die wirksam die Weiterleitung von Schmerzimpulsen auf der Ebene des Rückenmarks modulieren
– fortgeleitet über aufsteigende Nervenbahnen
– reflektorisch
– über Freisetzung von Neurotransmittern, stimulierend und modulierend auf das gesamte Immunsystem
Akupunktur und Wissenschaft
Die Akupunktur ist heute in Expertenkreisen eine anerkannte Heilmethode, an deren Wirkung bei ausgewählten Krankheitsbildern niemand mehr zweifelt. Eine internationale Expertengruppe der Weltgesundheitsbehörde (WHO) hat 1979 eine Liste mit mehr als 40 Krankheiten zusammengestellt, bei denen die Akupunktur empfohlen wird.
Typische Anwendungsgebiete
– Erkrankungen des Bewegungsapparates: Rückenschmerzen, Wirbelsäulenprobleme, rheumatoide Arthritis, Arthrosen, Gelenkbeschwerden, Tennisarm
– Kopfschmerzen und Migräne, Gesichtsschmerzen und Trigeminusneuralgie
– Atemwegsinfektionen, Asthma und Heuschnupfen
– chron. Schmerzsyndrome, psychosomatische Schmerzen
– Magen- und Darmbeschwerden
– Menstruationsprobleme, sexuelle Dysfunktion, Fruchtbarkeitsstörung
– dermatologische Erkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis-Akne
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– neurologische und psychosomatische Erkrankungen (Tinnitus, Lähmungen, Neuralgien, Polyneuropathie, Depressionen, Ängste, Konzentrationsstörungen)
Vorteile der Akupunktur
Die Akupunktur ist mit Ausnahme des kleinen Hautstiches eine praktisch nebenwirkungsfreie Behandlungsart, im Gegensatz zu den meisten westlichen Therapieformen.
Behandlungsdauer und Kosten
Eine Akupunktursitzung dauert in der Regel zwischen 20 und 30 Min., die Anzahl der Sitzungen ist abhängig vom Krankheitsbild und vom Verlauf (in der Regel 10 – 15 Sitzungen)
Die Behandlungskosten für Akupunktur werden von den Kostenträgern überwiegend nicht übernommen.
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