Nabelhernie

Nabelhernie   - Univ.-Prof.Dr.  René H. Fortelny, FEBS-AWS - Allgemeinchirurg Wien 1190
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Eine Nabelhernie, auch Nabelbruch genannt, entsteht, wenn sich im Bereich des Bauchnabels eine Schwachstelle in der Bauchdecke bildet. Durch diese Lücke können sich Fettgewebe oder – seltener – Darmanteile nach außen vorwölben. Sichtbar wird dies meist als kleine bis größere Beule am Bauchnabel.

Wie macht sich eine Nabelhernie bemerkbar?

  • sicht- oder tastbare Vorwölbung am Nabel
  • die Beule wird oft beim Stehen, Husten oder Pressen größer
  • im Liegen lässt sie sich häufig zurückdrücken
  • Druckgefühl oder Schmerzen, besonders bei Belastung

Manche Nabelhernien verursachen zunächst keine Beschwerden und werden zufällig entdeckt.

Wie entsteht eine Nabelhernie?

Eine Nabelhernie kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln. Häufige begünstigende Faktoren sind:

  • erhöhte Belastung der Bauchdecke (z. B. starkes Pressen, schweres Heben)
  • Schwangerschaft
  • Übergewicht
  • Bindegewebsschwäche

Ist eine Nabelhernie gefährlich?

Viele Nabelhernien sind zunächst harmlos. In seltenen Fällen kann es jedoch passieren, dass eingeklemmtes Gewebe nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Dann treten plötzlich starke Schmerzen, Rötung, Übelkeit oder Erbrechen auf. Dies ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden.

Wie wird eine Nabelhernie operativ behandelt? (Operative Technik)

Die Operation einer Nabelhernie hat das Ziel, die Lücke in der Bauchdecke sicher zu verschließen und die Bauchwand dauerhaft zu stabilisieren. Welches Verfahren gewählt wird, hängt unter anderem von der Größe der Hernie, Ihren Beschwerden und individuellen Faktoren ab.

Offene Operation:
Dabei wird ein kleiner Schnitt am oder unterhalb des Bauchnabels gesetzt. Das vorgewölbte Gewebe wird zurück in den Bauchraum verlagert und die Schwachstelle verschlossen.

  • Bei kleinen Nabelhernien reicht oft eine Naht der Bauchdecke.
  • Bei größeren Hernien wird zusätzlich ein Kunststoffnetz eingesetzt, um die Bauchwand langfristig zu verstärken.

Minimalinvasive (Schlüsselloch-)Operation:
Hier erfolgt der Eingriff über einen oder mehrere sehr kleine Schnitte. Eine Kamera und feine Instrumente ermöglichen die Reparatur von innen. Das Netz wird präzise an der Bauchwand fixiert.

Vorteile:

  • kleinere Narben
  • weniger Schmerzen
  • schnellere Erholung

Robotisch-assistierte Operation:
In ausgewählten Fällen kann die Operation mit Unterstützung des Da Vinci erfolgen. Die Chirurgin oder der Chirurg steuert dabei hochbewegliche Instrumente über eine Konsole. Dies erlaubt besonders präzises Arbeiten, vor allem bei komplexeren Hernien oder Voroperationen.

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