{"id":976,"date":"2021-08-12T13:15:35","date_gmt":"2021-08-12T13:15:35","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/was-tun-bei-einer-blasenentzuendung\/"},"modified":"2023-02-17T09:07:50","modified_gmt":"2023-02-17T08:07:50","slug":"was-tun-bei-einer-blasenentzuendung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/was-tun-bei-einer-blasenentzuendung\/","title":{"rendered":"Was tun bei einer Blasenentz\u00fcndung?"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Aufbau und Funktion des Harnsystems<\/strong><\/h2>\n<p>Unser Harnsystem besteht aus vier Abschnitten:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Nieren <\/strong>(<em>Nephros<\/em>): Die beiden Nieren erf\u00fcllen im K\u00f6rper wichtige Aufgaben &#8211; neben der Ausscheidung von Giftstoffen sind die Nieren f\u00fcr die Filtration des Bluts und die Regulation des pH-Werts sowie des Wasser- und Elektrolytenhaushaltes verantwortlich. Au\u00dferdem produzieren die Nieren lebenswichtige Hormone. Pro Minute werden von den Nieren etwa 1,2 Liter Blut und pro Tag etwa 170 Liter Prim\u00e4rharn gefiltert, wovon allerdings nur ein bis zwei Liter den K\u00f6rper als Endharn (Urin) verlassen. Der produzierte Urin wird im Nierenbecken, einem Teil der Nieren, gesammelt und flie\u00dft \u00fcber den Harnleiter in die Harnblase ab.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Harnleiter <\/strong>(<em>Ureter<\/em>): Die beiden aus feinen Muskeln bestehenden Harnleiter verbinden die Nieren mit der Harnblase und sind etwa 30 bis 35 Zentimeter lang.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Harnblase<\/strong> (<em>Versica urinaria<\/em>): Die Harnblase befindet sich im Becken und ist im leeren Zustand ein muskul\u00f6ser Sack. Mit zunehmender F\u00fcllung nimmt sie eine kugelf\u00f6rmige Form an. Das maximale Fassungsverm\u00f6gen ist von der individuellen Anatomie abh\u00e4ngig und betr\u00e4gt in etwa 900 bis 1500 Milliliter. Zu den Aufgaben der Harnblase z\u00e4hlen die Speicherung und Entleerung des Harns. Ist die Harnblase mit etwa 250 Milliliter Harn gef\u00fcllt kommt es zum <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/inkontinenz-diagnose-und-behandlung-1826\">Harndrang<\/a>, der bei den meisten Menschen ab einem Fassungsverm\u00f6gen von 300 bis 500 Milliliter unangenehm wird. Bei Frauen schlie\u00dft die Harnblase im hinteren Bereich des Beckens an die Geb\u00e4rmutter und bei M\u00e4nnern an den Enddarm an. Der Ausgang der Harnblase wird als Harnr\u00f6hre bezeichnet.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Harnr\u00f6hre <\/strong>(<em>Urethra<\/em>): Die Harnr\u00f6hre leitet den aus der Blase kommenden Urin schlie\u00dflich ab. Bei Frauen ist die Harnr\u00f6hre zwischen 2,5 und vier Zentimetern lang.<\/li>\n<li>&nbsp;Bei M\u00e4nnern zieht sich die Harnr\u00f6hre durch den ganzen Penis und ist bis zu 25 Zentimeter lang.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Was ist eine Blasenentz\u00fcndung?<\/strong><\/h2>\n<p>Eine Blasenentz\u00fcndung (Zystitis) betrifft das Gewebe der ableitenden Harnwege. Im Regelfall sind die unteren Harnwege betroffen. Je nachdem welcher Abschnitt des Harnsystems entz\u00fcndet ist, spricht man entweder von einer Harnr\u00f6hrenentz\u00fcndung (Urethritis) oder von einer Blasenentz\u00fcndung (Zystitis).<\/p>\n<p>Frauen sind von beiden Entz\u00fcndungen viel h\u00e4ufiger betroffen als M\u00e4nner. Grund daf\u00fcr ist mitunter die Anatomie des weiblichen Harnsystems: Die Harnr\u00f6hre der Frau ist im Vergleich zur Harnr\u00f6hre des Mannes wesentlich k\u00fcrzer, weswegen entz\u00fcndungsverursachende Keime leichter den Weg zur Blase finden. Au\u00dferdem m\u00fcndet die Harnr\u00f6hre der Frau n\u00e4her am Anus als die Harnr\u00f6hre des Mannes.<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzungen zufolge sind rund 50 bis 70 Prozent aller Frauen mindestens einmal im Leben von einer Blasenentz\u00fcndung betroffen.<\/p>\n<h2><strong>Ursachen und beg\u00fcnstigende Faktoren einer Blasenentz\u00fcndung<\/strong><\/h2>\n<p>In den meisten F\u00e4llen ist die Ursache einer akuten Blasenentz\u00fcndung eine bakterielle Infektion bei welcher Bakterien aus dem Darm \u00fcber den Anus in die Harnr\u00f6hre gelangen. Am h\u00e4ufigsten liegt eine Entz\u00fcndung mit dem Bakterium <em>Escherichia coli<\/em> vor, des Weiteren k\u00f6nnen auch Bakterien wie <em>Staphylococcus saprophyticus<\/em>, <em>Proteus mirabilis<\/em> und <em>Klebsiellen<\/em> eine Blasenentz\u00fcndung verursachen. Diese und andere Keime sind nat\u00fcrlicher Bestandteil vom Darm und verursachen dort keine Krankheiten. Gelangen die Bakterien jedoch ins Harnsystem, k\u00f6nnen sie sich stark vermehren und akute bzw. chronische Infekte verursachen.<\/p>\n<p>In seltenen F\u00e4llen k\u00f6nnen auch bestimmte Viren und Pilze f\u00fcr eine Blasenentz\u00fcndung verantwortlich sein.<\/p>\n<p>Zudem gibt es einige Faktoren, die eine Blasenentz\u00fcndung bei Frauen beg\u00fcnstigen k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>Zu diesen z\u00e4hlen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Weibliche Anatomie: Frauen besitzen eine k\u00fcrzere Harnr\u00f6hre als M\u00e4nner. Dadurch k\u00f6nnen die Bakterien wesentlich schneller zur Harnblase vordringen. Auch die N\u00e4he zum Anus ist ein beg\u00fcnstigender Faktor.<\/li>\n<li>\u00dcbertriebene Intimhygiene: Durch den h\u00e4ufigen Gebrauch stark parf\u00fcmierter Kosmetika kann die nat\u00fcrliche Bakterienflora aus dem Gleichgewicht geraten.<\/li>\n<li>Falsch durchgef\u00fchrte Intimhygiene: Das Abtrocknen sollte von der Vagina in Richtung Anus erfolgen. Erfolgt die Abtrocknung in die entgegengesetzte Richtung, werden Bakterien vom Darm zur Scheide und zur Harnr\u00f6hre \u00fcbertragen.<\/li>\n<li>H\u00e4ufiger Geschlechtsverkehr<\/li>\n<li>Hormonelle Ver\u00e4nderungen w\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/staging.docfinder.farm\/ratgeber\/article\/wechseljahre\/\">Menopause<\/a>: Durch den verminderten \u00d6strogenspiegel kann es zu Ver\u00e4nderungen des nat\u00fcrlichen Scheidenmilieus kommen, was wiederum die Entstehung eines Harnweginfekts beg\u00fcnstigt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Blasenentz\u00fcndungen bei M\u00e4nnern vor dem 60. Lebensjahr sind selten. Nach dem 60. Lebensjahr sind allerdings viele M\u00e4nner von einer vergr\u00f6\u00dferten Prostata (<a href=\"https:\/\/staging.docfinder.farm\/ratgeber\/article\/prostatitis-prostataentzuendung\/\">Prostata-Hyperplasie<\/a>) betroffen &#8211; durch Prostata-Hyperplasie wird die Entleerung der Harnblase erschwert, in weiterer Folge bleibt nach der Blasenentleerung h\u00e4ufig ein Restharn zur\u00fcck, was wiederum die Entstehung einer Entz\u00fcndung beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>Weitere Risikofaktoren sind u.a. anatomische Fehlbildungen, das Tragen eines Blasenkatheters \u00fcber mehrere Tage, Eingriffe wie eine Blasensp\u00fclung oder eine Blasenspiegelung, Stoffwechselerkrankungen wie <a href=\"https:\/\/staging.docfinder.farm\/ratgeber\/article\/diabetes\/\">Diabetes mellitus<\/a> und <a href=\"https:\/\/staging.docfinder.farm\/ratgeber\/article\/nierenschmerzen\/\">Harnsteine<\/a>.<\/p>\n<h2><strong>Beschwerden bei&nbsp;einer Blasenentz\u00fcndung<\/strong><\/h2>\n<p>Eine Blasenentz\u00fcndung macht sich bei Betroffenen durch unterschiedliche Beschwerden bemerkbar.<\/p>\n<p>Zu den h\u00e4ufigsten Anzeichen einer Blasenentz\u00fcndung z\u00e4hlt ein \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig auftretender Harndrang mit gleichzeitig deutlich reduzierter ausgeschiedener Urinmenge (Pollakisurie) &#8211; Betroffene versp\u00fcren viel \u00f6fter als sonst den Drang auf die Toilette zu gehen, scheiden dabei jedoch wesentlich weniger Urin aus als \u00fcblich und auch der Urinstrahl ist schw\u00e4cher. Das Wasserlassen wird als unangenehm empfunden und ist allgemein erschwert (Dysurie). Oft kommt es w\u00e4hrend dem Wasserlassen zu einem brennenden und juckenden Gef\u00fchl im Unterbauchbereich. Des Weiteren kann eine Blasenentz\u00fcndung mit ver\u00e4ndertem (getr\u00fcbten) Urin und Blut im Urin einhergehen (H\u00e4maturie). Erstreckt sich die Entz\u00fcndung auch auf die Vagina, kann es zu intensiv riechendem Ausfluss kommen. Sind weitere Organe von der Entz\u00fcndung betroffen (z.B. die Nieren), k\u00f6nnen Symptome wie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/fieber-senken-wann-und-wie-80\">Fieber<\/a> und allgemeines Unwohlsein hinzukommen.<\/p>\n<h3>Symptome:<\/h3>\n<ul>\n<li>Schmerzen im Unterleib<\/li>\n<li>Blasenkr\u00e4mpfe<\/li>\n<li>\u00dcberdurchschnittlich hoher Harndrang<\/li>\n<li>Reduzierte ausgeschiedene Urinmenge<\/li>\n<li>Erschwertes Wasserlassen<\/li>\n<li>Brennendes\/juckendes Gef\u00fchl beim Wasserlassen im Unterbrauchbereich<\/li>\n<li>Bei Frauen: intensiv riechender Ausfluss (wenn die Entz\u00fcndung auch die Vagina betrifft)<\/li>\n<li>Blut im Urin<\/li>\n<li>Bei schwerem Krankheitsverlauf\/bei Beteiligung anderer Organe: Fieber und allgemeines Unwohlsein\/allgemeines Krankheitsgef\u00fchl<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Diagnose einer Blasenentz\u00fcndung beim Arzt<\/strong><\/h2>\n<p>Das Arzt-Patienten-Gespr\u00e4ch, bei welchem der Patient seine Krankengeschichte und seine Beschwerden schildert, liefert dem Arzt meistens die ersten wichtigen Hinweise auf die Blasenentz\u00fcndung.<\/p>\n<p>Um eine Harnwegsinfektion sicher diagnostizieren zu k\u00f6nnen, wird nach dem Gespr\u00e4ch eine Harnuntersuchung mithilfe spezieller Teststreifen oder\/und eine Laboranalyse des Urins durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die Laboranalyse sollte der Patient den morgendlichen Mittelstrahl-Urin abgeben. Hierf\u00fcr muss der erste Harnstrahl normal ausgelassen werden, anschlie\u00dfend wird der zweite Harnstrahl im Probebecher gesammelt. Die Laboranalyse gibt nicht nur Aufschluss dar\u00fcber, ob eine Harnwegsinfektion vorliegt &#8211; im Fall eines positiven Befunds kann mithilfe der Laboruntersuchung auch der (bakterielle) Erreger genau bestimmt werden.<\/p>\n<p>Um andere Erkrankungen, die f\u00fcr die jeweiligen Beschwerden verantwortlich sein k\u00f6nnten, ausschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen, werden bei manchen Patienten noch andere Untersuchungen durchgef\u00fchrt, darunter eine Blutuntersuchung, ein Kontrastmittelr\u00f6ntgen und\/oder ein Ultraschall. Letzteres erm\u00f6glicht die Diagnose bzw. den Ausschluss von anderen unteren Harnwegsinfekten und einer Entz\u00fcndung des Nierenbeckens. Frauen wird zudem in einigen F\u00e4llen eine gyn\u00e4kologische Untersuchung empfohlen.<\/p>\n<p>Neben Untersuchungen wie einer Laboranalyse des Urins, Ultraschall und einer Blasenspiegelung werden bei manchen Patienten mit wiederkehrender Blasenentz\u00fcndung noch weitere Untersuchungen wie eine Blasendruckmessung oder eine Harnflussmessung veranlasst.<\/p>\n<h2><strong>Behandlung einer Blasenentz\u00fcndung<\/strong><\/h2>\n<p>Um der Entwicklung von Antibiotikaresistenzen vorzubeugen wird heute zur Therapie einer unkomplizierten Blasenentz\u00fcndung meist nicht mehr Antibiotika eingesetzt. Normalerweise heilt die Erkrankung mit Massnahmen wie viel Trinken (Wasser, Blasentee, 2-3l t\u00e4glich) und entz\u00fcndungshemmenden Medikamenten innerhalb von einigen Tagen von selbst ab.<br \/>\nEine Behandlung mit Antibiotika kommt nur bei komplizierten Verl\u00e4ufen oder wiederkehrenden Blasenentz\u00fcndungen zum Einsatz. Es ist aber wichtig, bereits bei ersten Anzeichen einer Blasenentz\u00fcndung schnell zu handeln, damit es erst gar nicht zu weiteren Komplikationen kommen kann. Werden Antibiotika eingesetzt, orientieren sich diese u.a. daran, ob es sich um die erste oder um eine wiederkehrende Blasenentz\u00fcndung handelt sowie am entz\u00fcndungsverursachenden Erreger.<\/p>\n<p>Tritt eine Blasenentz\u00fcndung mehr als zweimal j\u00e4hrlich auf, ist von einer wiederkehrenden bzw. chronischen Blasenentz\u00fcndung die Rede. Die Ursachen und Symptome einer chronischen Blasenentz\u00fcndung \u00e4hneln jenen einer akuten unkomplizierten Blasenentz\u00fcndung. Um eine m\u00f6gliche Antibiotikaresistenz zu bestimmen\/auszuschlie\u00dfen, wird vom Arzt das Anlegen einer Bakterienkultur mit entsprechendem Resistenztest veranlasst. Stellt sich die laufende Antibiotikatherapie als unwirksam heraus, erh\u00e4lt der Patient zur weiteren Behandlung ein neues Antibiotikum.<\/p>\n<p>Neben Antibiotika stehen zur Vorbeugung und Behandlung von Harnwegserkrankungen auch&nbsp;Medizinprodukte zur Verf\u00fcgung, die sich nat\u00fcrlicher Inhaltsstoffe bedienen.<\/p>\n<p><strong>Nat\u00fcrliche Medizinprodukte<\/strong><br \/>\nNat\u00fcrliche Medizinprodukte zur Anwendung bei Blasenentz\u00fcndungen kombinieren etwa pflanzliche Inhaltsstoffe&nbsp;wie Hibiskus und Propolis zusammen mit Substanzen, die einen Biofilm bilden. Dieser soll die Oberfl\u00e4che der Darmschleimhaut auskleiden und auf diese Weise das Anhaften und Wachstum der Krankheitserreger, die sonst aus dem Darm durch die Harnr\u00f6hre in die Blase gelangen k\u00f6nnten, verhindern. Propolis und Hibiskus&nbsp;sollen zudem&nbsp;den pH-Wert senken: dies wirkt einem weiteren Bakterienwachstum in der Blase entgegen.<\/p>\n<p>Weitere Medizinprodukte die speziell zur di\u00e4tischen Behandlung von akuten und wiederkehrenden Harnwegsinfekten entwickelt wurden, wirken aufgrund&nbsp;der Wirkstoffkombination aus D-Mannose und Cranberry der Ausbreitung von Krankheitserregern entgegen und verhindern ebenfalls, dass sich die Bakterien an der Schleimhaut der Harnwege anhaften k\u00f6nnen. Eine Beimischung von Vitamin C und Vitamin D3 unterst\u00fctzt&nbsp;zudem&nbsp;das Immunsystem und sch\u00fctzt die K\u00f6rperzellen vor oxidativem Stress.<\/p>\n<p>Erh\u00e4ltlich sind auch Medizinprodukte basierend auf dem Wirkstoffgemisch von Goldrutenkraut und Birkenbl\u00e4ttern. Blasen- und Nierentees haben eine entz\u00fcndungshemmende und durchsp\u00fclende Wirkung und k\u00f6nnen auch erg\u00e4nzend zu einer Antibiotikatherapie getrunken werden.<\/p>\n<p>Eingesetzt werden auch Pr\u00e4parate aus B\u00e4rentraubenbl\u00e4tterextrakten, Goldrute, Brunnenkresse, Meerrettich und anderen Heilstoffen aus der Natur, die in der Naturheilpraxis schon l\u00e4nger zur Behandlung von bakteriellen und entz\u00fcndlichen Harnwegsinfekten verwendet werden.<\/p>\n<p>Praktische Belege zur Wirkung von&nbsp;Birkenbl\u00e4ttern, Cranberry&nbsp;und anderen pflanzlichen Inhaltsstoffen zur Behandlung und Vorbeugung von Harnwegsinfekten sind jedoch nicht immer vorhanden. Auch konnte die Wirkungsweise im Rahmen klinischer Studien nicht immer eindeutig nachgewiesen werden. Bei offenen Fragen sollte die Einnahme und Dosierung dieser Pr\u00e4parate erst nach Absprache mit einem Arzt oder Apotheker erfolgen.<\/p>\n<h2><strong>Verlauf\/Prognose einer Blasenentz\u00fcndung<\/strong><\/h2>\n<p>Meistens verl\u00e4uft eine Blasenentz\u00fcndung ohne gr\u00f6\u00dfere Komplikationen und die Entz\u00fcndung klingt f\u00fcr gew\u00f6hnlich nach wenigen Tagen wieder ab.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6gliche Komplikationen<\/strong><\/p>\n<p>Bleibt die Blasenentz\u00fcndung unbehandelt, kann es passieren, dass sich die Krankheitserreger weiter im Harnsystem ausbreiten und von der Blase \u00fcber die Harnleiter in die Nierenbecken gelangen, wo sie eine <a href=\"http:\/https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/nierenschmerzen-4956\">Nierenbeckenentz\u00fcndung<\/a> verursachen (<em>Pyelonephritis<\/em>).<\/p>\n<p>Die Nierenfunktion wird durch die Entz\u00fcndung meistens nicht weiter beeintr\u00e4chtigt. Die Symptomatik einer Pyelonephritis ist jedoch wesentlich schlimmer als bei einer alleinigen Blasenentz\u00fcndung und umfasst zus\u00e4tzlich zu den Beschwerden eines Harnwegsinfekts witere Symptome wie z. B. Sch\u00fcttelfrost, Flankenschmerzen (Schmerzen im Bereich der Nieren) und \u00dcbelkeit.<\/p>\n<p>Gelangen die Krankheitserreger vom Nierengewebe in die Blutbahn, kann es zu einer lebensbedrohlichen Urosepsis kommen.<\/p>\n<p>Bei M\u00e4nnern k\u00f6nnen sich die Keime \u00fcber den Samenleiter bis hin zu den Nebenhoden ausbreiten (Nebenhodenentz\u00fcndung) und in weiterer Folge Schwellungen und starke Schmerzen verursachen.<\/p>\n<p>Damit es nicht zu diesen oder anderen Komplikationen kommt, sollten m\u00f6gliche Anzeichen die auf eine Blasenentz\u00fcndung hindeuten \u00e4rztlich abgekl\u00e4rt werden, um gegebenenfalls rasch mit einer passenden Therapie beginnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2><strong>Blasenentz\u00fcndung &#8211; Diese Hausmittel k\u00f6nnen helfen<\/strong><\/h2>\n<p>Obwohl sich einige Hausmittel bei der Behandlung einer Blasenentz\u00fcndung gut bew\u00e4hrt haben, sind Hausmittel nicht immer ein Ersatz f\u00fcr den Besuch beim Arzt bzw. f\u00fcr eine Antibiotika-Therapie. Erg\u00e4nzend eingesetzt werden k\u00f6nnen aber folgende Hausmittel:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wasser und unges\u00fc\u00dfte Tees<\/strong>: Viel trinken (mindestens zwei Liter pro Tag) bewirkt, dass die Krankheitserreger schneller aus dem K\u00f6rper bef\u00f6rdert werden. Auf s\u00fc\u00dfe Getr\u00e4nke wie Fruchts\u00e4fte sollte jedoch verzichtet werden, da erh\u00f6hte Zuckerwerte die Bakterienvermehrung f\u00f6rdern.<\/li>\n<li><strong>Spezielles Blasentees aus der Apotheke<\/strong> enthalten harntreibend wirkende pflanzliche Wirkstoffe (Brennnessel,&nbsp; Wacholder, Goldrutenkraut etc.).<\/li>\n<li><strong>Cranberrysaft<\/strong>: Cranberries enthalten den Wirkstoff Proanthocyanidin. Proanthocyanidin bewirkt, dass sich Bakterien weniger gut an den Harnwegen anhaften k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>W\u00e4rme<\/strong>: W\u00e4rme (W\u00e4rmeumschl\u00e4ge, W\u00e4rmeflasche) entspannt die bei einer Blasenentz\u00fcndung h\u00e4ufig verkrampfte Muskulatur.<strong>&nbsp;<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>So k\u00f6nnen Sie einer Blasenentz\u00fcndung vorbeugen<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Richtiges Ma\u00df an <a title=\"Hygiene im Alltag\" href=\"\/ratgeber\/hygiene-im-alltag-1963\">Hygiene<\/a><\/strong>: Ein &#8220;Zuviel&#8221; an Hygiene kann bewirken, dass sich die nat\u00fcrliche Bakterienflora ver\u00e4ndert. Intimhygiene mit Wasser und pH-neutralen Kosmetika f\u00f6rdert das nat\u00fcrliche pH-Milieu. Das Abtrocknen nach dem Toilettengang sollte von der Vagina in Richtung des Anus erfolgen.<\/li>\n<li><strong>Regelm\u00e4\u00dfige und vollst\u00e4ndige Blasenentleerung<\/strong>: Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Blase regelm\u00e4\u00dfig und vollst\u00e4ndig entleeren. Bei Frauen kann der Toilettengang nach dem Geschlechtsverkehr helfen m\u00f6gliche Erreger wegzusp\u00fclen.<\/li>\n<li><strong>Vermeiden Sie kalte F\u00fc\u00dfe und nasse Kleidung<\/strong>:Ist der K\u00f6rper unterk\u00fchlt, k\u00f6nnen sich Erreger leichter ausbreiten. Dies gilt auch f\u00fcr das Sitzen auf kalten Steinb\u00f6den.<\/li>\n<li><strong>Verh\u00fctung<\/strong>: Diaphragmen, Spermiziden und Spiralen k\u00f6nnen die Entwicklung einer Blasenentz\u00fcndung beg\u00fcnstigen.<\/li>\n<li><strong>Alkohol, Kaffee und Zitruss\u00e4fte<\/strong> reizen die Blase und sollten bei erh\u00f6htem Infektionsrisiko und bei einer bestehenden Blasenentz\u00fcndung weitgehend gemieden werden.<\/li>\n<li><strong>Antibiotika: <\/strong>Antibiotika sollten so wie vom Arzt verordnet eingenommen werden. Dies betrifft die Dosis und die Dauer der Therapie. Ein fr\u00fchzeitiger Abbruch der Therapie kann zu einem R\u00fcckfall (Rezidiv) f\u00fchren.<\/li>\n<li><strong>Pflanzliche Arzneimittel:<\/strong> Auf nat\u00fcrlichen Inhaltsstoffen basierende Medizinprodukte wie z.B. Kapseln, die den Kontakt der Darmschleimhaut mit dem Krankheitserreger unterbinden sollten, ebenfalls erst nach Absprache mit einem Arzt und so wie von diesem verordnet eingenommen werden.<\/li>\n<li><strong>W\u00e4hlen Sie lockere Slips<\/strong> aus Baumwolle und tragen Sie nur gelegentlich Slipeinlagen, da diese f\u00fcr feuchtes Klima sorgen, was speziell von Bakterien gesch\u00e4tzt wird.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2459,2430,2457,2455],"tags":[2462,190],"class_list":["post-976","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-frauenheilkunde","category-infektiologie","category-krankheit","category-urologie","tag-krankheit","tag-urologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/976","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/976\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9680,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/976\/revisions\/9680"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/977"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=976"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=976"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=976"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}