{"id":9247,"date":"2022-12-20T11:16:29","date_gmt":"2022-12-20T10:16:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=9247"},"modified":"2023-01-26T11:38:11","modified_gmt":"2023-01-26T10:38:11","slug":"depressionen-bei-maennern","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depressionen-bei-maennern\/","title":{"rendered":"Depressionen bei M\u00e4nnern"},"content":{"rendered":"\n<p id=\"h-die-depression-aussert-sich-bei-mannern-anders-als-bei-frauen-betroffene-manner-zeigen-oft-depressionsuntypische-symptome-und-haben-auch-ein-hoheres-suizidrisiko-gleichzeitig-wird-die-erkrankung-bei-ihnen-haufig-nicht-als-solche-wahrgenommen-eine-fruhzeitige-therapie-bei-einem-facharzt-ist-aber-von-entscheidender-bedeutung-fur-den-krankheitsverlauf-und-die-heilung\">Die <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\">Depression<\/a> \u00e4u\u00dfert sich bei M\u00e4nnern anders als bei Frauen: Betroffene M\u00e4nner zeigen oft depressionsuntypische Symptome und haben ein h\u00f6heres Suizidrisiko. Gleichzeitig wird die Erkrankung bei ihnen h\u00e4ufig nicht als solche wahrgenommen. Eine fr\u00fchzeitige Therapie bei einem Facharzt ist aber von entscheidender Bedeutung f\u00fcr den Krankheitsverlauf und die Heilung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-unterscheidet-sich-die-depression-bei-mannern-von-der-bei-frauen\"><strong>Wie unterscheidet sich die Depression bei M\u00e4nnern von der bei Frauen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Dass es gro\u00dfe Unterschiede in der Gesundheit von Mann und Frau gibt, ist heute dank der Genderforschung weitgehend bekannt. Weniger bekannt sind die Details, und das gilt besonders f\u00fcr die Unterschiede zwischen den Geschlechtern was psychische Gesundheit und im Speziellen die Depression betrifft. Lange Zeit nahm man an, dass Frauen weitaus h\u00e4ufiger von Depression betroffen sind als M\u00e4nner, und erst in den letzten Jahren konnten wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass dem nicht so ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Heute geht man davon aus, dass der Mann ebenso h\u00e4ufig wie die Frau an einer Depression erkranken kann, doch zeigen die m\u00e4nnlichen Patienten andere Symptome, die in den klassischen Diagnosekriterien teilweise noch nicht erfasst sind. So sind etwa Symptome wie Gereiztheit, Aggressivit\u00e4t und \u00c4rgeranf\u00e4lle typisch f\u00fcr die m\u00e4nnliche Depression, w\u00e4hrend die klassischen Depressionsbegleiterscheinungen wie Antriebsmangel, Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit bei ihnen zwar auch vorhanden sind, aber von den anderen Symptomen \u00fcberlagert werden und erst sp\u00e4t im Verlauf der Erkrankung sichtbar werden. Das wiederum erkl\u00e4rt, warum die Depression beim Mann so h\u00e4ufig unterdiagnostiziert ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Grund daf\u00fcr liegt darin, dass M\u00e4nner auch ein anderes Gesundheitsverhalten haben als Frauen. Sie suchen weitaus seltener von sich aus Hilfe, neigen dazu, die Erkrankung zu verdr\u00e4ngen und f\u00fchren depressive Symptome oft auf Stress und berufliche Belastungen zur\u00fcck, ohne daran zu denken, dass es sich um psychische Probleme bzw. eine depressive Erkrankung handeln k\u00f6nnte. Auch \u00c4rzte k\u00f6nnen daher h\u00e4ufig nicht erkennen, dass ein Mann an einer Depression leidet, und: Sie werden von M\u00e4nnern oft erst dann konsultiert, wenn es zu k\u00f6rperlichen Beschwerden wie Ersch\u00f6pfung, Schlaflosigkeit oder einem Burnout-Gef\u00fchl kommt. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was die m\u00e4nnliche Depression noch h\u00e4ufig kennzeichnet sind begleitende Suchterkrankungen und die Neigung zum Suizid mit aggressiven Methoden. So ist die Suizidrate bei M\u00e4nnern etwa dreimal h\u00f6her als bei Frauen, obwohl Frauen h\u00e4ufiger den Versuch machen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was die Behandlung der Depression beim Mann betrifft, so gilt leider, dass sie h\u00e4ufig versuchen, sich mit Alkohol und leistungssteigernden Medikamenten selbst zu behandeln, was in der Regel nur tiefer in die Depression hineinf\u00fchrt. Dabei k\u00f6nnte aber eine professionelle Therapie auch ihnen gut helfen: Depressionen sind heute effizient mit Antidepressiva und Psychotherapie behandelbar.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-mannliche-depression-welche-ursachen\"><strong>M\u00e4nnliche Depression: Welche Ursachen? &nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Ursachen einer Depression sind immer individuell, und es gibt zahlreiche Faktoren, die an der Entstehung der Erkrankung beteiligt sind. Gem\u00e4\u00df dem bio-psycho-sozialen Erkl\u00e4rungsmodell gibt es zum einen genetisch-biologische Risikofaktoren, zum anderen psychische und soziale. Zu den psychosozialen Risikofaktoren, die bei M\u00e4nnern eine Depression oder Angst ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, z\u00e4hlen unter anderem:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>k\u00f6rperliche Erkrankungen&nbsp;<\/li><li>Beziehungsprobleme<\/li><li>berufliche Probleme und Stress<\/li><li>Einsamkeit oder das Gef\u00fchl, ausgeschlossen zu sein<\/li><li>signifikante Ver\u00e4nderungen im Leben (z.B. Scheidung)<\/li><li>Schwangerschaft der Partnerin und Geburt eines Kindes<\/li><li>Drogen- und Alkoholkonsum<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Zudem gibt es unter M\u00e4nnern besonders gef\u00e4hrdete Gruppen. Dazu z\u00e4hlen etwa junge M\u00e4nner zwischen 16 und 24 Jahren, M\u00e4nner, die ihre erste Zeit der Vaterschaft und dabei problematische Umst\u00e4nde erleben, oder \u00e4ltere M\u00e4nner, die zum Beispiel von schweren k\u00f6rperlichen Krankheiten betroffen sind, unter Nebenwirkungen von Medikamenten leiden, Verluste und Einsamkeit erleben oder wesentliche Ver\u00e4nderungen wie etwa eine \u00dcbersiedlung in eine Pflegeeinrichtung in Kauf nehmen m\u00fcssen. Auch M\u00e4nner, die schwierige Arbeitsbedingungen haben oder arbeitslos sind, haben ein erh\u00f6htes Risiko, eine Depression zu entwickeln. Das selbe gilt f\u00fcr M\u00e4nner, die unerwartete Einkommensverluste hinnehmen m\u00fcssen und daher unter Zukunfts\u00e4ngsten leiden, und nicht zuletzt sind auch Alkohol- und Drogenkonsum einerseits oft mitbeteiligt an der Entstehung einer Depression oder k\u00f6nnen die Folge einer Depression sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-mannliche-depression-welche-symptome\"><strong>M\u00e4nnliche Depression \u2013 welche Symptome? &nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich sind Depressionen psychische St\u00f6rungen, die nicht durch ein einzelnes Symptom, sondern durch eine Vielzahl von Beschwerden \u2013 der depressiven Symptomatik &#8211; gekennzeichnet sind. Dazu z\u00e4hlen eine deutlich gedr\u00fcckte Stimmung, Interesselosigkeit und Antriebsmangel \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum. Daneben leiden die Patienten h\u00e4ufig unter verschiedensten k\u00f6rperlichen Beschwerden, und Betroffene sind durch ihre Erkrankung meist in ihrer ganzen Lebensf\u00fchrung beeintr\u00e4chtigt, haben Schwierigkeiten, Alltagsaufgaben zu meistern, leiden unter starken Selbstzweifeln, Konzentrationsst\u00f6rungen und gr\u00fcbeln viel. Damit verbunden ist ein hoher Leidensdruck.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was depressive St\u00f6rungen bei M\u00e4nnern betrifft, so zeigen neuere Studien, dass die Krankheit sich bei ihnen h\u00e4ufig hinter depressionsuntypischem Verhalten wie gesteigerter Aggressivit\u00e4t, Irritabilit\u00e4t, antisozialem Verhalten oder Sucht- und Risikoverhalten verbergen kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Typische Symptome und Verhaltens\u00e4nderungen bei depressiven M\u00e4nnern sind:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Suchtverhalten (Arbeit, Sport, Alkohol, Internet, Sex,\u2026)<\/li><li>Risikoverhalten<\/li><li>sozialer R\u00fcckzug<\/li><li>Abstreiten von Traurigkeit oder psychischen Problemen<\/li><li>rigide Forderung nach Autonomie<\/li><li>Ablehnung der Hilfe von anderen<\/li><li>zunehmende H\u00e4ufigkeit von Wutausbr\u00fcchen&nbsp;<\/li><li>zunehmende Aggressivit\u00e4t<\/li><li>Feindseligkeit<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-mannliche-depression-wie-kann-sie-diagnostiziert-werden\"><strong>M\u00e4nnliche Depression: Wie kann sie diagnostiziert werden?<\/strong>&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich stehen bei der Diagnose einer Depression das Gespr\u00e4ch mit dem Patienten und die Erhebung der Krankengeschichte am Beginn. Die Symptome werden gezielt abgefragt, wobei es spezielle Frageb\u00f6gen gibt, und eine k\u00f6rperliche Untersuchung wird durchgef\u00fchrt. Zudem k\u00f6nnen Laboruntersuchungen, CT, MRT des Gehirns, Ultraschall der hirnversorgenden Gef\u00e4\u00dfe angeordnet werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig zu wissen ist auch, dass die Depression als eine typische Frauenkrankheit gilt, und dass die Erkrankung bei depressiven M\u00e4nnern seltener erkannt und behandelt wird. Die Unterdiagnostizierung wird von den Experten auf verschiedene Gr\u00fcnde zur\u00fcckgef\u00fchrt: Einerseits nehmen M\u00e4nner seltener professionelle Hilfe in Anspruch, orientieren sich oft an Normen traditioneller Maskulinit\u00e4t und typischen Abwehrstrategien und pr\u00e4sentieren h\u00e4ufig in erster Linie k\u00f6rperliche Symptome. Das Thema Depression ist f\u00fcr sie oft kein Thema. Andererseits fokussieren die Diagnosekriterien f\u00fcr Depression auf \u201etypisch weibliche Symptome\u201c, die von M\u00e4nnern seltener berichtet werden. Weiters nennen die Fachleute strukturelle Defizite im Versorgungssystem, Kommunikationsdefizite in der Arzt-Patienten-Kommunikation und die weiterhin bestehende soziale Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen als Gr\u00fcnde f\u00fcr die unzureichende Diagnostik und Behandlung der Depression bei M\u00e4nnern. Sie fordern daher eine bessere und fr\u00fchere Identifikation von depressiven M\u00e4nnern, eine m\u00e4nnersensitive Depressionsdiagnostik schon in der Prim\u00e4rversorgung, das Bem\u00fchen um eine m\u00e4nnersensitive Arzt-Patienten-Kommunikation sowie eine leitliniengerechte Behandlung insbesondere von M\u00e4nnern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-mannliche-depression-wie-wird-sie-behandelt\"><strong>M\u00e4nnliche Depression \u2013 wie wird sie behandelt?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>M\u00e4nner tendieren h\u00e4ufig dazu, eine Depression nicht als Erkrankung, sondern als Schw\u00e4che anzusehen. Das ist mit ein Grund daf\u00fcr, dass sie oft versuchen, sich selbst mit Hilfe von Alkohol, leistungssteigernden Mitteln oder auch illegalen Substanzen zu therapieren, doch dies f\u00fchrt in der Regel noch tiefer in die Depression hinein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der professionellen Behandlung werden Medikamente (verschiedene Antidepressiva) und Psychotherapie eingesetzt. H\u00e4ufig ist die Kombination beider Ans\u00e4tze erfolgreich, und bei leichteren bis mittelschweren Formen der Erkrankung kann Psychotherapie als alleinige Therapiemethode gen\u00fcgen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere zus\u00e4tzliche Behandlungsma\u00dfnahmen sind unter anderem:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ergotherapie<\/li><li>Physiotherapie<\/li><li>Lichttherapie<\/li><li>Behandlung mit Johanniskrautextrakt (leichte Depression)&nbsp;<\/li><li>ggf. Elektrokrampftherapie (schwere Depression, die auf keine andere Methode anspricht)<\/li><\/ul>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2457,2444,2413],"tags":[574,575,2364,413],"class_list":["post-9247","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-krankheit","category-psychiatrie","category-psychologie","tag-antidepressiva","tag-depression","tag-depressive-verstimmung","tag-psychologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/9247","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/9247\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9327,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/9247\/revisions\/9327"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9291"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9247"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9247"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}