{"id":8631,"date":"2022-08-01T10:25:48","date_gmt":"2022-08-01T08:25:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=8631"},"modified":"2023-01-18T16:16:39","modified_gmt":"2023-01-18T15:16:39","slug":"viele-vermeidbare-todesfaelle-durch-cholesterin","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/viele-vermeidbare-todesfaelle-durch-cholesterin\/","title":{"rendered":"Viele vermeidbare Todesf\u00e4lle durch Cholesterin"},"content":{"rendered":"\n<p>8,2 Prozent aller Todesf\u00e4lle in \u00d6sterreich w\u00e4ren vermeidbar, wenn die LDL-Cholesterinwerte erreicht werden w\u00fcrden. Das belegt eine Studie des Instituts f\u00fcr H\u00f6here Studien belegt. LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein) &#8211; das &#8220;b\u00f6se Cholesterin&#8221; &#8211; ist ein wichtiger Risikofaktor f\u00fcr atherosklerotischen kardiovaskul\u00e4ren Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. J\u00e4hrlich sterben rund 30.000 Menschen daran. Damit sind sie Todesursache Nummer 1. Experten fordern nun die Entscheidungstr\u00e4ger auf, L\u00f6sungen zu erarbeiten, um diese erschreckend hohe Zahl zu senken. Damit k\u00f6nnten nicht nur Menschenleben gerettet werden, sondern auch eine Milliarde Euro an volkswirtschaftlichen Kosten der Erkrankung eingespart werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi, Vorstand der Abteilung f\u00fcr Innere Medizin im Krankenhaus der Barmherzigen Br\u00fcder Linz und Pr\u00e4sident der \u00d6sterreichischen Diabetes Gesellschaft (\u00d6DG) betont: \u201eH\u00e4tten alle Personen der Risikogruppe im Jahr 2019 ihren LDL-C-Zielwert erreicht, w\u00e4ren damit 6.800 Todesf\u00e4lle verhindert worden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eDiese Situation ist nicht akzeptabel. Wir m\u00fcssen handeln!\u201c<\/em><\/p><cite>Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi, \u00d6sterreichische Diabetes Gesellschaft<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Viel Unwissen rund um erh\u00f6hte Cholesterinwerte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Experten sehen es als ein gro\u00dfes Problem, dass breiten Teilen der Bev\u00f6lkerung die Gefahren, die von einem erh\u00f6hten LDL-Cholesterinwert ausgehen, nicht bewusst sind. \u201eBekommt jemand die Diagnose \u201aKrebs\u2018, schrillen alle Alarmglocken. Dass Erkrankungen wie ein mangelhaft eingestellter Diabetes oder eine Herzinsuffizienz eine weit schlechtere Prognose als viele Karzinome haben, ist kaum jemandem bewusst\u201c, stellt der Diabetologe klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sei auch zu wenig bekannt, dass eine Ern\u00e4hrungsumstellung und Ver\u00e4nderungen des Lebensstils nicht ausreichen, um die Werte ausreichend zu senken. \u201eEs hilft also wenig, nur die Menschen selbst in die Pflicht zu nehmen\u201c, so Clodi. Das Problem m\u00fcsse von den Verantwortlichen im Gesundheitswesen viel st\u00e4rker in den Fokus ger\u00fcckt werden, um das Bewusstsein in der Bev\u00f6lkerung zu st\u00e4rken und die Betreuung der Patientinnen und Patienten zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Univ.-Prof. Dr. Peter Siostrzonek, Past-Pr\u00e4sident und Pressereferent der \u00d6sterreichischen Kardiologischen Gesellschaft (\u00d6KG) kritisiert, dass zu wenig Betroffene geeignete Therapien erhalten w\u00fcrden. \u201e80 Prozent der \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher, die bereits ein kardiovaskul\u00e4res Ereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, erreichen ihr Therapieziel nicht\u201c, warnt Siostrzonek. Das liege auch h\u00e4ufig an der nicht ordnungsgem\u00e4\u00dfe Einnahme der Medikamente.<\/p>\n\n\n\n<p>Davon berichtet auch Helmut Schulter, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des \u00d6sterreichischen Herzverbands, der als Vertreter der Betroffenen den Appell der Experten unterst\u00fctzt. \u201eUnser Ziel m\u00fcssen m\u00fcndige Patientinnen und Patienten sein. Menschen, die ihr Blutbild kennen und die Werte verstehen, wissen auch, warum sie ihre Medikamente konsequent einnehmen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eAlle Beteiligten m\u00fcssen die Dramatik erkennen. Damit k\u00f6nnten tausende Leben pro Jahr gerettet werden!\u201c<\/em><\/p><cite>Helmut Schulter, Herzverband<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Patientinnen und Patienten in Therapie einbinden<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Dahingehend sind sich die Experten einig, dass die Betroffenen im Sinne eines \u201eshared desicion makings\u201c aktiver in ihre Behandlungen eingebunden werden m\u00fcssen. \u201eBindet man Betroffene in die Applikation ein, st\u00e4rkt das die aktive Beteiligung und damit die Adh\u00e4renz. Es gibt also M\u00f6glichkeiten. Wir m\u00fcssen sie nur umsetzen\u201c, fordert Siostrzonek.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eErh\u00f6hte Cholesterinwerte sind eine stille Gefahr, an die oft erst gedacht wird, wenn es zu sp\u00e4t ist.\u201c<\/em><\/p><cite>Univ.-Prof. Dr. Peter Siostrzonek<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Und er hat auch einen L\u00f6sungsvorschlag: \u201eEine Zusammenf\u00fchrung der oft bereits verf\u00fcgbaren Daten w\u00e4re wichtig, um die Situation zu verbessern. Auch die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte im niedergelassenen Bereich m\u00fcssten deutlich besser eingebunden werden. Neue Technologien k\u00f6nnten sogar kurzfristig helfen. Zum Beispiel ein Software-Tool, das die \u00c4rzte bei der Identifikation von Risikopatientinnen und -patienten unterst\u00fctzt. Dieses k\u00f6nnte es erm\u00f6glichen, aufgrund von Risikoparametern jene Patientinnen und Patienten zu erheben, die genauer beobachtet werden m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein derartiges Screening sollte schon in Schulalter oder sogar im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen angesetzt werden. So k\u00f6nnten jene Bev\u00f6lkerungsgruppen identifiziert werden, die eine vererbte Hypercholesterin\u00e4mie haben.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"author":42,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2447,2436,2448,2409,2457],"tags":[278,1286,281,402,1169],"class_list":["post-8631","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-angiologie","category-geriatrie","category-innere-medizin","category-kardiologie","category-krankheit","tag-cholesterin","tag-herzinfarkt","tag-hypercholesterinamie","tag-ldl","tag-schlaganfall"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/8631","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/8631\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8636,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/8631\/revisions\/8636"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8632"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8631"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8631"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8631"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}