{"id":858,"date":"2021-10-07T07:30:35","date_gmt":"2021-10-07T05:30:35","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/"},"modified":"2024-02-20T09:44:57","modified_gmt":"2024-02-20T08:44:57","slug":"depression-symptome-ursachen-selbsthilfe","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/","title":{"rendered":"Depression &#8211; Symptome, Diagnose, Behandlung, Selbsthilfe"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Symptome der Depression<\/strong><\/h2>\n<p>In der Psychiatrie z\u00e4hlen Depressionen zu den sogenannten affektiven St\u00f6rungen. Affektive St\u00f6rungen, auch Affektst\u00f6rungen genannt, bezeichnen eine Gruppe von psychischen St\u00f6rungen, die u.a. durch eine klinisch relevante Ver\u00e4nderung der Stimmungslange charakterisiert sind. Die Depression ist eine Erkrankung der Psyche und geht mit Antriebslosigkeit, gedr\u00fcckter Stimmungslage, Interessen- und Freudlosigkeit,&nbsp;<a title=\"Angstst\u00f6rungen \u2013 Was ist das? Welche Formen gibt es?\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/angststoerungen-was-ist-das-welche-formen-gibt-es-5272\">Angst<\/a>gef\u00fchlen, eingeschr\u00e4nktem&nbsp;<a title=\"Sexuelle Funktionsst\u00f6rungen des Mannes\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/sexuelle-funktionsstoerungen-des-mannes-6786\">Lustempfinden<\/a>&nbsp;und eingeschr\u00e4nkter Leistungsf\u00e4higkeit einher. Im Vergleich zu Personen ohne Depression treten diese Symptome bei depressiven Menschen wesentlich intensiver und dauerhaft auf und sind auch weniger selbst beeinflussbar als bei Personen ohne Depression.<\/p>\n<p>Zudem kann eine Depression mit einer Reihe von k\u00f6rperlichen Beschwerden einhergehen, darunter&nbsp;<a title=\"Kopfschmerzen \u2013 Formen, Ursachen und Gegenma\u00dfnahmen\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/kopfschmerzen-4902\">Kopfschmerzen<\/a>, R\u00fcckenschmerzen,&nbsp;<a title=\"Verstopfung \u2013 Ursachen erkennen und loswerden\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/verstopfung-ursachen-erkennen-und-loswerden-1054\">Verstopfung<\/a>, Kreislaufst\u00f6rungen,&nbsp;<a title=\"Chronisches Ersch\u00f6pfungssyndrom\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/chronisches-erschoepfungssyndrom-chronisches-fatigue-syndrom-6189\">M\u00fcdigkeit<\/a>, Energiemangel,&nbsp;<a title=\"Schlafst\u00f6rungen\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/schlafstoerungen-5214\">Schlafst\u00f6rungen<\/a>&nbsp;oder ein Druckgef\u00fchl auf der Brust. Auch ein vermindertes&nbsp;<a title=\"Sexuelle Funktionsst\u00f6rungen der Frau\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/sexuelle-funktionsstoerungen-der-frau-6781\">Lustempfinden&nbsp;<\/a>sowie Ver\u00e4nderungen des Appetits und entsprechende Gewichtsver\u00e4nderungen k\u00f6nnen bei einer Depression vorkommen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #555555;\">Typisch ist, dass sich die Betroffenen zu allem zwingen m\u00fcssen \u2013 anfangs nur zu aufw\u00e4ndigeren und ungeliebten, sp\u00e4ter aber auch zu an sich leichten und angenehmen T\u00e4tigkeiten. Sie verfolgen auch keine Ziele mehr, da sie daf\u00fcr keine Freude aufbringen k\u00f6nnen.&nbsp;<\/span>Diese Antriebshemmung kann sich auch im \u00e4u\u00dferlichen Erscheinungsbild mit einer Verlangsamung der Reaktionen, Bewegungen und Sprache bemerkbar machen, Mimik und Gestik&nbsp;erscheinen starr. Im Extremfall reden oder bewegen sich Betroffene nur unter gro\u00dfer M\u00fche. Kreativit\u00e4t, Konzentrations- und Merkf\u00e4higkeit&nbsp;verschlechtern sich.<\/p>\n<p><span style=\"color: #555555;\">Die Mehrheit der Betroffenen hegt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Suizidg<\/span><span style=\"color: #555555;\">edanken, 10 bis 15% aller Patienten mit wiederkehrenden schwer ausgepr\u00e4gten depressiven Phasen sterben durch Suizid.<\/span><\/p>\n<h2><strong>Ursachen einer Depression<\/strong><\/h2>\n<p>Eine Depression entsteht in der Regel aus dem Zusammenwirken vieler Faktoren. Welche Rolle erbliche (genetische) und umweltbedingte Faktoren spielen, ist individuell ganz unterschiedlich und im Einzelfall nicht leicht zu beantworten. Betroffene besitzen eine durch verschiedene Faktoren bedingte, geringere Toleranz gegen\u00fcber seelischen, k\u00f6rperlichen und biografischen Belastungsfaktoren als gesunde Menschen (Vulnerabilit\u00e4t).<\/p>\n<p>Als Ausl\u00f6ser einer depressiven Episode wirken meist pers\u00f6nlich belastende Ereignisse oder \u00dcberforderungssituationen. Auf diese reagieren depressiv Veranlagte sensibler als andere Menschen. Die Ursachen f\u00fcr eine Depression sind so vielf\u00e4ltig wie die Symptome, mit welchen sich die Erkrankung bei Betroffenen bemerkbar macht. So k\u00f6nnen belastende Lebensereignisse jeder Art der Ausl\u00f6ser f\u00fcr eine Depression sein, darunter:<\/p>\n<ul>\n<li>&nbsp;Langanhaltende, berufliche und\/oder private Konflikte<\/li>\n<li>&nbsp;Langfristige \u00dcberanstrengung<\/li>\n<li>&nbsp;Schwere k\u00f6rperliche Erkrankungen<\/li>\n<li>&nbsp;Verlusterlebnisse wie Trennung, Scheidung oder der Tod eines geliebten Menschen<\/li>\n<li>&nbsp;Entwurzelung<\/li>\n<li>&nbsp;Flucht<\/li>\n<li>&nbsp;Verlust des Arbeitsplatzes<\/li>\n<li>&nbsp;Traumatische Ereignisse in der Kindheit (k\u00f6rperlicher und\/oder sexueller Missbrauch)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als Risikofaktoren kommen auch folgende Parameter in Frage: Cannabiskonsum, Alkohol, Single-Dasein oder das Leben in der Stadt. Auch kann eine Depression k\u00f6rperliche Ursachen haben. In solchen F\u00e4llen ist von einer organischen Depression die Rede. Beispielsweise kann ein Mangel an&nbsp;<a title=\"Schilddr\u00fcsenunterfunktion: Anzeichen und Behandlung\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/schilddruesenunterfunktion-anzeichen-und-behandlung-1113\">Schilddr\u00fcsenhormonen&nbsp;<\/a>zu einem depressions\u00e4hnlichen Zustand f\u00fchren. Und ein Tumor im Frontalhirn bewirkt, dass Druck auf die im vorderen Teil des Gehirns lokalisierten Strukturen ausge\u00fcbt wird, welche eine stimmungsregulierende Funktion haben.<\/p>\n<p>Obwohl Ursachen und Ausl\u00f6ser der Depression bis heute nicht vollst\u00e4ndig erforscht sind, wei\u00df man, dass die Gehirnt\u00e4tigkeit bei einer depressiven Person im Vergleich zu einer Person ohne Depression ver\u00e4ndert ist. Bei einer Depression kommt es zu einer ver\u00e4nderten Funktion der Nervenzellen in bestimmten Gehirnregionen sowie zu Aktivit\u00e4tsver\u00e4nderungen der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, Acetylcholin und Gamma-Aminobutters\u00e4ure. Neurotransmitter sind sogenannte \u00dcbertr\u00e4gersubstanzen im Gehirn, die Informationen zwischen den Nervenzellen \u00fcbermitteln. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bei einer Depression das Gleichgewicht an Signalstoffen im Gehirn gest\u00f6rt ist.<\/p>\n<p><span style=\"color: #555555;\">Dar\u00fcber hinaus wurde mithilfe bildgebender Verfahren bei Betroffenen w\u00e4hrend einer depressiven Episode eine ver\u00e4nderte Aktivit\u00e4t des so genannten limbischen Systems im Gehirn festgestellt. Das limbische System, auch als stressregulierendes System bezeichnet, ist f\u00fcr das Empfinden und Verarbeiten von Gef\u00fchlen mitverantwortlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #555555;\">Die Wahrscheinlichkeit im Laufe des Lebens eine Depression zu entwickeln, betr\u00e4gt zwischen 7 und 18%. Frauen sind etwa doppelt so h\u00e4ufig wie M\u00e4nner betroffen.&nbsp;<\/span>Zudem ist das Risiko f\u00fcr die Erkrankung erh\u00f6ht, wenn Blutsverwandte an einer Depression leiden bzw. gelitten haben.<\/p>\n<h2><strong>Unterschied zwischen einer Depression und einer Verstimmung<\/strong><\/h2>\n<p>Konflikte im Beruf, Spannungen in einer Beziehung, eine Trennung, Streit, finanzielle Probleme, ein Unfall oder der Verlust einer geliebten Person k\u00f6nnen bei jedem ein Stimmungstief ausl\u00f6sen. Ersch\u00f6pfung, innere Unruhe, Trauer, Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit sind ganz normale Empfindungen. Jeder Mensch erlebt solche Reaktionen, einige h\u00e4ufiger als andere. Verstimmungen sind jedoch von einer Depression im medizinischen Sinn abzugrenzen und h\u00e4ufig eng mit einem belastendem Ereignis und\/oder einer stressvollen Phase verbunden &#8211; lassen die Belastung und der Schmerz nach, hellt meistens auch die Stimmung wieder auf.<\/p>\n<h2><strong>Definition der Depression<\/strong><\/h2>\n<p>Laut ICD-10 (10. Ausgabe der&nbsp;<em>International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems<\/em>, deutsch&nbsp;<em>Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme<\/em>) sind die Einschlusskriterien einer depressiven Episode erf\u00fcllt, wenn w\u00e4hrend mindestens zwei Wochen mindestens zwei der folgenden drei Symptome vorliegen:<\/p>\n<ul>\n<li>Depressive Verstimmung, in einem f\u00fcr die Betroffenen deutlich ungew\u00f6hnlichen Ausma\u00df, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag und im Wesentlichen unbeeinflusst von den Umst\u00e4nden<\/li>\n<li>Interessen- oder Freudverlust an Aktivit\u00e4ten, die normalerweise angenehm waren<\/li>\n<li>Verminderter Antrieb oder schnelle Erm\u00fcdung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zus\u00e4tzlich muss&nbsp;<strong>mindestens<\/strong>&nbsp;<strong>eines<\/strong>&nbsp;der folgenden Symptome vorliegen:<\/p>\n<ul>\n<li>Verlust des Selbstvertrauens und des Selbstwertgef\u00fchls<\/li>\n<li>Unbegr\u00fcndete Selbstvorw\u00fcrfe oder ausgepr\u00e4gte, unangemessene Schuldgef\u00fchle<\/li>\n<li>Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid<\/li>\n<li>Vermindertes Denk- oder Konzentrationsverm\u00f6gen, Unschl\u00fcssigkeit oder Unentschlossenheit<\/li>\n<li>Psychomotorische krankhafte Unruhe oder Hemmungen<\/li>\n<li>Schlafst\u00f6rungen jeder Art<\/li>\n<li>Appetitverlust oder gesteigerter Appetit mit entsprechender Gewichtsver\u00e4nderung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der \u00dcbergang von einer Verstimmung zu einer krankhaften depressiven Episode wird von den meisten Menschen eher als flie\u00dfend empfunden. Ein erfahrener Arzt kann jedoch eine Unterscheidung treffen.<\/p>\n<h2><strong>Abstufung und Formen der Depression<\/strong><\/h2>\n<p>Depressionen werden in drei Schweregrade unterteilt:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Leichte Depression:<\/strong>&nbsp;Es treten insgesamt mindestens drei der oben angef\u00fchrten Symptome auf, zwei davon aus der ersten Kategorie (depressive Verstimmung, Interessen- oder Freudverlust, verminderter Antrieb). Der Patient f\u00fchlt sich krank und sucht \u00e4rztliche Hilfe, kann aber trotz Leistungseinbu\u00dfen allen beruflichen und privaten Pflichten gerecht werden, sofern es sich um Routine handelt.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Mittelgradige Depression:<\/strong>&nbsp;Es treten insgesamt mindestens sechs der oben angef\u00fchrten Symptome auf, zwei davon aus der ersten Kategorie. Berufliche oder private Pflichten k\u00f6nnen nicht mehr oder nur noch zeitweise bew\u00e4ltigt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Schwere Depression:<\/strong>&nbsp;Es treten insgesamt mindestens acht der oben angef\u00fchrten Symptome auf, darunter alle drei aus der ersten Kategorie. Bei einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome braucht der Patient st\u00e4ndige Betreuung. Bei einer depressiven Episode mit psychotischen Symptomen treten u.a. Wahngedanken, absurde Schuldgef\u00fchle und\/oder Krankheitsbef\u00fcrchtungen auf.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zudem wird zwischen verschiedenen Formen der Depression unterschieden. Je nach Schweregrad, Ursachen und auftretenden Symptomen wird die Depression u.a. unterteilt in:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Unipolare Depression<\/strong>: Die unipolare Depression ist die am h\u00e4ufigsten auftretende Form der Depression. Sie beginnt sehr langsam, Betroffene zeigen erst nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten Symptome. In vielen F\u00e4llen verschwinden diese auch von alleine wieder.<\/li>\n<li><strong>Bipolare Depression<\/strong>: abwechselnd getr\u00fcbte (depressive) und euphorische Stimmung (Manie).<\/li>\n<li><strong>Schwangerschaftsdepression<\/strong>: Laut Definition kann eine Schwangerschaftsdepression im Zeitraum von der Empf\u00e4ngnis bis zum ersten Geburtstag des Kindes auftreten. Frauen, die zuvor bereits an einer Form der Depression litten, haben ein erh\u00f6htes Risiko von einer Schwangerschaftsdepression betroffen zu sein.<\/li>\n<li><strong>Saisonal abh\u00e4ngige Depressionen<\/strong>: Saisonal abh\u00e4ngige Depressionen treten seltener auf als andere Formen der Depression. Sie sind, wie der Name schon sagt, abh\u00e4ngig von einer bestimmten Saison (z.B. Winterdepression)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Abh\u00e4ngig vom Verlauf der Erkrankung und vom Therapieerfolg wird jede Depression weiters in eine depressive Episode (kann einmalig oder wiederholt auftreten) oder in eine chronische Depression (wenn die Symptome l\u00e4nger als zwei Jahre anhalten) unterteilt. Kommt es zu einer vollst\u00e4ndigen Wiederherstellung der Gesundheit, ist von einer Remission die Rede. Ein Zustand, bei dem sich die Symptome deutlich bessern, aber nicht ganz verschwinden, wird als unvollst\u00e4ndige Remission bezeichnet.<\/p>\n<h2><strong>Winterdepression<\/strong><\/h2>\n<p>Die&nbsp;<a title=\"Winterdepression \u2013 Definition, Symptome, Behandlung\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/winterdepression-3354\">Winterdepression&nbsp;<\/a>tritt in der kalten und dunklen Jahreszeit auf. Sie betrifft Frauen viermal so h\u00e4ufig wie M\u00e4nner und ist vor allem in skandinavischen und mitteleurop\u00e4ischen L\u00e4ndern zu beobachten. In s\u00fcdlichen L\u00e4ndern ist die Winterdepression kaum verbreitet. Als Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Winterdepression gelten der Mangel an nat\u00fcrlichem Tageslicht sowie die verminderte Lichtintensit\u00e4t im Winter und die abfallenden Temperaturen. Der K\u00f6rper reagiert auf den Lichtmangel mit einer verst\u00e4rkten Aussch\u00fcttung von Melatonin, einem Hormon, welches u.a. f\u00fcr den Schlafrhythmus verantwortlich ist. In weiterer Folge werden wir leichter m\u00fcde und die Stimmung sinkt.<\/p>\n<p>Typische Symptome einer Winterdepression sind ein gesteigertes Schlafbed\u00fcrfnis, morgendliche M\u00fcdigkeit, Antriebslosigkeit, Energielosigkeit, Unausgeglichenheit und gedr\u00fcckte Stimmung. Da es dem Gehirn bei einer Winterdepression auch an Serotonin fehlt (Hormon, welches an der Regulation von Schlafrhythmus, K\u00f6rpertemperatur, Sexualtrieb und Gem\u00fctszustand beteiligt ist), haben Personen die unter einer Winterdepression leiden zudem ein verst\u00e4rktes Verlangen nach S\u00fc\u00dfigkeiten, da Zucker dem Gehirn hilft den Serotoninmangel wieder auszugleichen.<\/p>\n<h2><strong>Diagnose einer Depression<\/strong><\/h2>\n<p>Viele Menschen gehen aus falschen Schamgef\u00fchlen nicht zum Arzt oder verdr\u00e4ngen ihre Symptome. Dabei kann ein \u00e4rztliches Gespr\u00e4ch helfen die m\u00f6glichen Ursachen f\u00fcr die Stimmungs\u00e4nderungen zu ermitteln und mit einer geeigneten Behandlung zu beginnen.<\/p>\n<p>Die Diagnose wird durch einen geschulten Hausarzt,Psychiater, aber auch durch andere Fach\u00e4rzte gestellt und basiert vor allem auf einem ausf\u00fchrlichen Arzt-Patienten-Gespr\u00e4ch. In einigen F\u00e4llen wird zudem eine Blutprobe im Labor untersucht und eine computertomographische Untersuchung (CT) gemacht, um k\u00f6rperliche Ver\u00e4nderungen wie einen Mangel an Vitamin B12, hormonelle Ver\u00e4nderungen oder einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel als Ursache f\u00fcr die Depression zu ermitteln bzw. auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<h2><strong>Behandlung einer Depression<\/strong><\/h2>\n<p>Basierend auf dem Arzt-Patienten-Gespr\u00e4ch und den Untersuchungsergebnissen wird anschlie\u00dfend ein passender Therapieplan erstellt. Depressionen k\u00f6nnen medikament\u00f6s und im Rahmen einer Psychotherapie behandelt werden. In vielen F\u00e4llen ist eine Kombination beider Therapien besonders zielf\u00fchrend. Wichtig ist sich vor Augen zu f\u00fchren, dass die Therapie Geduld erfordert &#8211; eine Depression verschwindet selbst unter optimaler Betreuung nicht von heute auf morgen.<\/p>\n<h3><strong>Antidepressiva<\/strong><\/h3>\n<p>Medikamente, die zur Behandlung einer Depression verschrieben werden, werden als Antidepressiva bezeichnet. Antidepressiva wirken, indem sie in die unterschiedlichen Neurotransmitter-Systeme im Gehirn eingreifen und den Mangel an Neurotrasnmittern ausgleichen. Es gibt viele verschiedene Antidepressiva &#8211; heutige moderne Pr\u00e4parate wirken wesentlich gezielter als \u00e4ltere Antidepressiva (z.B. Monoaminooxidasehemmer oder sogenannte trizyklische und tetrazyklische Antidepressiva) und haben auch weniger Nebenwirkungen. Medikamente, die heute zur Behandlung der Depression verh\u00e4uft zum Einsatz kommen sind u.a. selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI: blockieren im Gehirn jenes Molek\u00fcl, welches Serotonin wieder in seine Speicher zur\u00fcckbef\u00f6rdert), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI: hemmen den R\u00fccktransport von Noradrenalin und Serotonin im Gehirn) und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI: hemmen den R\u00fccktransport von Noradrenalin und Dopamin in die Nervenzellen im Gehirn).<\/p>\n<p>Zu den Wirkstoffen moderner Antidepressiva z\u00e4hlen u.a. Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin, Duloxetin, Milnacipran, Venlafaxin, Levomilnacipran, Bupropion und Reboxetin. Je nach Antidepressivum kann es zwischen durchschnittlich acht Tagen und drei Wochen dauern, bis sich die Stimmungslage verbessert. Sollte die medikament\u00f6se Therapie nicht den gew\u00fcnschten Effekt mit sich bringen, wird der Arzt eine Dosisanpassung vornehmen oder ein anderes Antidepressivum zur Behandlung der Depression einsetzen.<\/p>\n<p>Bei&nbsp;<span style=\"color: #555555;\">Begleitsymptomen wie z.B. Schlafst\u00f6rungen, starker Angst oder Nervosit\u00e4t werden vom Arzt entsprechend weitere Medikamente verordnen.<\/span><\/p>\n<h3><strong>Psychotherapie<\/strong><\/h3>\n<p>Medikamente k\u00f6nnen zwar helfen den Mangel an Neurotransmittern im Gehirn auszugleichen, allerdings sind sie nicht in der Lage das Leben Betroffener von Grund auf zu \u00e4ndern. Im Rahmen einer Psychotherapie k\u00f6nnen Personen mit einer Depression lernen mit (inneren) Konflikten und Emotionen besser umzugehen, Trennungen bewusster zu verarbeiten und soziale Konflikte zu l\u00f6sen. Sind die Ursachen f\u00fcr das Stimmungstief unbekannt, k\u00f6nnen die Gespr\u00e4che mit dem Psychotherapeuten helfen diese zu ermitteln. Es gibt viele verschiedene Arten der Psychotherapie. Bei einer psychodynamischen Therapie beispielsweise werden tief verwurzelte Probleme, die ihren Ursprung in der Kindheit haben, gemeinsam mit dem Therapeuten Schritt f\u00fcr Schritt aufgearbeitet.<\/p>\n<p>Bei einer&nbsp;<a title=\"Verhaltenstherapie\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/verhaltenstherapie-6990\">Verhaltenstherapie<\/a>&nbsp;unterst\u00fctzt der Psychotherapeut seinen Patienten dabei neue Verhaltensstrategien zu erarbeiten und f\u00fcr ihn negative Verhaltensweisen und Denkmuster abzulegen. Ein gutes Verh\u00e4ltnis zwischen Psychotherapeut und Patient ist f\u00fcr eine erfolgreiche Psychotherapie besonders wichtig. Ein ehrliches Vertrauensverh\u00e4ltnis ist unbedingt erforderlich, um alle Probleme in der Therapie uneingeschr\u00e4nkt thematisieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Neben der medikament\u00f6sen Therapie und der Psychotherapie gibt es noch weitere Behandlungsm\u00f6glichkeiten, darunter Wachtherapie (Schlafentzug), Bewegungstherapie, Elektrokrampftherapie und Lichttherapie. Letztere kommt vor allem zur Behandlung einer Winterdepression h\u00e4ufig zum Einsatz. Der Patient sitzt dabei vor einem Lichtapparat mit sechs oder mit acht Leuchtstoffr\u00f6hren, welches fluoreszierendes Licht (ohne ultraviolettem Anteil) sendet. In seiner Intensit\u00e4t entspricht das ausgesendete Licht etwa dem Licht eines hellen Fr\u00fchlingstages und beeinflusst bestimmte Strukturen im Gehirn positiv. Die t\u00e4gliche empfohlene Dauer der Lichttherapie betr\u00e4gt zwischen einer halben Stunde und vier Stunden. Dem Einsatz dieser und anderer Ma\u00dfnahmen sollte immer ein \u00e4rztliches Gespr\u00e4ch vorausgehen.<\/p>\n<h2><strong>Prognose<\/strong><\/h2>\n<p>Die Heilungschancen sind gut.&nbsp;<span style=\"color: #555555;\">Die meisten depressiven Episoden bilden sich &#8211; bei entsprechender Behandlung &#8211; innerhalb weniger Monate zur\u00fcck, 15 bis 20% der F\u00e4lle weisen jedoch eine Dauer von mindestens 12 Monaten auf.<\/span><\/p>\n<h2><strong>Was man bei einer Depression selbst tun kann<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Bewegung<\/strong>: Sport und\/oder Spazierg\u00e4nge an der frischen Luft wirken sich sehr positiv auf den Gem\u00fctszustand aus.<\/li>\n<li><strong>Ern\u00e4hrung<\/strong>: Gesunde und ausgewogene Ern\u00e4hrung beeinflusst nicht nur die k\u00f6rperliche Gesundheit positiv, sondern kann sich auch g\u00fcnstig auf die Stimmungslage auswirken.<\/li>\n<li><strong>Gesellschaft<\/strong>: Wer seine Freizeit aktiv gestaltet, Zeit mit der Familie und mit Freunden verbringt und sich nicht zur\u00fcckzieht, tut sich selbst etwas Gutes.<\/li>\n<li><strong>Neues ausprobieren<\/strong>: Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, um die Seele zu verw\u00f6hnen, so z.B. Massagen, Yoga, Sauna oder ein anderes Wohlf\u00fchlprogramm, welches Entspannung f\u00f6rdert und hilft Stress abzubauen.<\/li>\n<li><strong>Konsequent bleiben<\/strong>: Antidepressiva sollten nicht selbst abgesetzt werden, sobald sich die Stimmung hebt. Regelm\u00e4\u00dfige Arztbesuche und Therapiesitzungen sind wichtig f\u00fcr einen langanhaltenden Therapieerfolg.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren:&nbsp;<a title=\"Wochenbettdepression \u2013 Definition, Ursache, Behandlung\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/wochenbettdepression-3360\">Wochenbettdepression<\/a>,&nbsp;<a title=\"Depression bei Kindern\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/depression-bei-kindern-6250\">Depression bei Kindern<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depressionen-bei-maennern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Depressionen bei M\u00e4nnern<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[23,2457,7,2408,2411,2444,2413],"tags":[575,2364,188,189],"class_list":["post-858","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-kinder-und-jugendheilkunde","category-krankheit","category-leben","category-neurologie","category-onkologie","category-psychiatrie","category-psychologie","tag-depression","tag-depressive-verstimmung","tag-neurologie","tag-psychiatrie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/858","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":28,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/858\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9936,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/858\/revisions\/9936"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5384"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=858"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=858"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=858"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}