{"id":8549,"date":"2025-02-27T09:12:55","date_gmt":"2025-02-27T08:12:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=8549"},"modified":"2025-03-04T10:24:49","modified_gmt":"2025-03-04T09:24:49","slug":"antibiotika-was-man-darueber-wissen-sollte","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/antibiotika-was-man-darueber-wissen-sollte\/","title":{"rendered":"Antibiotika &#8211; Wirkung, Anwendung und Risiken"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-sind-antibiotika\"><strong>Was sind Antibiotika?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Antibiotika sind <strong>verschreibungspflichtige Medikamente<\/strong>, die zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden. Ihr Wirkstoff hat seinen Ursprung in der <strong>Natur<\/strong>. Schon vor \u00fcber 100 Jahren entdeckten die ersten Wissenschaftler, dass man aus gewissen Schimmelpilzen einen Wirkstoff gewinnen kann, der das Wachstum von Bakterien hemmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der wohl bekannteste dieser Wissenschaftler ist Alexander Fleming. Er entdeckte 1928 das <strong>Penicillin<\/strong>, eine Substanz, die auch heute noch h\u00e4ufig verwendet wird. Auf die Idee kam er, als er eine <strong>verschimmelte Bakterienkultur<\/strong> beobachtete und erkannte, dass der Pilz die Bakterien am Wachsen hinderte. Aus diesen Pilzen konnte schlie\u00dflich Penicillin gewonnen werden. Ein Jahrzehnt sp\u00e4ter wurde es bereits in Massen produziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entdeckung von Antibiotika war ein <strong>bahnbrechender Fortschritt<\/strong> f\u00fcr die Medizin. Ohne diese Medikamente w\u00e4ren Krankheiten wie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/syphilis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Syphilis<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/scharlach-ursache-symptome-behandlung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Scharlach<\/a> und Zecken-<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/borreliose-so-schuetzen-sie-sich-vor-der-infektionserkrankung\/\">Borreliose<\/a> nicht heilbar. Antibiotika wirken jedoch nicht gegen Infektionen, die von Viren ausgel\u00f6st werden. Gegen die meisten Erk\u00e4ltungskrankheiten, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/behandlung-einer-grippe-influenza-2\/\">Grippe<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/tag\/covid19\/\">Corona<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/masern\/\">Masern<\/a> helfen sie also nicht<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-wirken-antibiotika\">Wie wirken <strong>Antibiotika<\/strong>?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Antibiotika unterst\u00fctzen das Immunsystem des K\u00f6rpers bei der Bek\u00e4mpfung von Bakterien<\/strong>. Sie k\u00f6nnen auf <strong>zwei Weisen wirken<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>bakterizide<\/strong> Antibiotika t\u00f6ten die Bakterien ab<\/li>\n\n\n\n<li><strong>bakteriostatische<\/strong> Antibiotika hemmen das Wachstum der Bakterien<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die antibiotischen Wirkstoffe greifen dabei entweder die Zellwand oder den Stoffwechsel der Bakterien an.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl Antibiotika nur gegen bakterielle Infektionen wirken, kann es manchmal bei einem viralen Infekt zu einer zus\u00e4tzlichen bakteriellen Infektion kommen. Ein Beispiel w\u00e4re eine bakterielle <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/behandlung-einer-lungenentzuendung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lungenentz\u00fcndung<\/a>, die sich bei einem viralen Atemwegsinfekt entwickelt. Expert:innen sprechen in diesem Fall von einer <strong>bakteriellen<\/strong> <strong>Superinfektion<\/strong>. Hier kann der Einsatz eines Antibiotikums notwendig werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-welche-antibiotika-gibt-es-und-wie-unterscheiden-sie-sich\">Welche Antibiotika gibt es und wie unterscheiden sie sich<strong>?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das <strong>bekannteste Antibiotikum<\/strong> ist <strong>Penicillin<\/strong>. Es wirkt gegen viele Infektionen, kann aber zu allergischen Reaktionen f\u00fchren, vor allem zu Hautausschl\u00e4gen. In diesem Fall muss auf eine andere Substanz zur\u00fcckgegriffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00e4ufig eingesetzte Antibiotika sind:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Aminopenicilline:<\/strong> Sie haben ein breiteres Wirkungsspektrum als Penicillin und sind die erste Wahl f\u00fcr die meisten ambulant behandelbaren Infektionen mit Ausnahme von Darm- und Harnwegsinfekten.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Makrolide:<\/strong> Diese Antibiotika werden oft zur Behandlung von akuten und chronischen Infektionen eingesetzt. Die vier am h\u00e4ufigsten verwendeten Makrolide sind Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin und Roxithromycin.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Cephalosporine<\/strong>: Sie werden h\u00e4ufig bei Atemwegs- und Harnwegsinfektionen eingesetzt und k\u00f6nnen oral eingenommen oder intraven\u00f6s verabreicht werden. Manche Expert:innen machen allerdings darauf aufmerksam, dass die Wirkung bei oraler Einnahme eingeschr\u00e4nkt ist. Eine solche Therapie kann auch negative Effekte auf die gutartigen Mikroorganismen im Darm \u2013 auch <strong>Darmflora<\/strong> genannt \u2013 haben.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Fluorchinolone:<\/strong> Diese hochwirksamen Antibiotika spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung schwerer Infektionen. Allerdings haben sie ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen und Resistenzen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Fosfomycin-Trometamol:<\/strong> Dieses bakterizide Antibiotikum hat ein breites Wirkungsspektrum und wird zum Beispiel bei unkomplizierten <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/harnwegsinfektion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Harnwegsinfekten<\/a> eingesetzt.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Tetrazykline:<\/strong> Sie werden h\u00e4ufig zur ambulanten Therapie von Atemwegsinfektionen, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/borreliose-so-schuetzen-sie-sich-vor-der-infektionserkrankung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Borreliose<\/a>, schweren Formen von <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/akne\/\">Akne<\/a> und Infektionen im <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/halsschmerzen\/\">HNO-Bereich<\/a>, Urogenitaltrakt, Magen-Darm-Bereich oder in den Gallenwegen eingesetzt.<br><br><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Cotrimoxazol:<\/strong> Dieses Kombinationspr\u00e4parat aus zwei bew\u00e4hrten Antibiotika wird vor allem bei Infektionen der Harnwege, des Magen-Darm-Bereichs und der Atemwege eingesetzt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-nimmt-man-antibiotika-richtig-ein\">Wie nimmt man <strong>Antibiotika richtig ein?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bei der Einnahme von Antibiotika ist es wichtig, sich genau an die <strong>\u00e4rztlichen Anweisungen<\/strong> <strong>zu halten<\/strong>. Die \u00c4rztin oder der Arzt stimmen Wirkstoff, Anwendung, Dosierung und Einnahmedauer individuell auf die Infektion ab. Um den Wirkstoff im Blut konstant zu halten, m\u00fcssen auch die <strong>Zeitabst\u00e4nde<\/strong> zwischen den Einnahmen eingehalten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Informieren Sie sich auch, ob das Antibiotikum vor oder nach den Mahlzeiten einzunehmen ist und zu <strong>welcher<\/strong> <strong>Tageszeit<\/strong>. Am besten trinken Sie ein Glas Leitungswasser zur Einnahme. Milch, Tee und Kaffee k\u00f6nnen die Wirkung des Antibiotikums beeintr\u00e4chtigen und sind deshalb weniger geeignet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die fr\u00fcher geltende Faustregel, Antibiotika immer bis zum Packungsende einzunehmen, gilt heute als \u00fcberholt. Auch wenn die Symptome abnehmen, sollten Patientinnen und Patienten die Behandlung <strong>nicht eigenm\u00e4chtig abbrechen<\/strong>. Nehmen Sie das Medikament so lange ein, wie es verordnet wurde. Nur so k\u00f6nnen alle Krankheitserreger beseitigt werden und das Risiko eines Wiederauftretens der Infektion und die Gefahr der Resistenzentwicklung sinkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit die \u00c4rztin oder der Arzt die richtige Therapie verschreiben kann, m\u00fcssen sie vorab \u00fcber <strong>Begleiterkrankungen<\/strong> informiert werden und dar\u00fcber, ob gleichzeitig <strong>andere Medikamente<\/strong> eingenommen werden. Das ist wichtig, weil manche Medikamente die Wirkung des Antibiotikums beeinflussen oder es zu unerw\u00fcnschten Nebenwirkungen kommen kann. Frauen m\u00fcssen ihrem Arzt oder ihrer \u00c4rztin unbedingt mitteilen, ob sie schwanger sind oder stillen, da dies die Wahl des richtigen Antibiotikums beeinflusst.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Au\u00dferdem:<\/strong> Wurde auf die Einnahme vergessen, sollte die Dosis <strong>nicht verdoppelt<\/strong> werden. Nehmen Sie das Antibiotikum ein, sobald sie sich erinnern und fahren Sie wie gewohnt in den richtigen Zeitabst\u00e4nden fort.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-antibiotika-welche-nebenwirkungen-konnen-auftreten\"><strong>Antibiotika: welche Nebenwirkungen k\u00f6nnen auftreten?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Antibiotika bek\u00e4mpfen nicht nur krankmachende, sondern auch <strong>n\u00fctzliche Bakterien<\/strong>, die auf der Haut und den Schleimh\u00e4uten leben. Das kann zu unerw\u00fcnschten Nebenwirkungen f\u00fchren. Deshalb sollten diese Medikamente nur eingenommen werden, wenn es wirklich notwendig ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die h\u00e4ufigsten Nebenwirkungen sind:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Magen-Darm-Beschwerden<\/strong>: Es kann zu Bauchschmerzen, \u00dcbelkeit und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hilfe-bei-durchfall\/\">Durchfall<\/a> kommen, da die Darmflora beeintr\u00e4chtigt werden kann.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Hautreaktionen: <\/strong>Ausschl\u00e4ge, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hautausschlag\/\">R\u00f6tu<\/a><strong><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hautausschlag\/\">ngen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/juckreiz-pruritus\/\">Juckreiz<\/a> k\u00f6nnen auftreten. Manche Antibiotika k\u00f6nnen die Empfindlichkeit der Haut gegen\u00fcber der Sonne erh\u00f6hen<\/strong>. Das Antibiotikum schw\u00e4cht dabei die F\u00e4higkeit der Haut, sich gegen UV-Strahlung zu sch\u00fctzen. Verbringt man also w\u00e4hrend der Anwendung viel Zeit an der Sonne, kann die Haut vermehrt gesch\u00e4digt werden. Symptome daf\u00fcr k\u00f6nnen R\u00f6tungen der Haut, Juckreiz oder Ausschl\u00e4ge sein. In sehr seltenen F\u00e4llen tritt eine Sonnenallergie auf.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Pilzinfektionen<\/strong>: Bei Frauen sind <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/scheidenpilz\/\">Pilzinfektionen<\/a> der Schleimh\u00e4ute m\u00f6glich, beispielsweise in der Scheide.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Zu welchen Nebenwirkungen es kommen kann und wie h\u00e4ufig diese auftreten, h\u00e4ngt von der Art des Antibiotikums und dem Gesundheitszustand der Patient:innen ab. Es ist deshalb wichtig, sich beim Behandler oder der Behandlerin \u00fcber alle m\u00f6glichen Nebenwirkungen zu informieren. Auch wenn es bereits fr\u00fcher <strong>zu allergischen Reaktionen<\/strong> bei der Einnahme von Antibiotika gekommen ist, muss das dem Arzt oder der \u00c4rztin unbedingt mitgeteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-welche-wechselwirkungen-haben-antibiotika\"><strong>Welche Wechselwirkungen haben Antibiotika?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wechselwirkungen-mit-medikamenten\"><strong>Wechselwirkungen mit Medikamenten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Werden Antibiotika gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen, kann es zu unerw\u00fcnschten Wechselwirkungen kommen. Das bedeutet, dass die Wirkung der Medikamente verst\u00e4rkt, abgeschw\u00e4cht oder sogar ganz aufgehoben werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiele f\u00fcr Wechselwirkungen sind:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Anti-Baby-Pille<\/strong>: Bestimmte Antibiotika k\u00f6nnen die Wirkung der \u201ePille\u201c als Verh\u00fctungsmittel beeintr\u00e4chtigen, was zu einer ungewollten Schwangerschaft f\u00fchren kann. Auch Magen-Darm-Probleme, die unter einer Antibiotika-Therapie h\u00e4ufig auftreten, k\u00f6nnen die Sicherheit der Anti-Baby-Pille oder die Wirksamkeit anderer Medikamente reduzieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Antibiotika k\u00f6nnen auch die Wirkung von <strong>blutverd\u00fcnnenden Medikamenten<\/strong> verst\u00e4rken. Bei Medikamenten gegen erh\u00f6hte Blutfette oder zu viel Magens\u00e4ure kommt es eher zu einer verringerten Wirksamkeit. <strong>Deshalb ist es sehr wichtig, dem Arzt oder der \u00c4rztin mitzuteilen, welche Medikamente zus\u00e4tzlich zum Antibiotikum eingenommen werden.<\/strong> Das gilt auch f\u00fcr rezeptfreie Arzneimittel, Nahrungserg\u00e4nzungsmittel und di\u00e4tetische Lebensmittel.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wechselwirkungen-mit-nahrungsmitteln\"><strong>Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Nicht nur Medikamente, sondern auch bestimmte <strong>Lebensmittel<\/strong> k\u00f6nnen die Wirkung von Antibiotika beeinflussen. Was <strong>Alkohol<\/strong> betrifft, gilt zwar kein striktes Verbot, aber man sollte mit dem Konsum sehr vorsichtig sein, da es zu <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/kopfschmerzen\/\">Kopfschmerzen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/herzrhythmusstoerungen-formen-ursache-symptome-behandlung\/\">Herzrhythmusst\u00f6rungen<\/a>, \u00dcbelkeit, Erbrechen und Blutdruckabfall kommen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Konsum von <strong>Milchprodukten<\/strong> w\u00e4hrend einer Antibiotikatherapie birgt gewisse Risiken. Manche Antibiotika gehen mit dem in der Milch enthaltenen <strong>Kalzium<\/strong> Verbindungen ein. Wichtig ist daher, Topfen, Jogurt, K\u00e4se oder andere Milchprodukte zumindest erst ein bis zwei Stunden nach der Einnahme des Antibiotikums zu sich zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nahrungserg\u00e4nzungsmittel<\/strong>, die Magnesium, Kalzium oder Eisen enthalten, k\u00f6nnen die Wirkung mancher Antibiotika beeintr\u00e4chtigen, weil sich die Mineralstoffe fest an das Antibiotikum binden. Auch hier gilt also: Entweder w\u00e4hrend der Antibiotikatherapie darauf verzichten oder zumindest zwei Stunden Zeitabstand zwischen Konsum und Medikamenteneinnahme einhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Kaffee, Tee, Cola und andere <strong>koffeinhaltige<\/strong> Getr\u00e4nke. betrifft, gilt ebenfalls Vorsicht bei manchen Antibiotika, denn sie k\u00f6nnen die Wirkung des Koffeins verst\u00e4rken und zu Herzrasen, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/angststoerungen-was-ist-das-welche-formen-gibt-es\/\">Unruhe<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schlafstoerungen\/\">Schlaflosigkeit<\/a> f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-kann-ich-meinen-darm-nach-einer-antibiotikatherapie-unterstutzen\"><strong>Wie kann Ich meinen Darm nach einer Antibiotikatherapie unterst\u00fctzen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die meisten Antibiotika greifen nicht nur die Krankheitserreger, sondern auch <strong>n\u00fctzliche Bakterien<\/strong> des Darms (Darmmikrobiom, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/darmflora\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Darmflora<\/a>) an. Um die Darmflora wieder aufzubauen, gibt es mehrere M\u00f6glichkeiten. Die Einnahme von Probiotika und Pr\u00e4biotika w\u00e4hrend und nach einer Antibiotikatherapie kann helfen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Probiotika<\/strong>: Pr\u00e4parate <strong>lebender Darmbakterien<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Pr\u00e4biotika<\/strong>: Pr\u00e4parate, die den <strong>Stoffwechsel<\/strong> der gutartigen Bakterien unterst\u00fctzen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Auch die Verwendung von <strong>probiotisch wirksamen<\/strong> Lebensmitteln kann den Wiederaufbau eines gesunden Darmmikrobioms unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dazu geh\u00f6ren:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sauerkraut<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00e4se<\/li>\n\n\n\n<li>Naturjogurt<\/li>\n\n\n\n<li>Apfelessig<\/li>\n\n\n\n<li>Miso-Paste<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-sind-antibiotika-in-der-schwangerschaft-und-stillzeit-erlaubt\"><strong>Sind Antibiotika in der Schwangerschaft und Stillzeit erlaubt?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Jede Antibiotikatherapie w\u00e4hrend der Schwangerschaft und Stillzeit muss sorgf\u00e4ltig abgewogen werden.<\/strong> Es gibt nicht gen\u00fcgend gesicherte Studien, die eindeutig kl\u00e4ren konnten, dass Antibiotika ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Kind oder Mutter in dieser Zeit darstellen. Allerdings gibt es <strong>risiko\u00e4rmere<\/strong> und <strong>risikoreichere<\/strong> antibiotisch wirksame Substanzen. Zu den besser erprobten Substanzen, die bei schwangeren oder stillenden Frauen zur Anwendung kommen, z\u00e4hlen Penicilline, Cephalosporine und Makrolide.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-antibiotika-was-ist-bei-kindern-zu-beachten\"><strong>Antibiotika: Was ist bei Kindern zu beachten?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Kinder k\u00f6nnen nicht alle Medikamente, die f\u00fcr Erwachsene geeignet sind, einnehmen. Das gilt auch f\u00fcr Antibiotika. So k\u00f6nnen bestimmte Arzneimittel dieser Klasse bei Kindern etwa zu Gelenkknorpelsch\u00e4digungen, Zahnschmelzdefekten oder Zahnverf\u00e4rbungen f\u00fchren. Deshalb muss f\u00fcr sie ein Antibiotikum gew\u00e4hlt werden, das sich in der Kinderheilkunde bew\u00e4hrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Dosierung<\/strong> muss genau auf das <strong>K\u00f6rpergewicht<\/strong> und das <strong>Alter<\/strong> des Kindes abgestimmt werden. Wichtig ist auch hier, das Antibiotikum genau nach Anweisung des Arztes oder der \u00c4rztin einzunehmen. <strong>F\u00fcr Kinder gibt es spezielle Antibiotikas\u00e4fte<\/strong>, die ihnen die Einnahme erleichtern. Allerdings sind diese S\u00e4fte oft bitter, weshalb empfohlen wird, die Mittel mit etwas ges\u00fc\u00dftem Tee zu verabreichen. Eltern sollten auch genau darauf achten, dass das Kind das Antibiotikum nicht wieder ausspuckt. In so einem Fall muss die Einnahme wiederholt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-muss-ich-wahrend-einer-antibiotika-therapie-auf-sport-verzichten\"><strong>Muss ich w\u00e4hrend einer Antibiotika-Therapie auf Sport verzichten?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend einer Antibiotika-Therapie ist der K\u00f6rper durch die Infektion, die behandelt wird, geschw\u00e4cht und sollte nicht zus\u00e4tzlich durch Sport belastet werden. Zu viel Anstrengung kann die Genesung verlangsamen oder den Gesundheitszustand sogar verschlechtern, da der <strong>Kreislauf<\/strong> w\u00e4hrend dem Sport zus\u00e4tzlich belastet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das <strong>Immunsystem<\/strong> ist in Zeiten einer Infektion schw\u00e4cher und kann in manchen F\u00e4llen Bakterien nicht davon abhalten, zum Herzen zu gelangen, was im Ernstfall eine <strong>Herzmuskelentz\u00fcndung<\/strong> zur Folge hat. Symptome daf\u00fcr k\u00f6nnen Brustschmerzen oder Probleme beim Atmen sein, manchmal aber auch nur M\u00fcdigkeit. Das kann dazu f\u00fchren, dass die Entz\u00fcndung nicht als solche erkannt wird und so Langzeitsch\u00e4den am Herzen entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst wenn die Symptome nach der Einnahme von Antibiotika schnell zur\u00fcckgehen, sollten also sowohl Hobby- als auch Profisportlerinnen und -sportler zun\u00e4chst auf das Training verzichten und erst <strong>zwei bis drei Tage<\/strong> nach dem Ende der Therapie wieder losstarten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-sind-antibiotika-resistenzen\"><strong>Was sind Antibiotika-Resistenzen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bei einer <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/antibiotika-resistenz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Resistenz<\/a> wirkt das Antibiotikum nicht mehr, weil die Bakterien sich angepasst haben und sich jetzt gegen das Medikament sch\u00fctzen k\u00f6nnen. In diesem Fall bleibt das Antibiotikum gegen die bestehende Infektion wirkungslos.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch <strong>fehlerhafte Anwendung<\/strong> von Antibiotika oder <strong>vorzeitigen Abbruch<\/strong> einer Antibiotika-Behandlung werden Resistenzen beg\u00fcnstigt. Die Bakterien \u00fcberleben in diesen F\u00e4llen und vermehren sich weiter. Ein Umstieg auf ein anderes Antibiotikum kann hier helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders problematisch sind <strong>multiresistente <\/strong>Bakterienst\u00e4mme. Diese sind nicht nur gegen einen, sondern mehrere Antibiotika-Wirkstoffe unempfindlich. Diese Bakterien k\u00f6nnen durch direkten Kontakt vor allem \u00fcber die H\u00e4nde oder \u00fcber Tr\u00f6pfchen \u00fcbertragen werden. Auch Tiere k\u00f6nnen diese Bakterien auf den Menschen \u00fcbertragen. <strong>Sorgf\u00e4ltige Hygiene<\/strong> bei multiresistenten Erregern ist daher sehr wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>In <strong>Krankenh\u00e4usern<\/strong> sind multiresistente Bakterien besonders gef\u00fcrchtet, da sie dort viele bereits kranke und geschw\u00e4chte Personen infizieren k\u00f6nnen, was im schlimmsten Fall t\u00f6dlich enden kann. Zahlreiche Hygiene-Ma\u00dfnahmen, die Isolierung von Betroffenen und die Entwicklung von alternativen Medikamenten sollen das Problem eind\u00e4mmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein internationales Forschungsteam hat in Zusammenarbeit mit der MedUni Wien 2024 herausgefunden, dass auch <strong>Mikro- und Nanoplastik<\/strong> die Wirkung von Antibiotika verringern kann. Dabei handelt es sich um sehr kleine Kunststoffteilchen, die aus Textilien oder Lebensmittelverpackungen in die Umwelt und in den menschlichen K\u00f6rper gelangen. Das Forschungsteam konnte nachweisen, dass das Antibiotikum <strong>Tetracyclin<\/strong> mit den Plastikpartikeln \u2013 vor allem Nylon \u2013 Verbindungen eingeht und deshalb schlechter im K\u00f6rper wirkt. Dies k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass h\u00f6here Dosierungen n\u00f6tig werden oder das Antibiotikum an unerw\u00fcnschte Stellen im K\u00f6rper transportiert wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-ist-der-crp-wert-und-wie-kann-er-helfen\"><strong>Was ist der CRP-Wert und wie kann er helfen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der zu h\u00e4ufige und ungerechtfertigte Einsatz von Antibiotika beg\u00fcnstigt nicht nur Resistenzen, sondern kann den K\u00f6rper auch unn\u00f6tig belasten. Durch die Bestimmung des CRP-Werts kann die <strong>St\u00e4rke einer Entz\u00fcndung<\/strong> festgestellt werden und auch, ob es sich um eine <strong>bakterielle oder virale Infektion<\/strong> handelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Basis eines Bluttests wird die Menge der sogenannten <strong>C-reaktiven-Proteine<\/strong> im Blut bestimmt. Der CRP-Wert ist unabh\u00e4ngig von Alter und Geschlecht und liegt im Normalfall bei 5 mg\/L. Eine Erh\u00f6hung des Wertes auf 50 mg\/L kann f\u00fcr eine leichte Infektion sprechen, n\u00e4hert sich der Wert 100 mg\/L an, handelt es sich vermutlich um eine st\u00e4rkere Entz\u00fcndung bzw. Infektion.<\/p>\n\n\n\n<p>Der CRP-Wert steigt nur bei <strong>bakteriellen Infektionen<\/strong> stark an, bei viralen Infektionen hingegen bleibt er h\u00e4ufig unver\u00e4ndert oder ist nur leicht erh\u00f6ht. Die Bestimmung des Wertes kann also dabei helfen einzusch\u00e4tzen, ob eine Antibiotikatherapie sinnvoll ist. Dennoch ist es stets wichtig, die Schwere und Art der <strong>Symptome<\/strong> und die <strong>Krankengeschichte<\/strong> der Patient:innen zu kennen, da auch andere Entz\u00fcndungen den CRP-Wert in die H\u00f6he treiben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-sind-crp-selbsttests-sinnvoll\"><strong>Sind CRP-Selbsttests sinnvoll?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Selbsttests zur Bestimmung des CRP-Werts sind meist in der Apotheke erh\u00e4ltlich. Zu Hause kann dann durch eine kleine <strong>Blutprobe<\/strong> der Wert bestimmt werden. Dies sollte aber nur der groben <strong>Einsch\u00e4tzung der Infektion<\/strong> dienen. Auch bei einem niedrigen Wert sollte bei anhaltenden und schweren Symptomen ein Arzt oder eine \u00c4rztin aufgesucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem bei <strong>Atemwegsinfektionen<\/strong> ist es oft schwer festzustellen, ob Viren oder Bakterien die Verursacher sind. Hier kann der CRP-Wert n\u00fctzlich sein.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2430],"tags":[108,193,1967,545,176,207,1049],"class_list":["post-8549","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-infektiologie","tag-allgemeinmedizin","tag-antibiotika","tag-antibiotikatesistenz","tag-infektiologie","tag-infektion","tag-medikamente","tag-resistenz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/8549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/8549\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16337,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/8549\/revisions\/16337"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}