{"id":827,"date":"2022-03-30T14:00:59","date_gmt":"2022-03-30T12:00:59","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/fsme-zeckengefahr-so-schuetzen-sie-sich-davor\/"},"modified":"2025-07-09T20:19:46","modified_gmt":"2025-07-09T18:19:46","slug":"fsme-zeckengefahr-so-schuetzen-sie-sich-davor","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/fsme-zeckengefahr-so-schuetzen-sie-sich-davor\/","title":{"rendered":"FSME durch Zeckenstich: So sch\u00fctzen Sie sich davor"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was ist FSME?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder auch Zeckenenzephalitis wird durch das FSME-Virus hervorgerufen, das haupts\u00e4chlich durch einen Zeckenstich auf den Menschen \u00fcbertragen wird. Neben FSME-Viren k\u00f6nnen Zecken auch <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/borreliose-so-schuetzen-sie-sich-vor-der-infektionserkrankung\/\">Lyme-Borreliose<\/a> \u00fcbertragen, gegen die es keine Impfung gibt. In selteneren F\u00e4llen kann eine FSME-Infektion auch nach dem Verzehr von Rohmilchprodukten von Schafen, Ziegen und sehr selten auch von K\u00fchen auftreten. Eine \u00dcbertragung von Mensch zu Mensch ist (au\u00dfer im Zuge einer Organtransplantation) hingegen nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<h2><strong>FSME-Erkrankungen in \u00d6sterreich<\/strong><\/h2>\n<p>In \u00d6sterreich wurden im Jahr 2021 128 Personen aufgrund einer Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis\u00a0im Krankenhaus behandelt. Ein bis zwei Prozent versterben an der Infektion. Die meisten F\u00e4lle traten in Ober\u00f6sterreich, Tirol und Salzburg auf. Allerdings gilt ganz \u00d6sterreich als FSME-Endemiegebiet, da in allen Bundesl\u00e4ndern FSME-tragende Zecken vorkommen. Anders als oft angenommen, sind diese auch nicht nur in W\u00e4ldern anzutreffen, sondern auch in Wiesen in Parks und G\u00e4rten. Doch auch bis auf H\u00f6hen von 1.600 m ist die Schildzecke Ixodes ricinus bzw. der gemeine Holzbock, wie die in unseren Breiten am h\u00e4ufigsten auftretende Zecke genannt wird, anzutreffen. Durch die Klimaerw\u00e4rmung verl\u00e4ngert sich die Saison noch dazu bis in den Herbst und Winter \u2013 inaktiv werden Zecken erst ab f\u00fcnf bis sieben Grad Celsius.<\/p>\n<h2><strong>Wie verl\u00e4uft eine FSME-Erkrankung?<\/strong><\/h2>\n<p>Eine FSME-Erkrankung verl\u00e4uft h\u00e4ufig in zwei Phasen. Ein bis drei Wochen kommt es nach etwa jedem dritten Zeckenstich (im Durchschnitt nach acht Tage) zu grippe\u00e4hnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Bauchschmerzen und allgemeinem Krankheitsgef\u00fchl. Nach vor\u00fcbergehender Besserung kommt es dann bei etwa 15 Prozent der Infizierten zu einem erneuten Fieberanstieg und weiteren Symptomen wie Nackensteifheit, Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwindel sowie Konzentrations- und Gehst\u00f6rungen. In dieser zweiten Phase der Erkrankung, in der das zentrale Nervensystem weiter befallen wird, kann es zu einer <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/meningitis-hirnhautentzuendung-ursache-formen-und-behandlung\/\">Hirnhautentz\u00fcndung (Meningitis)<\/a> bis hin zu einer Hirnentz\u00fcndung (Meningoenzephalitis) und zus\u00e4tzlich zu einer R\u00fcckenmarksentz\u00fcndung (Meningoenzephalomyelitis) kommen. Zu schweren Krankheitsverl\u00e4ufen kommt es vor allem bei Personen \u00fcber 50 Jahren, in selten F\u00e4llen auch bei Kindern. Rund ein Drittel der Betroffenen leiden unter langandauernden Folgesch\u00e4den. Etwa ein bis zwei Prozent der Betroffenen \u00fcberleben die Krankheit nicht.<\/p>\n<h2><strong>Wie wird FSME behandelt?<\/strong><\/h2>\n<p>Viele Patientinnen und Patienten bemerken einen Zeckenstich nicht. In den meisten F\u00e4llen ist daher neben einem ausf\u00fchrlichen Gespr\u00e4ch und einer k\u00f6rperlichen Untersuchung ein Bluttest notwendig, um die FSME-Erkrankung mit Sicherheit best\u00e4tigen oder ausschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Erkrankung gibt es keine urs\u00e4chliche Therapiem\u00f6glichkeit \u2013 lediglich die Symptome k\u00f6nnen behandelt werden. Betroffenen wird Bettruhe verordnet und in Absprache mit der\/dem \u00c4rztin\/Arzt k\u00f6nnen auch Schmerzmittel eingenommen werden. Etwa f\u00fcnf Prozent m\u00fcssen aufgrund von Ateml\u00e4hmungen und schweren Bewusstseinsst\u00f6rungen auf Intensivstationen behandelt werden. Bei L\u00e4hmungserscheinungen und Koordinations- oder auch Sprachst\u00f6rungen sind eine Physio-, Ergo- und auch Logop\u00e4die hilfreich.<\/p>\n<h2><strong>Wie kann man sich vor FSME sch\u00fctzen?<\/strong><\/h2>\n<p>Die einzige M\u00f6glichkeit, sich vor FSME zu sch\u00fctzen, ist die korrekte Impfung. \u00d6sterreich gilt als FSME-Impfweltmeister. Immerhin 80 Prozent der hier lebenden Menschen sind gegen die Erkrankung grundimmunisiert. Das bedeutet, dass sie die ersten drei Teil-Impfungen erhalten haben. Die ersten beiden FSME-Impfungen werden innerhalb von drei Monaten gegeben, darauf folgt eine dritte Impfung nach neun bis zw\u00f6lf Monaten. Nur, wenn alle drei Teil-Impfungen erfolgt sind, ist der vollst\u00e4ndige Schutz gegeben. Dieses Impfschema der Zecken-Impfung kann vom Arzt\/der \u00c4rztin abge\u00e4ndert werden, wenn man nach der ersten oder zweiten Teilimpfung von einer Zecke gebissen wurde und die Grundimmunisierung noch nicht vollst\u00e4ndig abgeschlossen ist.<\/p>\n<p>Zudem sollte nach drei Jahren die erste Auffrischungsimpfung erfolgen. Weitere FSME-Impfungen sind anschlie\u00dfend nur noch alle f\u00fcnf Jahre, bei \u00fcber 60-J\u00e4hrigen wieder alle drei Jahre notwendig. Derzeit besitzen nur 60 Prozent der EinwohnerInnen \u00d6sterreichs einen vollst\u00e4ndigen Impfschutz, da sie nach der erfolgten Grundimmunisierung nicht alle Auffrischungsimpfungen erhalten haben.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich sind derzeit Impfstoffe von zwei Herstellern verf\u00fcgbar, die im Allgemeinen gut vertr\u00e4glich sind und einen Schutz von bis zu 99 Prozent bieten. Geimpft wird mit sogenannten Totimpfstoffen, die abget\u00f6teten Viren bzw. nur Teile der Viren beinhalten und die Erkrankung nicht ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Die Impfung bewirkt, dass die wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen im K\u00f6rper lernen den Virus zu bek\u00e4mpfen und im Fall einer echten Infektion auf das FSME-Virus vorbereitet sind und die n\u00f6tigen Abwehrmechanismen schnellstm\u00f6glich aktivieren k\u00f6nnen, bevor es zu schwerwiegenden Beschwerden kommt.<\/p>\n<p>Die FSME-Impfung hat nur selten Nebenwirkungen. Gelegentlich kommt es zu R\u00f6tungen und Schwellungen an der Injektionsstelle (Oberarm), noch seltener kommt es zu Kopf- und Muskelschmerzen. Bei Kindern kann die Impfung Fieber ausl\u00f6sen, welches im Regelfall nach ein bis zwei Tagen abklingt. Da es sich um einen Totimpfstoff handelt, kann auch in der Schwangerschaft geimpft werden. Dies sollte allerdings zuvor mit der \u00c4rztin\/dem Arzt besprochen werden.<\/p>\n<p>Bei einem ungen\u00fcgenden Impfschutz gegen FSME kann auch eine Impfung sofort nach dem Zeckenstich nicht mehr gegen eine Erkrankung helfen, da sich der vollst\u00e4ndige Schutz erst nach sieben bis 14 Tagen aufbaut. Au\u00dferdem wird dieser nicht durch eine einzelne Impfung erreicht.<\/p>\n<h2><strong>Wie kann man sich vor Zecken sch\u00fctzen?<\/strong><\/h2>\n<p>Da Zecken wie erw\u00e4hnt nicht nur FSME, sondern auch Borreliose \u00fcbertragen k\u00f6nnen, empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) als wichtigen Schritt gegen durch Zecken \u00fcbertragene Erkrankungen die Expositionsprophylaxe. Bei Ausfl\u00fcgen in die Natur sollte m\u00f6glichst viel K\u00f6rperoberfl\u00e4che durch Kleidung bedeckt sein. Auch Insektenschutzmittel k\u00f6nnen aufgetragen werden.<\/p>\n<p>Nach dem Aufenthalt im Freien sollte der K\u00f6rper nach Zecken abgesucht werden (den Haaransatz nicht vergessen!). Sollte eine Zecke gefunden werden, muss diese umgehend, da die Gefahr einer Borreliose steigt, je l\u00e4nger die Zecke Blut saugen kann (Achtung: Die Infektion mit FSME-Viren erfolgt hingegen sofort nach dem Stich!).<\/p>\n<p>Am besten lassen sich Zecken mit einer Pinzette oder mit den Fingern entfernen. Hierzu wird die Zecke m\u00f6glichst nah an der Hautoberfl\u00e4che, also am Kopf und niemals am K\u00f6rper, erfasst und langsam und gerade aus der Haut gezogen. Wird die Zecke gequetscht, k\u00f6nnen sich Bakterien aus dem Darm der Zecke durch den Stichkanal \u00fcbertragen. Durch Drehen kann der Kopf abrei\u00dfen. Im Regelfall wird dieser nach einigen Tagen selbstst\u00e4ndig ausgeschieden. Auf keinen Fall sollte die Zecke zuvor mit \u00d6l betr\u00e4ufelt werden, da das Tier dadurch gereizt werden k\u00f6nnte und infolgedessen Speichel mit Infektionserregern an den Menschen abgibt.<\/p>\n<p>Zecken k\u00f6nnen auch durch Haustiere in die Wohnr\u00e4ume getragen werden, von diesen abfallen und anschlie\u00dfend auf die Menschen klettern. Daher m\u00fcssen auch Haustiere abgesucht werden.<\/p>\n","protected":false},"author":42,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2405,2457,2408],"tags":[108,254,470,2772,91,188,202],"class_list":["post-827","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-haut-und-geschlechtskrankheiten","category-krankheit","category-neurologie","tag-allgemeinmedizin","tag-dermatologie","tag-enzephalitis","tag-fruhsommer-meningoenzephalitis","tag-fsme","tag-neurologie","tag-zecken"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/827","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/827\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9475,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/827\/revisions\/9475"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}