{"id":8079,"date":"2022-06-23T10:36:09","date_gmt":"2022-06-23T08:36:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=8079"},"modified":"2024-02-20T09:18:55","modified_gmt":"2024-02-20T08:18:55","slug":"brustkrebs-ist-nachtaktiv","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/brustkrebs-ist-nachtaktiv\/","title":{"rendered":"Brustkrebs ist nachtaktiv"},"content":{"rendered":"\n<p>Metastasen entstehen, wenn sich Krebszellen aus dem urspr\u00fcnglichen Tumor l\u00f6sen und \u00fcber Blutgef\u00e4\u00dfe durch den K\u00f6rper wandern und sich in anderen Organen niederlassen. Die Frage, wann Tumore metastasenbildende Zellen auf den Weg schicken, wurde bisher nicht ausreichend gekl\u00e4rt. Forschende gehen davon aus, dass Tumore laufend solche Zellen aussenden. Eine neue Studie kommt nun aber zu einem \u00fcberraschenden Ergebnis: zirkulierende Krebszellen, die sp\u00e4ter Metastasen bilden, entstehen haupts\u00e4chlich in den Schlafphasen der erkrankten Personen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchl\u00e4ft die betroffene Person, erwacht der Tumor\u201c, fasst Studienleiter Nicola Aceto, ETH Z\u00fcrich, das Ergebnis der Untersuchung zusammen. Im Rahmen ihrer Forschungst\u00e4tigkeit an 30 Krebspatientinnen und in Mausmodellen stellte das Forschungsteam fest, dass der urspr\u00fcngliche Tumor w\u00e4hrend der Schlafphasen des erkrankten Organismus aktiver ist und mehr zirkulierende Zellen absondert als w\u00e4hrend den Wachzeiten. Zellen, die in der Nacht vom Tumor abgehen, erweisen sich au\u00dferdem als teilungsfreudiger und haben daher auch ein gr\u00f6\u00dferes Potenzial, Metastasen zu bilden, als diejenigen zirkulierenden Zellen, die sich tags\u00fcber vom Tumor l\u00f6sen. \u201eUnsere Daten zeigen, dass das Entweichen von zirkulierenden Krebszellen aus dem urspr\u00fcnglichen Tumor durch Hormone wie Melatonin gesteuert wird, die unseren Tag- und Nachtrhythmus bestimmen\u201c, meint Zoi Diamantopoulou, Erstautorin der Studie.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus weisen die Untersuchungen darauf hin, dass der Zeitpunkt, an dem Tumor- oder Blutproben f\u00fcr die Diagnose entnommen werden, beeinflussen kann, was OnkologInnen finden. Derartige Zufallsfunde haben die Forschenden auch erst auf die richtige F\u00e4hrte gebracht. Aceto: \u201eManche meiner KollegInnen arbeiten fr\u00fchmorgens oder erst sp\u00e4t am Abend, sie analysieren auch einmal zu un\u00fcblichen Tageszeiten Blut\u201c. So konnten sie zu ihrer \u00dcberraschung feststellen, dass in Proben, die zu unterschiedlichen Tageszeiten entnommen wurden, sehr unterschiedliche Mengen an zirkulierenden Krebszellen vorhanden waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Clou war die \u00fcberraschend hohe Anzahl gefundener Krebszellen im Blut von M\u00e4usen im Vergleich zu derjenigen bei Menschen. Der Grund: M\u00e4use sind nachtaktiv und schlafen tags\u00fcber, wenn WissenschaftlerInnen die meisten Proben entnehmen. Um vergleichbare Daten zu generieren, w\u00e4re es daher sinnvoll, auch die Zeiten der Probenentnahme zu ber\u00fccksichtigen.<br>Um Therapien bestm\u00f6glich zu optimieren m\u00f6chten die Forschenden im n\u00e4chsten Schritt herausfinden, wie diese Erkenntnisse in bestehende Krebsbehandlungen integriert werden k\u00f6nnten. Im Rahmen von weiteren Studien soll auch der Frage nachgegangen werden, ob sich andere Krebsarten \u00e4hnlich verhalten wie Brustkrebs und existierende Therapien erfolgreicher w\u00e4ren, wenn man PatientInnen zu anderen Uhrzeiten behandelt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Referenz:<br>ETH Z\u00fcrich, Universit\u00e4t Basel<br>The metastatic spread of breast cancer accelerates during sleep, Nature, Nature 2022. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-022-04875-y\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-022-04875-y<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-brustkrebs-mammakarzinom-krebs-onkologie-wissenschaft-forschung-medizin-gesundheit-krebsforschung\">#brustkrebs #mammakarzinom #krebs #onkologie #wissenschaft #forschung #medizin #gesundheit #krebsforschung<\/h4>\n","protected":false},"author":41,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2459,2411,8],"tags":[132,129,134,216,1764,940,75,876],"class_list":["post-8079","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-frauenheilkunde","category-onkologie","category-wissenschaft","tag-brustkrebs","tag-frauenheilkunde","tag-gynakologie","tag-krebs","tag-krebsforschung","tag-mammakarzinom","tag-onkologie","tag-wissenschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/8079","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/8079\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8087,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/8079\/revisions\/8087"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8080"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8079"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8079"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8079"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}