{"id":7917,"date":"2022-06-17T08:52:30","date_gmt":"2022-06-17T06:52:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=7917"},"modified":"2026-02-10T11:10:32","modified_gmt":"2026-02-10T10:10:32","slug":"leberkrebs-hcc-symptome-diagnose-behandlung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/leberkrebs-hcc-symptome-diagnose-behandlung\/","title":{"rendered":"Leberkrebs (HCC)- Symptome, Diagnose, Behandlung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-versteht-man-unter-dem-begriff-leberkrebs-hepatozellulares-karzinom\"><strong>Was versteht man unter dem Begriff Leberkrebs (Hepatozellul\u00e4res Karzinom)<\/strong>?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Leber als gr\u00f6\u00dfte Dr\u00fcse des menschlichen K\u00f6rpers hat zahlreiche wichtige Aufgaben. Dazu z\u00e4hlen die Herstellung essentieller Eiwei\u00dfe, die Verwertung von Nahrungsbestandteilen, die Produktion der Gallenfl\u00fcssigkeit sowie der Abbau und die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten, Medikamenten und Giftstoffen. Wenn sich in den Zellen eines Teiles  dieses wichtigen Organs bestimmte Entartungen durchsetzen, kann Leberkrebs entstehen, also ein maligner (b\u00f6sartiger) Tumor der Leber. Dieser hat auch die Eigenschaft, h\u00e4ufig in Lunge und Knochen zu streuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Experten unterscheiden zwischen <strong>prim\u00e4rem Leberkrebs<\/strong>, der sich direkt aus den Zellen der Leber entwickelt, und <strong>sekund\u00e4rem Leberkrebs<\/strong>, bei dem sich der Tumor zwar in der Leber, aber nicht aus deren Zellen, sondern aus Zellen anderer Gewebe bildet, die in der Leber weiterwachsen (Metastasen). Das kann zum Beispiel bei <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/darmkrebs-symptome-verlauf-und-behandlung\/\">Darmkrebs<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/tag\/magenkrebs\/\">Magenkrebs<\/a> oder<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/brustkrebs\/\"> Brustkrebs<\/a> der Fall sein, wenn der \u201eBasiskrebs\u201c fortgeschritten ist. Manchmal ist es nicht m\u00f6glich herauszufinden, welche Grunderkrankung diese Metastase hervorgerufen hat. In diesem Fall spricht man vom Cancer of Unknown primary (CUP-Syndrom, Krebs unklaren Ursprungs).<\/p>\n\n\n\n<p>Der prim\u00e4re Leberkrebs wird unterteilt in das Hepatozellul\u00e4re Karzinom (HCC) und das Cholangiozellul\u00e4re Karzinom (CCC). Letzteres geht von den Galleng\u00e4ngen aus und bricht dann in die Leber ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Hepatozellul\u00e4re Karzinom ist der f\u00fcnfth\u00e4ufigste b\u00f6sartige Tumor, wobei sich die H\u00e4ufigkeit in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat. Fachleute f\u00fchren dies vor allem auf die h\u00f6here Rate an<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hepatitis-c\/\"> Hepatitis-C<\/a>-Neuerkrankungen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4nner sind dreimal h\u00e4ufiger vom HCC betroffen als Frauen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Leberkrebs: Ursachen und Risikofaktoren<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Was die Ursachen f\u00fcr die Entstehung von Leberkrebs betrifft, so sind sie nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Man wei\u00df aber, dass eine<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/leberzirrhose\/\"> Leberzirrhose<\/a> der Hauptrisikofaktor f\u00fcr die Entwicklung eines b\u00f6sartigen Hepatozellul\u00e4ren Karzinoms ist. Dabei handelt es sich um den chronischen Untergang von gesundem Lebergewebe, nach dem sich eine Leber wieder regeneriert, dabei aber eine gest\u00f6rte Gewebearchitektur mit knotigen Ver\u00e4nderungen entwickelt. Au\u00dferdem entsteht enorm viel Bindegewebe. Man spricht in diesem Zusammenhang von Fibrosierung. Sie bewirkt eine St\u00f6rung der Durchblutung der Leber, sodass sich das Blut im Bereich der Pfortader vor der Leber staut (portale Hypertension). <\/p>\n\n\n\n<p>Hauptursachen f\u00fcr die Entstehung einer Leberzirrhose sind chronischer <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/alkoholismus\/\">Alkoholmissbrauch<\/a> und chronische Virusinfektionen (<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hepatitis-leberentzuendung\/\">Hepatitis B und C<\/a>). Weitere Ursachen f\u00fcr die Entstehung einer Leberzirrhose und den Leberkrebs sind die H\u00e4mochromatose (angeborene St\u00f6rung des Eisenstoffwechsels), der Schimmelpilz Aspergillus flavus und der erblich angeborene Alpha1-Antitrypsinmangel. Auch ein dauerhafter Kontakt mit dem Fett- und \u00d6l-L\u00f6semittel Tetrachlorkohlenstoff, das bei der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln eine Rolle spielt, erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr die Entstehung von Leberkrebs signifikant.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere m\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr prim\u00e4ren Leberkrebs sind molekular-genetischer Natur. So wei\u00df man etwa, dass bei rund 60 Prozent der Patienten das Tumorsuppressorgen FHIT gest\u00f6rt ist. Dadurch wird die Herstellung zahlreicher Proteine gehemmt, und es kommt zu einem unkontrollierten Zellwachstum.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem kann der langj\u00e4hrige Missbrauch von Androgenen (etwa bei Bodybuildern) die Entstehung eines HCC beg\u00fcnstigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die Ursachen f\u00fcr das cholangiozellul\u00e4re Karzinom betrifft, so z\u00e4hlen folgende Erkrankungen zu den Risikofaktoren:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/gallensteine-risikofaktoren-symptome-diagnose-behandlung\/\">Gallengangssteine<\/a><\/li><li>seltene chronische Entz\u00fcndungen der Gallenwege<\/li><li>gutartige Geschwulste der Gallenwege, die entarten k\u00f6nnen<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/zyste\/\">Zysten<\/a> im Gallengang<\/li><li>chronisch-parasit\u00e4re Lebererkrankungen, die vor allem in Asien vorkommen (zum Beispiel Leberegel)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hepatozellul\u00e4res Karzinom: Symptome<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Leberkrebs macht zu Beginn der Erkrankung nur selten Beschwerden, so dass Betroffene zun\u00e4chst nichts bemerken. Die ersten Anzeichen, die dar\u00fcber hinaus meist unspezifisch sind, treten in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit auf, dann also, wenn es f\u00fcr eine vollst\u00e4ndige Heilung oft zu sp\u00e4t ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Folgende Symptome k\u00f6nnen auftreten:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unspezifische Symptome:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>ungewollte Gewichtsabnahme<\/li><li>Appetitlosigkeit<\/li><li>Leistungsabfall<\/li><li>Oberbauchschmerzen<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/fieber-senken-wann-und-wie\/\">Fieber<\/a><\/li><li>Nachtschwei\u00df<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Weitere Symptome<\/strong>, die meist die Folge eines vermehrten Wachstums des Tumors sind, treten erst sp\u00e4ter auf. Zu diesen z\u00e4hlen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/tag\/gelbsucht\/\">Gelbsucht<\/a>: Gelbf\u00e4rbung der Augen, sp\u00e4ter auch der Haut<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/juckreiz-pruritus\/\">Juckreiz<\/a><\/li><li>Druckschmerz im rechte Oberbauch<\/li><li>Bauchwasser: Dabei f\u00fchrt eine St\u00f6rung im Eiwei\u00dfhaushalt zu einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Fl\u00fcssigkeitsansammlung in der freien Bauchh\u00f6hle, und es kommt zu einer Zunahme des Bauchumfangs<\/li><li>tastbarer Tumor im rechten Oberbauch<\/li><li>dunkler Urin und heller, entf\u00e4rbter Stuhl<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Diagnose des Leberkarzinoms<\/strong> <\/h2>\n\n\n\n<p>Die Diagnostik beginnt mit der Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese), wobei der Arzt auch danach fragt, ob der oder die Betroffene in einem Medizinberuf t\u00e4tig ist, eine Auslandsreise gemacht hat oder im Ausland besch\u00e4ftigt ist. Zudem wird nach h\u00e4ufig wechselnden Sexualpartnern ohne n\u00f6tigen Schutz vor sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten sowie einer m\u00f6glicherweise bereits vordiagnostizierten Leberzirrhose gefragt. <\/p>\n\n\n\n<p>Danach folgt eine k\u00f6rperliche Untersuchung, bei der der Bauchraum betastet und beklopft wird. Zudem wird Blut entnommen und im Labor auf alle wichtigen Werte inklusive des Blutbildes und der Gerinnung untersucht. (Eine An\u00e4mie, eine St\u00f6rung der Syntheseleistung der Leber und erh\u00f6hte Cholestasewerte k\u00f6nnen dabei erste Hinweise liefern.) Weiters werden die Tumormarker AFP und Ca 19-9, die unter anderem bei Leberkrebs erh\u00f6ht sind, untersucht. <\/p>\n\n\n\n<p>In der Ultraschalluntersuchung kann ein gr\u00f6\u00dferer Lebertumor dargestellt werden. Besteht nach diesen Untersuchungen der begr\u00fcndete Verdacht auf Leberkrebs, kommen Computertomographie und\/oder Magnetresonanztomographie des Bauchraumes zum Einsatz, weiters R\u00f6ntgenaufnahmen des Brustkorbs und ein Knochenszintigramm zur Diagnostik von Metastasen, eine Biopsie des Tumors und gegebenenfalls eine Angiographie zur Operationsvorbereitung oder bei unklarer Diagnose. Die endg\u00fcltige Diagnosesicherung kann bei Leberkrebs nur durch eine Biopsie via Punktion oder durch eine Bauchspiegelung erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die weitere Diagnostik bei Verdacht auf Metastasen betrifft, erfolgen meist eine Magenspiegelung und eine Darmspiegelung, denn diese Krebsarten sowie auch <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/bauchspeicheldruesenkrebs\/\">Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs<\/a> streuen zuerst in die Leber.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Verdacht auf ein cholangiozellul\u00e4res Karzinom wird eine initiale Ultraschalluntersuchung des oberen Gastrointestinaltraktes und eine anschlie\u00dfende Spiegelung der Gallenwege durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zur Behandlung von Leberkrebs <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Therapien bei hepatozellul\u00e4ren Karzinomen richten sich nach der Gr\u00f6\u00dfe, Ausdehnung und Lage des Tumors. Auch der Allgemeinzustand des Patienten spielt eine gro\u00dfe Rolle. Anhand des so genannten Karnofsky-Index kann gekl\u00e4rt werden, welche Therapie f\u00fcr die PatientIn am ehesten in Frage kommt. Um das endg\u00fcltig zu entscheiden, ist es auch wichtig, in welchem Zustand die Leber ist, ob eine Zirrhose vorliegt oder ob Syntheseleistung oder Entgiftung eingeschr\u00e4nkt sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Operation:<\/strong> Ist die Leberfunktion noch gut erhalten und der Tumor gut zug\u00e4nglich, so ist eine Operation die Methode der Wahl. Handelt es sich um Metastasen, so muss auch deren Ursprung behandelt werden und eventuell eine <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/was-passiert-bei-einer-chemotherapie\/\">Chemotherapie<\/a> und\/oder<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wie-funktioniert-eine-strahlentherapie\/\"> Strahlentherapie<\/a> durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lebertransplantation: <\/strong>Liegt eine ausgedehnte Leberzirrhose vor, ist eine Leber-Transplantation erfolgsversprechender als die alleinige Entfernung des Tumors. Diese setzt einen guten Allgemeinzustand ohne schwerwiegende Begleiterkrankungen voraus. Nach der vollst\u00e4ndigen Entfernung der Leber wird eine Spenderleber eingesetzt, wobei nach der Transplantation weiterhin immunsupprimierende Medikamente eingenommen werden m\u00fcssen, um die Absto\u00dfung des Organs zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Radiofrequenz-Ablation<\/strong> <strong>(RFA, RFTA, RITA):<\/strong> Dabei wird unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle eine Sonde in den Tumor eingef\u00fchrt. \u00dcber diese werden Radiofrequenzwellen eingebracht, um das Tumorgewebe zu erhitzen, wodurch der Tumor &#8220;verkocht&#8221; wird.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mikrowellen-Ablation (MWA)<\/strong>: Das ist ein \u00e4hnliches Verfahren wie die RFA, aber statt der Radiofrequenzwellen werden Mikrowellen in den Tumor abgegeben. Dabei k\u00f6nnen noch h\u00f6here Temperaturen erzeugt werden. Die Methode kommt vor allem bei HCC-Herden, die nahe an gro\u00dfen und gut durchbluteten Gef\u00e4\u00dfen liegen, zum Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Transarterielle Chemoembolisation<\/strong> (TACE): Dabei werden die Prinzipien der Embolisation und der Chemotherapie kombiniert. Ein Katheter wird von der Leiste bis zur Leberarterie vorgef\u00fchrt, und durch diesen Katheter werden kleine Kunststoffteilchen in das den Tumor versorgende Gef\u00e4\u00df gespritzt, bis das Gef\u00e4\u00df verstopft und die Blutzufuhr zu dem Tumor gestoppt ist. Zus\u00e4tzlich wird ein Chemotherapeutikum durch den Katheter gespritzt. Durch diese Interventionen wird ein Absterben der Krebszellen bewirkt, das Tumorwachstum verz\u00f6gert und das \u00dcberleben verbessert. Die Chemoembolisation wird auch als \u00fcberbr\u00fcckende Behandlung vor einer Lebertransplantation angewendet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Transarterielle Radioembolisation (TARE):<\/strong> Das ist eine lokale Bestrahlungsbehandlung von Lebertumoren, welche die Leber-versorgenden Arterien nutzt, um die Strahlenquelle direkt am Tumor zu platzieren. Kleinste K\u00fcgelchen, die eine radioaktive Substanz mit sehr kurzen Reichweiten enthalten, werden \u00fcber einen Katheter direkt in die Lebergef\u00e4\u00dfe eingebracht. Das Verfahren wird bei Patienten mit auf die Leber begrenztem Leberkrebs, der weder operativ noch lokal-ablativ behandelt werden kann, angewendet. Der Vorteil der Methode gegen\u00fcber der TACE ist, dass sie in der Regel als Einzelsitzung und unter Umst\u00e4nden auch bei Patienten mit verschlossener Pfortader oder bei Gef\u00e4\u00dfinvasionen der HCC-Herde zum Einsatz kommen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Externe Strahlentherapie (Radiotherapie):<\/strong> Dabei gibt es zwei Verfahren:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Stereotaktische Strahlenbehandlung (Stereotactic Body Radiotherapy, SBRT): <\/strong>Das ist eine von au\u00dfen angewandte Strahlenbehandlung, die bei \u00f6rtlich begrenzten Leberkarzinomen, die weder operativ noch mit minimalinvasiven lokalen Verfahren behandelt werden k\u00f6nnen, zur Anwendung kommt. Mit diesem Verfahren k\u00f6nnen die Tumoren sehr gezielt bestrahlt und gesundes Gewebe sowie nahe liegende Organe geschont werden. Die SBRT ist aufgrund der hohen lokalen Ansprechrate auch eine Alternative, um die Zeit bis zu einer Lebertransplantation zu \u00fcberbr\u00fccken.<\/li><li><strong>Protonentherapie:<\/strong> Dabei wird der Tumor gezielt mit Alpha-Strahlung (Protonen) bestrahlt, und Tumoren k\u00f6nnen gezielter und schonender von au\u00dfen behandelt werden als mit herk\u00f6mmlichen Bestrahlungsmethoden, die mit Gamma-Strahlen oder Elektronen arbeiten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2133826093-1024x576.jpg\" alt=\"Foto:SirichaiPuangsuwan\/Shutterstock\" class=\"wp-image-7950\" width=\"768\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2133826093-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2133826093-300x169.jpg 300w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2133826093-768x432.jpg 768w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2133826093-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2133826093-1056x595.jpg 1056w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2133826093-700x395.jpg 700w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2133826093-381x215.jpg 381w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2133826093.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Medikament\u00f6se Behandlung (Systemtherapie): <\/strong>Dabei werden Medikamente in Form von Tabletten oder Infusionen gegeben und so im gesamten K\u00f6rper verteilt. Klassische Wirkstoffe sind Chemotherapien oder Zytostatika, die vor allem auf schnell wachsende Zellen wie eben Krebszellen wirken. Allerdings k\u00f6nnen dabei auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei Leberkrebs werden Chemotherapien nur sehr selten eingesetzt, weil sie generell keine gute Wirksamkeit bei diesen Karzinomen gezeigt haben. Sie haben aber ihre Berechtigung im Rahmen von lokalen Therapien, weil hier der Wirkstoff direkt am Tumor platziert wird, so effektiver ist und unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen auf gesundes Gewebe eingeschr\u00e4nkt sind.<br>Zur Therapie des HCC werden stattdessen oft so genannte zielgerichtete Therapien angewendet, die sehr spezifisch auf Krebszellen wirken. Dazu z\u00e4hlen die Tyrosinkinasehemmer, Immuntherapeutika und Antik\u00f6rper. Sie k\u00f6nnen auch im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung eingesetzt werden, wenn der Krebs durch lokale Therapien nicht mehr sinnvoll behandelt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Tyrosinkinasehemmer:<\/strong> Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, die in das Zellinnere von Krebszellen eindringen und dort meist mehrere verschiedene Typen von Tyrosinkinasen, welche das unkontrollierte Wachstum der Tumorzellen erm\u00f6glichen, gleichzeitig hemmen. Dadurch kann das Tumorwachstum zumindest vor\u00fcbergehend aufgehalten werden. Achtung:&nbsp; Tyrosinkinasehemmer haben zum Teil auch schwere Nebenwirkungen, und eine erhaltene Leberfunktion und ein guter Allgemeinzustand des Patienten sind Voraussetzung f\u00fcr eine Therapie mit diesen Medikamenten.<\/li><li><strong>Antik\u00f6rpertherapien: <\/strong>Antik\u00f6rper beeinflussen das Immunsystem nicht direkt, sondern binden \u2013 \u00e4hnlich wie  Tyrosinkinasehemmer \u2013 an Strukturen zur Signal\u00fcbertragung und verhindern damit das Wachstum von Blutgef\u00e4\u00dfen innerhalb des Tumors. Die Krebszellen k\u00f6nnen dann nicht mehr ausreichend versorgt werden und sterben ab.<\/li><li><strong>Immuntherapien:<\/strong> Sie wirken, indem sie das k\u00f6rpereigene Immunsystem im Kampf gegen die Krebszellen aktivieren und es dazu bringen, die Krebszellen wieder zu erkennen und zu zerst\u00f6ren. Achtung: Manche Patienten k\u00f6nnen keine Immuntherapie erhalten. Das sind zum Beispiel immunsupprimierte Patienten oder Patienten mit bekannten Autoimmunerkrankungen.&nbsp;&nbsp;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Palliative Therapien:<\/strong> Wenn keine Heilung mehr m\u00f6glich ist, werden so genannte symptomatische, supportive Therapien zur Behandlung von Schmerzen und weiteren Symptomen der Krebserkrankung eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hepatozellul\u00e4res Karzinom: Nachsorge und Pr\u00e4vention<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>In der Nachsorge ist es n\u00f6tig, bestimmte Tumormarker alle sechs Monate zu \u00fcberpr\u00fcfen, eine k\u00f6rperliche Untersuchung sowie einen Ultraschall zur Erkennung eines Rezidivs (Wiederauftreten des Tumors) durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die Pr\u00e4vention von Leberkrebs betrifft, so vermindert eine Impfung gegen <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hepatitis-leberentzuendung\/\">Hepatitis B<\/a> vor allem bei Kleinkindern und gef\u00e4hrdeten Erwachsenen, die drogenabh\u00e4ngig sind oder im medizinischen Bereich (Ansteckungsrisiko) arbeiten, die Wahrscheinlichkeit, eine Hepatitis zu erwerben. Zus\u00e4tzlich reduziert ein verantwortlicher Umgang mit Alkohol die Wahrscheinlichkeit, eine Leberzirrhose &#8211; die ja der Hauptrisikofaktor f\u00fcr Leberkrebs ist &#8211; zu entwickeln.<br><br><\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[25,2424,2448,2449,2457,2496,2411,1895,2440,2455,2481],"tags":[2999,3231,707,2997,3230,523,2996,1979,274],"class_list":["post-7917","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-chirurgie","category-hepatologie","category-innere-medizin","category-intensivmedizin","category-krankheit","category-nuklearmedizin","category-onkologie","category-radiologie","category-schmerzmedizin","category-urologie","category-virologie","tag-cholangiozellulaeres-karzinom","tag-gastroenterologie-u-hepatologie","tag-hepatologie","tag-hepatozellulaeres-karzinom","tag-innere-medizin-u-gastroenterologie-u-hepatologie","tag-leber","tag-leberkarzinom","tag-leberkrebs","tag-nuklearmedizin"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7917","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7917\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18479,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7917\/revisions\/18479"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7929"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7917"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7917"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7917"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}