{"id":7515,"date":"2022-02-23T13:33:03","date_gmt":"2022-02-23T12:33:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=7515"},"modified":"2024-02-20T09:35:43","modified_gmt":"2024-02-20T08:35:43","slug":"brauchen-babys-vitamin-d3-2","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/brauchen-babys-vitamin-d3-2\/","title":{"rendered":"Brauchen Babys Vitamin D3?"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Brauchen Babys Vitamin D3? <\/strong><\/h2>\n<p>Die Geburt eines Babys ist immer etwas Besonderes und Eltern ist naturgem\u00e4\u00df daran gelegen, die Entwicklung des Nachwuchses von Anfang bestm\u00f6glich zu unterst\u00fctzen. Damit es den Kleinen gut geht, sind sie mehr als andere auf eine ausgewogene Nahrungszufuhr angewiesen, um gut und gesund gro\u00df werden zu k\u00f6nnen. Eine zentrale Rolle bei der N\u00e4hrstoffaufnahme spielt dabei Vitamin D, das unter anderem f\u00fcr das normale Knochenwachstum ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p>Dieses Vitamin wird haupts\u00e4chlich von uns Menschen selbst gebildet und entsteht in der Haut bei Einstrahlung von Sonnenlicht (UV-B-Licht). In unseren Hautzellen findet sich bereits Provitamin D3, das dann in mehreren Stufen zu Vitamin D umgewandelt wird. Da Babys nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden sollten, entwickeln diese h\u00e4ufig einen Mangel des \u201eSonnenhormons\u201c. Dieser kann in der Regel auch nicht durch das Stillen oder \u00fcber eine Fl\u00e4schchen-Nahrung (Pre-Nahrung) ausgeglichen werden. Kinder\u00e4rzte und Ern\u00e4hrungsgesellschaften empfehlen daher die Zufuhr dieses wichtigen Vitamins.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Im Durchschnitt nehmen gestillte Babys 3 I.E. (0,075 \u00b5g) Vitamin D pro 100 ml Muttermilch auf. Bei Pre-Nahrung liegt der Vitamin-D-Gehalt pro 100 ml ungef\u00e4hr bei 36-48 I.E. (0,9-1,2 \u00b5g) <\/strong><\/p><\/blockquote>\n<h2><strong>Wozu braucht mein Kind Vitamin D?<\/strong><\/h2>\n<p>Vitamin D ist an zahlreichen wichtigen Vorg\u00e4ngen im menschlichen Organismus beteiligt. Rund 2000 Gene werden von Vitamin D gesteuert, zudem ist es an 160 Stoffwechselvorg\u00e4ngen beteiligt. Bei Babys und Kleinkindern ist das Vitamin vor allem f\u00fcr das gesunde Wachstum und die Entwicklung von Knochen erforderlich. Es spielt bei der H\u00e4rtung von Knochen eine Rolle und ist f\u00fcr die Regulation des Calcium- Phosphatstoffwechsels verantwortlich. Ein Vitamin-D-Mangel sollte daher bei Babys nach M\u00f6glichkeit vermieden werden.<\/p>\n<p>Neben der Entwicklung eines gesunden Knochenger\u00fcsts unterst\u00fctzt Vitamin D vielf\u00e4ltige Funktionen im gesamten Organismus. Dazu z\u00e4hlen etwa die St\u00e4rkung des Immunsystems vor Infektions- und Autoimmunerkrankungen sowie eine St\u00e4rkung des Herz-Kreislaufsystems.<\/p>\n<h2><strong>Was ist der Unterschied zwischen Vitamin D und <\/strong><strong>Vitamin D3?<\/strong><\/h2>\n<p>Vitamin D gibt es in mehreren Formen. Spricht man von Vitamin D, ist zumeist Vitamin D3 (auch als Cholecalciferol bezeichnet) gemeint. Dabei handelt es sich um die nat\u00fcrliche Form von Vitamin D, das so auch im K\u00f6rper produziert wird. Es wird angenommen, dass es die effektivste Form darstellt, um Vitamin D aufzunehmen. Physiologisch bedeutsam ist auch Vitamin D2 (Ergocalciferol), daneben existieren mehrere synthetische Formen des Vitamins.<\/p>\n<h2><strong>Was passiert bei einem Vitamin-D-Mangel? <\/strong><\/h2>\n<p>Ein Vitamin-D-Mangel kann sich bei Babys und Kindern \u00e4u\u00dferst nachteilig auswirken. Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr ist die Entwicklung einer Rachitis, eine Knochenerkrankung, die sich durch Wachstumsst\u00f6rungen und meist unumkehrbare Verformungen der Knochen und des Skeletts bei Kindern bemerkbar macht. Bei der Rachitis werden die Knochen nicht gen\u00fcgend mit Calcium und Phosphat versorgt und bleiben somit weich, instabil und verformen sich leicht. Es kann dadurch etwa zu einer Abflachung des Hinterkopfes oder des Brustbeins kommen oder zur Entwicklung von O-Beinen und damit verbunden zu motorischen Schwierigkeiten.<\/p>\n<p>Nicht nur die Knochen sind von dieser fehlenden Mineralisierung betroffen, auch die Entwicklung der Z\u00e4hne wird durch St\u00f6rungen der Zahnschmelzbildung massiv beeinflusst. Zus\u00e4tzlich kann ein zu geringer Vitamin-D-Spiegel zu einer verminderten Muskelkraft und einer Immunschw\u00e4che f\u00fchren. Kleinkinder zeigen eine erh\u00f6hte Infektanf\u00e4lligkeit, wirken unruhig und k\u00f6nnen sogar Krampfanf\u00e4lle entwickeln.<\/p>\n<blockquote>\n<h2><em><strong>Exkurs in die Vergangenheit<\/strong><\/em><\/h2>\n<p><em>Rachitis, die auch als \u201eEnglische Krankheit\u201c bezeichnet wird, ist eine Vitamin-Mangelerkrankung, die Knochen von Babys und Kleinkindern weich werden l\u00e4sst und verformt. Im 17. Jahrhundert wurde die Rachitis von Francis Glisson erstmals im Detail beschrieben. Ihren H\u00f6hepunkt erlebte die Krankheit zu Zeiten der Industriellen Revolution im 18. und 19. Jahrhundert. Mangelern\u00e4hrung, Lichtarmut und schlechte Hygienestandards beg\u00fcnstigten die Krankheit. Einige Dokumente liefern sogar Hinweise darauf, dass bereits Neandertaler unter der Erkrankung litten. Heute wei\u00df man, dass die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr Rachitis ein Vitamin-D-Mangel ist. Wer auf eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr bei Babys und Kleinkindern achtet, kann gezielt vorbeugen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h2><strong>Wieviel und wie lange sollte ich meinem Baby Vitamin-D-Pr\u00e4parate geben?<\/strong><\/h2>\n<p>Die \u00f6sterreichische, deutsche und Schweizerische Ern\u00e4hrungsgesellschaft (D-A-CH) empfiehlt eine t\u00e4gliche Aufnahme von 400 Internationalen Einheiten (I.E., 10 \u00b5g) von Vitamin D3 im ersten Lebensjahr. Ab einem Jahr wird eine t\u00e4gliche Zufuhr von 800 I.E. (20 \u00b5g) Vitamin D3 empfohlen. Gerade im ersten Lebensjahr, mit einem Start in der ersten Lebenswoche, ist die ausreichende Versorgung mit Vitamin D wichtig, um das normale Wachstum und die Knochenentwicklung zu unterst\u00fctzen. Aber auch sp\u00e4ter, also ab dem ersten Lebensjahr, ist eine Erg\u00e4nzung sinnvoll.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend man bislang nur darauf achtete, dass Kinder im ersten Lebensjahr zus\u00e4tzlich Vitamin D zur Rachitisprophylaxe erhalten, zeigen neuere (auch \u00f6sterreichische) Untersuchungen, dass \u00fcber die H\u00e4lfte der Kinder zwischen dem ersten und 17. Lebensjahr unter einem Vitamin-D-Mangel leiden. Viele Kinder und Heranwachsende halten sich nicht mehr gen\u00fcgend im Freien auf oder werden intensiv mit Sonnenschutzmitteln versorgt, sodass die Haut kaum mehr dem notwendigen Ma\u00df an UV-Licht ausgesetzt ist, um ausreichend Vitamin D zu bilden. Dazu kommt, dass in den sonnenarmen Monaten von November bis Februar in unseren Breiten eine Vitamin-D-Bildung \u00fcber die Haut kaum m\u00f6glich ist. Auch \u00e4ltere Personen leiden h\u00e4ufig unter einem Vitamin D-Mangel.<\/p>\n<h2><strong>Soll Vitamin D in Tropfenform verabreicht werden?<\/strong><\/h2>\n<p>Vitamin D findet wird in Form von Kapseln, Tabletten oder Tropfen angeboten. F\u00fcr Babys und Kleinkinder empfiehlt es sich, Vitamin D in Tropfenform zu verabreichen. Damit l\u00e4sst sich einerseits die gew\u00fcnschte Menge relativ einfach dosieren, andererseits kann das Vitamin auch auf \u00d6lbasis verabreicht werden. Dies ist wichtig, da Vitamin D zu den fettl\u00f6slichen Vitaminen z\u00e4hlt und gel\u00f6st in diesem Medium leichter vom K\u00f6rper aufgenommen wird.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Wussten Sie \u2026<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8230; dass Babys um circa 33 Prozent mehr Knochen als Erwachsene haben? W\u00e4hrend der Wachstumsphase wachsen die Knochen teilweise zusammen, werden belastbarer und stabilisieren sich. Ein Erwachsener hat schlie\u00dflich in etwa 206 Knochen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u2026 dass Babys im ersten Lebensmonat im Schnitt bereits bis zu f\u00fcnf Zentimeter wachsen?<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h2><strong>Wann sollte das Pr\u00e4parat eingenommen werden?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Einnahme von Vitamin D ist unabh\u00e4ngig von der Tageszeit. Allerdings sollte die Einnahme idealerweise gemeinsam mit der Nahrungsaufnahme, also w\u00e4hrend der Still- oder Trinkzeiten, durchgef\u00fchrt werden. Die Verabreich des Pr\u00e4parats kann direkt in die Wangentasche des Babys erfolgen oder alternativ durch Auftropfen der L\u00f6sung auf einen Schnuller oder den Finger, die dem Baby danach zum \u201eAblutschen\u201c angeboten werden. Bei der Verabreichung sollten Babys in eine halbaufrechte Position gebracht werden.<\/p>\n<h2>Besteht die Gefahr einer \u00dcberdosierung?<\/h2>\n<p>Eine Vitamin-D-\u00dcberdosierung kann nur dann auftreten, wenn die empfohlenen Tagesdosen deutlich \u00fcberschritten wurden. Halten Sie sich daher streng an die empfohlenen Richtmengen. Speziell bei Babys sollte die gleichzeitige Einnahme von mehreren Vitamin-D-haltigen Pr\u00e4paraten vermieden werden.<br \/>\nNahrungserg\u00e4nzungsmittel stellen auch keinen Ersatz f\u00fcr eine ausgewogene Ern\u00e4hrung sowie f\u00fcr eine gesunde Lebensweise dar.<\/p>\n<h2><strong>Warum wird Vitamin D auch als Hormon bezeichnet?<\/strong><\/h2>\n<p>Vitamin D ist im eigentlichen Sinn kein Vitamin, sondern ein Hormon, da es im Gegensatz zu \u201erichtigen\u201c Vitaminen bei ausreichender Sonnenbestrahlung vom K\u00f6rper selbst produziert werden kann. Aus historischen Gr\u00fcnden wird es aber immer noch als Vitamin bezeichnet.<\/p>\n<h2><strong>Kann Vitamin D auch anders aufgenommen werden?<\/strong><\/h2>\n<p>Etwa 20 Prozent dieses Vitamins k\u00f6nnen auch mit der Nahrung aufgenommen werden. Vitamin D findet sich in nennenswerten Dosen vor allem in fettreichen Fischen wie Makrelen oder Hering. In kleineren Mengen ist es auch in Pilzen, Milch, Kalbsleber oder Avocados enthalten. Zum \u00fcberwiegenden Teil (zu 80 Prozent) sind wir jedoch darauf angewiesen, dass Vitamin D durch Sonneneinstrahlung in der Haut produziert wird.<\/p>\n","protected":false},"author":41,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2831,5,23],"tags":[99,182,2790,427,177,2301,2826,1725,2827],"class_list":["post-7515","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-ernaehrung","category-familie","category-kinder-und-jugendheilkunde","tag-baby","tag-ernahrung","tag-gesundheitsnews","tag-immunsystem","tag-kinderheilkunde","tag-knochen","tag-rachitis","tag-vitamin-d","tag-vitamin-d3"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7515","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7515\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7518,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7515\/revisions\/7518"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7517"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7515"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7515"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7515"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}