{"id":7415,"date":"2023-05-18T11:20:01","date_gmt":"2023-05-18T09:20:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=7415"},"modified":"2024-08-21T10:16:49","modified_gmt":"2024-08-21T08:16:49","slug":"herzinfarkt-bei-frauen","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/herzinfarkt-bei-frauen\/","title":{"rendered":"Herzinfarkt bei Frauen"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Warum sind Frauen besonders gef\u00e4hrdet? <\/strong><\/h2>\n<p>Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) wird durch eine <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/arteriosklerose-was-ist-das-eigentlich\/\">Verkalkung<\/a> der Herzkranzgefa\u0308\u00dfe ausgelo\u0308st und z\u00e4hlt zu den h\u00e4ufigsten Todesursachen in Industriela\u0308ndern. M\u00e4nner sind davon h\u00e4ufiger betroffen als Frauen, und die Erkrankung gilt auch als typische M\u00e4nnerkrankheit.<\/p>\n<p>Doch auch immer mehr Frauen sind vom Myokardinfarkt betroffen. Dabei haben sie eine h\u00f6here Wahrscheinlichkeit, im ersten Jahr nach einem Herzinfarkt zu versterben, und sie haben auch eine schlechtere Prognose nach einer koronaren Bypass-Operation. Das liegt zum Teil an geschlechtsspezifischen Unterschieden, die sowohl biologische als auch psychosoziale Ursachen haben. So tritt die Erkrankung bei Frauen statistisch gesehen sp\u00e4ter auf, n\u00e4mlich erst rund zehn Jahre nach der Menopause, und es gibt zahlreiche psychosoziale Gr\u00fcnde, aufgrund dessen Frauen oft nicht rechtzeitig eine Behandlung erfahren.<\/p>\n<p>Auch im Risikoprofil und bei den Begleiterkrankungen zeigen sich zumeist andere Verteilungsmuster. Und: Es gibt Unterschiede in den Symptomen, bei der Fr\u00fchdiagnose, in der Akutversorgung und in der Behandlung. Wissenschaftliche Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass Empfehlungen zur medikamento\u0308sen Therapie und zur Wiederherstellung der <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/ischaemie\/\">Gef\u00e4\u00dfdurchblutung<\/a> bei Frauen mit akutem Herzinfarkt weniger gut eingehalten werden. Auch die Fr\u00fcherkennung ist bei ihnen erschwert und verschiedene diagnostische Ma\u00dfnahmen fallen bei Frauen weniger sensitiv aus als bei M\u00e4nnern.<\/p>\n<h2><strong>Ursachen und Risikofaktoren <\/strong><\/h2>\n<p>Die Ursachen f\u00fcr einen Myokardinfarkt bei Frauen unterscheiden sich zum Teil nicht von jenen bei den M\u00e4nnern, zu einem anderen Teil aber sehr wohl. So gibt es etwa biologische Ursachen, die dazu f\u00fchren, dass Frauen sp\u00e4ter im Leben als M\u00e4nner Herzinfarkte erleiden. Vor den Wechseljahren profitieren sie n\u00e4mlich von dem sch\u00fctzenden Effekt der \u00d6strogene, die unter anderem die Blutgerinnung beeinflussen und erweiternd auf die Blutgef\u00e4\u00dfe wirken. Auf diese Weise k\u00f6nnen \u00d6strogene vor der Bildung von arteriosklerotischen Plaques sch\u00fctzen und somit auch das Herz vor einer <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/koronare-herzkrankheit\/\">koronaren Herzerkrankung. <\/a><\/p>\n<p>Allerdings l\u00e4sst dieser Schutz nach den Wechseljahren nach und das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden steigt dann bei Frauen schneller an als bei M\u00e4nnern. Zudem sind heute zahlreiche psychosoziale Faktoren bekannt, die dazu f\u00fchren k\u00f6nnen, dass Frauen etwa nicht rechtzeitig behandelt werden. In Untersuchungen hat sich beispielsweise gezeigt, dass Frauen oft zu lange z\u00f6gern, bevor sie die Rettung rufen und sich auch bei der Schilderung der Symptome oft sehr zur\u00fcckhaltend oder \u201euntypisch\u201c \u00e4u\u00dfern. Das wiederum kann dazu f\u00fchren, dass \u00c4rzte Fehldiagnosen stellen, weil sie eine andere Krankheit hinter den geschilderten Symptomen vermuten.<\/p>\n<p>Weitere Ursachen f\u00fcr einen Myokardinfarkt sind:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/adipositas-fettleibigkeit\/\">\u00dcbergewicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/rauchstopp\/\">Rauchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/bluthochdruck\/\">Bluthochdruck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/triglyceride-welche-bedeutung-haben-diese-blutfettwerte\/\">erh\u00f6hte Blutfette<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/metabolisches-syndrom\/\">erh\u00f6hter Blutzucker<\/a><\/li>\n<li>psychosoziale Belastungen<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/stress\/\">Stress<\/a><\/li>\n<li>Bewegungsmangel<\/li>\n<li>ungesunde Ern\u00e4hrung<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Symptome eines Herzinfarkts bei Frauen<\/strong><\/h2>\n<p>Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich um einen Myokardinfarkt, wenn:<\/p>\n<p>&#8211; Biomarker einer Herzmuskelsch\u00e4digung nachweisbar sind<\/p>\n<p>&#8211; zusa\u0308tzlich Angina pectoris Symptome bestehen (Ausnahme: stumme Infarkte)<\/p>\n<p>&#8211; EKG-Vera\u0308nderungen auftreten oder ein entsprechender angiografischer Befund besteht.<\/p>\n<p>&#8211; <strong>Leitsymptom Brustschmerz<\/strong>: Dabei handelt es sich um einen pl\u00f6tzlich auftretenden, stark ausgepra\u0308gten Schmerz hinter dem Brustbein oder seltener im Oberbauchbereich, der intensiver und anhaltender ist als der bei einem Angina-Pectoris-Anfall und der durch k\u00f6rperliche Ruhe oder die Gabe von Nitroglycerin-Pra\u0308paraten nicht zu beeinflussen ist. Der Schmerz kann in die Arme, die Bauchnabelregion, den R\u00fccken, den Hals oder den Unterkiefer ausstrahlen und geht oft mit Todesangst einher.<br \/>\nAber: Rund 20 bis 30 Prozent der Myokardinfarkte pr\u00e4sentieren sich ohne Schmerzen. Man spricht hier von stummen Infarkten. Sie treten vor allem bei Patienten mit <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diabetes-mellitus\/\">Diabetes mellitus<\/a> oder bei sehr betagten Patienten, deren Schmerzwahrnehmung wegen einer Nervensch\u00e4digung vermindert ist, auf.<\/p>\n<p><strong>Achtung:<\/strong> Bei Frauen ist der Brustschmerz oft nicht so stark ausgepr\u00e4gt wie bei M\u00e4nnern, bei denen sich dieses Symptom meist sehr eindeutig \u00e4u\u00dfert. Frauen leiden vielmehr h\u00e4ufig unter:<\/p>\n<ul>\n<li>Magen-Problemen, \u00dcbelkeit und Erbrechen<\/li>\n<li>Schmerzen im Oberbauch<\/li>\n<li>unspezifischen R\u00fcckenschmerzen<\/li>\n<li>Kurzatmigkeit bzw. Atemnot<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/chronisches-erschoepfungssyndrom-chronisches-fatigue-syndrom\/\">Ersch\u00f6pfung<\/a>, Schw\u00e4che und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schlafstoerungen\/\">Schlafst\u00f6rungen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Fatale daran ist, dass es sich dabei eher um als harmlos angesehene Symptome handelt, bei denen\u00a0 man nicht immer sofort an einen Herzinfarkt denkt.<\/p>\n<h2><strong>Diagnose eines Myokardinfarkts<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr die Diagnose eines Myokardinfarkts wird ein EKG durchgefu\u0308hrt, anhand dessen der Arzt erkennen kann, ob ein Herzinfarkt vorliegt. Zudem kann die Erkrankung mit einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Nach einem Infarkt weisen Betroffene erh\u00f6hte Troponin- und Creatin-Kinase-Werte auf. Ein Herzultraschall (Echokardiographie) erlaubt es, die Funktion der Herzkammern zu beurteilen und St\u00f6rungen im Ablauf der Herzkontraktion sichtbar zu machen.<\/p>\n<p>Obwohl die Symptome eines Myokardinfarkts sich bei der Frau oft anders als beim Mann \u00e4u\u00dfert, gibt es keine Unterschiede was Diagnosema\u00dfnahmen betrifft.<\/p>\n<h2><strong>Herzinfarkt: Behandlung\u00a0 <\/strong><\/h2>\n<p>Ein Herzinfarkt ist ein Notfall, und als erste Ma\u00dfnahme werden Sauerstoff und Schmerzmittel gegeben. Danach versucht man, das Blutgerinnsel, das die Ursache der Durchblutungsst\u00f6rung ist, zu entfernen. Daf\u00fcr gibt es verschiedene Therapie-Ma\u00dfnahmen:<\/p>\n<p><strong>Medikamente:<\/strong> Ein Fibrinolytikum bzw. Thrombozytenaggregationshemmer werden sofort gegeben. Sie sollen die Blutgerinnung und die Anlagerung von Blutpl\u00e4ttchen hemmen.<\/p>\n<p><strong>Herzkatheter:<\/strong> Dabei wird ein d\u00fcnner, elastischer Schlauch \u00fcber eine Punktion in der Leiste oder am Arm durch die Gef\u00e4\u00dfe bis zum Herzen gef\u00fchrt. Am oberen Ende des Katheters befindet sich ein sehr kleiner Ballon, der aufgedehnt wird, sobald der Katheter auf das Gerinnsel trifft (Ballondilatation). Wenn eine rasche Katheterbehandlung nicht m\u00f6glich ist, wird eine medikamento\u0308se Thrombolyse durchgefu\u0308hrt.<\/p>\n<p><strong>Stent:<\/strong> Das ist ein r\u00f6hrenf\u00f6rmiges Gittergeru\u0308st, das im Gef\u00e4\u00df aufgespannt wird und das den verengten Abschnitt dauerhaft st\u00fctzt, damit das Blutgef\u00e4\u00df auch nach dem Katheter-Eingriff ge\u00f6ffnet bleibt.<\/p>\n<p><strong>Bypass-Operation:<\/strong> Sie kommt zur Anwendung, wenn mehrere Herzkranzgefa\u0308\u00dfe verengt sind. Dabei wird anhand eines minimalinvasiven Eingriffs die Blutversorgung des Herzens \u00fcber eine Umleitung des Blutstroms wiederhergestellt. Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert mehrere Stunden.<\/p>\n<h2><strong>Vorsorge<\/strong><\/h2>\n<p>Wichtig ist, dass jede Frau achtsam hinsichtlich Symptomen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist und ungewo\u0308hnliche Schmerzen ernst nimmt. Eine M\u00f6glichkeit, einen Herzinfarkt fr\u00fchzeitig selbst zu erkennen, stellt die so genannte NAN-Regel dar: Wenn in dem K\u00f6rperbereich zwischen Nase, Arm und Nabel (NAN) unerkla\u0308rliche Schmerzen auftreten, die l\u00e4nger als 15 Minuten andauern, sollten Frauen sofort den Notarzt rufen.<\/p>\n<p>Weiters geht es darum, Risikofaktoren zu kennen und vorzubeugen. Das gilt auch f\u00fcr Frauen vor den Wechseljahren, besonders dann, wenn sie ungesund leben oder famili\u00e4r belastet sind. Steuern Sie folgenden Risikofaktoren entgegen:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcbergewicht<\/li>\n<li>Rauchen<\/li>\n<li>Bluthochdruck<\/li>\n<li>erh\u00f6hte Blutfette<\/li>\n<li>erh\u00f6hter Blutzucker<\/li>\n<li>psychosoziale Belastungen<\/li>\n<li>Stress<\/li>\n<li>Bewegungsmangel<\/li>\n<li>ungesunde Ern\u00e4hrung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sie suchen einen Kardiologen\/Internisten in Ihrer N\u00e4he?<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/\"> Hier finden Sie ihn.<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2447,2436,66,2448,2449,2409,2457],"tags":[782,776,1286,292,268,2462,2641],"class_list":["post-7415","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-angiologie","category-geriatrie","category-gesundheitsnews","category-innere-medizin","category-intensivmedizin","category-kardiologie","category-krankheit","tag-frau","tag-herz","tag-herzinfarkt","tag-interne-medizin","tag-kardiologie","tag-krankheit","tag-myokardinfarkt"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7415","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7415\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9315,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7415\/revisions\/9315"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7418"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7415"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7415"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7415"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}