{"id":7355,"date":"2024-07-12T08:59:42","date_gmt":"2024-07-12T06:59:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=7355"},"modified":"2026-02-10T11:32:11","modified_gmt":"2026-02-10T10:32:11","slug":"eileiterschwangerschaft","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/eileiterschwangerschaft\/","title":{"rendered":"Eileiterschwangerschaft"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was ist eine Eileiterschwangerschaft? <\/strong><\/h2>\n<p>Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich das Ei nach seiner Befruchtung nicht wie bei einer normalen Schwangerschaft in der Geb\u00e4rmutter, sondern in der Schleimhaut des Eileiters ein. Fachleute sprechen hier von einer Tubargravidit\u00e4t. In seltenen F\u00e4llen kann es auch vorkommen, dass sich die Eizelle in den Eierst\u00f6cken, im Geb\u00e4rmutterhals oder in der Bauchh\u00f6hle einnistet. Dort aber kann der Embryo nicht ausreichend versorgt werden und stirbt in den meisten F\u00e4llen innerhalb einiger Wochen ab.<br \/>\nW\u00e4chst ein Embryo innerhalb des Eileiters weiter, kann es zu gef\u00e4hrlichen Komplikationen kommen, da der Eileiter zerrei\u00dfen und starke innere Blutungen ausl\u00f6sen kann.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15275\" aria-describedby=\"caption-attachment-15275\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15275\" src=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2309422243-300x246.jpg\" alt=\"Eileiterschwangerschaft\" width=\"500\" height=\"411\" srcset=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2309422243-300x246.jpg 300w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2309422243-1024x841.jpg 1024w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2309422243-768x631.jpg 768w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2309422243-1536x1261.jpg 1536w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2309422243-2048x1681.jpg 2048w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/shutterstock_2309422243-120x99.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15275\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung: Pepermpron\/shuttertock &#8211; In der Abbildung sieht man, den im Eileiter eingenisteten Embryo.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was den Verlauf einer Eileiterschwangerschaft betrifft, so unterscheidet er sich zu Beginn nicht von dem einer normalen<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schwangerschaft\/\"> Schwangerschaft<\/a>. Die Menstruationsblutung bleibt aus, Morgen\u00fcbelkeit und ein Spannungsgef\u00fchl in den Br\u00fcsten k\u00f6nnen auftreten, und der Schwangerschaftstest liefert ein positives Ergebnis. Zwischen der sechsten und der neunten Schwangerschaftswoche zeigen sich dann meist erste Symptome einer Eileiterschwangerschaft in Form von Unterleibsschmerzen und ungew\u00f6hnlichen Schmierblutungen.<\/p>\n<p>Eileiterschwangerschaften sind in den letzten Jahrzehnten h\u00e4ufiger geworden. Experten vermuten, dass unter anderem mehr Eileiterentz\u00fcndungen infolge von sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten, die heute h\u00e4ufiger vorkommende k\u00fcnstliche Befruchtung und die Verwendung von Spiralen als Verh\u00fctungsmethode die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind.<\/p>\n<p>Eine Eileiterschwangerschaft beg\u00fcnstigt das Risiko f\u00fcr eine weitere Eileiterschwangerschaft und kann f\u00fcr Betroffene eine schwere Belastung darstellen. Viele Frauen, die eine solche Schwangerschaft erlebt haben, brauchen neben der medizinischen Versorgung auch psychologische Hilfe.<\/p>\n<h2><strong>Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Eileiterschwangerschaft? <\/strong><\/h2>\n<p>Eine Eileiterschwangerschaft wird in erster Linie durch St\u00f6rungen beim Transport der Eizelle durch den Eileiter in die Geb\u00e4rmutter verursacht. Daf\u00fcr verantwortlich k\u00f6nnen zum Beispiel angeborene Besonderheiten des Eileiters wie etwa blind endende Nebeneileiter, sackf\u00f6rmige Einst\u00fclpungen oder extrem lange Eileiter sein. Ebenso k\u00f6nnen ein Abknicken oder Verkleben des Eileiters, Eileiterpolypen, Narben und Verwachsungen des Eileiters nach einer Operation im Bauch die Ursache f\u00fcr eine Tubargravidit\u00e4t sein.<\/p>\n<p>Auch eine Infektion mit <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/chlamydien\/\">Chlamydien<\/a> kann eine Eileiterschwangerschaft verursachen. Zudem erh\u00f6hen fr\u00fchere Eileiterschwangerschaften, Schwangerschaftsabbr\u00fcche oder Fehlgeburten das Risiko, und Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen und k\u00fcnstliche Befruchtung, ein hormonelles Ungleichgewicht oder die Einnahme der \u201ePille danach\u201c sind ebenfalls Risikofaktoren. Weitere m\u00f6gliche Ursachen sind <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/rauchstopp\/\">Rauchen<\/a>, da Nikotin den Transport der Eizelle einschr\u00e4nken kann, und die Verh\u00fctung mittels Spirale, da hier leichter Entz\u00fcndungen entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2><strong>Was sind die Symptome einer Eileiterschwangerschaft?<\/strong><\/h2>\n<p>Die allgemein bekannten Schwangerschaftszeichen treten auch bei einer Eileiterschwangerschaft auf, k\u00f6nnen aber schw\u00e4cher ausgepr\u00e4gt sein.<\/p>\n<p>In der sechsten bis neunten Woche kommt es in der Regel zu charakteristischen Symptomen f\u00fcr die Fehleinnistung. Das sind meist Bauchschmerzen und\/oder Schmierblutungen.<\/p>\n<p>Je nach Einnistungsort der befruchteten Eizelle unterscheidet sich dann der weitere Verlauf. Hat sich die Eizelle in der relativ gro\u00dfen Eileiterampulle eingenistet, w\u00e4chst der Embryo unbemerkt meist bis zur achten Woche heran, und in der Folge stirbt er aufgrund unzureichender N\u00e4hrstoffversorgung ab. Das Gewebe wandert in die Geb\u00e4rmutter und wird mit der n\u00e4chsten Menstruationsblutung ausgeschieden. Man spricht hier vom Tubarabort.<br \/>\nWenn sich die Eizelle aber im engen Teil der Eileiter einnistet, besteht ein ein deutliches Komplikationsrisiko, denn da der Embryo hier weniger Platz hat, kann der Eileiter rei\u00dfen. Bei dieser so genannten Tubarruptur kommt es zu schweren inneren Blutungen, die sehr rasch zu einem lebensbedrohlichen Schock mit Herz-Kreislauf-Versagen der Mutter f\u00fchren k\u00f6nnen. Ein solcher Eileiterriss ist ein medizinischer Notfall, der sofort operiert werden muss.<\/p>\n<h2><strong>Was bedeutet eine Diagnose der Tubargravidit\u00e4t?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Diagnose einer Eileiterschwangerschaft ist nicht immer leicht zu stellen, denn es gibt andere Krankheitsbilder mit \u00e4hnlichen Beschwerden, und oft m\u00fcssen mehrere Untersuchungen gemacht werden. Nach dem anamnestischen Gespr\u00e4ch wird der Arzt den Bauchraum innerlich und \u00e4u\u00dferlich abtasten. Die betroffene Seite und auch der Geb\u00e4rmutterhals reagieren darauf meist sehr schmerzempfindlich. Wiederholte Blutuntersuchungen geben weiteren Aufschluss, und die genaue Lokalisierung der Schwangerschaft kann durch eine Ultraschalluntersuchung gesichert werden.<\/p>\n<p>Wenn all diese Untersuchungen kein eindeutiges Ergebnis liefern, kann eine Bauchspiegelung mit einem Laparaskop vorgenommen werden, und falls tats\u00e4chlich eine Eileiterschwangerschaft gegeben ist, kann im Zuge dieser Untersuchung auch gleich behandelt werden.<\/p>\n<p>Hier finden Sie Ihre(n) <a href=\"http:\/\/suche\/frauenarzt\" data-wplink-url-error=\"true\">Frauen-\u00c4rztin(Arzt)<\/a><\/p>\n<h2><strong>Wie wird eine Eileiterschwangerschaft behandelt?<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>Wenn eine Fehleinnistung festgestellt wurde, muss umgehend eine Behandlung eingeleitet werden, wobei es grunds\u00e4tzlich <strong>drei M\u00f6glichkeiten<\/strong> gibt:<\/p>\n<h3><strong>Operation<\/strong><\/h3>\n<p>Sie z\u00e4hlt heute zu den Standardverfahren im Fall einer Eileiterschwangerschaft und erfolgt in fast allen F\u00e4llen endoskopisch mit Bauchspiegelung. Ein Bauchschnitt ist nur selten erforderlich und muss nur im Notfall eines Eileiterrisses unbedingt durchgef\u00fchrt werden. Bei der Operation wird entweder nur das Schwangerschaftsgewebe oder aber der ganze betroffene Eileiter entfernt. Letzteres ist dann notwendig, wenn die Tube unwiederbringlich gesch\u00e4digt ist oder wenn Komplikationen auftreten.<\/p>\n<h3><strong>Medikament\u00f6se Therapie<\/strong><\/h3>\n<p>Sie erfolgt am h\u00e4ufigsten mit dem Zellgift Methotrexat, das auf das Wachstum und die Vermehrung der Zellen, die den Embryo umgeben, wirkt und sie zugrunde gehen l\u00e4sst. Das f\u00fchrt auch zum Absterben des embryonalen Gewebes, das in der Folge vom K\u00f6rper abgebaut wird. Methotrexat wird intraven\u00f6s oder intramuskul\u00e4r verabreicht bzw. direkt in das Schwangerschaftsgewebe gespritzt und kann grunds\u00e4tzlich nur dann gegeben werden, wenn die Eileiterschwangerschaft vor dem Auftreten von Beschwerden entdeckt wurde, der Embryo kleiner als vier Zentimeter ist und die Konzentration des Schwangerschaftshormons HCG unterhalb eines bestimmten Schwellenwerts liegt.<\/p>\n<h3><strong>Beobachtung<\/strong><\/h3>\n<p>Abwartendes Vorgehen und Beobachten, ob sich die Schwangerschaft zur\u00fcckbildet, ist nur bei einer sehr fr\u00fchen Schwangerschaft und nur wenn die Frau beschwerdefrei ist und eine niedrige bzw. abfallende HCG-Konzentration im Blutserum aufweist, m\u00f6glich, wobei regelm\u00e4\u00dfige Kontrollen notwendig sind. Au\u00dferdem muss f\u00fcr den Notfall eine rasche Operationsm\u00f6glichkeit gew\u00e4hrleistet sein.<\/p>\n<h2><strong>Was k\u00f6nnen psychische Folgen sein?<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>Eine Eileiterschwangerschaft hat neben den k\u00f6rperlichen Auswirkungen auch Folgen, die sich auf die Psyche betroffener Frauen schlagen k\u00f6nnen und vergleichbar mit Fehlgeburten sind. Schuldgef\u00fchle, Trauer und<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\"> depressive Verstimmungen<\/a> k\u00f6nnen auftreten, ein unerf\u00fcllter Kinderwunsch kann zu schaffen machen, und in Bezug auf eine weitere Schwangerschaft haben viele Frauen Angst vor einer erneuten Eileiterschwangerschaft. Psychologinnen und Psychotherapeuten k\u00f6nnen hier weiterhelfen.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2459,2457],"tags":[3239,2943,2252,129,179],"class_list":["post-7355","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-frauenheilkunde","category-krankheit","tag-anaesthesie-u-intensivmedizin","tag-eileiterschwangerschaft","tag-fertilitat","tag-frauenheilkunde","tag-schwangerschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7355","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7355\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15309,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7355\/revisions\/15309"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7356"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7355"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7355"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7355"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}