{"id":7339,"date":"2022-05-09T08:01:46","date_gmt":"2022-05-09T06:01:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=7339"},"modified":"2026-02-09T14:05:28","modified_gmt":"2026-02-09T13:05:28","slug":"blutzuckermessgeraete","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/blutzuckermessgeraete\/","title":{"rendered":"Blutzuckermessger\u00e4te"},"content":{"rendered":"<p>Menschen mit Diabetes m\u00fcssen ihre Blutzuckerwerte genau \u00fcberwachen, um ihre Therapie optimal anpassen zu k\u00f6nnen und Folgeerkrankungen zu verhindern. Die Selbstkontrolle des Zuckerspiegels ist eine wichtige S\u00e4ule der Behandlung vor allem bei insulinpflichtigem Diabetes, aber auch f\u00fcr alle anderen Diabetesformen. Daf\u00fcr k\u00f6nnen an Diabetes Erkrankte mehrmals t\u00e4glich Blutzuckermessger\u00e4te verwenden, die die Konzentration der Glukose im Blut messen. So wissen sie immer, welche Auswirkungen Nahrung, Bewegung und Medikamente auf den Blutzucker haben. Das kann dabei helfen, den Alltag mit Diabetes besser meistern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Wie funktionieren Blutzuckermessger\u00e4te?<\/h2>\n<p>F\u00fcr die meisten Blutzuckermessger\u00e4te wird ein Tropfen kapillares Blut ben\u00f6tigt, das aus den Gef\u00e4\u00dfen stammt, die direkt unter der Haut verlaufen. Es enth\u00e4lt besonders viel arterielles Blut und ist darum ideal f\u00fcr die Blutzuckerbestimmung.<br \/>\nF\u00fcr die Probe wird mittels einer speziellen Lanzette \u2013 also einem kleinen Stechinstrument \u2013 Blut an der seitlichen Fingerkuppe abgenommen. Dieses wird dann auf einen speziellen Teststreifen aufgebracht, der mittels chemischen Verfahrens mit der Glukose reagiert. Wird der Teststreifen dann in das Messger\u00e4t gesteckt, wird angezeigt, wie hoch der Blutzucker zur Zeit der Blutabnahme ist. Der Blutzuckerwert wird in Millimol pro Liter (mmol\/l) oder in Milligramm pro Deziliter (mg\/dl) angegeben. In \u00d6sterreich ist die zweite Einheit die g\u00e4ngigere.<br \/>\nUm Verwechslungen der Einheiten zu vermeiden, durch die es dann auch zur falschen Berechnung der Insulindosis kommen kann, sind die Messger\u00e4te auf eine Einheit kalibriert.<\/p>\n<p>Die Ger\u00e4te, die f\u00fcr die Messung des Zuckerwerts Blut ben\u00f6tigen, arbeiten nach einer von zwei verschiedenen Methoden. Entweder wird das reflektorische bzw. photometrische, oder das elektrochemische Verfahren verwendet.<br \/>\nDie \u00e4ltere Messmethode ist die reflektorische Blutzuckerbestimmung. Hierbei handelt es sich um ein optisches Messverfahren. Vereinfacht gesagt reagiert der Zucker im Blut am Teststreifen mit Enzymen und es kommt zu einer Farbver\u00e4nderung. Das Messger\u00e4t, in das der Teststreifen gesteckt wird, kann die Intensit\u00e4t der Verf\u00e4rbung erkennen und daraus errechnen, wie hoch der Blutzuckerspiegel ist.<br \/>\nBei der elektrochemische Blutzuckerbestimmung, mit der viele der neueren Messger\u00e4te arbeiten, wird der Blutzucker \u00fcber die elektrische Leitf\u00e4higkeit des Blutes am Teststreifen bestimmt. Auch hier werden Enzyme verwendet, die mit dem Blutzucker reagieren und einen schwachen Elektronenfluss erzeugen. Je st\u00e4rker die elektrischen Signale sind, desto h\u00f6her ist der Blutzuckerwert.<br \/>\nBei der Messung wird auch sichergestellt, dass das Ergebnis nicht durch Medikamente oder andere Substanzen wie z.B. Vitamine im Blut verf\u00e4lscht wird.<\/p>\n<h2>Tipps f\u00fcr die Messung<\/h2>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Waschen Sie Ihre H\u00e4nde gr\u00fcndlich, um das Ergebnis der Messung nicht durch Verunreinigungen zu verf\u00e4lschen. Nutzen Sie au\u00dferdem warmes Wasser und massieren Sie Ihre Fingerkuppen, um die Durchblutung anzuregen.<\/li>\n<li>Die Desinfektion der Finger ist nicht notwendig.<\/li>\n<li>Da Wasserreste am Finger das Blut verd\u00fcnnen w\u00fcrden, m\u00fcssen Sie Ihre H\u00e4nde im Anschluss gut abtrocknen. Au\u00dferdem sind die Teststreifen sehr feuchtigkeitsempfindlich und sollten nicht mit feuchten H\u00e4nden ber\u00fchrt werden.<\/li>\n<li>Jede Lanzette und jeder Teststreifen d\u00fcrfen nur einmal verwendet werden. Die Lanzetten stumpfen schnell ab und verletzen so die Haut noch zus\u00e4tzlich. Au\u00dferdem steigt bei mehrmaligem Gebrauch das Risiko f\u00fcr Infektionen.<\/li>\n<li>Es muss so tief mit der Lanzette gestochen werden, dass ein Bluttropfen gewonnen werden kann. Wenn Sie den Finger stark zusammenpressen m\u00fcssen, um Blut zu gewinnen, k\u00f6nnte sich das Testergebnis verf\u00e4lschen, da sich Gewebewasser beimengen kann.<\/li>\n<li>Stechen Sie an der seitlichen Fingerkuppe. Diese Stelle ist weniger schmerzempflindlich.<\/li>\n<li>Testen Sie an Mittel-, Ring- oder kleinem Finger, da diese seltener zum Greifen ben\u00f6tigt werden als der Zeigefinger.<br \/>\nSollten Sie unter Sensibilit\u00e4tsst\u00f6rungen leiden, k\u00f6nnen Sie Stechsysteme verwenden, die die Lanzette automatisch auswerfen.<\/li>\n<li>Bewahren Sie die Teststreifen immer in der verschlossenen Verpackung auf und achten Sie auf das Verfallsdatum. In der Regel k\u00f6nnen sie sechs Monate nach Anbruch der Packung verwendet werden. Genauere Hinweise finden Sie aber in der jeweiligen Packungsbeilage.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Was ist die kontinuierliche Glukosemessung?<\/h2>\n<p>Um sich nicht st\u00e4ndig stechen zu m\u00fcssen und eine kontinuierliche \u00dcberwachung des Zuckerspiegels sicherzustellen, gibt es seit einigen Jahren auch die M\u00f6glichkeit, den Zuckerwert subkutan (unter der Haut) zu messen. Bei diesem Continuous Glucose Monitoring (CGM) wird der Zucker im Unterhautfettgewebe in kurzen Zeitabst\u00e4nden gemessen. Ziel dieser Art der Zuckermessung ist die bessere Steuerbarkeit der Insulintherapie.<br \/>\nDiese Ger\u00e4te bestehen aus zwei Komponenten:<\/p>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li>Ein fadenf\u00f6rmiger Sensor, der \u00fcber eine Einstechhilfe in das Unterhautfettgewebe am Bauch oder Oberarm eingef\u00fchrt wird. Der Sender wird auf die Haut geklebt. Der Sensor muss in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden \u2013 je nach verwendetem System unterschiedlich oft, etwa alle sieben bis 14 Tage \u2013 gewechselt werden.<\/li>\n<li>Der zweite Teil ist ein kleines Ger\u00e4t, das die Daten empf\u00e4ngt, speichert und auf einem Bildschirm anzeigt.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Messung erfolgt alle paar Minuten. Dadurch wird eine drohende Hyper- oder Hypoglyk\u00e4mie (Unter- oder \u00dcberzuckerung) sofort erkannt und das Ger\u00e4t kann Alarm schlagen.<br \/>\nViele CGM-Ger\u00e4te lassen sich auch mit Insulinpumpen kombinieren. Bei einigen k\u00f6nnen sogar beide Ger\u00e4te \u00fcber eine Anzeige bedient werden.<br \/>\nAuch bei der kontinuierlichen Glukosemessung unterscheidet man zwischen zwei Systemen: Es gibt das Echtzeit-CGM (real-time-CGM, kurz rtCGM) und das Flash Glucose Monitoring (FGM, auch Intermittent Scanning CGM, kurz iscCGM), das den aktuellen Glukosewert nur anzeigt, wenn er &#8211; beispielsweise \u00fcber eine App am Handy &#8211; aktiv abgerufen wird.<br \/>\nF\u00fcr die rtCGM gibt es bereits Studien, die darlegen, dass sie in Kombination mit herk\u00f6mmlichen Blutzuckermessger\u00e4ten und Schulungen dazu beitragen, die HbA1c-Werte zu verbessern und Hypoglyk\u00e4mien zu reduzieren.<br \/>\nProblematisch an dieser Art, den Glukosespiegel zu \u00fcberwachen ist, dass die Werte im Unterhautfettgewebe den Blutzuckerwerten immer etwas hinterherhinken. Au\u00dferdem besteht die Gefahr einer \u00dcberbehandlung.<\/p>\n","protected":false},"author":42,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2953,2490,2448,23,2457,7],"tags":[1392,2937,897,3233,1795],"class_list":["post-7339","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-themenspecialdiabetes","category-endokrinologie-und-diabetologie","category-innere-medizin","category-kinder-und-jugendheilkunde","category-krankheit","category-leben","tag-blutzucker","tag-blutzuckermessung","tag-diabetes-mellitus","tag-innere-medizin-u-endokrinologie-u-diabetologie","tag-insulin"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7339\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15750,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7339\/revisions\/15750"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}