{"id":7293,"date":"2022-05-04T08:00:14","date_gmt":"2022-05-04T06:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=7293"},"modified":"2026-02-10T11:13:28","modified_gmt":"2026-02-10T10:13:28","slug":"therapien-bei-typ-2-diabetes","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/therapien-bei-typ-2-diabetes\/","title":{"rendered":"Therapien bei Typ-2-Diabetes"},"content":{"rendered":"<p>Typ-2-Diabetiker produzieren &#8211; im Gegensatz zu Typ-1-Diabetikern &#8211; \u00fcber viele Jahre ihrer Erkrankung hinweg noch Insulin. Dieses kann von Zellw\u00e4nden der K\u00f6rperzellen allerdings nicht gut aufgenommen werden, so dass Zucker nicht in die Zellen gelangt: Mediziner bezeichnen dieses Ph\u00e4nomen als Insulinresistenz. Dazu kommt, dass Typ-2-Diabetiker im Laufe ihrer Erkrankung auch immer weniger Insulin produzieren.<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzungen gehen davon aus, dass rund die H\u00e4lfte der Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung wissen, da sich ein Typ-2-Diabetes meist \u00fcber f\u00fcnf bis zehn Jahre hin entwickelt. Diabetes stellt heute aber eine der f\u00fcnf h\u00e4ufigsten Todesursachen dar.<\/p>\n<p>Die Diabetes-Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung, wobei im ersten Schritt eine Umstellung des bisherigen Lebensstils erfolgt. Dazu z\u00e4hlen \u00c4nderungen in der Ern\u00e4hrung, eine<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/abnehmen\/\"> Gewichtsreduktion<\/a> mit vermehrter k\u00f6rperlicher Bewegung und einer eventuellen <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/rauchstopp\/\">Raucherentw\u00f6hnung<\/a>. Bei Fortschreiten der Behandlung werden die Life-Style-\u00c4nderungen erg\u00e4nzt durch orale Antidiabetika-Therapien und einer Insulin-Behandlung. Bei schweren Formen werden mehrere Therapien miteinander kombiniert.<\/p>\n<h2><strong>Basistherapie \u2013 Lifestyle-\u00c4nderungen<\/strong><\/h2>\n<p>Da chronisch erh\u00f6hter Blutzucker zu zahlreichen Langzeitsch\u00e4den f\u00fchrt, kommt der Fr\u00fcherkennung von Diabetes ein besonderer Stellenwert zu. Studien belegen, dass fr\u00fchzeitige Interventionen am nachhaltigsten wirken, weil sie auch auf die Eigenverantwortung der Patienten setzen.<\/p>\n<p>Von <strong>gesunder Ern\u00e4hrung, Bewegung und Rauchstopp<\/strong> profitieren alle Diabetiker \u2013 bei Patienten im Fr\u00fchstadium k\u00f6nnen diese Ma\u00dfnahmen die fortschreitende Entwicklung des Diabetes sogar aufhalten. Schwerpunkt der Fr\u00fchtherapie liegt auf einer massiven Gewichtsreduktion. Leider gelingt diese nicht immer, sodass neben einer st\u00e4ndigen Blutzuckerkontrolle (und di\u00e4tetischen Anweisungen) auch medikament\u00f6se Behandlungen erforderlich werden.<\/p>\n<p>Zur Umsetzung der Basis- und medikament\u00f6sen Behandlung geh\u00f6rt die Schulung von Betroffenen. Diese k\u00f6nnen online durchgef\u00fchrt werden oder in sogenannten \u201eDiabetes-Schulen\u201c erfolgen. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt \u00fcber das vorhandene Angebot in Ihrer n\u00e4chsten Umgebung.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wussten Sie\u2026.<\/strong><\/p>\n<p>\u2026 Dass Typ-2-Diabetes fr\u00fcher auch als Altersdiabetes bezeichnet wurde, weil er meist bei \u00e4lteren Menschen auftrat? Heute stimmt das in dieser Form nicht mehr \u2013 es sind zunehmend j\u00fcngere Menschen, zum Teil sogar Kinder und Jugendliche bei denen ein Diabetes mellitus Typ-2 diagnostiziert wird. \u00dcbergewicht und Bewegungsmangel haben dazu beigetragen, fr\u00fcher an Diabetes zu erkranken.<\/p><\/blockquote>\n<h2><strong>Regelm\u00e4\u00dfige Kontrollen &#8211; das A und O jeder Therapie<\/strong><\/h2>\n<p>W\u00e4hrend jeder Therapie m\u00fcssen regelm\u00e4\u00dfig der Blutzucker und der HbA1c-Wert kontrolliert werden, wobei vor allem der HbA1c-Wert zur Beurteilung des langfristigen Therapieerfolges wichtig ist. Als Zielbereich gilt nach Angaben der \u00d6sterreichischen Diabetesgesellschaft (OEDG) ein HbA1c zwischen 6,0 und 8,0 Prozent, der genaue Wert wird aber individuell festgelegt. Er ist&nbsp;unter anderem&nbsp;abh\u00e4ngig von Alter, Begleiterkrankungen und Gesundheitszustand.<\/p>\n<p>Werden Zielwerte durch die jeweilige medikament\u00f6se Therapie und begleitenden Lebensstilma\u00dfnahmen nicht erreicht, muss auf eine Kombinationstherapie umgestellt werden. Je nach Bedarf werden entweder einzelne blutzuckersenkende Medikamente miteinander oder zus\u00e4tzliche Insulininjektionen verordnet.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren: Methoden der Blutzuckermessung<\/p>\n<h2><strong>Orale Antidiabetika<\/strong><\/h2>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong>Solange beim Typ-2-Diabetes die Insulinproduktion noch funktioniert, wird eine medikament\u00f6se Therapie zun\u00e4chst mit sogenannten oralen Antidiabetika begonnen. Das sind Blutzuckerspiegel-senkende Medikamente, die in Tablettenform eingenommen werden. Weitere Substanzen sollen die Insulinabgabe aus der Bauchspeicheldr\u00fcse anregen. Die Wirkstoffe k\u00f6nnen einzeln eingenommen oder miteinander kombiniert werden.<\/p>\n<p>Eine gemeinsame m\u00f6gliche Nebenwirkung dieser Medikamente ist das Risiko f\u00fcr eine Unterzuckerung (Hypoglyk\u00e4mie). Dazu kommt es, wenn der Blutzuckerspiegel zu stark abf\u00e4llt. Durch entsprechende Schulungen muss daher gew\u00e4hrleistet werden, dass Patienten (und Angeh\u00f6rige) auch mit dieser Situation umgehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Metformin<br \/>\n<\/strong>Der einzige Vertreter der zur Wirkstoffklasse der Biguanide z\u00e4hlenden Substanzen ist Metformin. Dieses Medikament verz\u00f6gert die Zuckeraufnahme aus dem Darm, reduziert die Zuckerbildung durch die Leber und senkt auch die Blutfette. Deshalb wird Metformin besonders zur Behandlung von \u00fcbergewichtigen Patienten mit metabolischem Syndrom eingesetzt. Ein weiterer Vorteil dieser Substanz, die h\u00e4ufig als Ersttherapie zum Einsatz kommt, ist, dass sie nicht zu einer Unterzuckerung f\u00fchrt und keine Gewichtszunahme ausl\u00f6st.<\/p>\n<p><strong>Alpha-Glukosidase-Hemmer<br \/>\n<\/strong>Auch diese Medikamente rufen keine Unterzuckerung hervor, so dass sie gerne zu Beginn einer Diabetes-Behandlung eingesetzt werden. Sie hemmen das Enzym Alpha-Glukosidase und verhindern damit eine Aufspaltung von St\u00e4rke und anderen Kohlenhadraten in Glukosemolek\u00fcle. Dadurch kommt es einer verlangsamten Aufnahme von Zucker im Darm. Allerdings ist ihre Blutzucker-senkende Wirkung nur schwach, so dass sie nur f\u00fcr Diabetiker mit erst kurzer Krankheitsdauer geeignet sind.<\/p>\n<p><strong>Glitazone<br \/>\n<\/strong>Glitazone erh\u00f6hen die Empfindlichkeit der Gewebezellen f\u00fcr Insulin und reduzieren dadurch die Insulinresistenz. Allerdings f\u00fchren sie h\u00e4ufig zu einer Gewichtszunahme und kommen aufgrund weiterer Nebenwirkungen heute nur noch in bestimmten F\u00e4llen zum Einsatz.<\/p>\n<p><strong>Sulfonylharnstoffe<br \/>\n<\/strong>Diese Substanzen werden bereits lange in der Diabetesbehandlung eingesetzt und steigern die k\u00f6rpereigene Insulinsekretion aus den insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldr\u00fcse. Das dies zu einer Unterzuckerung f\u00fchren kann, ist eine regelm\u00e4\u00dfige Aufnahme von Kohlenhydraten n\u00f6tig. Da sie zu einer Gewichtszunahme f\u00fchren und eine bestehende Insulinresistenz verst\u00e4rken, werden sie eher bei normalgewichtigen Patienten eingesetzt.<\/p>\n<p><strong>Glinide<br \/>\n<\/strong>Diese Wirkstoffe regen die Insulinproduktion nach Mahlzeiten an und werden deshalb auch vor den Hauptmahlzeiten eingenommen. Ihr Nachteil: auch sie k\u00f6nnen zu Unterzuckerung und Gewichtszunahme f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>DPP-4-Hemmer (Gliptine)<br \/>\n<\/strong>DPP4-Inhibitoren sind sogenannte Inkretin-Verst\u00e4rker, das hei\u00dft sie erh\u00f6hen die Konzentration der Inkretine (bestimmte Darm-Hormone) durch die Hemmung eines weiteren Enzyms (Dipeptidyl-Peptidase-4, DDP-4). Dadurch kommt es zu einer Steigerung der Insulinsekretion bei einem Blutzuckeranstieg, nicht jedoch, wenn er normal oder tief ist. Es kommt auch zu einer langsamen Magenentleerung, so dass Kohlenhydrate langsamer verdaut werden, und verz\u00f6gert aus dem Darm ins Blut \u00fcbertreten.<\/p>\n<p><strong>SGLT2-Inhibitoren<br \/>\n<\/strong>Diese z\u00e4hlen zu den neuesten Wirkstoffen: sie steigern die Zuckerausscheidung im Urin und senken so vor allem die Blutzuckerwerte nach Mahlzeiten. Damit werden Patienten oft auch unn\u00f6tige Kalorien los und verlieren an Gewicht.<\/p>\n<p>Zugleich kommt es zu einer vermehrten Natriumausscheidung im Urin, so dass auch der Blutdruck sinkt, und Nieren und Herz entlastet werden. Ideal sind sie daher f\u00fcr Patienten mit bestehenden Herz-Kreislauf- oder Nieren-Komplikationen. Durch den erh\u00f6hten Zuckeranteil im Urin kann es aber zu Infekten im Genitalbereich kommen.<\/p>\n<p><strong>GLP-1-Rezeptor-Agonisten\/ Inkretin-Analoga\/ Inkretin-Mimetika<br \/>\n<\/strong>Inkretine sind Darmhormone, wie etwa GLP-1 (Glukagon-like-Peptide-1), welche die Abgabe von Insulin bedarfsabh\u00e4ngig regulieren. Inkretin-Analoga imitieren diesen Effekt und steigern so die Insulinsekretion und senken die Aussch\u00fcttung des Blutzucker-erh\u00f6henden Hormons Glukagon, zudem verz\u00f6gern sie die Magenentleerung.<\/p>\n<p>Sie zeigen auch einen g\u00fcnstigen Effekt auf das Gewicht und den Blutdruck. Bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen k\u00f6nnen die Wirkstoffe (Liraglutid, Semaglutid) auch Komplikationen in diesem Bereich vermindern. Da diese Agonisten Eiwei\u00dfe sind und bei oraler Verabreichung von der Magens\u00e4ure zerst\u00f6rt werden, m\u00fcssen sie wie Insulin injiziert werden.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach einem Diabetologen? <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/pca2021\/die-beliebtesten-endokrinologen-und-diabetologen\">Hier<\/a> finden Sie die Liste der beliebtesten Endokrinologen und Diabetologen \u00d6sterreichs.<\/p>\n<h2><strong>Insulin<\/strong><\/h2>\n<p>Reichen di\u00e4tetische und Blutzucker-senkende medikament\u00f6se Ma\u00dfnahmen nicht mehr, und l\u00e4sst auch die Insulinproduktion im Laufe der Erkrankung nach, ben\u00f6tigen Personen mit Typ-2-Diabetes eine Insulintherapie. Diese kann auch bei w\u00e4hrend Schwangerschaften (Schwangerschaftsdiabetes), schweren Infektionen oder vor\u00fcbergehend beim Auftreten von extremen Blutzuckerwerten eingesetzt werden.<\/p>\n<p><strong>Wie erfolgt die Insulin-Verabreichung?<br \/>\n<\/strong>Die Verabreichung erfolgt \u00fcber Einzelinjektionen in das Unterhaufettgewebe. Eine Spritztechnik, die von den Patienten schnell erlernt wird, auch wenn diese Intervention zu Anfang viele abschreckt. Zudem stehen heute viele Injektionshilfen zur Verf\u00fcgung. Beliebt sind sogenannte Pens, die auf Vorrat k\u00fchl gelagert werden und eine leichte Handhabung erlauben. Bei der Insulinpumpentherapie erfolgt die Insulinabgabe nach einem zuvor individuell erstelltem Abgabeschema. Sensorunterst\u00fctzte Pumpen passen die Insulindosierung an die physiologischen Gegebenheiten an.<\/p>\n<p>Insulin gibt es in verschiedenen Formen mit unterschiedlich langer Wirkdauer. \u00dcblich sind auch Mischinsuline: sie bestehen aus Normal- und Verz\u00f6gerungsinsulin, die sowohl kurz- als auch langwirksam sind. Lang wirksame Insuline k\u00f6nnen eine Wirkdauer von bis zu 24 Stunden erreichen.<\/p>\n<p><strong>Normalinsulin<\/strong> enth\u00e4lt humanes Insulin und wirkt f\u00fcr rund f\u00fcnf Stunden.<\/p>\n<p><strong>Insulin-Analoga<\/strong> sind gentechnisch ver\u00e4nderte Humaninsuline, die schneller wirken, jedoch eine k\u00fcrzere Wirkdauer aufweisen.<\/p>\n<p>\u00dcblich sind <strong>Kombinationstherapien<\/strong> (konventionelle Insulintherapie) aus Insulin plus Metformin, Sulfonylharnstoff oder anderen Blutzucker-senkenden Medikamenten. Von einer <strong>intensivierten Insulintherapie<\/strong> spricht man, wenn eine herk\u00f6mmliche Insulin-Therapie nicht ausreicht, um die Blutwerte zu normalisieren. Dies ist h\u00e4ufig bei Menschen mit einem Typ-1-Diabetes der Fall. Bei diesem Schema k\u00f6nnen Patienten die Einnahmezeiten und aufgenommenen Kohlenhydrat-Mengen variieren, m\u00fcssen daf\u00fcr aber ihre Blutzuckerwerte \u00f6fter kontrollieren.<\/p>\n<p>H\u00e4ufigste Nebenwirkung einer Insulinbehandlung ist eine Unterzuckerung (Blutzuckerentgleisung). Manchmal kommt es auch zu Insulin\u00f6demen an der Einstichstelle. Allergien oder die Bildung von Antik\u00f6rpern werden eher selten beobachtet.<\/p>\n<h2><strong>Was tun bei einer Blutzuckerentgleisung?<\/strong><\/h2>\n<p>Diabetiker m\u00fcssen potentiell mit einer Entgleisung ihrer Blutzuckerwerte rechnen. Gef\u00e4hrlich ist sowohl ein zu niedriger (Hypoglyk\u00e4mie) als auch ein zu hoher Blutzuckerspiegel (Hyperglyk\u00e4mie).<\/p>\n<p><strong>Hypoglyk\u00e4mie<br \/>\n<\/strong>Eine Unterzuckerung liegt vor, wenn der Blutzucker unter ca. 50mg\/dl (2,8mmol) absinkt. Typischerweise kommt es in diesem Fall zu Hei\u00dfhunger, kaltem Schwei\u00df, Herzrasen und Bewusstseinsst\u00f6rungen. Um lebensgef\u00e4hrliche Situationen zu vermeiden, m\u00fcssen Betroffene eine erh\u00f6hte Sensibilit\u00e4t f\u00fcr diese Symptome entwickeln und mit zuckerh\u00e4ltigen Getr\u00e4nken oder entsprechenden Lebensmitteln entgegensteuern. Bei bewusstlosen Patienten erfolgt erhalten eine intraven\u00f6se Glukose-Gabe unter permanenter Blutzuckerkontrolle.<\/p>\n<p><strong>Hyperglyk\u00e4mie<br \/>\n<\/strong>Die ersten Anzeichen eines Insulinmangels \u00e4u\u00dfern sich durch h\u00e4ufiges Wasserlassen, Durst, Abgeschlagenheit, \u00dcbelkeit, Erbrechen, Azetongeruch in der Ausatemluft (erinnert vage an den Duft eines Nagelentferners) und Bewusstlosigkeit. Diese Symptome m\u00fcssen sehr ernst genommen und die entsprechende Insulin-Behandlung an die Situation angepasst werden.<\/p>\n<p><strong>Achtung Notfall: bei Erbrechen oder Koma m\u00fcssen Diabetiker sofort von einem Arzt oder in einer \u00e4rztlichen Einrichtung versorgt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren: <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diabetes-laborwerte-erklaert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Diabetes &#8211; Laborwerte erkl\u00e4rt<\/a><\/p>\n<h2><strong>Verlauf und Prognose<\/strong><\/h2>\n<p>Werden die Blutwerte rechtzeitig optimal eingestellt, k\u00f6nnen die meisten Komplikationen reduziert oder sogar verhindert werden. Eine gute Diabetes-Einstellung mittels entsprechender Ern\u00e4hrung, viel Bewegung und einer individuell auf den Patienten abgestimmten medikament\u00f6sen Versorgung erh\u00f6ht die Lebensqualit\u00e4t und die Lebenserwartung.<\/p>\n<p>Eine Gewichtsabnahme und Bewegung bewirken, dass der Blutzuckerwert sinkt und der K\u00f6rper wieder empf\u00e4nglicher f\u00fcr das selbst produzierte Insulin wird und dieses besser verwerten kann. Idealerweise sollten folgende Ma\u00dfnahmen eingehalten werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Langsame Gewichtsabnahme abh\u00e4ngig vom Ausgangsgewicht<\/li>\n<li>Reduktion des Fettanteils in der Nahrung auf 30%, davon h\u00f6chstens 10% ges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren<\/li>\n<li>Erh\u00f6hung des Anteils von Ballaststoffen in der Nahrung<\/li>\n<li>Mindestens zweieinhalb Stunden Bewegung pro Woche<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Umstellung f\u00e4llt vielen sicherlich nicht leicht und kann nur mit entsprechender Hilfe durch den Arzt, Ern\u00e4hrungsberater, Diabetesschulungen etc. erreicht werden. Helfen kann auch, sich die m\u00f6glichen Folgeerkrankungen vor Augen zu halten. Werden die vorbeugenden Ma\u00dfnahmen nicht eingehalten, m\u00fcssen Betroffene mit einer Reihe von Konsequenzen rechnen. Wichtig ist es deshalb auch, die Begleiterkrankungen, die mit Diabetes verbunden sind, zu beachten.<\/p>\n<h2><strong>Diabetische Begleiterkrankungen<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Diabetischer Fu\u00df<br \/>\n<\/strong>Durch die Sch\u00e4digung von Blutgef\u00e4\u00dfen und Nervenbahnen entstehen leichter Wunden, die schwer heilen. Ausl\u00f6ser daf\u00fcr ist bereits eine leichte Fu\u00dfverletzung. Diese sollten daher regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert und entsprechend gepflegt werden.<\/p>\n<p><strong>Nervensch\u00e4digungen<br \/>\n<\/strong>Die diabetische Neuropathie kann zu Schmerzen und Bewegungseinschr\u00e4nkungen f\u00fchren. Achten Sie auf Ihre W\u00e4rme- und K\u00e4lteempfindung, Taubheitsgef\u00fchle, Kribbeln in den Armen und Beinen sowie Ber\u00fchrungs- und Schmerzwahrnehmung. Nervensch\u00e4digungen k\u00f6nnen zu St\u00f6rungen der Magen- und Blasenfunktion beitragen, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hilfe-bei-durchfall\/\">Durchfall<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/sexuelle-funktionsstoerungen-des-mannes\/\">Erektionsprobleme<\/a> verursachen.<\/p>\n<p><strong>Herz-Kreislauf-Erkrankungen<br \/>\n<\/strong>Eine sehr h\u00e4ufige Begleiterkrankung ist ein erh\u00f6hter Blutdruck. Dieser sollte regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert werden, ebenso wie die <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/triglyceride-welche-bedeutung-haben-diese-blutfettwerte\/\">Blutfettwerte<\/a>. Typ-2-Diabetiker haben auch aufgrund der durch den Blutzucker ausgel\u00f6sten Gef\u00e4\u00dfsch\u00e4den und der damit verschlechterten Durchblutung (Mikro- und Makro-Angiopathien) ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/herzinfarkt\/\">Herzinfarkt<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schlaganfall\/\">Schlaganfall.<\/a><\/p>\n<p><strong>Sch\u00e4den an Augen und Nieren<br \/>\n<\/strong>Um Sch\u00e4den an der Netzhaut (diabetische Retinopathie) rechtzeitig zu erkennen, sollten Diabetiker mindestens einmal j\u00e4hrlich zum Augenarzt. Angeraten ist auch einer \u00dcberpr\u00fcfung des Albumin-Wertes im Urin, dieser gibt Auskunft \u00fcber die Nierenfunktion.<\/p>\n<p><strong>Depression<br \/>\n<\/strong>Die mit der Erkrankung verbundene psychische Belastung kann auch zu Stimmungsst\u00f6rungen f\u00fchren. Achten Sie auf Symptome der <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\">Depression<\/a> wie Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder l\u00e4nger andauernde Traurigkeit. Eine fr\u00fchzeitige Intervention kann auch in diesem Fall schwere Folgesch\u00e4den verhindern.<\/p>\n<p>Sie suchen medizinische Unterst\u00fctzung? Hier geht es zur <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/\">Arztsuche.&nbsp;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":41,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2953,2490,2436,2448,2457],"tags":[1673,2933,897,2932,886,185,1795,2748],"class_list":["post-7293","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-themenspecialdiabetes","category-endokrinologie-und-diabetologie","category-geriatrie","category-innere-medizin","category-krankheit","tag-altersdiabetes","tag-antidiabetika","tag-diabetes-mellitus","tag-diabetestherapie","tag-diabetologie","tag-innere-medizin","tag-insulin","tag-zuckerkrankheit"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7293\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17411,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7293\/revisions\/17411"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7295"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}