{"id":7285,"date":"2022-05-04T06:03:04","date_gmt":"2022-05-04T04:03:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=7285"},"modified":"2024-02-13T13:10:57","modified_gmt":"2024-02-13T12:10:57","slug":"diabetes-laborwerte-erklaert","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diabetes-laborwerte-erklaert\/","title":{"rendered":"Diabetes: Laborwerte erkl\u00e4rt"},"content":{"rendered":"<p>Unter dem Begriff <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diabetes-mellitus\/\">Diabetes mellitus<\/a>, die \u201eZuckerkrankheit\u201c, werden verschiedene Diabetesformen zusammengefasst. Allen gemein sind die erh\u00f6hten Blutzuckerwerte und die Insulinresistenz bzw. der Mangel an Insulin.<\/p>\n<p>Insulin ist ein k\u00f6rpereigenes Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt, indem es Glukose (Traubenzucker) in die Zellen bef\u00f6rdert, wo sie als wichtiger Energielieferant fungiert.\u00a0 Ist die Produktion von Insulin, das in den Betazellen in der Bauchspeicheldr\u00fcse gebildet wird, gest\u00f6rt, kann das Hormon den Zucker nicht mehr aus dem Blut in die K\u00f6rperzellen bringen und der Glukosespiegel steigt (<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diabetes-mellitus\/\">siehe auch Diabetes mellitus<\/a>).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ein Typ-1-Diabetes sehr schnell Symptome hervorruft, kann besonders ein Typ-2-Diabetes jahrelang unentdeckt werden und bis zur Diagnose massive Sch\u00e4den im K\u00f6rper anrichten. Daher wird im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen auch nach Hinweisen auf Diabetes gesucht. F\u00fcr die Diagnose und die Verlaufskontrolle eines diagnostizierten Diabetes mellitus stehen mehrere Messmethoden zur Verf\u00fcgung:<\/p>\n<ul>\n<li>Messung von Glukose in Blut und Harn<\/li>\n<li>oraler Glukosetoleranztest (oGTT) oder<\/li>\n<li>Messung von H\u00e4moglobin A<sub>1c<\/sub> (HbA<sub>1c<\/sub>).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Da diese Werte gewisse Schwankungen aufweisen, m\u00fcssen alle Tests zumindest an zwei unterschiedlichen Tagen durchgef\u00fchrt werden, um eine sichere Diagnose zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<h2>Glukosemessung<\/h2>\n<p>Der wichtigste Test f\u00fcr die Diagnose und die Verlaufskontrolle eines Diabetes mellitus ist die Messung von Glukose (Traubenzucker) im Blut. Wichtig ist, ob der\/die PatientIn n\u00fcchtern ist (also acht bis zehn Stunden vor dem Test nichts mehr gegessen hat), oder nicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Messung des Zuckerwerts wird ven\u00f6ses Blut abgenommen. Bei Gesunden liegt der N\u00fcchternblutzuckerwert unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg\/dl). Nach dem Essen steigt dieser Wert f\u00fcr gew\u00f6hnlich nicht \u00fcber 140 mg\/dl.<\/p>\n<p>Wenn der Blutzuckerwert n\u00fcchtern ab 126 mg\/dl liegt bzw. der Gelegenheitszuckerwert (der nicht n\u00fcchtern, aber fr\u00fchestens zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit abgenommen wird) \u00fcber 200 mg\/dl liegt, liegt ein Diabetes mellitus vor.<\/p>\n<p>Bei N\u00fcchternwerten zwischen 100 und 125 mg kann ein Diabetes-Vorstadium (<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/gefaehrlicher-praediabetes\/\">Pr\u00e4diabetes<\/a>) vorliegen. Dieser kann mit weiteren Tests, vor allem dem oralen Glukosetoleranztest, abgekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Eine weitere Methode zur Glukosemessung ist ein <strong>Harntest<\/strong>. Bei Gesunden befinden sich nur sehr geringe Glukosemenge im Urin. F\u00fcr gew\u00f6hnlich filtern die Nieren unser Blut und es entsteht Vorharn, in dem Stoffe enthalten sind, die der K\u00f6rper nicht mehr braucht, aber auch welche, die noch ben\u00f6tigt werden. Durch die Nierentubuli wird Glukose fast vollst\u00e4ndig wieder ins Blut zur\u00fccktransportiert, weil es noch gebraucht wird. Steigt der Blutzuckerspiegel \u00fcber 180 mg\/dl, sind die Glukosetransporter der Nierentubuli \u00fcberlastet und es wird Glukose \u00fcber den Urin ausgeschieden. Ab Werten von 40 mg\/dl f\u00e4llt ein Urintest positiv aus.<\/p>\n<p>Da die Glukosewerte im Urin aber auch bei verschiedenen Nierenerkrankungen erh\u00f6ht sein k\u00f6nnen, ist ein positiver \u201eHarnzucker\u201c nicht automatisch ein Nachweis f\u00fcr einen Diabetes mellitus.<\/p>\n<h2>Oraler Glukosetoleranztest<\/h2>\n<p>Der orale Glukosetoleranztest oder Zuckerbelastungstest (oGTT) dient zur Erkennung einer gest\u00f6rten Glukoseverwertung bzw. zur Fr\u00fchdiagnose eines Diabetes mellitus. Im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen wird er auch bei Schwangeren zwischen der 24. und 28. Woche durchgef\u00fchrt, um einen Schwangerschaftsdiabetes, der gesundheitliche Folgen f\u00fcr Mutter und Kind haben kann, diagnostizieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die PatientInnen m\u00fcssen mindesten zw\u00f6lf Stunden (Schwangere acht Stunden) n\u00fcchtern sein. Au\u00dferdem sollten sie drei Tage lang kohlenhydratreich (\u2265 150 g KH\/Tag) gegessen haben. Vor und w\u00e4hrend dem Test darf nicht geraucht werden und auch nichts au\u00dfer Wasser getrunken werden.<\/p>\n<p>Der\/die n\u00fcchterne PatientIn muss 75 g Glukose, die in 250 bis 300 ml Wasser aufgel\u00f6st wurde, innerhalb von f\u00fcnf Minuten trinken. Zuvor sowie eine und zwei Stunden nach der Einnahme wird der Blutzucker durch Blutabnahme aus einer Vene ermittelt. W\u00e4hrend dieser zwei Stunden soll sich der\/die PatientIn m\u00f6glichst wenig bewegen.<\/p>\n<p>Wenn der K\u00f6rper eine gest\u00f6rte Glukosetoleranz zeigt und auf die Glukosebelastung mit einer \u00fcberschie\u00dfenden Blutzuckererh\u00f6hung reagiert, deutet das auf ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr die Entwicklung eines Diabetes hin.<\/p>\n<p>Ein Normalbefund liegt vor, wenn der N\u00fcchternwert unter 100 mg\/dl und der Wert nach zwei Stunden unter 140 mg\/dl liegt.<\/p>\n<p>Eine gest\u00f6rte Glukosetoleranz liegt vor, wenn der N\u00fcchternwert zwischen 100 und 125 mg\/dl und der Wert nach zwei Stunden zwischen 140 und 199 mg\/dl liegt.<\/p>\n<p>Ein manifester Diabetes mellitus liegt vor, wenn der N\u00fcchternwert \u00fcber 126 mg\/dl und der Wert nach zwei Stunden \u00fcber 200 mg\/dl liegt.<\/p>\n<p>Bei Schwangeren gelten andere Richtwerte: N\u00fcchtern soll der Glukosewert im ven\u00f6sen Blut unter 92 mg\/dl liegen, nach einer Stunde unter 180 mg\/dl, nach zwei Stunden unter 153 mg\/dl. Wird einer der drei Werte \u00fcberschritten, spricht man schon vom Vorliegen eines Gestationsdiabetes.<\/p>\n<h2>HbA<sub>1c<\/sub>-Wert<\/h2>\n<p>H\u00e4moglobin A<sub>1c<\/sub>, kurz HbA<sub>1c<\/sub>, ist \u201everzuckerter\u201c (glykosierter) roter Blutfarbstoff (H\u00e4moglobin) in den roten Blutk\u00f6rperchen. Der HbA<sub>1c-<\/sub>Wert ist der Langzeit-Blutzuckerwert und spiegelt das Glukoseniveau der letzten vier bis sechs Wochen wider. War der Blutzuckerspiegel in dieser Zeit erh\u00f6ht, wird auch mehr HbA<sub>1c<\/sub> gebildet \u2013 und zwar unwiderruflich. Erst, wenn wieder neue rote Blutk\u00f6rperchen im R\u00fcckenmark gebildet werden und der Blutzuckerspiegel normalisiert wurde, sinkt auch der HbA<sub>1c<\/sub>-Wert. Daher wird dieser Wert auch f\u00fcr die Verlaufskontrolle und zur Beurteilung des Erfolges einer Diabetestherapie verwendet.<\/p>\n<p>Dieser Wert wird in Prozent angegeben, da der prozentuale Anteil des HbA<sub>1c<\/sub> am Gesamth\u00e4moglobin gemessen wird \u2013 oder einfacher gesagt: es wird gemessen, wie viel Prozent des roten Blutfarbstoffes der roten Blutk\u00f6rperchen \u201everzuckert\u201c sind. Ein Wert unter sechs Prozent gilt als sehr gut. Zwischen sechs und sieben Prozent gilt die Einstellung als ausreichend. Werte ab acht Prozent gelten als unbefriedigend.<\/p>\n<p>Ein HbA<sub>1c<\/sub>-Wert \u00fcber 6,5 Prozent gilt dar\u00fcber hinaus als Diagnose eines Diabetes mellitus. Bei Werten zwischen 5,7 und 6,4 Prozent wird ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Diabetes angenommen. Daher wird eine weitere Abkl\u00e4rung mittels N\u00fcchternglukose oder oGTT empfohlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":42,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2953,2490,2457],"tags":[1392,897,1575,2927,2462,2928,1676],"class_list":["post-7285","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-themenspecialdiabetes","category-endokrinologie-und-diabetologie","category-krankheit","tag-blutzucker","tag-diabetes-mellitus","tag-glukosespiegel","tag-hba1c","tag-krankheit","tag-oraler-glukosetoleranztest","tag-pradiabetes"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7285","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7285\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9757,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7285\/revisions\/9757"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7287"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}