{"id":7043,"date":"2022-03-14T13:15:01","date_gmt":"2022-03-14T12:15:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=7043"},"modified":"2024-10-07T14:24:43","modified_gmt":"2024-10-07T12:24:43","slug":"die-richtige-ernaehrung-bei-heuschnupfen","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/die-richtige-ernaehrung-bei-heuschnupfen\/","title":{"rendered":"Die richtige Ern\u00e4hrung bei Heuschnupfen"},"content":{"rendered":"<h2>Leiden Sie unter Heuschnupfen?<\/h2>\n<p>Heuschnupfen ist eine U\u0308berempfindlichkeitsreaktion (allergische Reaktion) gegen Pollen (Blu\u0308tenstaubteilchen) von Ba\u0308umen, Stra\u0308uchern, Gra\u0308sern und Getreide.<br \/>\nGerade bei Wind- und regenarmen Wetterperioden, verbreiten sich diese \u00fcberall und fu\u0308hren bei Allergikern zu erka\u0308ltungsa\u0308hnlichen Symptomen wie einer laufenden Nase, Niesreiz und stark juckenden oder brennenden Augen.<br \/>\nSchuld daran ist das Immunsystem, welches u\u0308berempfindlich auf die Eiwei\u00dfe bestimmter Pollen reagiert und sie fa\u0308lschlicherweise als Gefahrenquelle einstuft und entsprechend dagegen vorgeht. Kommen die Schleimha\u0308ute mit den Pollen in Beru\u0308hrung und gelangen somit in den Ko\u0308rper, werden sie vom k\u00f6rpereigenen Abwehrsystem wie Krankheitserreger behandelt und bek\u00e4mpft. Es bilden sich Abwehrstoffe (Antik\u00f6rper) und die Immunzellen schu\u0308tten Entzu\u0308ndungsbotenstoffe, vor allem Histamin, aus.<\/p>\n<h2>Wer ist betroffen?<\/h2>\n<p>Bei einem knappen Drittel aller Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren wurde bereits einmal eine Allergie festgestellt. Am h\u00e4ufigsten tritt dabei ein Heuschnupfen in Erscheinung, wobei Frauen tendenziell etwas \u00f6fter erkranken als M\u00e4nner. Aktuell leiden auch neun Prozent aller Kinder an Heuschnupfen.<br \/>\nEine histaminreiche Erna\u0308hrung kann die Symptome einer Allergie versta\u0308rken. Allergiker sollten daher vor allem in der Pollensaison auf eine histaminarme Erna\u0308hrung achten.<\/p>\n<h2>Was ist Histamin?<\/h2>\n<p>Histamin ist ein Eiwei\u00df, das zu den Gewebshormonen gerechnet wird und viele der allergischen Symptome des Heuschnupfens auslo\u0308st, z. B. die laufende Nase oder den unangenehmen Niesreiz. In dem Versuch, den Ko\u0308rper zu schu\u0308tzen, setzt das Immunsystem eine Kettenreaktion in Gang, die Mastzellen (bestimmte wei\u00dfe Blutk\u00f6rperchen) dazu veranlasst, Histamin im Blutkreislauf freizusetzen. Passiert dies, kommt es zur Ausl\u00f6sung der bekannten Allergiesymptome in der Nase, den Augen, dem Rachen, der Lunge, der Haut oder dem Magen-Darm-Trakt. Histamin wird aber nicht nur vom K\u00f6rper selbst hergestellt, sondern auch \u00fcber bestimmte Nahrungsmittel aufgenommen.<\/p>\n<h2>Behandlung von Heuschnupfen<\/h2>\n<p>Mittlerweile gibt es zahlreiche Medikamente (Antihistaminika) die zur Behandlung eines Heuschnupfens eingesetzt werden. Doch nicht immer bringen die entsprechenden Medikamente die gew\u00fcnschte Wirkung mit sich oder f\u00fchren sogar zu Nebenwirkungen wie Mu\u0308digkeit, U\u0308belkeit und Appetitverlust. Als Alternative oder Erg\u00e4nzung der Behandlung kann hier eine entsprechend angepasste Ern\u00e4hrung und ein bewusster Lebensstil sorgen.<\/p>\n<h2>Die Heuschnupfen-Versta\u0308rker<\/h2>\n<p>Zu den Nahrungsmitteln, die man wa\u0308hrend der Allergie-Saison meiden sollte, geho\u0308ren Lebensmittel, auf die viele Personen ohnehin allergisch oder empfindlich reagieren. Ebenso wie Nahrungsmittel, die die Histamin-Ausschu\u0308ttung der Mastzellen fo\u0308rdern oder selbst einen h\u00f6heren Histamingehalt aufweisen.<\/p>\n<p>Zu den Histamin-bildenden Nahrungsmitteln geho\u0308ren alle gereiften, gera\u0308ucherten und mit Konservierungsstoffen behandelten Nahrungsmittel wie K\u00e4se, Sauerkraut oder \u00fcberreife Fr\u00fcchte. Zu den Lebensmitteln, die eine Allergie ung\u00fcnstig beeinflussen, z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Alkohol<\/li>\n<li>Koffein<\/li>\n<li>Milchprodukte<\/li>\n<li>Erdn\u00fcsse<\/li>\n<li>Zucker<\/li>\n<li>Weizen Zitrusfr\u00fcchte und Zitruss\u00e4fte<\/li>\n<li>Schokolade<\/li>\n<li>Getrocknete Fr\u00fcchte<\/li>\n<li>Garnelen<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Die Heuschnupfen-Helfer<\/h2>\n<p>Gl\u00fccklicherweise gibt es viele Lebensmittel, die dabei helfen k\u00f6nnen, die durch Histamine ausgelo\u0308sten Symptome zu beka\u0308mpfen. Zu den \u201eguten\u201c Nahrungsmitteln z\u00e4hlen Lebensmittel mit diesen Inhaltsstoffen:<\/p>\n<p><strong>Vitamin C<\/strong><br \/>\nVitamin C ist ein natu\u0308rliches Antihistaminikum:\u2028 dieses Vitamin kann den Abbau von Histamin im Ko\u0308rper beschleunigen und die Aktivit\u00e4t des Enzyms Diaminoxidase (DAO) ankurbeln. Daneben ist es ein hervorragendes Antioxidans, wirkt entzu\u0308ndungshemmend und sta\u0308rkt die Abwehrkra\u0308fte. So zeigt etwa eine Observationsstudie aus dem Jahr 2018 eindrucksvoll, dass Patienten mit einer allergischen Grunderkrankung, deutlich von einer intraveno\u0308s verabreichten Vitamin C-Gabe profitieren.<br \/>\nVitamin C steckt nicht nur in Zitrusfr\u00fcchten, sondern auch in vielen weiteren Obst- und Gemu\u0308sesorten.<br \/>\nFolgende Nahrungsmittel sind histaminarm, aber reich an Vitamin C:<\/p>\n<p>\u2022 Schwarze Johannisbeeren: 189mg Vitamin C\/100g<br \/>\n\u2022 Petersilie: 166mg Vitamin C\/100g<br \/>\n\u2022 Paprika: 140mg Vitamin C\/100g<br \/>\n\u2022 Blumenkohl: 73mg Vitamin C\/100g<br \/>\n\u2022 Brokkoli: 61,1 mg Vitamin C\/100 g<br \/>\n\u2022 Heidelbeeren: 30 mg Vitamin C\/100g<br \/>\n\u2022 Apfel: 12mg Vitamin C\/100g<\/p>\n<p><strong>Zink<\/strong><br \/>\nEine medizinische Behandlung bei Heuschnupfen basiert oft auf Antihstaminika- oder Steroid-basierten Nasensprays, die Mastzellen stabilisieren sollen. Diese Zellen speichern Histamin und setzen es bei Kontakt mit einem Allergen frei. Das Spurenelement Zink kann ebenfalls dazu beitragen, Mastzellen zu stabilisieren, wodurch es zu einer geringeren Histaminfreisetzung kommt \u2013 Zink agiert also wie ein nat\u00fcrliches Antihistamin-Pr\u00e4parat!<\/p>\n<p>Viel Zink findet man in Nahrungsmitteln tierischer Herkunft wie Fleisch, Fisch, Milch und Ka\u0308se. Richtige Zink-\u201eBomben\u201c sind Austern und Kalbsleber. Vollkornprodukte sind ebenfalls zinkreich, hier sollte aber zur Verbesserung der Zinkaufnahme im K\u00f6rper zus\u00e4tzlich ein proteinreiches Lebensmittel genossen werden.<\/p>\n<p><strong>Vitamin D<\/strong><br \/>\nEin Mangel an Vitamin D ist einer der gro\u0308\u00dften Einzelfaktoren, die fu\u0308r eine U\u0308berreaktion des Immunsystems verantwortlich gemacht werden ko\u0308nnen. Dies best\u00e4tigt auch eine aktuelle Studie, die untersuchte, welche Verbindung zwischen der Intensit\u00e4t von Allergien und einem Mangel an Vitamin D besteht. Ausgewertet wurden die Daten von rund einhundert Personen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren, die unterschiedlich hohe Vitamin-D-Spiegel aufwiesen. Das Ergebnis: Studienteilnehmer mit dem ho\u0308heren Vitamin D Gehalt im Blut litten signifikant weniger an Heuschnupfen oder Allergien bzw. nur an leichteren Formen der Erkrankung.<\/p>\n<p>Unser Ko\u0308rper ist in der Lage, Vitamin D unter Einwirkung von Sonnenlicht selbst zu bilden. Allerdings produziert nicht jeder Mensch gleich hohe Mengen an diesem Vitamin.<br \/>\nZu den Lebensmitteln, die Vitamin D in nennenswerten Mengen enthalten, z\u00e4hlen insbesondere Fettfische (z. B. Lachs, Hering, Makrele) und in deutlich geringerem Ma\u00dfe Leber, Margarine (mit Vitamin D angereichert), Eigelb und einige Speisepilze.<\/p>\n<p><strong>Probiotika<\/strong><br \/>\nFachleute vermuten schon l\u00e4nger, dass sich das Immunsystem auch durch die Einnahme von Probiotika st\u00e4rken l\u00e4\u00dft. Eine 2015 durchgef\u00fchrte Meta-Studie gibt Hinweise darauf, dass Probiotika auch Heuschnupfen Symptome lindern kann. Ausgewertet wurden dabei 23 Studien mit insgesamt 1919 Patienten, darunter 21 doppelblinde klinische Studien und 2 randomisierte Crossover-Studien. Das Ergebnis: Siebzehn Untersuchungen zeigten einen signifikanten Nutzen durch die Verwendung von Probiotika, bei sechs Studien wurde der Effekt nicht nachgewiesen.<\/p>\n<p>Eine weitere Studie der University of Florida von 2017 belegt zudem, dass die Kombination von Lactobacillen und Bifidobakterien die Anzahl von Immunzellen (T-Zellen) Anzahl steigern kann. Diese sind in der Lage Heuschnupfen-Symptome zu unterdr\u00fccken und bieten so eine nebenwirkungsfreie Alternative zu herko\u0308mmlichen Medikamenten wie Antihistaminika. Aufgrund der Heterogenita\u0308t der Studien und der unterschiedlichen Ergebnisse sind aber zus\u00e4tzliche Untersuchungen erforderlich, um endg\u00fcltige Aussagen zum Thema machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Vitamin A<\/strong><br \/>\nStudien an Patienten mit Asthma konnten zeigen, dass diese prinzipiell niedrigere Vitamin A-Spiegel aufweisen als gesunde Menschen. Wobei es hier eine Wechselwirkung gibt: Die bei Allergien auftretenden Entzu\u0308ndungsreaktionen, z. B. in der Lunge von Asthmapatienten, werden einerseits bei einem Vitamin A Mangel begu\u0308nstigt und wirken sich andererseits auch negativ auf den Vitamin A-Spiegel aus. Ein allergiegeplagter Ko\u0308rper beno\u0308tigt 2mg (bzw. 2000\u03bcg) Vitamin A pro Tag.<\/p>\n<p>Karotinoide, pflanzliche Vorstufe von Vitamin A lassen sich jederzeit in die Ern\u00e4hrung integrieren. Gut funktioniert dies beispielsweise u\u0308ber Su\u0308\u00dfkartoffeln (100g enthalten ca. 1,4 mg Vitamin A), Karotten (100g enthalten 1,3 mg Vitamin A), Spinat, Fenchel (100g enthalten 0,8 mg Vitamin A), rote Paprika oder Mango.<\/p>\n<h2>Achtung bei Kreuzallergien!<\/h2>\n<p>Wer unter Heuschnupfen leidet, hat es auch h\u00e4ufig mit sogenannten Kreuzallergien zu tun. Dabei kommt es zu allergischen Reaktionen aufgrund von Eiwei\u00dfen bestimmter Nahrungsmittel, die eine \u00c4hnlichkeit mit Allergenen der Pollen aufweisen.<\/p>\n<p>H\u00e4ufige Kreuzallergien treten auf bei:<\/p>\n<ul>\n<li>Birkenpollenallergie: mit Stein- und Kernobst (Kirschen, Zwetschken etc.), Soja, N\u00fcssen<\/li>\n<li>Gr\u00e4serpollenallergie: mit H\u00fclsenfr\u00fcchten (Erdn\u00fcsse, Soja), Getreide, Tomaten<\/li>\n<li>Kr\u00e4uterpollenallergie (allen voran Beifu\u00df, Artemisia): mit Sellerie, Paprika, Karotte, Tomate, Artischocke, Gurke, Knoblauch, Kamille, Gew\u00fcrze<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>AutorIn: Sepideh Neshat, BSc.; Ern\u00e4hrungswissenschaftlerin<\/p>\n","protected":false},"author":16,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2831,2897,66,2416,2422,2457,7,2463],"tags":[107,182,2883,2790,258,260,262],"class_list":["post-7043","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-ernaehrung","category-fruehling","category-gesundheitsnews","category-hals-nasen-ohrenheilkunde","category-immunologie","category-krankheit","category-leben","category-pneumologie","tag-allergie","tag-ernahrung","tag-fruehling","tag-gesundheitsnews","tag-heuschnupfen","tag-immunologie","tag-kreuzreaktion"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7043","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7043\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15722,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7043\/revisions\/15722"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7044"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7043"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7043"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7043"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}