{"id":7004,"date":"2022-04-05T08:15:09","date_gmt":"2022-04-05T06:15:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=7004"},"modified":"2026-02-10T11:14:32","modified_gmt":"2026-02-10T10:14:32","slug":"bauchspeicheldruesenkrebs","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/bauchspeicheldruesenkrebs\/","title":{"rendered":"Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs &#8211; was ist das?<\/strong><\/h2>\n<p>Bei Bauchspeicheldru\u0308senkrebs handelt es sich um eine b\u00f6sartige Tumorerkrankung der Bauchspeicheldru\u0308se (Pankreas). Mediziner sprechen hier auch vom Pankreaskarzinom.<\/p>\n<p>Die Bauchspeicheldru\u0308se hat zwei lebenswichtige Funktionen f\u00fcr den Menschen: Sie produziert die Verdauungss\u00e4fte, die f\u00fcr die Verarbeitung der Nahrung im Darm notwendig sind, und sie bildet die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren. Um diese Funktionen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, hat das Pankreas zwei Gewebe: das exokrine (nach au\u00dfen abgebende Dr\u00fcse) und das endokrine (nach innen abgebend). Im exokrinen Gewebe werden Verdauungss\u00e4fte gebildet, die \u00fcber Pankreasg\u00e4nge in den Darm geleitet werden. Im endokrinen Gewebe liegen hormonbildende Zellen, die etwa Insulin und Glucagon, welche den Blutzuckerspiegel regulieren, herstellen. Tumore k\u00f6nnen in beiden Geweben entstehen, wobei die allermeisten im exokrinen Teil der Bauchspeicheldr\u00fcse entstehen. Die Experten sprechen hier vom exokrinen duktalen Adenokarzinom.<\/p>\n<p>Die Erkrankung Bauchspeicheldru\u0308senkrebs ist relativ selten, aber besonders heimt\u00fcckisch. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter an. In fr\u00fchen Stadien der Erkrankung treten eher selten Symptome auf. Das ist auch der Grund daf\u00fcr, warum die meisten Patienten ihre Diagnose erst in einem fortgeschrittenen Stadium erhalten und die Prognose eher ung\u00fcnstig ist. Was die Therapie betrifft, so h\u00e4ngt sie von der Ausbreitung des Tumors und dem Allgemeinzustand des oder der Betroffenen ab. Grunds\u00e4tzlich kommen eine operative Entfernung des Tumors, eine Strahlen- oder eine Chemotherapie als Behandlungsoptionen in Frage.<\/p>\n<h2><strong>Ursachen und Risikofaktoren <\/strong><\/h2>\n<p>Die genauen Ursachen f\u00fcr die Entstehung von Bauchspeicheldru\u0308senkrebs sind bis dato nicht bekannt. Man wei\u00df aber, dass es bestimmte Faktoren gibt, die das Erkrankungsrisiko erh\u00f6hen k\u00f6nnen. Diese sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Rauchen: Raucher haben Sch\u00e4tzungen zufolge ein 3,5-fach erh\u00f6htes Risiko zur Entwicklung eines Pankreaskarzinoms. In Kombination mit einem hohem <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/alkoholismus\/\">Alkoholkonsum<\/a> erh\u00f6ht sich das Risiko weiter. Auch Passivrauchen scheint ein Risikofaktor zu sein.<\/li>\n<li>Alkoholkonsum: Starker Alkoholkonsum erh\u00f6ht das Erkrankungsrisiko um das 2,5-fache. In Kombination mit Rauchen scheint sich das Risiko weiter zu erh\u00f6hen.<\/li>\n<li>Vorerkrankungen: Wer etwa wegen eines <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/magengeschwuer-ulcus-ventriculi\/\">Magengeschw\u00fcrs<\/a> eine Magenoperation durchf\u00fchren lassen musste, hat ein drei- bis siebenfach erh\u00f6htes Risiko. Weitere Erkrankungen, die das Risiko f\u00fcr Bauchspeicheldru\u0308senkrebs erh\u00f6hen, sind vor allem <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diabetes\/\">Diabetes mellitus<\/a>&nbsp; oder <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/bauchspeicheldruesenentzuendung\/\">Pankreatitiden<\/a> (Entz\u00fcndungen der Bauchspeicheldr\u00fcse). Pankreaskarzimone k\u00f6nnen auch durch zuvor erfolgte Behandlungen anderer Tumore im Bauchraum hervorgerufen werden.<\/li>\n<li>Ern\u00e4hrung: Es wird angenommen, dass der h\u00e4ufige Konsum von Zucker, ger\u00e4ucherten oder gegrillten Speisen das Risiko f\u00fcr die Entstehung eines Pankreaskarzinoms erh\u00f6ht.<\/li>\n<li>Umwelteinfl\u00fcsse: Der h\u00e4ufige Kontakt mit Chemikalien und Giftstoffen wie Nickel, Chrom, chlorierten Kohlenwasserstoffen, Herbiziden, Pestiziden und L\u00f6sungsmitteln scheint das Risiko f\u00fcr die Entwicklung des Tumors&nbsp; zu erh\u00f6hen.<\/li>\n<li>Genetik: Sch\u00e4tzungen zufolge sind zwei bis drei Prozent der Erkrankungsf\u00e4lle auf eine genetische Vorbelastung zur\u00fcckzuf\u00fchren<\/li>\n<li>\u00dcbergewicht (<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/adipositas-fettleibigkeit\/\">Adipositas<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Symptome der Erkrankung<\/strong><\/h2>\n<p>In fr\u00fchen Stadien der Erkrankung sind oft keine Symptome oder Beschwerden feststellbar. Das Pankreaskarzinom macht sich h\u00e4ufig erst dann bemerkbar, wenn es bereits weiter fortgeschritten ist.<\/p>\n<p>Zu den m\u00f6glichen fr\u00fchen Symptome z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Schmerzen in Oberbauch oder R\u00fccken<\/li>\n<li>Appetitmangel und ungewollter Gewichtsverlust<\/li>\n<li>Gelbsucht<\/li>\n<li>Fettst\u00fchle: hellerer, schmieriger, klebriger oder gl\u00e4nzender Stuhl<\/li>\n<li>St\u00f6rungen der Insulinproduktion: Diabetes mellitus kann sich entwickeln<\/li>\n<\/ul>\n<p>Achtung: Diese eher unspezifischen Symptome k\u00f6nnen auch bei anderen Erkrankungen des Bauchraums auftreten.<\/p>\n<p>Zu den m\u00f6glichen sp\u00e4ter auftretenden Symptomen z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>unspezifische Schmerzen und Verdauungsst\u00f6rungen<\/li>\n<li>Wasseransammlungen im Bauchraum (Aszites)<\/li>\n<li>urs\u00e4chlich ungekl\u00e4rte Entz\u00fcndung der Bauchspeicheldru\u0308se (Pankreatitis)<\/li>\n<li>gest\u00f6rte Blutgerinnung<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Pankreaskarzinom &#8211; Diagnose <\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr die Diagnose von Bauchspeicheldru\u0308senkrebs wird der Patient bei der Anamnese nach Art, Dauer und St\u00e4rke von Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamenten gefragt. Auch Risikofaktoren werden erhoben, eine klinische Untersuchung mit besonderer Beachtung des Bauchraums wird durchgef\u00fchrt, und Blut wird abgenommen, um die Tumormarker zu bestimmen. (Achtung: Mit einer Untersuchung des Blutes auf Tumormarker wie CA 19-9 kann man Bauchspeicheldru\u0308senkrebs zwar nicht nachweisen, aber der Tumormarker gibt wichtige Hinweise f\u00fcr das weitere \u00e4rztliche Vorgehen und den Krankheitsverlauf.)<\/p>\n<p>Weiters kann eine endoskopische Ultraschalluntersuchung des Bauchs zum Einsatz kommen. Dabei kann der Arzt Gewebeproben entnehmen, die anschlie\u00dfend unter dem Mikroskop histologisch auf Zellen von Bauchspeicheldru\u0308senkrebs untersucht werden. Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT) k\u00f6nnen die inneren Organe im Bauch- und Brustraum, die Gangsysteme von Pankreas und Galle, das Sch\u00e4delinnere und auch vergr\u00f6\u00dferte Lymphknoten sehr gut darstellen. Manchmal kommt auch eine Spiegelung von Bauchspeicheldru\u0308sen- und Gallengang (ERCP) zum Einsatz. Damit lassen sich&nbsp; die Bauchspeicheldru\u0308sen- und Galleng\u00e4nge unter R\u00f6ntgenkontrolle mit Kontrastmittel f\u00fcllen und darstellen, wobei Engstellen oder Verschl\u00fcsse im Gangsystem darauf hinweisen, dass ein Tumor im Bereich des Pankreas liegen k\u00f6nnte. Eventuell kommen auch Skelettszintigramm und Positronenemissionstomographie (PET) zum Einsatz, um feststellen zu k\u00f6nnen, ob Metastasen und Knochenbefall vorhanden sind.<\/p>\n<h2><strong>Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs &#8211; Behandlung<\/strong><\/h2>\n<p>Eine Heilung von Bauchspeicheldru\u0308senkrebs ist nur durch eine Operation m\u00f6glich. Allerdings kommt diese nur bei f\u00fcnfzehn bis 20 Prozent der Betroffenen in Frage, dann n\u00e4mlich, wenn das umliegende Gewebe noch krebsfrei ist. Die weiteren Therapien dienen dazu, die Beschwerden der Patienten zu lindern und eine Ausbreitung des Tumors zu verlangsamen oder zu stoppen.<\/p>\n<p><strong>Operation<\/strong><br \/>\nSitzt der Tumor im Kopf der Bauchspeicheldru\u0308se, kommt eine Operation nach den Chirurgen Kausch und Whipple zum Einsatz. Dabei werden der Tumor, ein Teil der Bauchspeicheldru\u0308se und des Magens, der Zw\u00f6lffingerdarm und die Gallenblase mit Gallengang entfernt. In manchen F\u00e4llen muss die gesamte Bauchspeicheldru\u0308se entfernt werden. In diesem Fall sind nach der Operation das Verdauungssystem und die Nahrungsaufnahme deutlich gest\u00f6rt, und das System muss in einem zweiten operativen Teil chirurgisch wiederhergestellt werden. Bei der Operation werden zus\u00e4tzlich auch benachbarte Lymphknoten entfernt. Sind diese nicht von Krebszellen befallen, ist dies ein Hinweis darauf, dass der Tumor noch nicht gestreut hat.<\/p>\n<p><strong>Chemotherapie<\/strong><br \/>\nNach der Operation kommt in der Regel eine <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/was-passiert-bei-einer-chemotherapie\/\">Chemotherapie<\/a> mit Zytostatika zum Einsatz. Die Medikamente sollen die Vermehrung der Krebszellen verhindern bzw. sollen sie dadurch beseitigt werden. Wenn keine Operation m\u00f6glich war, weil der Tumor bereits fortgeschritten ist, wird ebenfalls Chemotherapie gegeben. Man spricht hier von palliativer Chemotherapie, deren Ziel es ist, die \u00dcberlebenszeit der Betroffenen zu verl\u00e4ngern und ihre Lebensqualit\u00e4t zu verbessern.<\/p>\n<p><strong>Strahlentherapie<\/strong><br \/>\nGrunds\u00e4tzlich wird die <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wie-funktioniert-eine-strahlentherapie\/\">Strahlentherapie<\/a> bei Bauchspeicheldru\u0308senkrebs nicht generell empfohlen und wird meist nur im Rahmen von kontrollierten Studien gegeben. Meist kommt sie in Kombination mit Chemotherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Bauchspeicheldru\u0308senkrebs, die nicht operiert werden k\u00f6nnen, zum Einsatz. Die Bestrahlung kann auch Beschwerden wie etwa Tumorschmerzen lindern.<\/p>\n<p id=\"h4-andere-therapiekonzepte\"><strong>Weitere Therapien<\/strong><br \/>\nChemotherapien werden meist kombiniert mit einem Tyrosinkinasehemmer eingesetzt. Dieser blockiert&nbsp; Wachstumsfaktoren der Krebszellen und hemmt damit deren Ausbreitung. Neuere Therapieans\u00e4tze wie zielgerichtete Therapien oder Immuntherapien zeigen bisher nur eingeschr\u00e4nkt Erfolge.<\/p>\n<p><strong>Schmerztherapie<\/strong><br \/>\nViele Patienten mit Pankreaskarzinom leiden unter Schmerzen. Sie ben\u00f6tigen, ebenso wie Patienten mit anderen Karzinomen auch, eine gute Schmerztherapie unter Aufsicht eines spezialisierten Arztes.<\/p>\n<p><strong>Nachsorge<br \/>\n<\/strong>Bei vielen Patienten mit Pankreaskarzinom w\u00e4chst der Krebs nach einiger Zeit wieder. Man spricht hier von einem Rezidiv. Sind nur einzelne Krebsherde vorhanden, kann man versuchen, erneut zu operieren oder eine Bestrahlung vorzunehmen.<br \/>\nIn jedem Fall ist die Nachsorge bei Bauchspeicheldru\u0308senkrebs sehr wichtig, denn nur so kann ein etwaiges Rezidiv oder Nebenwirkungen und Begleiterkrankungen der Therapien rechtzeitig erkannt werden. Bei den&nbsp; Nachsorgeuntersuchungen kommen h\u00e4ufig&nbsp;Ultraschall und\/oder Computertomographie sowie eine Bestimmung der Tumormarker zum Einsatz.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[25,2490,78,2424,2448,2457,2429,2496,1895,2440],"tags":[2101,187,707,185,216,75,936,688],"class_list":["post-7004","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-chirurgie","category-endokrinologie-und-diabetologie","category-gastroenterologie","category-hepatologie","category-innere-medizin","category-krankheit","category-nephrologie","category-nuklearmedizin","category-radiologie","category-schmerzmedizin","tag-bauchspeicheldrusenkrebs","tag-chirurgie","tag-hepatologie","tag-innere-medizin","tag-krebs","tag-onkologie","tag-pankreas","tag-tumor"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7004","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7004\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18481,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/7004\/revisions\/18481"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7007"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7004"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7004"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7004"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}