{"id":6904,"date":"2022-03-03T09:32:36","date_gmt":"2022-03-03T08:32:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=6904"},"modified":"2025-06-23T13:12:37","modified_gmt":"2025-06-23T11:12:37","slug":"myome","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/myome\/","title":{"rendered":"Myome"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was sind Myome? <\/strong><\/h2>\n<p>Bei Geb\u00e4rmuttermyomen handelt es sich um Wucherungen, die in der Muskelschicht der Geb\u00e4rmutter entstehen. Sie sind die h\u00e4ufigsten gutartigen <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/krebs-alle-vorsorgeuntersuchungen-auf-einen-blick\/\">Tumoren<\/a> bei Frauen und k\u00f6nnen sich bei jeder Frau entwickeln. Entdeckt werden sie oft nur zuf\u00e4llig bei einer gyn\u00e4kologischen Untersuchung. Myome sind in der Regel nicht lebensgef\u00e4hrlich, aber sie k\u00f6nnen die Lebensqualit\u00e4t der betroffenen Frauen deutlich beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Kleinere Myome machen normalerweise keine Symptome, gr\u00f6\u00dfere k\u00f6nnen eher Beschwerden verursachen, dies sind am h\u00e4ufigsten eine verst\u00e4rkte oder schmerzhafte Menstruation, ein Druckgef\u00fchl im Unterleib oder Probleme beim Wasserlassen bzw. beim Stuhlgang. Auch Zwischenblutungen, Kreuzschmerzen und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/sexuelle-funktionsstoerungen-der-frau\/\">Beschwerden beim Geschlechtsverkehr<\/a> k\u00f6nnen auftreten. Diese Symptome entstehen, wenn das Myom durch Wachstum auf benachbarte Organe oder Nervenenden dr\u00fcckt und so deren Funktion beeintr\u00e4chtigt oder Schmerzen verursacht. In der Folge kann es zu weiteren Erkrankungen wie etwa einem <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/was-tun-bei-einer-blasenentzuendung\/\">Harnwegsinfekt<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/anaemie\/\">Blutarmut<\/a> kommen.<\/p>\n<p>Myome wachsen, solange eine Frau im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter ist und k\u00f6nnen w\u00e4hrend einer Schwangerschaft gr\u00f6\u00dfer werden. Nach den Wechseljahren ist das Wachstum in der Regel beendet, und die Myome bilden sich allm\u00e4hlich wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Was die Gr\u00f6\u00dfe von Myomen betrifft, so k\u00f6nnen sie von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern gro\u00df sein. Sie k\u00f6nnen einzeln oder in gr\u00f6\u00dferer Zahl auftreten. Liegt nur ein einzelnes Geb\u00e4rmuttermyom vor, so spricht man von einem solit\u00e4ren Myom. Bilden sich gleichzeitig mehrere Myome aus, so handelt es sich um einen so genannten Uterus myomatosus. Dieser ist meist stark vergr\u00f6\u00dfert und kann schwere Komplikationen nach sich ziehen.<\/p>\n<p>Die Diagnose, die durch eine Ultraschalluntersuchung best\u00e4tigt wird, betrifft in Europa laut Sch\u00e4tzungen jede zweite bis f\u00fcnfte Frau im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter.<\/p>\n<p>Bei deutlichen Beschwerden k\u00f6nnen Myome mit unterschiedlichen Methoden behandelt werden, wobei die Art der Therapie von den Symptomen, der Gr\u00f6\u00dfe und Lage des Myoms, dem Alter der Frau und ihrer Familienplanung abh\u00e4ngt.<\/p>\n<h2><strong>Myom-Formen<\/strong><\/h2>\n<p>Fachleute unterscheiden verschiedene Myomformen und ber\u00fccksichtigen dabei, ob diese in das Innere der Geb\u00e4rmutter hinein- oder zur Bauchseite hin wachsen. Es gibt sechs Formen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>submuk\u00f6se Myome:<\/strong> wachsen direkt unter der Geb\u00e4rmutterschleimhaut. Sie verursachen in der Regel Blutungsst\u00f6rungen, die auch zu einer An\u00e4mie f\u00fchren k\u00f6nnen. Diese \u2013 seltenen \u2013 Myome beeinflussen auch die <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/fruchtbarkeit-und-eizellreserve\/\">Fruchtbarkeit.<\/a><\/li>\n<li><strong>intramurale Myome:<\/strong> wachsen inmitten der Muskelschicht der Geb\u00e4rmutter. Sie sind der h\u00e4ufigste Myomtyp, l\u00f6sen h\u00e4ufig Menstruationsbeschwerden aus und k\u00f6nnen auf Nachbarorgane wie Darm oder Blase dr\u00fccken. Au\u00dferdem k\u00f6nnen sie f\u00fcr einen <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/kinderwunsch\/\">unerf\u00fcllten Kinderwunsch <\/a>verantwortlich sein.<\/li>\n<li><strong>subser\u00f6se Myome:<\/strong> wachsen auf der Geb\u00e4rmutterau\u00dfenseite unter dem Bauchfell. Sie l\u00f6sen keine Blutungsst\u00f6rungen aus und beeintr\u00e4chtigen wahrscheinlich auch nicht die Fruchtbarkeit.<\/li>\n<li><strong>intrazervikale Myome:<\/strong> wachsen in den Muskelschichten um den Geb\u00e4rmutterhals.<\/li>\n<li><strong>intraligament\u00e4re Myome:<\/strong> kommen in den Bindegewebsschichten seitlich der Geb\u00e4rmutter vor.<\/li>\n<li><strong>gestielt intrakavit\u00e4re Myome:<\/strong> ragen ins Innere der Geb\u00e4rmutter hinein.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Warum entstehen Myome?<\/strong><\/h2>\n<p>Was die genauen Ursachen f\u00fcr die Entstehung von Geb\u00e4rmuttermyomen betrifft, so sind sie bis dato nicht genau gekl\u00e4rt. Vermutet wird ein genetischer Einfluss, denn Myome treten bei Frauen, deren M\u00fctter ebenfalls Myome hatten, h\u00e4ufiger auf. Zudem gibt es weitere Faktoren, die Einfluss auf die Erkrankung haben. So k\u00f6nnen etwa <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/adipositas-fettleibigkeit\/\">Adipositas<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/bluthochdruck\/\">Bluthochdruck<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diabetes\/\">Diabetes<\/a> das Risiko f\u00fcr die Entwicklung eines Myoms erh\u00f6hen. Weiters ist wichtig zu wissen, dass die gutartigen Geschwulste vor allem durch das weibliche Geschlechtshormon \u00d6strogen sowie auch Gestagen stimuliert werden. Sie treten erst nach der Pubert\u00e4t auf und bilden sich normalerweise nach der <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wechseljahre\/\">Menopause<\/a>, also dann, wenn sich der Hormonhaushalt einer Frau ver\u00e4ndert zur\u00fcck. Man bezeichnet Myome deshalb auch als hormonabh\u00e4ngige Tumore.<\/p>\n<h2><strong>Wie machen sich Myome bemerkbar?<\/strong><\/h2>\n<p>Was die Symptome von Myomen betrifft, so h\u00e4ngen die Beschwerden von ihrer Gr\u00f6\u00dfe und Lage ab. Bei etwa der H\u00e4lfte der Frauen entwickelt sich gar kein Symptom. Wenn Beschwerden bestehen, so sind dies typischerweise:<\/p>\n<ul>\n<li>starke Menstruationsblutungen und Menstruationsschmerzen<\/li>\n<li>An\u00e4mie (Blutarmut), die sich aufgrund der vermehrten Regelblutungen entwickelt<\/li>\n<li>Unterbauchschmerzen und ein unangenehmes Druckgef\u00fchl im Unterleib<\/li>\n<li>Schmerzen beim Wasserlassen oder h\u00e4ufiges Wasserlassen<\/li>\n<li>seltener Stuhlgang\/<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/verstopfung-ursachen-erkennen-und-loswerden\/\">Verstopfung<\/a><\/li>\n<li>Schmerzen beim Geschlechtsverkehr<\/li>\n<li>unerf\u00fcllter Kinderwunsch oder Fr\u00fchgeburt<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Diagnose: Wie werden Myome nachgewiesen?<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr die Diagnose eines Myoms wird zur Beurteilung des Unterleibes ein Spekulum (Scheidenspiegel) verwendet und die Geb\u00e4rmutter mit den H\u00e4nden getastet. Weiters kommen eine Blutuntersuchung zum Ausschluss einer Blutarmut sowie eine Urinanalyse, gegebenenfalls inklusive Schwangerschaftstest und ein Test auf Blut im Stuhl, um andere Erkrankungen auszuschlie\u00dfen, zur Anwendung. Eine sehr zuverl\u00e4ssige Diagnose liefert in der Regel der transvaginale Ultraschall, bei dem der Ultraschallkopf in die Scheide eingef\u00fchrt wird. Damit k\u00f6nnen Myome sichtbar gemacht und ihre Wachstumsgeschwindigkeit beurteilt werden.<\/p>\n<p>Bei schnell wachsenden oder untypisch aussehenden Myomen wird eine Biopsie (Gewebeprobe) entnommen, um ausschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen, dass ein b\u00f6sartiger Geb\u00e4rmutterkrebs vorliegt.<\/p>\n<h2><strong>Wie werden Myome behandelt?<\/strong><\/h2>\n<p>Wenn Myome keine Beschwerden machen, so m\u00fcssen sie in der Regel auch nicht behandelt werden.<\/p>\n<p>Liegen beeintr\u00e4chtigende Symptome vor, so h\u00e4ngt die Art der Behandlung vom Alter der Patientin, von der Familienplanung, von der Symptomatik sowie von der Lage und Gr\u00f6\u00dfe des Myoms ab. Heute werden, wenn eine medikament\u00f6se Behandlung nicht m\u00f6glich oder nicht erfolgreich ist, vor allem minimal-invasive Verfahren, bei denen nur das Myom entfernt wird, angewendet.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich kommen medikament\u00f6se, chirurgische Therapie und neuere Verfahren zur Anwendung:<\/p>\n<p><strong>Medikamente<\/strong><br \/>\nHier kommen zwei verschiedene Pr\u00e4parate zum Einsatz: <strong>Ulipristalacetat<\/strong> und <strong>Leuprorelin<\/strong>, welche die Wirkung von Geschlechtshormonen beeinflussen. Ersteres kann vor allem an der Leber schwere Nebenwirkungen nach sich ziehen und ist nur f\u00fcr Frauen vor den Wechseljahren und wenn andere Therapien nicht in Frage kommen, geeignet. W\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schwangerschaft\/\">Schwangerschaft <\/a>oder Stillzeit kommt dieses Kontrazeptivum nicht zur Anwendung. Leuprorelin kann die Gr\u00f6\u00dfe eines Myoms reduzieren und wird beispielsweise vor einer geplanten Operation eingesetzt. Aufgrund der Nebenwirkungen ist es aber nicht als Dauermedikament geeignet.<\/p>\n<p><strong>Operative Behandlungen<\/strong><br \/>\n<strong>Entfernung des Myoms<\/strong>: wird meist laparaskopisch ohne Bauchschnitt durchgef\u00fchrt. Dieser Eingriff wird vor allem bei bestehendem Kinderwunsch empfohlen.<br \/>\n<strong>Entfernung der gesamten Geb\u00e4rmutter:<\/strong> wird bei abgeschlossener Familienplanung empfohlen.<br \/>\n<strong>Magnetresonanz-gef\u00fchrter fokussierter Ultraschall<\/strong> (MRgFUS): Dabei werden im Rahmen einer Magnetresonanztomografie (MRT) hochfrequente Ultraschallwellen gezielt auf bestimmte Stellen des Myoms gelenkt. Dadurch stirbt das Myomgewebe ab und wird vom K\u00f6rper selbst abgebaut. Bei diesem\u00a0 Eingriff werden Myome verkleinert, sie verschwinden aber nicht vollst\u00e4ndig.<br \/>\n<strong>Embolisierung der Geb\u00e4rmutterarterie:<\/strong> Dabei wird \u00fcber die Hauptschlagader in der Leistengegend ein Katheter eingef\u00fchrt und durch die Arterie, welche die Geb\u00e4rmutter versorgt, bis zu den kleinen arteriellen Gef\u00e4\u00dfen, die f\u00fcr die Versorgung des Myoms verantwortlich sind, vorgeschoben. Danach werden bestimmte Mikropartikel injiziert, die die kleinen Blutgef\u00e4\u00dfe blockieren. Das Verfahren wird bei mehreren oder sehr gro\u00dfen Myomen sowie bei Patientinnen, die schon mehrere Operationen im Bauchraum hatten, empfohlen.<\/p>\n<h2><strong>Prognose<\/strong><\/h2>\n<p>Die Prognose ist bei den meisten Betroffenen gut.<\/p>\n<p>In Bezug auf die Fruchtbarkeit stellen Myome meist kein Hindernis dar. Nur in seltenen F\u00e4llen kann es zu einer Unfruchtbarkeit kommen, zum Beispiel dann, wenn ein Myom vor dem Eileiter liegt.<br \/>\nW\u00e4hrend einer Schwangerschaft k\u00f6nnen Myome mitunter Probleme verursachen: Sie k\u00f6nnen Schmerzen ausl\u00f6sen, die Lage des Kindes ung\u00fcnstig ver\u00e4ndern, oder auch vorzeitige Wehen einleiten.<\/p>\n<p>Die Gefahr, dass sich aus einem Myom Krebs entwickelt, ist gering, denn Myome sind in der Regel gutartig. Kontrolluntersuchungen sind aber wichtig, um etwaige Komplikationen rechtzeitig erkennen und behandeln zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2490,2459,66,2457,2411,2440],"tags":[703,782,129,20,2869,2790,2462,2868,75],"class_list":["post-6904","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-endokrinologie-und-diabetologie","category-frauenheilkunde","category-gesundheitsnews","category-krankheit","category-onkologie","category-schmerzmedizin","tag-endokrinologie","tag-frau","tag-frauenheilkunde","tag-fruchtbarkeit","tag-gebaermuttermyom","tag-gesundheitsnews","tag-krankheit","tag-myome","tag-onkologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/6904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/6904\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17414,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/6904\/revisions\/17414"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6905"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6904"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}