{"id":671,"date":"2020-12-03T04:00:48","date_gmt":"2020-12-03T04:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/grippe-influenza\/"},"modified":"2024-03-12T14:12:47","modified_gmt":"2024-03-12T13:12:47","slug":"grippe-influenza","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/grippe-influenza\/","title":{"rendered":"Grippe &#8211; Influenza"},"content":{"rendered":"<p>Die Grippe (Influenza) ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch Viren ausgel\u00f6st wird. Die sogenannte \u201eechte Grippe\u201c ist nicht mit einer Erk\u00e4ltung bzw. einem grippalen Infekt vergleichbar. Sie \u00e4u\u00dfert sich in einem erheblich schwereren Krankheitsbild.<\/p>\n<h2>Warum die &#8220;echte&#8221; Grippe im Winter auftritt<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Grippe-Wellen breiten sich vor allem im Winterhalbjahr aus, in der Regel von Dezember bis April wobei die Erkrankungs-Hochphase im Vorfeld nicht festzulegen ist. Der Grund warum es gerade im Winter zu Grippe-Infektionen kommt liegt darin, dass es in geschlossenen R\u00e4umen leichter zu einer Ansteckung \u00fcber eine Tr\u00f6pfcheninfektion kommt und viele Menschen durch Erk\u00e4ltungen ohnehin immungeschw\u00e4cht sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jedes Jahr erkranken in \u00d6sterreich mehrere 100.000 Personen an der Grippe \u2013 durchschnittlich 5 bis 10% der Erwachsenen und bis zu 15% der Kinder. Abh\u00e4ngig vom vorherrschenden Virusstamm sterben zwischen 1.000 und 1.200 Patienten daran. 90% dieser Todesf\u00e4lle betreffen \u00e4ltere Menschen, Schwangere, Kleinkinder (vor allem S\u00e4uglinge im 1. Lebensjahr) sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Um aktuelle Zahlen zu erhalten, werden seit Anfang 2012 die Influenza-Falldatend er Grippe-Informationssysteme Wien, Graz und Innsbruck von der Referenzzentrale f\u00fcr Influenza-Epidemiologie einmal w\u00f6chentlich aufbereitet und an das Bundesministerium f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) gesandt, um von dort an TESSy (The European Surveillance System) und von TESSy an die WHO\/EuroFlu gesendet zu werden.<\/p>\n<h2>Grippeepidemie oder Grippepandemie?<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Unter\u00a0 Grippeepidemie, umgangssprachlich auch Grippewelle genannt, versteht man die lokal begrenzte Infizierung von rund 10-20% der Bev\u00f6lkerung. Von einer Grippepandemie spricht man, wenn sich die Infektion weltweit verbreitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine Pandemie wird immer durch einen neuen Influenza-A-Virus-Subtyp ausgel\u00f6st, der durch eine Durchmischung von humanen und von V\u00f6geln stammenden Gensegmenten erfolgt. Diese Vermengung kann \u2013 wie bei dem als \u201eSchweinegrippe\u201c 2009 entdecktem Subtyp A\/H1N1 \u2013 z.B. in Schweinen stattfinden, wenn diese Tiere beide Viren in sich tragen. Pandemien gab es unter anderem 1918, besser bekannt als die Spanische Grippe, 1957, die Asiatische Grippe und 1968, die Hongkong-Grippe.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Wie erfolgt die \u00dcbertragung der Grippe?<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Ausgel\u00f6st wird die Grippe durch Influenzaviren vom Typ A, B und selten auch Typ C. Die \u00dcbertragung der Viren erfolgt durch Tr\u00f6pfcheninfektion. Die von den erkrankten Personen beim <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/husten-21\">Husten<\/a>, Niesen oder Sprechen ausgeschiedenen Grippeviren k\u00f6nnen leicht bis in eine Entfernung von zwei Metern zu einer Ansteckung f\u00fchren. Auch durch das Haftenbleiben der Krankheitserreger auf Gegenst\u00e4nden wie T\u00fcrgriffen und Gl\u00e4sern \u00fcbertr\u00e4gt sich das Virus schnell und gelangt durch Einatmen oder durch Ber\u00fchrung von Mund, Nase oder Augen mit verunreinigten H\u00e4nden \u00fcber die Schleimhaut in den K\u00f6rper.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Durchschnittlich betr\u00e4gt die Inkubationszeit der Grippe, also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome, ein bis vier Tage. Infizierte Erwachsene sind in der Regel vom Vortag des Beginns der Symptome bis f\u00fcnf Tage nach Symptombeginn ansteckend. Wenn keine Komplikationen auftreten, muss man bei der Grippe mit einer Dauer von ein bis zwei Wochen rechnen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Wie vermehren sich Viren?<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Erreichen Influenza-Viren ihre Wirtszellen, bindet ein Eiwei\u00dfstoff ihrer Virush\u00fclle, das so genannte H\u00e4magglutinin, an vorhandene Rezeptoren auf der Oberfl\u00e4che der Wirtszelle, um die Viren-Erbinformation in die Zelle einzuschleusen. Im Zellkern der Wirtszelle wird die virale Erbinformation verarbeitet und dann werden so viele neue Viren produziert, bis diese so zahlreich geworden sind, dass sie mit Hilfe des viruseigenen Eiwei\u00dfstoffs Neuraminidase die Zellmembran der Wirtszelle zerst\u00f6ren k\u00f6nnen und freigesetzt werden. Bis zu 100.000 neue Viren k\u00f6nnen auf diese Weise an einem Tag produziert werden und weitere Zellen befallen.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">An welchen Anzeichen und Beschwerden erkennt man die Virusgrippe?<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Die saisonale Grippe ist vor allem durch ein pl\u00f6tzliches Auftreten der Symptome gekennzeichnet. Die ma\u00dfgeblichsten Krankheitsmerkmale sind hohes <a title=\"Fieber senken \u2013 Wann und Wie?\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/fieber-senken-wann-und-wie-80\">Fieber<\/a>, <a title=\"Husten\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/husten-21\">Husten<\/a> sowie starke Abgeschlagenheit. Eine allgemeine M\u00fcdigkeit und Appetitlosigkeit kann noch einige Wochen nach Ende der Symptomatik auftreten.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Was sind die h\u00e4ufigsten Symptome?<\/h2>\n<ul style=\"list-style-type: square; text-align: left;\">\n<li>pl\u00f6tzlich beginnendes Krankheitsgef\u00fchl<\/li>\n<li>hohes <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/fieber-senken-wann-und-wie-80\">Fieber<\/a> (\u00fcber 38,5 \u00b0C)<\/li>\n<li>trockener Husten<\/li>\n<li>verstopfte Nase<\/li>\n<li>Sch\u00fcttelfrost<\/li>\n<li>Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen<\/li>\n<li>starke M\u00fcdigkeit<\/li>\n<li>Appetitlosigkeit<\/li>\n<li>Kreislaufschw\u00e4che<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Arzt kann die Grippe meist aufgrund der Summe aller Krankheitssymptome erkennen. Doch kann die Influenza auch schnell mit einem <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/grippaler-infekt-erkaeltung-verkuehlung-akute-rhinopharyngitis-62\">grippalen Infekt<\/a> verwechselt werden. Sicher kann eine echte Grippe nur durch eine Laboruntersuchung diagnostiziert werden. Der Erregernachweis erfolgt \u00fcber einen Abstrich des Nasen- oder Rachensekrets, eventuell auch durch eine Blutuntersuchung. Mit einem PCR-Test, bei dem das Ergebnis jedoch einige Stunden dauert, erh\u00e4lt man einen sicheren Nachweis. Auch mittels eines Influenza-Schnelltests, der sogar schon nach 15 Minuten ein Ergebnis zeigt, jedoch nicht 100%ig sicher ist, kann eine Best\u00e4tigung erfolgen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Welche Komplikationen k\u00f6nnen auftreten?<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Da der K\u00f6rper bereits durch die Grippe geschw\u00e4cht ist, k\u00f6nnen Bakterien schneller in den K\u00f6rper eindringen und sich vermehren. Zu den Folgekrankheiten, die sp\u00e4ter auch zu Komplikationen f\u00fchren k\u00f6nnen, geh\u00f6ren Mittelohrentz\u00fcndungen, eine bakterielle <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/sinusitis-nebenhoehlenentzuendung-71\">Sinusitis (Entz\u00fcndung der Nasennebenh\u00f6hlen)<\/a> und sekund\u00e4re bakterielle <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/behandlung-einer-lungenentzuendung-1060\">Lungenentz\u00fcndung (Pneumonie)<\/a>. Seltener treten virale Pneumonien und eine sogenannte respiratorische Insuffizienz (Atemst\u00f6rung) auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei Risikopersonen kann die Grippe zu einer Lungenentz\u00fcndung f\u00fchren bzw. so schwer verlaufen, dass sie innerhalb weniger Stunden zum Tod f\u00fchrt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><strong>Zu den Risikopatienten z\u00e4hlen:<\/strong><\/h3>\n<ul style=\"list-style-type: square; text-align: left;\">\n<li>Erwachsene \u00fcber 65 Jahre<\/li>\n<li>S\u00e4uglinge und Kleinkinder bis 2 Jahre<\/li>\n<li>Schwangere<\/li>\n<li>Menschen mit Vorerkrankungen wie chronische Stoffwechsel-, Herz-, Lungen-, Nieren-, Leber- oder Bluterkrankungen<\/li>\n<li>Menschen mit einem geschw\u00e4chten Immunsystem<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>Besonderheiten bei Kindern:<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Bei Kindern kann die Grippe auch v\u00f6llig untypisch verlaufen, bei ihnen k\u00f6nnen Bauchschmerzen, Durchfall, \u00dcbelkeit und\/oder Erbrechen sowie vermehrte Schl\u00e4frigkeit und ein undefinierbarer Ausschlag im Vordergrund stehen. Zus\u00e4tzlich kommt es am ersten Krankheitstag manchmal zu einem Ausschlag im Mund (Grippe-Exanthem). Es entstehen stecknadelkopfgro\u00dfe Bl\u00e4schen am vorderen Gaumen und kleine gelblich-wei\u00dfe Flecken an der Wangen- und Lippenschleimhaut.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Aufgrund ihrer noch nicht voll entwickelten Immunabwehr erleiden Kinder h\u00e4ufig in Folge einer Influenza eine Mittelohr-, Nebenh\u00f6hlen- oder Lungenentz\u00fcndung.\u00a0Besonders bei Kleinkindern ist auch der so genannte Pseudo-Krupp\u00a0gef\u00fcrchtet. Hierbei handelt es sich um einen entz\u00fcndlichen Befall des Kehlkopfes mit bellendem Husten\u00a0und Luftnot.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Was kann man vorbeugend tun?<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Zur Vorbeugung von Erk\u00e4ltungen und grippalen Infekten gilt es vor allem das Immunsystem zu st\u00e4rken. Dazu geh\u00f6ren eine ausgewogene und vitaminreiche Ern\u00e4hrung, eine ausreichende Fl\u00fcssigkeitszufuhr, viel Bewegung an der frischen Luft mit angemessener Kleidung, um Unterk\u00fchlungen zu vermeiden und ein ausgewogenes Schlaf-Wachverhalten. Auch Zink- oder Sonnenhutpr\u00e4parate k\u00f6nnen die Abwehrkr\u00e4fte verbessern helfen, Alkohol hingegen sollte gemieden werden. Auf das Auftreten einer Grippe haben diese vorbeugenden Ma\u00dfnahmen jedoch keinen Einfluss, hier hilft nur eine j\u00e4hrliche <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/grippeimpfung-impfung-gegen-influenza\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schutzimpfung<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00e4hrend die Grippe von Influenza-Viren ausgel\u00f6st wird, k\u00f6nnen f\u00fcr eine banale Erk\u00e4ltung mehr als 200 verschiedene Erreger &#8211; unter anderen Corona-Viren,\u00a0 Adeno-Viren oder Rhino-Viren &#8211; verantwortlich sein. Da Erk\u00e4ltungen und Influenza also auf unterschiedliche Krankheitserreger zur\u00fcckgehen, hilft eine Grippe-Schutzimpfung nicht gegen Erk\u00e4ltungskrankheiten. Aufgrund der Vielzahl der Viren und der relativen Harmlosigkeit eines Schnupfens ist eine Impfung gegen diese banalen Erk\u00e4ltungsinfekte auch nicht verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Lesen Sie weiter:\u00a0<a title=\"Behandlung einer Grippe \u2013 Influenza\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/behandlung-einer-grippe-influenza-93\">+++ Behandlung einer Grippe +++<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n","protected":false},"author":43,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2422,23,2457],"tags":[108,166,109,167,169,168,177],"class_list":["post-671","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-immunologie","category-kinder-und-jugendheilkunde","category-krankheit","tag-allgemeinmedizin","tag-echte-grippe","tag-grippe","tag-grippeimpfung","tag-grippesymptome","tag-influenza","tag-kinderheilkunde"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/43"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/671\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13880,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/671\/revisions\/13880"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/672"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}