{"id":664,"date":"2020-12-03T06:00:20","date_gmt":"2020-12-03T06:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/behandlung-einer-grippe-influenza-2\/"},"modified":"2024-03-12T14:10:51","modified_gmt":"2024-03-12T13:10:51","slug":"behandlung-einer-grippe-influenza-2","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/behandlung-einer-grippe-influenza-2\/","title":{"rendered":"Behandlung einer Grippe &#8211; Influenza"},"content":{"rendered":"<p>Eine <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/grippe-influenza\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Influenza<\/a> geh\u00f6rt in medizinische Behandlung. Besonders deutliches Anzeichen f\u00fcr eine Influenza sind die pl\u00f6tzlich auftretenden Symptome wie Abgeschlagenheit, Sch\u00fcttelfrost und\u00a0hohes Fieber. Patienten, die \u00fcber einen Ausschlag, eine Verschlechterung des Zustandes, Kurzatmigkeit, stechende Schmerzen in der Brust beim tiefen Einatmen und extreme M\u00fcdigkeit klagen, sollten dar\u00fcber ihren Arzt oder ihre \u00c4rztin in Kenntnis setzen. Auch bei Risikopatienten sollte bereits fr\u00fchzeitig ein Arzt oder eine \u00c4rztin kontaktiert werden.<\/p>\n<h2>Verschreibungspflichtige Medikamente<\/h2>\n<p>Um gegen die Ursache, die Viren vorzugehen, werden sogenannte Neuraminidase-Hemmer eingestzt, die aber nur innerhalb der ersten 24 bis maximal 48 Stunden nach Auftreten der Symptome helfen.<\/p>\n<p>Zu den Neuraminidase-Hemmern z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Oseltamivir (Handelsname Tamiflu); werden in Tablettenform eingenommen,<\/li>\n<li>Zanamivir (Handelsname Relenza); zum Inhalieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nimmt man eines dieser Medikamente, die vom Arzt verschrieben werden m\u00fcssen, innerhalb von 48 Stunden nach den ersten Anzeichen einer Grippeerkrankung ein, kann dadurch die Vermehrung des Virus unterbrochen werden.\u00a0<span style=\"color: #000000;\">Neuraminidase-Hemmer blockieren das viruseigene Oberfl\u00e4chenprotein (die Neuraminidase), so dass die Viren nicht mehr in die Wirtszelle eindringen k\u00f6nnen,\u00a0in denen sie sich normaler weise vermehren. Rechtzeitig eingenommen verringert der Wirkstoff die\u00a0Komplikationen und die Krankheitsdauer (um ein bis drei Tage). Es verringern sich auch die Raten an Folgeerkrankungen wie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/bronchitis-symptome-und-behandlung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bronchitis<\/a><\/span>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/mittelohrentzuendung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mittelohr<\/a>&#8211; oder <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/behandlung-einer-lungenentzuendung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lungenentz\u00fcndung<\/a>.<\/p>\n<p>Neuraminidase-Hemmer k\u00f6nnen auch bei Risikopatienten oder gesunden Menschen zur Verhinderung einer Erkrankung nach direktem Kontakt mit infizierten Personen verabreicht werden. Als h\u00e4ufigste Nebenwirkung klagen rund 5% der Patienten nach Einnahme der antiviralen Medikamente \u00fcber \u00dcbelkeit.<\/p>\n<h2>Nicht verschreibungspflichtige Medikamente<\/h2>\n<p>H\u00e4ufig werden OTC-Pr\u00e4parate, also apothekenpflichtige, aber nicht verschreibungspflichtige Medikamente, angewandt, die zwar zur Linderung der Symptome beitragen k\u00f6nnen, jedoch nicht die Ursache der Influenza bek\u00e4mpfen. Rezeptfreie Medikamente wie Hustenstiller, schleimhautabschwellende, schmerzstillende und fiebersenkende Mittel sorgen f\u00fcr eine Linderung der Influenza-Symptome. Da viele Medikamente eine jeweils andere Kombination von gleichartigen Wirkstoffen enthalten, muss auf die Einhaltung der empfohlenen H\u00f6chstdosis der Wirkstoffe geachtet werden. Zum Beispiel kann es bei der Verwendung von fiebersenkenden Medikamenten sowie der Einnahme eines Erk\u00e4ltungssaftes zu einer \u00dcberschreitung der Tagesdosis von Paracetamol kommen. Daher sollten dem Arzt auch die rezeptfrei eingenommenen Medikamente bekanntgegeben werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Bedenken Sie aber auch, dass <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/fieber-senken-wann-und-wie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fieber <\/a>an sich nicht automatisch sch\u00e4dlich ist, sondern den K\u00f6rper bei der Bek\u00e4mpfung der Viren unterst\u00fctzt. Deshalb sollten fiebersenkende Mittel nur bei Temperaturen \u00fcber 39 \u00b0C eingesetzt werden. Der Grippe-Kranke sollte dar\u00fcber hinaus das Bett h\u00fcten, seine Kr\u00e4fte schonen, und viel trinken. Die meisten Influenza-Patienten f\u00fchlen sich aber ohnehin so geschw\u00e4cht, dass sie zu Hause bleiben und viel schlafen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Da <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/antibiotika-was-man-darueber-wissen-sollte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antibiotika <\/a>nur bei bakteriellen Erkrankungen wirksam sind, kommen sie bei der Influenza \u2013 abgesehen von bestimmten Komplikationen\u00a0(bakterielle Sekund\u00e4rinfektionen) \u2013 nicht zum Einsatz.<\/p>\n<p>Bei Gefahr einer Pandemie sind neben dem Einsatz von antiviralen Medikamenten wie Neuraminidase-Hemmern auch Grippeimpfungen eine wichtige Ma\u00dfnahme, um die Ausbreitung einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<h2>Verlauf und Prognose<\/h2>\n<p style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Verlauf einer Grippe h\u00e4ngt einerseits vom Typ des Influenza-Virus selbst ab, und andererseits vom Zustand des Abwehrsystems des Patienten. F\u00fcr einen an sich gesunden Organismus mit einem intakten Immunsystem stellt die Grippe in der Regel kein lebensbedrohendes Problem dar. Die Mehrzahl der Grippe-Infektionen vergeht innerhalb von 14 Tagen mit einer v\u00f6lligen Gesundung des Patienten. Der Heilungsprozess kann aber auch mehrere Wochen, eventuell\u00a0 verbunden mit einem qu\u00e4lendem Husten,\u00a0andauern.<\/span><br style=\"color: #555555;\" \/><span style=\"color: #000000;\">Man sch\u00e4tzt, dass in den westlichen Industriel\u00e4ndern etwa 10% der krankheitsbedingten Arbeitsausf\u00e4lle durch Influenza-Infektionen verursacht werden.<\/span><br style=\"color: #555555;\" \/><br style=\"color: #555555;\" \/><span style=\"color: #000000;\">Besonders bei \u00e4lteren Menschen, S\u00e4uglingen, Kleinkindern, Schwangeren oder Personen mit bereits bestehender Vorerkrankung der Atemwege\u00a0(wie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/asthma\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Asthma\u00a0<\/a>oder <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/copd\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">COPD<\/a>), der Nieren oder des Herzens sowie bei immungeschw\u00e4chten Patienten k\u00f6nnen Komplikationen\u00a0auftreten, die schlimmstenfalls zum Tode f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<h2>Wer soll sich impfen lassen?<\/h2>\n<p>Durch Schutzimpfungen, die j\u00e4hrlich meist ab Oktober durchgef\u00fchrt werden, kann man sich effektiv vor der Influenza sch\u00fctzen. Unter gesunden Erwachsenen verhindern Impfungen rund 60-90% der Influenza-spezifischen Krankheiten. Bei \u00e4lteren Personen reduziert der Impfstoff schwere Erkrankungen und Komplikationen um bis zu 60%.\u00a0Studien aus den USA und den Niederlanden zeigen, dass durch regelm\u00e4\u00dfige Grippe-Impfungen die Sterblichkeit von Personen \u00fcber 60 Jahren um bis zu 25% gesenkt werden kann. Wichtig ist hierbei die Regelm\u00e4\u00dfigkeit der Impfungen. Aber schon im ersten Jahr der Impfung sinkt die Sterblichkeit um rund 10%.<\/p>\n<p>Die Immunit\u00e4t der Schutzimpfung h\u00e4lt h\u00f6chstens ein Jahr, da die Viren rasch ihre Oberfl\u00e4chenstruktur ver\u00e4ndern. Die j\u00e4hrliche Empfehlung, welche Virenst\u00e4mme in den Impfstoffen f\u00fcr die kommende Saison aufgenommen werden sollten, wird vom Global Influenza Surveillance Network (GISN), einer Partnerschaft nationaler Influenza-Zentren auf der ganzen Welt (innerhalb der WHO) ,herausgegeben.<\/p>\n<p>Das Influenza-Virus besteht aus einer Proteinh\u00fclle um einen RNA-Kern auf dessen H\u00fclle sich zwei Antigene (Neuraminidase und H\u00e4magglutinin) befinden. An diese Oberfl\u00e4chenproteine heften sich auch die durch die Impfung hervorgerufenen Antik\u00f6rper, so dass Viren dadurch in ihrer Aktivit\u00e4t gehemmt werden,<\/p>\n<p>Die WHO empfiehlt die Impfung, deren Impfschutz\u00a0 rund zwei Wochen nach der Impfung beginnt,\u00a0 vor allem f\u00fcr:<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>Pflegeheimbewohner<\/li>\n<li>\u00c4ltere Menschen ab 60<\/li>\n<li>Personen mit chronischen Erkrankungen<\/li>\n<li>Schwangere und Frauen, die w\u00e4hrend der Grippesaison schwanger werden wollen<\/li>\n<li>Personal des Gesundheits- und Pflegebereichs<\/li>\n<li>Personal in Gemeinschaftseinrichtungen (Schulen, Kinderg\u00e4rten etc.)<\/li>\n<li>Personen mit h\u00e4ufigen Publikumskontakt (Restaurants etc.)<\/li>\n<li>Kinder ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat<\/li>\n<li>Reisende<\/li>\n<li>F\u00fcr Kinder und \u00e4ltere Erwachsene wird auch eine Impfung gegen Pneumokokken\u00a0empfohlen, da diese Bakterien zumeist Ausl\u00f6ser einer <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/behandlung-einer-lungenentzuendung-1060\">Lungenentz\u00fcndung <\/a>als Komplikation der Grippe sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"color: #000000;\">Gesamt gesehen sind Geimpfte gegen\u00fcber den Nicht-Geimpften\u00a0 im Vorteil: Sollten Geimpfte trotzdem\u00a0erkranken:<\/p>\n<ul style=\"color: #000000;\">\n<li>verl\u00e4uft die Erkrankung zumeist milder und k\u00fcrzer,<\/li>\n<li>erleiden sie deutlich weniger Influenza-bedingte Krankheitsfolgen,<\/li>\n<li>und ben\u00f6tigen seltener einen Krankenhausaufenthalt.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"color: #000000;\">Die <span style=\"color: #000000;\">Influenzaimpfung bietet nur vor der echten Virusgrippe einen Schutz, grippale Infekte k\u00f6nnen jedoch weiterhin auftreten.<\/span><\/p>\n<h2>Nebenwirkungen der Grippeimpfung<\/h2>\n<p style=\"color: #444444;\"><span style=\"color: #000000;\">Die <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/grippeimpfung-impfung-gegen-influenza\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Grippeschutzimpfung<\/a> wird meistens gut vertragen. Wird ein Totimpfstoff verwendet,\u00a0treten manchmal vor\u00fcbergehend lokale Reaktionen an der Einstichstelle auf (leichte Schmerzen, Schwellung, R\u00f6tung). Sie zeigen die nat\u00fcrliche Antwort des K\u00f6rpers auf den Kontakt mit dem Impfstoff.<\/span><\/p>\n<p style=\"color: #444444;\"><span style=\"color: #000000;\">Kommt ein Lebendimpfstoff zum Einsatz, der als Nasenspray verabreicht wird, kann es vor\u00fcbergehend zu einer verstopfen oder laufenden Nase kommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"color: #444444;\"><span style=\"color: #000000;\">Beide\u00a0Grippeimpfstoffe\u00a0 l\u00f6sen gelegentlich allgemeine Symptome aus, die denen einer Erk\u00e4ltung (Rhinitis) \u00e4hneln. Dazu z\u00e4hlen Fieber, Fr\u00f6steln, Schwitzen, Muskel-, Kopf-, Gliederschmerzen oder M\u00fcdigkeit. Diese Beschwerden verschwinden gew\u00f6hnlich nach ein bis zwei Tagen wieder.<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2430,23,2457],"tags":[108,166,109,167,168,177],"class_list":["post-664","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-infektiologie","category-kinder-und-jugendheilkunde","category-krankheit","tag-allgemeinmedizin","tag-echte-grippe","tag-grippe","tag-grippeimpfung","tag-influenza","tag-kinderheilkunde"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/664","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/664\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13879,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/664\/revisions\/13879"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=664"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=664"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=664"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}