{"id":6012,"date":"2021-12-14T09:06:06","date_gmt":"2021-12-14T08:06:06","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.docfinder.farm\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=6012"},"modified":"2022-06-07T16:08:46","modified_gmt":"2022-06-07T14:08:46","slug":"bruxismus-zaehneknirschen","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/bruxismus-zaehneknirschen\/","title":{"rendered":"Bruxismus &#8211; Z\u00e4hneknirschen"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was ist Bruxismus?<\/strong><\/h2>\n<p>Unter Bruxismus versteht man in der Zahnmedizin das immer wieder auftretende, unwillku\u0308rliche Zusammenpressen der Z\u00e4hne mit gro\u00dfem Druck. Das geschieht mit einer Kraft, die um ein Vielfaches h\u00f6her ist als bei der beim normalen Kauen auftretenden Belastung. H\u00e4ufig kommen noch mahlende Bewegungen hinzu, die die Z\u00e4hne gewaltsam gegeneinander reiben und deutlich vernehmbare Knirschger\u00e4usche verursachen. Dieses Z\u00e4hneknirschen tritt in der Regel unbewusst und h\u00e4ufig nachts, bei manchen Betroffenen aber auch tags\u00fcber auf. Experten unterscheiden daher den Wachbruxismus und den Schlafbruxismus.<\/p>\n<p>Das Fatale daran ist, dass so mit der Zeit der Zahnschmelz abgerieben wird und dass es zu schweren Zahnsch\u00e4den bis hin zum Zahnverlust kommen kann. Wenn Bruxismus zu einer dauerhaften Gewohnheit wird, kommt es oft zu einer rasch fortschreitenden Abnutzung der Z\u00e4hne und zu wiederholt auftretenden Sch\u00e4den an F\u00fcllungen, Kronen, Br\u00fccken, Prothesen und Implantaten.<\/p>\n<p>Viele Menschen, die \u2013 oft ohne es zu wissen \u2013 mit den Z\u00e4hnen knirschen, leiden auch zus\u00e4tzlich unter schmerzhaften Verspannungen der Kiefermuskulatur, die zu<a title=\"Kopfschmerzen \u2013 Formen, Ursachen und Gegenma\u00dfnahmen\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/kopfschmerzen-4902\">&nbsp;Kopf<\/a>-, Nacken-,Gesichts- und sogar R\u00fcckenschmerzen f\u00fchren k\u00f6nnen. Bruxismus ist zudem ein wichtiger Risikofaktor f\u00fcr das Auftreten von St\u00f6rungen und Schmerzen im Kausystem, den so genannten craniomandibul\u00e4ren Dysfunktionen (CMD).<\/p>\n<p>Bruxismus ist ein h\u00e4ufiges Ph\u00e4nomen. Kinder sind bis zu 56 Prozent von Schlafbruxismus betroffen, bei Erwachsenen ist der Wachbruxismus mit bis zu 31 Prozent h\u00e4ufiger, der Schlafbruxismus mit bis zu 16 Prozent etwas seltener. Das Z\u00e4hneknirschen tritt ab dem Durchtritt der Z\u00e4hne bis ins hohe Alter auf, am h\u00e4ufigsten betroffen sind Menschen zwischen 20 und 40 Jahren.<\/p>\n<h2><b>Warum tritt Bruxismus auf?<\/b><\/h2>\n<p>Was die Ursache des Z\u00e4hneknirschens betrifft, so ist diese nicht eindeutig gekl\u00e4rt. Lange Zeit nahm man an, dass fehlerhafte Zahnkontakte die Ursache f\u00fcr Bruxismus sind, heute geht man davon aus, dass psychische Faktoren eine gro\u00dfe Rolle spielen, wobei vor allem emotionaler Stress eine wichtige Komponente sein d\u00fcrfte. Nicht umsonst gibt es die Redewendung \u201edie Z\u00e4hne zusammenbei\u00dfen\u201c, und wer unter Stress steht, spannt unwillku\u0308rlich die Muskulatur st\u00e4rker an \u2013 besonders im Kiefer und im Gesichtsbereich, im Nacken, in der Schulter und im R\u00fccken. Zus\u00e4tzlich spielen auch&nbsp;<a title=\"Angstst\u00f6rungen \u2013 Was ist das? Welche Formen gibt es?\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/angststoerungen-was-ist-das-welche-formen-gibt-es-5272\">Angst<\/a>&#8211; und<a title=\"Schlafst\u00f6rungen\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/schlafstoerungen-5214\">&nbsp;Schlafst\u00f6rungen<\/a>&nbsp;eine Rolle bei der Entwicklung eines Bruxismus, und manche Substanzen wie Nikotin, Alkohol oder Koffein, Drogen oder Medikamente (z.B. Antidepressiva oder Medikamente gegen das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) k\u00f6nnen erregend auf das zentrale Nervensystem wirken und somit Bruxismus zur Folge haben. Als weitere m\u00f6gliche Ursachen werden auch&nbsp;<a title=\"Sodbrennen \u2013 Ursache, Symptome, Behandlung\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/sodbrennen-3307\">Sodbrennen&nbsp;<\/a>sowie genetische Faktoren genannt.<\/p>\n<h2><strong>Anzeichen und Warnsignale<\/strong><\/h2>\n<p>Die meisten Patienten, die mit den Z\u00e4hnen knirschen, merken gar nicht, dass sie es tun &#8211; viele werden erst von ihrem Partner oder ihrer Familie darauf aufmerksam gemacht. Dennoch gibt es Anzeichen, die man auch selbst erkennen kann. Die Spuren \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Z\u00e4hneknirschens zeigen sich h\u00e4ufig schon fr\u00fchzeitig als \u00fcberm\u00e4\u00dfige Zahnabnutzungen. Erste Anzeichen daf\u00fcr sind Absplitterungen an den Schneidekanten im Bereich der Front- und Eckza\u0308hne. Im weiteren Verlauf k\u00f6nnen sich glatte Schlifffla\u0308chen auf gegenu\u0308berliegenden Zahnfla\u0308chen entwickeln.<\/p>\n<p>Auch die Kaumuskeln werden durch die andauernde Aktivita\u0308t kr\u00e4ftiger, vergr\u00f6\u00dfern sich und sind deutlich zu erkennen. Wenn man mit den Z\u00e4hnen presst, finden sich oft Zahnabdru\u0308cke am Zungenrand und wei\u00dfe Linien in H\u00f6he der Zahnreihen auf der Wangenschleimhaut. Auch immer wieder auftretende Sch\u00e4den an Zahnrestaurationen k\u00f6nnen auf eine erh\u00f6hte Bruxismus-Aktivit\u00e4t hindeuten, und Schmerzen im Bereich der Wangen, der Schl\u00e4fen und vor den Ohren weisen ebenfalls darauf hin. Typisch f\u00fcr Patienten mit Schlafbruxismus sind etwa Schl\u00e4fenkopfschmerzen oder Schwierigkeiten bei der Kiefer\u00f6ffnung am Morgen. Achten Sie auch darauf, ob Sie unter Ermu\u0308dungserscheinungen der Kaumuskulatur oder unter \u00fcberempfindlichen Z\u00e4hnen leiden. Auch das k\u00f6nnen Anzeichen f\u00fcr \u00fcberm\u00e4\u00dfiges Z\u00e4hneknirschen sein.<\/p>\n<h2><strong>Bruxismus &#8211;<\/strong>&nbsp;<strong>Diagnose<\/strong><\/h2>\n<p>Erste Hinweise auf Bruxismus kommen h\u00e4ufig von den Patienten selbst, die von ihrer Familie oder ihren Partnern auf Knirschger\u00e4usche im Schlaf aufmerksam gemacht wurden oder die nachts mit zusammengebissenen Z\u00e4hnen aufwachen. Der Zahnarzt erhebt in der Folge typische Anzeichen wie Sch\u00e4den und Abnutzungserscheinungen an den Z\u00e4hnen oder Schmerzen in der Kaumuskulatur. Er oder sie wird auch danach fragen, ob Betroffene kurzzeitige Schwierigkeiten bei der Mund\u00f6ffnung haben oder unter einer \u00dcberempfindlichkeit der Z\u00e4hne leiden.<br \/>\nBei der klinischen Untersuchung geht es zun\u00e4chst um die Beurteilung der Kaumuskulatur. Danach wird eine Bestandsaufnahme der durch das Knirschen und Pressen verursachten Sch\u00e4den an der Zahnhartsubstanz gemacht und der Zahnabnutzungsgrad bewertet. Bei dauerhaften Kiefergelenksproblemen wird oft eine genaue Analyse des gesamten Kauapparates durchgef\u00fchrt. Dabei werden die Bewegungen der Kiefergelenke beim \u00d6ffnen, Schlie\u00dfen und bei Seitw\u00e4rtsbewegungen durch elektronische Sensoren im Bereich der Kiefergelenke und mit dem Unterkiefer verbundene \u201eSchreibstifte\u201c registriert.<\/p>\n<h2><b>Wie bekommt man das Knirschen in den Griff?<\/b><\/h2>\n<p>Was die Behandlung von Bruxismus betrifft, so gibt es derzeit noch keine urs\u00e4chliche Therapie zur Heilung oder Beseitigung des Ph\u00e4nomens. Deshalb zielt die Behandlung vor allem auf die Aufkl\u00e4rung der Patienten, den Schutz der Z\u00e4hne und notwendig gewordene Restaurationen. Wichtig ist auch die Reduktion der Bruxismusaktivit\u00e4t und die Linderung von Schmerzen.<\/p>\n<p>Hier kommen Aufbissschienen zum Einsatz, die auf die Z\u00e4hne aufgesetzt werden und die im Schlaf vor weiteren Sch\u00e4den sch\u00fctzen. Es gibt auch spezielle Schienen, die zus\u00e4tzlich die Muskulatur und die Kiefergelenke entlasten.<\/p>\n<p>Zudem k\u00f6nnen Patienten, die unter Schlafbruxismus leiden, durch Methoden des Biofeedback unterst\u00fctzt werden. Wenn Wachbruxismus vorliegt, so kommen einfache verhaltenstherapeutische Ma\u00dfnahmen zur Anwendung. Dabei geht es darum zu lernen, sich die Angewohnheit bewusst zu machen und aktiv zu vermeiden. Einen guten Beitrag zur Entspannung der Kaumuskulatur und zur Verbesserung der Beweglichkeit der Kiefergelenke kann auch die Physiotherapie leisten.<\/p>\n<p>Was die Sch\u00e4den an den Z\u00e4hnen betrifft, so k\u00f6nnen sie je nach Art und Umfang mit keramikversta\u0308rkten Kunststoffen, mit Teilkronen oder Kronen&nbsp;versorgt&nbsp; werden.<\/p>\n<h2><strong>Was Sie selbst tun k\u00f6nnen<\/strong><\/h2>\n<p>Was man selbst gegen Bruxismus tun kann, h\u00e4ngt davon ab, ob man unter Schlaf- oder Wachbruxismus leidet.<\/p>\n<p>Bei Wachbruxismus hilft oft Selbstbeobachtung und das aktive Gegensteuern, sobald man bemerkt, dass die Z\u00e4hne des Ober- und Unterkiefers bei geschlossenem Mund Kontakt haben. (Normalerweise sollte das nicht der Fall sein.) Hilfreich ist auch ein guter Umgang mit Stress, der die Anspannung vermindert. Hier werden oft Verfahren wie Autogenes Training oder die Progressive Muskelentspannung empfohlen.<\/p>\n<p>Was das n\u00e4chtliche Z\u00e4hneknirschen betrifft, so ist es wichtig, die Aufbissschiene zu tragen. Hier kann man dazwischen aber auch ein paar Tage aussetzen, wenn sich die Beschwerden gebessert haben, denn ein intervallartiges Tragen der Schiene erh\u00f6ht laut Experten die Wirkung bei Anspannung und Schmerzen.<\/p>\n<p>Davon abgesehen, kann auch eine gute Schlafhygiene dabei helfen, das Problem zu mindern.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2457,2413,2442],"tags":[108,2806,239,95,128,2805],"class_list":["post-6012","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-krankheit","category-psychologie","category-zahn-mund-und-kieferheilkunde","tag-allgemeinmedizin","tag-bruxismus","tag-stress","tag-zahne","tag-zahnheilkunde","tag-zahnknirschen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/6012","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/6012\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7888,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/6012\/revisions\/7888"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6013"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6012"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6012"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6012"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}