{"id":5911,"date":"2025-08-19T10:00:57","date_gmt":"2025-08-19T08:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.docfinder.farm\/ratgeber\/?post_type=article&#038;p=5911"},"modified":"2025-08-19T10:17:50","modified_gmt":"2025-08-19T08:17:50","slug":"polyzystisches-ovarialsyndrom-pcos","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/polyzystisches-ovarialsyndrom-pcos\/","title":{"rendered":"Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) &#8211; Ursachen, Symptome und Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was ist ein polyzystisches Ovarialsyndrom?<\/strong><\/h2>\n<p>Das polyzystische Ovarialsyndrom \u2013 kurz PCOS \u2013 ist die <strong>h\u00e4ufigste Hormonst\u00f6rung bei Frauen<\/strong> im <strong>geb\u00e4rf\u00e4higen Alter<\/strong>. Es ist eine der Hauptursachen f\u00fcr Zyklusst\u00f6rungen und unerf\u00fcllten Kinderwunsch. Die Erkrankung zeigt sich oft durch viele <strong>kleine Zysten<\/strong> in den <strong>Eierst\u00f6cken<\/strong>. Diese werden als <strong>\u201epolyzystische Ovarien\u201c<\/strong> bezeichnet. Solche Ver\u00e4nderungen kommen bei rund<strong> 20 Prozent der Frauen<\/strong> im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter vor, sind aber nicht immer mit Symptomen oder Beschwerden verbunden.<\/p>\n<p>Die Symptome von PCOS werden durch ein <strong>Ungleichgewicht im Hormonhaushalt<\/strong> ausgel\u00f6st. <strong>Dabei spielen vor allem folgende Hormone eine Rolle:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/oestrogen-im-ueberblick-wirkung-defizit-und-ueberschuss-auf-einen-blick\/\">\u00d6strogen<\/a> (weibliches Geschlechtshormon)<\/li>\n<li>Androgene (m\u00e4nnliche Geschlechtshormone)<\/li>\n<li>LH (luteinisierendes Hormon)<\/li>\n<li>FSH (follikelstimulierendes Hormon)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Besonders Androgene werden meist \u00fcberproduziert, weshalb ein typisches Symptom von PCOS m\u00e4nnliche K\u00f6rperbehaarung ist. Viele Frauen mit PCOS haben doppelt so hohe Androgen-Werte wie Frauen ohne Erkrankung.<\/p>\n<p>Das hormonelle Ungleichgewicht der Sexualhormone beg\u00fcnstigt eine <strong>St\u00f6rung des Eisprungs<\/strong> (Ovulationsst\u00f6rungen). Die <strong>Monatsblutung kann dadurch unregelm\u00e4\u00dfig<\/strong> sein oder ganz ausbleiben. <strong>Dadurch verringert sich oft die Fruchtbarkeit<\/strong>.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem entwickeln viele Frauen mit PCOS eine <strong>Insulinresistenz<\/strong>. Die Insulin-Rezeptoren reagieren nicht mehr ausreichend auf das ausgesch\u00fcttete Insulin. Das f\u00fchrt zu einer Stoffwechselsituation, die Typ-2-Diabetes gleicht.<\/p>\n<p>PCOS kann bei fruchtbaren Frauen in jedem Alter auftreten, wird aber oft vor allem in der sp\u00e4teren Jugend bemerkt. Weltweit sind bis zu acht Prozent aller Frauen von dieser vielschichtigen hormonellen Erkrankung betroffen. Oft geht PCOS auch mit <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\">Depressionen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/angststoerungen-was-ist-das-welche-formen-gibt-es\/\">Angstst\u00f6rungen<\/a> einher.<\/p>\n<h2>Was sind Ursachen und Risikofaktoren f\u00fcr PCOS?<\/h2>\n<p>Die genauen Ursachen f\u00fcr das polyzystische Ovarialsyndrom sind noch nicht gekl\u00e4rt. Da die Erkrankung in manchen Familien geh\u00e4uft auftritt, geht man aber von einer <strong>genetischen Veranlagung<\/strong> aus.<\/p>\n<p>Eine wichtige Rolle spielen vermutlich <strong>St\u00f6rungen im Hormonhaushalt<\/strong>, der von der Hirnanhangdr\u00fcse gesteuert wird. Diese Dr\u00fcse setzt unter anderem zwei Hormone frei: das <strong>follikelstimulierende Hormon (FSH)<\/strong> und das <strong>luteinisierende Hormon (LH).<\/strong> Diese beiden Hormone regen in den Eierst\u00f6cken die Eizellreifung und die Produktion von <strong>\u00d6strogenen<\/strong> und <strong>Androgenen<\/strong> an. Bei PCOS wird vor allem LH vermehrt ausgesch\u00fcttet. Das regt die <strong>Produktion von m\u00e4nnlichen Hormonen (Androgene) an.<\/strong><\/p>\n<p>Auch die<strong> Insulinresistenz<\/strong> scheint eine wichtige Rolle zu spielen. Der erh\u00f6hte Insulinspiegel regt die Androgen-Produktion im Eierstock an und verringert die Bildung eines Proteins, das vor allem Testosteron bindet. Dadurch <strong>erh\u00f6ht sich die Testosteron-Konzentration<\/strong> im Blut und es treten sogenannte <strong>Verm\u00e4nnlichungssymptome<\/strong> auf.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbergewicht<\/strong>, das h\u00e4ufig mit einer Insulinresistenz verbunden ist, verst\u00e4rkt dieses Risiko. Aber auch schlanke Frauen, die nicht an Diabetes leiden, k\u00f6nnen an PCOS erkranken. Bei ihnen kommen vor allem die genetischen Faktoren,\u00a0 Stress, Essst\u00f6rungen und Suchterkrankungen als m\u00f6gliche Ausl\u00f6ser infrage.<\/p>\n<h2>\u00a0Welche Symptome hat PCOS?<\/h2>\n<p>Das polyzystische Ovarialsyndrom kann viele Symptome haben. Alle betroffenen Frauen haben jedoch eine <strong>ver\u00e4nderte Hormonkonzentration in Blut und Urin<\/strong>. H\u00e4ufig sind die Werte von <strong>LH, Testosteron und weiteren Sexualhormonen<\/strong> ver\u00e4ndert. Diese hormonellen Abweichungen f\u00fchren zu verschiedenen Beschwerden, die nicht bei jeder Frau in gleicher Kombination auftreten. <strong>Zu diesen geh\u00f6ren:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>m\u00e4nnliche K\u00f6rperbehaarung (Hirsutismus): vermehrte Behaarung im Gesicht, zwischen den Br\u00fcsten, auf der Innenseite der Oberschenkel und vom Schambein bis zum Nabel, Haarausfall \u00e4hnlich wie bei M\u00e4nnern<\/li>\n<li>tiefe Stimmlage<\/li>\n<li>m\u00e4nnliche K\u00f6rperproportionen<\/li>\n<li>vergr\u00f6\u00dferte Brustdr\u00fcsen<\/li>\n<li>Klitoris-Vergr\u00f6\u00dferungen<\/li>\n<li>Zyklusst\u00f6rungen: z. B. lange Abst\u00e4nde zwischen den Monatsblutungen bis hin zum Ausbleiben der Menstruation und des<\/li>\n<li>Eisprungs<\/li>\n<li>Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen<\/li>\n<li>vermehrte Hautfettproduktion<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/akne\/\">Akne<\/a><\/li>\n<li>\u00dcbergewicht bis hin zu <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/adipositas-fettleibigkeit\/\">Adipositas<\/a><\/li>\n<li>Insulinresistenz<\/li>\n<li>mehrfache Zystenbildung im Bereich der Eierst\u00f6cke<\/li>\n<li>Ver\u00e4nderungen im Stoffwechsel: typisch ist das Auftreten des metabolischen Syndroms, einer Stoffwechselst\u00f6rung mit \u00dcbergewicht, hohen Blutfettwerten und hohem Blutdruck<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Wie wird PCOS diagnostiziert?<\/h2>\n<p>Die Diagnose wird meist von einem <a href=\"\/suche\/frauenarzt\">Gyn\u00e4kologen oder einer Gyn\u00e4kologin<\/a> gestellt. Sie erheben die <strong>Krankengeschichte<\/strong> und f\u00fchren eine <strong>gyn\u00e4kologische Untersuchung<\/strong> durch. Ebenso wird ein <strong>Ultraschall der Eierst\u00f6cke<\/strong> und der <strong>Geb\u00e4rmutter<\/strong> gemacht und Geschlechtshormone im Blut werden bestimmt. Bei Patientinnen mit <strong>\u00dcbergewicht<\/strong> werden <strong>Blutzucker<\/strong> und <strong>Blutfettwerte<\/strong> kontrolliert. Die Diagnose PCOS wird gestellt, wenn mindestens zwei der folgenden Symptome auftreten:<\/p>\n<ul>\n<li>viele kleine Zysten in mindestens einem Eierstock<\/li>\n<li>sehr lange Zyklen oder fehlende Menstruation<\/li>\n<li>hohe Testosteronwerte im Blut und\/oder m\u00e4nnlicher Behaarungstyp<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Wichtig ist,<\/strong> dass diese oder \u00e4hnliche Symptome <strong>auch bei anderen Erkrankungen<\/strong> auftreten k\u00f6nnen, die ausgeschlossen werden m\u00fcssen. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel Essst\u00f6rungen, hormonproduzierende Tumore oder St\u00f6rungen der Schilddr\u00fcsenfunktion. Auch ein pl\u00f6tzliches Absetzen der <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/die-pille-anwendung-arten-und-nebenwirkungen\/\">Pille<\/a> ist hier zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h2>Wie wird PCOS behandelt?<\/h2>\n<p>Das polyzystische Ovarialsyndrom ist<strong> nicht heilbar<\/strong>. Das Ziel einer Therapie ist daher die <strong>Linderung<\/strong> der Beschwerden. Dabei spielt es eine gro\u00dfe Rolle, ob ein Kinderwunsch besteht oder nicht.<\/p>\n<h3>Behandlung ohne Kinderwunsch<\/h3>\n<p>Bei <strong>Patientinnen ohne Kinderwunsch<\/strong>, die gleichzeitig an <strong>\u00dcbergewicht und St\u00f6rungen des Zuckerstoffwechsels leiden<\/strong>, ist eine <strong>Lebensstil\u00e4nderung<\/strong> die effektivste Therapie. Vor allem regelm\u00e4\u00dfige Bewegung und ausgewogene Ern\u00e4hrung stehen im Vordergrund. Schon bei einer moderaten Gewichtsabnahme verbessert sich die Insulinresistenz und die erh\u00f6hten Insulinwerte sinken. Das vermindert wiederum die Androgen-Produktion, was den Zyklus normalisiert.<\/p>\n<p>Manchmal verschreiben \u00c4rztinnen und \u00c4rzte auch Medikamente gegen <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diabetes\/\">Diabetes<\/a> wie etwa Metformin. Dieser Wirkstoff verbessert die Wirkung des Insulins, und der Blutzucker kann besser abgebaut werden. Zudem kann Metformin den Zyklus, Hautprobleme und das K\u00f6rpergewicht positiv beeinflussen.<\/p>\n<p>PCOS-Symptomen wie Hautunreinheiten, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/haarausfall-bei-frauen\/\">Haarausfall<\/a> oder vermehrter K\u00f6rperbehaarung kann mit einer hormonellen Therapie entgegengewirkt werden, etwa mit einer antiandrogenen Antibabypille.<\/p>\n<h3>Behandlung mit Kinderwunsch<\/h3>\n<p>Auch bei PCOS-Patientinnen mit Kinderwunsch ist eine <strong>Lebensstil\u00e4nderung<\/strong> der erste und wichtigste Schritt \u2013 besonders bei \u00dcbergewicht oder gest\u00f6rtem Zuckerstoffwechsel. Au\u00dferdem k\u00f6nnen die Eierst\u00f6cke mit Anti\u00f6strogen stimuliert werden, was die Follikelreifung anregt und einen <strong>Eisprung<\/strong> <strong>ausl\u00f6sen<\/strong> soll.<\/p>\n<p>Findet dennoch kein Eisprung statt, k\u00f6nnen sogenannte <strong>Gonadotropine<\/strong> (LH und FSH) verabreicht werden oder eine Schwangerschaft auf k\u00fcnstlichem Weg (In-vitro-Fertilisation) herbeigef\u00fchrt werden. Dabei gibt es aber ein gewisses Risiko f\u00fcr Mehrlingsschwangerschaften.<\/p>\n<p>In manchen F\u00e4llen kann auch eine <strong>Operation<\/strong> sinnvoll sein. Dabei werden im Rahmen einer Bauchspiegelung die Eibl\u00e4schen punktuell durch Hitze zerst\u00f6rt, wodurch sich oft die Eierstockfunktion normalisiert und die Regelblutungen wieder regelm\u00e4\u00dfig werden.<\/p>\n<p>Auch <strong>psychologische Probleme<\/strong> sollten bei der Behandlung eines PCO-Syndroms miteinbezogen werden. Vor allem Depressionen oder Angstst\u00f6rungen sollten mitbehandelt werden.<\/p>\n<h2>Prognose \u2013 leben mit PCOS<\/h2>\n<p>PCOS ist zwar eine chronische und lebensbegleitende Krankheit, mit der richtigen und rechtzeitigen Therapie k\u00f6nnen betroffene Frauen aber ein uneingeschr\u00e4nktes Leben f\u00fchren und auch Kinder bekommen.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2490,2459,2457,6],"tags":[703,947,129,20,2650,2462,2803],"class_list":["post-5911","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-endokrinologie-und-diabetologie","category-frauenheilkunde","category-krankheit","category-sexualitaet","tag-endokrinologie","tag-frauen","tag-frauenheilkunde","tag-fruchtbarkeit","tag-hormone","tag-krankheit","tag-polyzystisches-ovarialsyndrom"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/5911","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/5911\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17557,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/5911\/revisions\/17557"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5912"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5911"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5911"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5911"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}