{"id":5776,"date":"2021-11-02T10:12:09","date_gmt":"2021-11-02T09:12:09","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.docfinder.farm\/ratgeber\/?post_type=article&#038;p=5776"},"modified":"2023-02-17T08:58:27","modified_gmt":"2023-02-17T07:58:27","slug":"darmkrebs-symptome-verlauf-und-behandlung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/darmkrebs-symptome-verlauf-und-behandlung\/","title":{"rendered":"Darmkrebs &#8211; Symptome, Verlauf und Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was ist Darmkrebs?<\/strong><\/h2>\n<p>Wenn man von Darmkrebs spricht, so meint man damit Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) und des Mastdarms (Rektumkarzinom), die zusammenfassend als kolorektales Karzinom bezeichnet werden. Der Krebs kann zwar auch in allen anderen Darmabschnitten entstehen, aber die allermeisten Darmtumoren liegen im Dick- oder Mastdarm, w\u00e4hrend b\u00f6sartige Geschwulste im D\u00fcnndarm selten sind. Oft dauert es Jahre bis Jahrzehnte, bis sich der Krebs entwickelt, und h\u00e4ufig geht eine b\u00f6sartige Ver\u00e4nderung zun\u00e4chst von einer einzelnen Zelle aus. Zudem wei\u00df man, dass Darmkrebs meistens aus zun\u00e4chst gutartigen Vorstufen hervorgeht. Diese Vorstufen bezeichnet man auch als&nbsp;<a title=\"Polypen \u2013 Formen, Diagnose, Therapie\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/polypen-5118\">Polypen,&nbsp;<\/a>von denen sich ein Teil \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum und in mehreren Schritten zum Karzinom entwickelt. Polypen sind im Rahmen einer Darmspiegelung als kleine Wucherungen der Darmschleimhaut sichtbar und k\u00f6nnen w\u00e4hrend der Untersuchung entfernt werden. Nicht zu verwechseln sind Polypen mit so genannten Darmdivertikeln. Bei letzteren handelt es sich um meist harmlose Ausst\u00fclpungen, die keine Krebsvorstufe darstellen.<\/p>\n<p>Experten unterscheiden vier Stadien bei Darmkrebs:<\/p>\n<ul>\n<li>Stadium I: Der Tumor ist auf die Muskelschicht des Darms begrenzt.<\/li>\n<li>Stadium II: der Tumor hat die \u00e4u\u00dfere Schicht der Darmwand erreicht oder ist in benachbartes Gewebe eingewachsen.<\/li>\n<li>Stadium III: Der Tumor hat umliegende Lymphknoten befallen, aber keine anderen Organe.<\/li>\n<li>Stadium IV: der Tumor hat andere Organe befallen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Darmtumore wachsen langsam und machen meist lange keine Beschwerden. Die Heilungschancen sind gut, wenn der Krebs im Anfangsstadium entdeckt wird.<\/p>\n<p>Das kolorektale Karzinom ist in \u00d6sterreich bei M\u00e4nnern die dritth\u00e4ufigste, bei Frauen die zweith\u00e4ufigste Krebserkrankung, doch die Sterblichkeit ist in den letzten Jahren gesunken, was unter anderem auf verbesserte Fr\u00fcherkennungsma\u00dfnahmen und neue Therapien zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<h2><strong>Ursachen und Risikofaktoren<\/strong><\/h2>\n<p>Die genauen Ursachen von Darmkrebs sind noch nicht eindeutig gekl\u00e4rt. Man wei\u00df aber heute, dass es bestimmte Faktoren gibt, die das Risiko, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken, erh\u00f6hen. Ein starker solcher Faktor ist ein h\u00f6heres Alter (90 Prozent der Betroffenen sind 55 Jahre oder \u00e4lter), daneben gibt es noch folgende weitere Faktoren:<\/p>\n<ul>\n<li><a title=\"Rauchstopp \u2013 Wieso f\u00e4llt es so schwer? Wie fange ich an?\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/rauchstopp-3474\">Rauchen<\/a><\/li>\n<li>regelm\u00e4\u00dfiger&nbsp;<a title=\"Alkoholismus: die untersch\u00e4tzte Sucht\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/alkoholismus-5730\">Alkoholkonsum<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Adipositas \u2013 Fettleibigkeit\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/adipositas-fettleibigkeit-6262\">\u00dcbergewicht<\/a><\/li>\n<li>Bewegungsmangel<\/li>\n<li>ballaststoffarme Ern\u00e4hrung mit viel Fleisch und Wurstwaren<\/li>\n<li>schwere Formen von Colitis ulcerosa oder&nbsp;<a title=\"Morbus Crohn \u2013 Definition, Symptome, Ern\u00e4hrung\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/morbus-crohn-3851\">Morbus Crohn<\/a><\/li>\n<li>Dickdarmpolypen (auch wenn direkte Verwandte darunter leiden oder litten)<\/li>\n<li>Auftreten von Darmkrebs in der Familie: Menschen mit einer erblichen Belastung haben ein ein deutlich h\u00f6heres Risiko zu erkranken, vor allem dann, wenn mehrere Verwandte ersten oder zweiten Grades an Dickdarmkrebs erkrankt sind und das besonders vor dem 45. Lebensjahr. Das Risiko ist auch erh\u00f6ht, wenn in der Familie eine bestimmte Genver\u00e4nderung vorliegt, bei der schon fr\u00fch im Leben zahlreiche Polypen im Dickdarm der Betroffenen entstehen (Famili\u00e4re adenomat\u00f6se Polyposis, FAP)<\/li>\n<li>Vorliegen einer anderen Krebserkrankung bei Betroffenen oder nahen Verwandten<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Symptome im Anfangsstadium<\/strong><\/h2>\n<p>Symptome eines kolorektalen Karzinoms sind zu Beginn sehr allgemein und uncharakteristisch. Dennoch gibt es bestimmte Beschwerden, die zum Arzt f\u00fchren sollten. Das sind:<\/p>\n<ul>\n<li>ver\u00e4nderte Stuhlgewohnheiten:<a title=\"Durchfall \u2013 Definition, Symptome, Diagnose, Behandlung\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/hilfe-bei-durchfall-992\">&nbsp;Durchfall<\/a>,&nbsp;<a title=\"Verstopfung \u2013 Ursachen erkennen und loswerden\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/verstopfung-ursachen-erkennen-und-loswerden-1054\">Verstopfung<\/a>&nbsp;oder beides im Wechsel<\/li>\n<li>krampfartige Bauchschmerzen und \u00f6fters zwingender Stuhldrang, h\u00e4ufig ohne anschlie\u00dfende Entleerung<\/li>\n<li>Bl\u00e4sse und Blutarmut: k\u00f6nnen darauf hindeuten, dass der Darm l\u00e4ngere Zeit unbemerkt leicht geblutet hat.<\/li>\n<li>deutlicher Gewichtsverlust und Schw\u00e4che<\/li>\n<li>sichtbares Blut im Stuhl<\/li>\n<li>mehr Schleimablagerungen auf dem Stuhl<\/li>\n<\/ul>\n<p>Solche Anzeichen k\u00f6nnen auch bei anderen, harmlosen (Darm)-Erkrankungen auftreten, und es ist nicht gesagt, dass dabei Darmkrebs die Ursache ist. Sicherheit geben der H\u00e4moculttest und die Darmspiegelung.<\/p>\n<h2><strong>Fr\u00fcherkennung und Vorsorge<\/strong><\/h2>\n<p>Da sich Darmkrebs meist \u00fcber lange Zeit aus Darmpolypen entwickelt und erst sp\u00e4t charakteristische Beschwerden macht, ist die Vorsorgeuntersuchung besonders wichtig. Denn je fr\u00fcher man Darmpolypen oder Darmkrebs diagnostizieren kann, desto besser sind die Aussichten auf vollst\u00e4ndige Heilung. Bei der Vorsorge kommen zwei Untersuchungen zum Einsatz. Der H\u00e4moculttest, der ab dem 40. Lebensjahr im Rahmen der j\u00e4hrlichen Vorsorgeuntersuchung empfohlen ist, dient dem Nachweis von nicht sichtbarem Blut im Stuhl. Der Test besteht aus Testbriefchen, auf die man an drei aufeinanderfolgenden Tagen Stuhlproben auftr\u00e4gt, die anschlie\u00dfend im Labor untersucht werden. Zeigt sich dabei Blut in mindestens einem Testbriefchen, das nicht von H\u00e4morrhoiden stammt, ist die weitere Untersuchung des Dickdarms in Form einer Darmspiegelung (Koloskopie) notwendig.<\/p>\n<p>Die Koloskopie ist die sicherste Methode, um den gesamten Dickdarm zu beurteilen. Dabei k\u00f6nnen auch entdeckte Polypen mit einer Schlinge und\/oder Strom abgetragen werden. Die Untersuchung kann ambulant unter kurzer Bet\u00e4ubung durchgef\u00fchrt werden und ist nahezu schmerzfrei.<br \/>\nIm Rahmen der Vorsorge wird empfohlen, regelm\u00e4\u00dfig Darmspiegelungen (alle sieben bis zehn Jahre) ab dem 50. Lebensjahr durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>siehe auch: Krebs: alle<a title=\"Krebs: Alle Vorsorgeuntersuchungen auf einen Blick\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/krebs-alle-vorsorgeuntersuchungen-auf-einen-blick-6278\">&nbsp;Vorsorgeuntersuchungen<\/a>&nbsp;auf einen Blick<\/p>\n<h2><strong>Behandlung von Darmkrebs<\/strong><\/h2>\n<p>Die Therapie bei Darmkrebs richtet sich nach den Ergebnissen der Voruntersuchungen, also danach, wo der Tumor liegt, wie gro\u00df er ist und ob er sich bereits \u00fcber den Darm hinaus ausgebreitet hat. Auch der gesundheitliche Zustand des Patienten spielt eine Rolle. Eine immer bedeutendere Rolle kommt auch der genetischen Diagnostik zu, so dass Therapien individuell je nach diagnostiziertem Tumortyp erfolgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei Krebsvorstufen und sehr kleinen, oberfl\u00e4chlichen Tumoren gen\u00fcgt oft eine endoskopische Entfernung w\u00e4hrend der Darmspiegelung. Wenn sich aber etwa herausstellt, dass der Tumor weiter wachsen wird, so muss eine Operation durchgef\u00fchrt werden. Wie gro\u00df der Eingriff sein muss, h\u00e4ngt auch von der Lage des Tumors ab.<\/p>\n<p>Bei Dickdarmkrebs werden im Zuge der Operation die krebsbefallenen Darmabschnitte entfernt. Danach werden D\u00fcnn- und Dickdarm oder zwei Dickdarmenden wieder durch eine Naht verbunden. Danach&nbsp;erfolgt in vielen F\u00e4llen eine&nbsp;<a title=\"Was passiert bei einer Chemotherapie?\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/was-passiert-bei-einer-chemotherapie-6821\">chemotherapeutische Behandlung<\/a>.<\/p>\n<p>Bei Enddarmkrebs ist eine entscheidende Frage, ob der Schlie\u00dfmuskel erhalten bleiben kann. Ist das nicht der Fall, so muss ein dauerhafter k\u00fcnstlicher Darmausgang (Stoma) gelegt werden. Manchmal kann eine Kombination aus Chemotherapie und&nbsp;<a title=\"Wie funktioniert eine Strahlentherapie?\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/wie-funktioniert-eine-strahlentherapie-7033\">Bestrahlung&nbsp;<\/a>vor der Operation tiefsitzende Tumoren in der N\u00e4he des Schlie\u00dfmuskels so weit zur\u00fcckbilden, dass der Schlie\u00dfmuskel nicht entfernt werden muss. In diesem Fall wird trotzdem meist vor\u00fcbergehend ein k\u00fcnstlicher Darmausgang gelegt, der sp\u00e4ter wieder zur\u00fcckverlagert werden kann, sodass der Darm wieder auf normalem Weg entleert werden kann. Manchmal ist es auch m\u00f6glich, durch eine vorgeschaltete Chemo- und Strahlentherapie (neoadjuvante Therapie) die M\u00f6glichkeiten zu operieren zu verbessern und die Chancen f\u00fcr den Erhalt des Schlie\u00dfmuskels zu&nbsp; steigern. Wenn danach keine Krebszellen mehr nachweisbar sind, kann unter Umst\u00e4nden sogar auf eine Operation verzichtet werden, und es folgen stattdessen nur engmaschige Kontrollen. War aber eine Operation die erste Behandlung, folgt danach eine zus\u00e4tzliche Chemo- und Strahlentherapie (adjuvante Behandlung).<\/p>\n<p>Jedenfalls ist es heute in sehr vielen F\u00e4llen m\u00f6glich, den nat\u00fcrlichen Darmausgang zu erhalten.<\/p>\n<p>Bei weiter fortgeschrittenem Darmkrebs gibt es mehrere Therapiem\u00f6glichkeiten. Wenn etwa eine Operation nicht infrage kommt, weil der Tumor sich schon zu weit ausgebreitet hat, so werden eine Chemotherapie und erg\u00e4nzend zielgerichtete Medikamente gegeben, um das Tumorwachstum m\u00f6glichst lange zu bremsen. Manchmal kommt aber auch bei Patienten mit Metastasen, die noch gezielt entfernt werden k\u00f6nnen, eine Operation zum Einsatz. Eine Operation ist auch notwendig, wenn ein Darmverschluss droht.<\/p>\n<p>Eine der aussichtsreichsten Behandlungsans\u00e4tze in der Krebsmedizin ist derzeit die Immuntherapie, die auch bei der Behandlung eines&nbsp; Darmkarzinoms zum Tragen kommen kann. Dabei geht es haupts\u00e4chlich darum, das k\u00f6rpereigene Immunsystem im Kampf gegen die Krebszellen zu mobilisieren.<\/p>\n<h2><strong>Nachsorge<\/strong><\/h2>\n<p>Sehr wichtig nach der Operation ist die Nachsorge. Dabei wird neben einer eingehenden k\u00f6rperlichen Untersuchung auch der Tumormarker CEA im Blut bestimmt und eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums durchgef\u00fchrt. Das wichtigste Verfahren, um einen R\u00fcckfall oder einen Zweittumor im Darm zu erkennen, bleibt die Darmspiegelung. Sie wird meist nach einem Jahr, danach \u00fcblicherweise in 5-Jahres-Intervallen wiederholt.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,25,2831,78,2436,2457,2411,1895],"tags":[1050,69,182,71,72,231,2785,75,366],"class_list":["post-5776","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-chirurgie","category-ernaehrung","category-gastroenterologie","category-geriatrie","category-krankheit","category-onkologie","category-radiologie","tag-darm","tag-darmkrebs","tag-ernahrung","tag-gastroenterologie","tag-genetik","tag-geriatrie","tag-kolorektales-karzinom","tag-onkologie","tag-rauchen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/5776","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/5776\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9667,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/5776\/revisions\/9667"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5777"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5776"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5776"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5776"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}