{"id":5323,"date":"2021-10-04T12:40:33","date_gmt":"2021-10-04T10:40:33","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.docfinder.farm\/ratgeber\/?post_type=article&#038;p=5323"},"modified":"2024-10-07T14:40:15","modified_gmt":"2024-10-07T12:40:15","slug":"eierstockkrebs-ovarialkarzinom","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/eierstockkrebs-ovarialkarzinom\/","title":{"rendered":"Eierstockkrebs &#8211; Ovarialkarzinom"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was ist Eierstockkrebs? <\/strong><\/h2>\n<p>Die Eierst\u00f6cke spielen eine wichtige Rolle im weiblichen Zyklus. Sie stellen einerseits \u00d6strogene und Gestagene her und produzieren zum anderen befruchtungsf\u00e4hige Eizellen. Bilden sich dort Tumoren, so spricht man von Eierstockkrebs oder Ovarialkarzinom. Die Erkrankung ist nach Brustkrebs die zweith\u00e4ufigste b\u00f6sartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane und verl\u00e4uft h\u00e4ufig aggressiv. Eine gro\u00dfe Gefahr bei diesem Krebs besteht darin, dass er in fr\u00fchen Stadien nur sehr allgemeine und uncharakteristische Symptome verursacht und daher oft erst sehr sp\u00e4t entdeckt wird. Es gibt aber einige Faktoren, die bekannterma\u00dfen das Risiko f\u00fcr die Entstehung von Eierstockkrebs erh\u00f6hen. Dazu z\u00e4hlen ein h\u00f6heres Alter, Kinderlosigkeit und\u00a0 Vorerkrankungen wie Brustkrebs, Geb\u00e4rmutterschleimhautkrebs oder Darmkrebs.<\/p>\n<p>Zudem gibt es Gene bzw. bestimmte Genmutationen, die das Risiko der Tr\u00e4gerin erh\u00f6hen, an <a href=\"https:\/\/staging.docfinder.farm\/ratgeber\/article\/brustkrebs\/\">Brustkrebs<\/a> oder Eierstockkrebs zu erkranken. Man spricht hier von einer erblichen Disposition. Umgekehrt gibt es auch Schutzfaktoren. Dazu geh\u00f6ren ein j\u00fcngeres Alter der Frau bei der ersten Schwangerschaft, mehrere Schwangerschaften und die Einnahme der Pille \u00fcber mehrere Jahre.<\/p>\n<p>Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung zur Fr\u00fcherkennung von Eierstockkrebs gibt es nicht. Erste Hinweise auf die Erkrankung k\u00f6nnen die Tastuntersuchung und der vaginale Ultraschall im Rahmen der regul\u00e4ren Vorsorgeuntersuchung bringen. Die endg\u00fcltige Diagnose kann aber erst im Rahmen einer Operation gestellt werden.<\/p>\n<p>Es gibt verschiedene Arten von Eierstockkrebs, da sich im Eierstock verschiedene Gewebearten und Zelltypen befinden, aus denen sich ein Ovarialkarzinom entwickeln kann. Bei etwa 90 Prozent der betroffenen Frauen geht der Tumor aus der Deckschicht hervor, die den Eierstock umh\u00fcllt. Man spricht hier vom epithelialen Eierstockkrebs. Andere Arten entstehen zum Beispiel aus den Eizellen (Keimzelltumoren) oder dem Bindegewebe des Eierstocks (Keimstrangstromatumoren). Au\u00dferdem gibt es auch den so genannten Borderline-Tumor, der nicht eindeutig als gut- oder b\u00f6sartig eingestuft werden kann.<\/p>\n<p>Nach den Kriterien der Internationalen Vereinigung f\u00fcr Gyn\u00e4kologie und Geburtshilfe (FIGO) werden je nach Sitz und Ausdehnung vier Tumorstadien unterschieden:<\/p>\n<ul>\n<li>FIGO I: Der Tumor beschr\u00e4nkt sich auf die Eierst\u00f6cke.<\/li>\n<li>FIGO II: Der Tumor erfasst weitere Organe des kleinen Beckens (z.B. Geb\u00e4rmutter, Eileiter, Bauchfell im kleinen Becken).<\/li>\n<li>FIGO III: Auch das Bauchfell au\u00dferhalb des kleinen Beckens oder Lymphknoten, Leber- oder Milzkapsel sind befallen.<\/li>\n<li>FIGO IV: Auch andere Organe au\u00dferhalb der Bauchh\u00f6hle sind betroffen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was Prognose und \u00dcberlebenschancen von Patientinnen mit Eierstockkrebs betrifft, so h\u00e4ngt sie von mehreren Faktoren ab, wobei etwa die Ausbreitung und Aggressivita\u0308t des Tumors eine Rolle spielen.<\/p>\n<h2><strong>Anzeichen f\u00fcr Eierstockkrebs<\/strong><\/h2>\n<p>Eierstockkrebs macht zu Beginn meist keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden. Zu letzteren z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>V\u00f6llegef\u00fchl<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/staging.docfinder.farm\/ratgeber\/article\/was-tun-bei-blaehungen\/\">Bl\u00e4hungen<\/a><\/li>\n<li>unklare Bauchschmerzen oder Verdauungsbeschwerden<\/li>\n<li>Zunahme des Bauchumfangs oder unklare Gewichtsabnahme<\/li>\n<li>h\u00e4ufigeres Wasserlassen als \u00fcblich<\/li>\n<\/ul>\n<p>Derartige Symptome k\u00f6nnen allerdings nicht nur auf ein Ovarialkarzinom hinweisen, sondern auch auf andere Erkrankungen. Wenn aber solche Beschwerden insbesondere bei Frauen \u00fcber 50 wiederholt und anhaltend auftreten, sollten weitergehende Untersuchungen erfolgen.<\/p>\n<h2><strong>Diagnose bei Eierstockkrebs<\/strong><\/h2>\n<p>Bei Verdacht auf ein Ovarialkarzinom sollten eine Spiegel- und Tastuntersuchung und ein vaginaler Ultraschall durchgef\u00fchrt werden. Um etwa die Ausdehnung des Tumors im Becken und Bauchraum beurteilen zu k\u00f6nnen, kann kann eine Computertomographie (CT), eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) erfolgen. Diese Untersuchungen k\u00f6nnen auch Aufschluss dar\u00fcber geben, ob eventuell weitere bestehende Beschwerden auf einen anderen Tumor hindeuten. Die endg\u00fcltige Diagnose Eierstockkrebs wird aber in der Regel erst durch eine Operation gestellt, bei der der Tumor entnommen wird und gegebenenfalls oft auch zugleich erste Behandlungsschritte erfolgen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Staging Operation.<\/p>\n<p>Diagnostisch wird dabei die Ausbreitung des Tumors und das Ausma\u00df der Ver\u00e4nderung der Krebszellen untersucht. Dabei gibt das so genannte Grading an, wie sehr sich Krebszellen von normalem Gewebe unterscheiden. Je schlechter differenziert ein Tumor ist, desto mehr unterscheidet er sich vom Normalgewebe und desto b\u00f6sartiger ist er. Zudem wird untersucht, ob sich bereits Metastasen gebildet und \u00fcber die Lymphbahnen oder das Blut im K\u00f6rper verteilt haben. Fortgeschrittener Eierstockkrebs bildet Fernmetastasen h\u00e4ufig in Lunge, Leber, Milz, Gehirn, Knochen und entfernten Lymphknoten.<\/p>\n<h2><strong>Behandlung von Eierstockkrebs<\/strong><\/h2>\n<p>Bei der Staging Operation wird zun\u00e4chst der befallene Eierstock zur pathologischen Untersuchung entnommen. Diese Untersuchung erfolgt w\u00e4hrend der Operation, und nur wenn es sich tats\u00e4chlich um Eierstockkrebs handelt, wird weiter operiert. Ziel ist, den Tumor vollst\u00e4ndig zu entfernen, wobei in der Regel beide Eierst\u00f6cke und Eileiter, Geb\u00e4rmutter, gro\u00dfes Bauchnetz und Teile des Bauchfells entfernt werden. Je nach Ausdehnung des Tumors und Tumortyp m\u00fcssen manchmal etwa auch Teile des Darms\u00a0 oder der Blinddarm entfernt werden. Wenn aber nur ein Eierstock befallen, der Tumor sehr begrenzt und wenig aggressiv ist, und die Patientin einen dringenden Kinderwunsch hat, kann die Geb\u00e4rmutter und der andere Eierstock belassen werden, um die Fruchtbarkeit zu erhalten. Die Operation bei Eierstockkrebs ist ein sehr ausgedehnter Eingriff und sollte nur in spezialisierten Zentren durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Operation wird in der Regel auch eine platinhaltige<a href=\"https:\/\/staging.docfinder.farm\/ratgeber\/article\/was-passiert-bei-einer-chemotherapie\/\"> Chemotherapie<\/a> gegeben, um eventuell noch vorhandene Krebszellen durch Zytostatika abzut\u00f6ten. Die Standardtherapie bei Eierstockkrebs besteht aus einer Kombinationschemotherapie mit zwei Medikamenten, die sechsmal in einem Abstand von drei Wochen gegeben werden. Im fortgeschrittenen Stadium kann auch zus\u00e4tzlich eine Antik\u00f6rper Therapie, die anschlie\u00dfend als alleinige Therapie \u00fcber 15 Monate gef\u00fchrt wird, zum Einsatz kommen.<\/p>\n<p>Wenn der Krebs nach dieser Erstbehandlung wieder im Becken, Bauchraum oder in benachbarten Lymphknoten auftritt, spricht man von einem Rezidiv oder R\u00fcckfall. Das kann auch nach kompletter Operation und Chemotherapie passieren und betrifft die Mehrheit der Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs. 80 Prozent der Rezidive treten innerhalb von f\u00fcnf Jahren auf. Daher ist die onkologische Nachsorge beim Ovarialkarzinom besonders wichtig. Sie umfasst regelm\u00e4\u00dfige gyn\u00e4kologische Untersuchungen, Ultraschalluntersuchungen und gegebenenfalls R\u00f6ntgen, CT, MRT und eventuell die begleitende Bestimmung von Tumormarkern. Je nachdem wann und in welcher Form der R\u00fcckfall auftritt, kann wieder operiert und anschlie\u00dfend eine platinhaltige Kombinationschemotherapie durchgef\u00fchrt werden. Was die Behandelbarkeit eines Rezidivs betrifft, so ist sie umso besser, je l\u00e4nger der Abstand zwischen dem Ende der ersten Therapie und dem Wiederauftreten des Tumors ist.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[25,2459,2457,2411],"tags":[758,187,921,947,129,75,922],"class_list":["post-5323","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-chirurgie","category-frauenheilkunde","category-krankheit","category-onkologie","tag-chemotherapie","tag-chirurgie","tag-eierstockkrebs","tag-frauen","tag-frauenheilkunde","tag-onkologie","tag-ovarialkarzinom"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/5323","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/5323\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15729,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/5323\/revisions\/15729"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5324"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}