{"id":3168,"date":"2021-08-16T11:45:49","date_gmt":"2021-08-16T11:45:49","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/plantarfasziitis-fersenschmerz-2\/"},"modified":"2023-05-16T11:52:32","modified_gmt":"2023-05-16T09:52:32","slug":"plantarfasziitis-fersenschmerz","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/plantarfasziitis-fersenschmerz\/","title":{"rendered":"Plantarfasziitis &#8211; Fersenschmerz"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was versteht man unter einer Plantarfasziitis?<\/strong><\/h2>\n<p>Eine Plantarfasziitis ist eine schmerzhafte Reizung der Sehnenplatte an der Fu\u00dfsohle. Diese Sehnenplatte der Fu\u00dfsohle verl\u00e4uft von der Ferse ausgehend f\u00e4cherartig bis zu den Zehen. Eine Entz\u00fcndung der Plantarfaszie ist eine der h\u00e4ufigsten Ursachen f\u00fcr Schmerzen in der Ferse.<\/p>\n<p>Beim Gehen, speziell beim Abrollen des Fu\u00dfes, \u00fcbertr\u00e4gt die Plantarfaszie die Kraft\u00fcbertragung vom Auftragspunkt vorne auf den R\u00fcckfu\u00df hinten (windlass effect) und wirkt wie ein Sto\u00dfd\u00e4mpfer. Wird diese Funktion zu stark beansprucht oder durch die individuelle Fu\u00dfarchitektur nachteilig beeinflusst, kommt es zu Schmerzen im Fersenbereich, die mitunter sehr heftig ausfallen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2><strong>Wen betrifft die Erkrankung?<\/strong><\/h2>\n<p>Etwa zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung leiden einmal im Leben unter diesem schmerzhaften Leiden, wobei Frauen h\u00e4ufiger davon betroffen sind als M\u00e4nner. Die Erkrankung nimmt auch mit steigendem Alter und K\u00f6rpergewicht zu. Der Erkrankungsgipfel liegt im vierten und f\u00fcnften Lebensjahrzent, was darauf hinweist, dass Abn\u00fctzungserscheinungen im Krankheitsgeschehen eine Rolle spielen. Berufsgruppen, die lange stehen oder gehen (Krankenpflegepersonal, Verk\u00e4ufer), sowie Sportler (vor allem L\u00e4ufer) sind relativ h\u00e4ufig betroffen. Ebenso betroffen sind Menschen mit Fehlstellungen der Beine: unterschiedliche Beinl\u00e4ngen, Hohl- oder Plattf\u00fc\u00dfe erh\u00f6hen die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr die Entwicklung einer Plantarfasziitis.<\/p>\n<h2><strong>Symptome einer Plantarfasziitis<\/strong><\/h2>\n<p>Bei der Plantarfasziitis zeigen sich die Schmerzen im mittleren Fersenbereich. Besonders sp\u00fcrbar sind sie vor allem w\u00e4hrend der ersten Schritte am Morgen (Anlaufschmerz) oder nach Inaktivit\u00e4t. Meist treten die Schmerzen \u00fcber Wochen oder sogar Monate immer wieder auf, verschwinden jedoch in Ruhephasen oder nach einer kurzen Gehdauer. Im Verlauf der Erkrankung k\u00f6nnen die Schmerzen chronisch werden, \u00fcber die gesamte Fu\u00dfsohle ausstrahlen und auch in Ruhephasen auftreten.<br \/>\nMeist ist der Schmerz nur auf einen Fu\u00df beschr\u00e4nkt, in 30 Prozent aller F\u00e4lle betrifft er beide F\u00fc\u00dfe.<\/p>\n<h2><strong>Wie entsteht die Sehnenentz\u00fcndung?<\/strong><\/h2>\n<p>Schuld an den Schmerzen ist eine dauerhafte oder einseitige \u00dcberbelastung der Plantarfaszie. Diese f\u00fchrt zu Reizungen und kleinen Rissen und Entz\u00fcndungen im Gewebe. Mit der Zeit k\u00f6nnen sich dort Kalkablagerungen bilden, die oft (aber nicht immer) im R\u00f6ntgen oder Ultraschall sichtbar sind.<\/p>\n<p>Es wird auch angenommen, dass eine verk\u00fcrzte Wadenmuskulatur, Probleme mit der Achillessehne, bestimmte Verletzungen oder Fehlstellungen im Fu\u00dfgew\u00f6lbe die Plantarfaszie unter Druck setzen und so f\u00fcr Abn\u00fctzungserscheinungen sorgen.<\/p>\n<h2><strong>Plantarfasziitis oder Fersensporn?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Symptome einer Plantarfasziitis \u00e4hneln den Beschwerden bei einem unteren Fersensporn. In vielen Beschreibungen werden beide Begriffe deshalb auch als Synonyme verwendet. Im Unterschied zur Plantarfasziitis kommt es beim Fersensporn zu einer Verkalkung des Sehnenansatzes, die sich im R\u00f6ntgenbild als spornartige Ver\u00e4nderung des Fersenbeins abzeichnen kann. Dieser \u201eDorn\u201c ist jedoch h\u00e4ufig asymptomatisch, er verursacht meist keine Beschwerden. Die typischen Symptome zeigen sich erst bei einer Entz\u00fcndung im Bereich der Plantarfaszie.<\/p>\n<h2><strong>Diagnose einer Plantarfasziitis<\/strong><\/h2>\n<p>Meist reicht eine Untersuchung des Fu\u00dfes (Druckempfindlichkeit der Fu\u00dfsohle) und eine Befragung durch den Arzt aus, um eine Plantarfasziitis zu diagnostizieren. Um den Zustand der Sehnenplatte zu diagnostizieren, ist eine Ultraschalluntersuchung n\u00f6tig. Mittels einer R\u00f6ntgenuntersuchung kann die Stellung des gesamten Fu\u00dfes und die des Sprunggelenks \u00fcberpr\u00fcft werden. Dies ist vor allem dann erforderlich, wenn konventionelle Behandlungsma\u00dfnahmen zu keiner Linderung der Symptome f\u00fchren und angenommen werden muss, dass die Schmerzen eine andere Ursache haben.<\/p>\n<h2><strong>Behandlung der Plantarsehnenentz\u00fcndung<\/strong><\/h2>\n<p>Es kann passieren, dass eine Plantarfasziitis nach einiger Zeit von allein besser wird. Sind die Schmerzen jedoch dauerhaft, erfolgen im ersten Schritt konservative physiotherapeutische Behandlungen. Zus\u00e4tzlich empfiehlt es sich, sportliche sowie berufliche Belastungen zu reduzieren, rechtzeitig Pausen einzulegen, \u00dcbergewicht loszuwerden und auf das richtige Schuhwerk (bequem und fu\u00dfst\u00fctzend) zu achten. Barfu\u00df zu laufen sollte in der Akutphase vermieden werden.<\/p>\n<p>Zeigen die Grundbehandlungen keinen Erfolg, k\u00f6nnen weiterf\u00fchrende Ma\u00dfnahmen wie eine Sto\u00dfwellentherapie durchgef\u00fchrt werden. Chirurgische Eingriffe sind nur selten n\u00f6tig. Die Behandlungsma\u00dfnahmen im \u00dcberblick:<\/p>\n<h3><strong>Dehn\u00fcbungen<\/strong><\/h3>\n<p>Durch konservative Therapien kann bei \u00fcber 80 Prozent der Patienten eine Schmerzlinderung innerhalb der ersten sechs Monate erreicht werden. Allerdings nur, wenn alle Ma\u00dfnahmen konsequent durchgef\u00fchrt werden. Dehn\u00fcbungen der Faszie, der Wadenmuskulatur und Achillessehne zeigen bei richtiger Durchf\u00fchrung bereits nach einer Woche erste Erfolge. Damit sie langfristig wirken, m\u00fcssen die \u00dcbungen jedoch \u00fcber mehrere Wochen fortgesetzt werden.<\/p>\n<p>Eine Anleitung zu entsprechenden Dehn\u00fcbungen finden Sie hier: <a href=\"https:\/\/www.gesundheit.gv.at\/krankheiten\/koerper\/schmerzen\/fersenschmerz-uebungen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fersenschmerz-\u00dcbungen<\/a><\/p>\n<h3><strong>Taping<\/strong><\/h3>\n<p>Beim \u201eTaping\u201c, einer relativ neuen Methode, sorgt ein Klebeverband daf\u00fcr, dass das L\u00e4ngsgew\u00f6lbe des Fu\u00dfes unterst\u00fctzt wird, um den Zug, der beim Gehen auf die Faszie einwirkt, zu reduzieren. Studien zeigen, dass Taping eine gute Erg\u00e4nzung in der Behandlung der Plantarfasziitis sein kann und zur Entspannung der Plantarsehne beitr\u00e4gt. \u00dcber die richtige Taping-Technik informieren \u00c4rzte und Physiotherapeuten.<\/p>\n<p>Als besonders effektiv hat sich die Methode laut Studien in Kombination mit Dehn\u00fcbungen erwiesen. Fu\u00dfmassagen, die die Durchblutung des Gewebes anregen, k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich helfen.<\/p>\n<h3><strong>Orthop\u00e4dische Einlagen<\/strong><\/h3>\n<p>Schuheinlagen (Orthesen), die f\u00fcr eine Erh\u00f6hung der Ferse und der richtigen Belastung des Fu\u00dfes sorgen, k\u00f6nnen die Heilung ebenfalls beschleunigen. Orthop\u00e4dische Einlagen sollten aber erst dann zum Zug kommen, wenn Dehn\u00fcbungen und Taping keine Verbesserung der Symptome zeigen.<\/p>\n<p>Das gleiche gilt f\u00fcr <strong>Beinschienen<\/strong>\u00a0f\u00fcr die Nacht, die verhindern sollen, dass der Fu\u00df in der \u201eangezogenen\u201c Position ruht und die Plantarfaszie kontrahiert. Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen sie den Schmerz in einigen F\u00e4llen lindern.<\/p>\n<h3>\u00a0<strong>Medikamente<\/strong><\/h3>\n<p>Der Einsatz von nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprufen oder Diclofenac, die schmerz- und entz\u00fcndungshemmend wirken, kann im Akutstadium individuell hilfreich sein.\u00a0In einigen F\u00e4llen hilft auch eine kurzzeitige Injektionstherapien mit Kortison.<\/p>\n<h3><strong>Triggerpunkt-Nadelung<\/strong><\/h3>\n<p>In einigen F\u00e4llen l\u00e4sst sich der Fersenschmerz auch durch eine Triggerpunkt-Nadelung reduzieren. \u00a0Hier sticht ein speziell ausgebildeter Physiotherapeut oder Arzt mit einer sterilen Akupunktur-Nadel in den Triggerpunkt, also den Punkt, von dem der Schmerz seinen Ausgang nimmt. Diese Behandlung wirkt vor allem in Kombination mit anderen Verfahren. Ein wissenschaftlicher Nachweis \u00fcber die Wirkung dieser Methode ist allerdings noch ausst\u00e4ndig.<\/p>\n<h3><strong>Extrakorpoale Sto\u00dfwellentherapie<\/strong><\/h3>\n<p>Die extrakorporale Sto\u00dfwellentherapie gilt als eine der erfolgversprechendsten Behandlungen der chronischen Plantarfasziitis. Die gezielte Behandlung mit Ultraschallsto\u00dfwellen soll den K\u00f6rper zu heilenden Entz\u00fcndungsraktionen und damit zu einer verbesserten Durchblutung anregen. Im Idealfass wirkt sie bereits nach relativ kurzer Zeit und bewirkt eine Verbesserung der Bewegung und eine Reduktion der Fersenschmerzen.<\/p>\n<h3><strong>R\u00f6ntgenreizbestrahlung<\/strong><\/h3>\n<p>Bei dieser \u201elow dose\u201c Radiotherapie\u00a0(Orthovolttherapie) handelt es sich um eine risiko- und nebenwirkungsarme Strahlentherapie zur Schmerzbehandlung bei entz\u00fcndlichen Erkrankungen. Sie wirkt bei etwa zwei Drittel aller Patienten, daf\u00fcr muss jedoch eine gewisse Strahlenbelastung in Kauf genommen werden.<\/p>\n<h3><strong>Operative Therapien<\/strong><\/h3>\n<p>Die operative Therapie hat ihren Stellenwert in der Behandlung von therapieresistenten Beschwerden und wird nur bei rund f\u00fcnf Prozent aller Patienten eingesetzt. In der Regel dann, wenn auch nach Monaten keine der konservativen Ma\u00dfnahmen eine Wirkung zeigt.<\/p>\n<h2><strong>Wie kann man einer Plantarfasziitis vorbeugen?<\/strong><\/h2>\n<p>\u00dcbungen, bei denen die betroffenen Stellen gedehnt und gekr\u00e4ftigt werden, k\u00f6nnen einer Entz\u00fcndung der Faszie vorbeugen. Als sehr effektiv gelten folgende \u00dcbungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Rollen Sie einen Tennisball, einen Faszienball oder eine Wasserflasche mehrfach \u00fcber den Fu\u00df ab und rollen Sie die Gegenst\u00e4nde langsam hin und her. So trainieren Sie die Waden- und Fu\u00dfmuskulatur gleicherma\u00dfen.<\/li>\n<li>Diese Muskelgruppen werden auch gedehnt, indem Sie sich mit den Zehen auf eine Treppenstufe stellen und sich dann langsam nach vorne beugen.<\/li>\n<li>Versuchen Sie ein am Boden liegendes Geschirrtuch mit den Zehen zu greifen und aufzuheben. F\u00fchren Sie alle \u00dcbungen mehrmals am Tag durch.<\/li>\n<li>Generell empfiehlt es sich \u00dcberbelastungen zu vermeiden und wenn m\u00f6glich Ruhepausen f\u00fcr die Beine einzulegen.<\/li>\n<li>Da eine Plantarfasziitis sehr h\u00e4ufig mit \u00dcbergewicht assoziiert ist, wird Betroffenen auch geraten, ihr Gewicht zu reduzieren. Auf den Fersen lastet schlie\u00dflich der gr\u00f6\u00dfte Teil des K\u00f6rpergewichts.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren: <a title=\"Abnehmen \u2013 Wann und wie ist es wirklich sinnvoll?\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/abnehmen-3672\">Abnehmen &#8211; wann und wie ist es wirklich sinnvoll?<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":41,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[66,2457,2446],"tags":[864,139,865,121,866,867,540],"class_list":["post-3168","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheitsnews","category-krankheit","category-orthopaedie","tag-ferse","tag-fersensporn","tag-fus","tag-orthopadie","tag-plantarfasziitis","tag-plantarsehnenentzundung","tag-therapie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3168\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11978,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3168\/revisions\/11978"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/512"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}