{"id":3166,"date":"2021-08-20T06:50:40","date_gmt":"2021-08-20T06:50:40","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/was-ist-bei-bisswunden-zu-beachten\/"},"modified":"2023-02-17T09:07:15","modified_gmt":"2023-02-17T08:07:15","slug":"was-ist-bei-bisswunden-zu-beachten","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/was-ist-bei-bisswunden-zu-beachten\/","title":{"rendered":"Was ist bei Bisswunden zu beachten?"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Warum Bisswunden gef\u00e4hrlich sind<\/strong><\/h2>\n<p>Bissverletzungen sind ein h\u00e4ufiges Gesundheitsproblem. Meist r\u00fchren sie von Tieren wie Hund und Katze her, aber auch Bisse, die Menschen von Menschen zugef\u00fcgt werden, sind keine Seltenheit. Die Wunde selbst entsteht durch mechanische Einwirkung von Tier- oder Menschenz\u00e4hnen auf eine K\u00f6rperpartie. Dabei werden die im Mund vorhandenen Bakterien auf das Bissopfer \u00fcbertragen und k\u00f6nnen lokale oder sich weiter ausbreitende Infektionen verursachen. Bei Bissen durch Gifttiere wie Schlangen kann es zudem zu Vergiftungen kommen.<\/p>\n<p>Der Umfang und die Art der Verletzung sind von der Form der Z\u00e4hne und vom Kaudruck der Kiefer abh\u00e4ngig. Front- oder Eckz\u00e4hne f\u00fchren zu schlitz- oder punktf\u00f6rmigen Verletzungen, unter denen sich in der Tiefe gr\u00f6\u00dfere Wundr\u00e4ume verbergen k\u00f6nnen. Mahlz\u00e4hne mit gro\u00dfer Kaufl\u00e4che f\u00fchren eher zu Quetschwunden mit fl\u00e4chigen Substanzdefekten.<\/p>\n<p>Das Gef\u00e4hrliche an einem Biss ist auch, dass ungew\u00f6hnliche Erreger aus dem Speichel des zubei\u00dfenden Tieres in die Wunde gelangen und es dann zu einer Infektion kommen kann. Das Infektionsrisiko nach einem Biss betr\u00e4gt 65 bis 80 Prozent und ist abh\u00e4ngig von der Art und der Lokalisation der Wunde sowie vom individuellen Patientenprofil und dem des Verursachers. Besonders erh\u00f6ht ist das Infektionsrisiko bei tiefen Wunden, verschmutzten Wunden, Wunden mit starker Gewebszerst\u00f6rung, \u00d6dem, schlechter Durchblutung sowie Wunden an H\u00e4nden, F\u00fc\u00dfen, im Gesicht, an den Genitalien und im Bereich von Knochen, Gelenken und Sehnen.<br \/>\nInfekti\u00f6se Komplikationen wie Phlegmone (<a title=\"Blutvergiftung (Sepsis)\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/blutvergiftung-sepsis-5156\">Blutvergiftungen<\/a>), <a title=\"Abszess \u2013 Definition, Ursache, Diagnose, Behandlung\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/abszess-4815\">Abszesse<\/a> und <a title=\"Was ist eine Nekrose?\" href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/was-ist-eine-nekrose-5709\">Nekrosen<\/a> kommen h\u00e4ufig vor, und eine ad\u00e4quate chirurgische Versorgung von Bisswunden ist von entscheidender Bedeutung.<\/p>\n<h2><strong>Symptome bei einer Bisswunde<\/strong><\/h2>\n<p>Typische Beschwerden bei einer Bisswunde sind starke Schmerzen und mittlere bis starke Blutungen. Dabei ist auch entscheidend, wie gro\u00df die verletzten Gef\u00e4\u00dfe sind und wie gut durchblutet das angegriffene Areal ist. Eine Bisswunde in der Wade blutet zum Beispiel weniger stark als eine Bisswunde im Bereich der Hand.<\/p>\n<h2><strong>Hundebisswunden<\/strong><\/h2>\n<p>Da Hunde einen sehr kr\u00e4ftigen Kieferschluss haben, f\u00fchren Hundebissverletzungen meistens zu einer lokalen Gewebszerst\u00f6rung sowie aufgrund der Rei\u00dfz\u00e4hne des Tieres zu oberfl\u00e4chlichen bis tiefen Bisskan\u00e4len. Es kommt zu Zerrei\u00dfungen, Quetschungen und der tiefen Einbringung von infekti\u00f6sem Material. Das Ausma\u00df der Verletzungen reicht von kleinen Gewebszerrei\u00dfungen bis hin zu gro\u00dfen Defekten.<br \/>\nIn der Versorgung dieser Wunden geht es um Schmerztherapie und eventuell Sedierung. Ein sicherer Wundverband muss angelegt und eine Unfallanamnese erstellt werden. Der Tollwut-Impfstatus des Hundes muss eventuell mit polizeilicher Unterst\u00fctzung gekl\u00e4rt werden. Bei negativem oder unklarem Impfstatus braucht es eine Immunisierung des Patienten. Diese ist aufwendig und meist belastend f\u00fcr den Betroffenen.<\/p>\n<h2><strong>Katzenbisswunden<\/strong><\/h2>\n<p>Bissverletzungen durch eine Katze finden sich in der Regel an der Hand. Da Katzen lange Eckz\u00e4hne haben, kann es zu einem tiefen Eindringen von infekti\u00f6sem Material kommen, auch dann, wenn die Haut nur punktuell verletzt ist. Ein Katzenbiss ist hochriskant, da auch die tiefen Handkompartimente und der Knochen betroffen sein k\u00f6nnen. In der Versorgung von Katzenbisswunden geht es um Schmerztherapie, Wundinspektion, Bisskanalsondierung und Sp\u00fclung, Wundreinigung, Desinfektion und obligatorisch um eine Antibiotikatherapie.<\/p>\n<h2><strong>Wildtierbisswunden<\/strong><\/h2>\n<p>Wildtierbisse, etwa von Nagern oder F\u00fcchsen m\u00fcssen immer in Hinsicht auf eine Tollwutinfektion betrachtet werden. Die Versorgung dieser Wunden erfolgt wie bei Hunde- und Katzenbissen. Eine Infektionsgefahr ist immer gegeben. Eine postexpositionelle Tollwut-Impfung ist erforderlich, eine Antibiotikatherapie wird&nbsp; empfohlen.<\/p>\n<h2><strong>Schlangenbisswunden<\/strong><\/h2>\n<p>Typisch f\u00fcr Schlangenbisswunden ist eine \u201eDoppelpunkt\u201c-Bissmarke. In der Versorgung von Schlangenbisswunden geht es zun\u00e4chst um die intensivmedizinische \u00dcberwachung des Patienten, die Eruierung der Schlangenart und ggf. um eine Therapie mit einem Immunserum, das speziell zur Behandlung von Vergiftungen durch Schlangengifte eingesetzt wird. Danach m\u00fcssen Wundreinigung und Desinfektion durchgefu\u0308hrt werden. Oft wird das Ausma\u00df der durch das Gift hervorgerufenen Gewebszerst\u00f6rung erst nach Tagen sichtbar, aufw\u00e4ndige Rekonstruktionen wie Hauttransplantationen k\u00f6nnen notwendig werden.<\/p>\n<h2><strong>Menschenbisswunden<\/strong><\/h2>\n<p>Aufgrund der speziellen Mundflora des Menschen mit anaeroben Bakterien und Pilzen ist die Infektionsgefahr bei Menschenbissen hoch. Nach gr\u00fcndlicher Desinfektion muss eine offene Wundbehandlung durchgefu\u0308hrt werden. Die Versorgung erfolgt wie bei anderen Bisswunden.<\/p>\n<h2><strong>Nachsorge<\/strong><\/h2>\n<p>Auch kleinste Bisswunden geh\u00f6ren zum Arzt, und auch die Nachsorge ist besonders wichtig, um Komplikationen wie Infektionen oder im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung zu vermeiden.<\/p>\n<h2><strong>Erstselbsthilfe bei Bisswunden<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li>Intensive S\u00e4uberung und Desinfektion der Wunde (spezielle Sp\u00fcll\u00f6sungen k\u00f6nnen eine weitere Infektion der Wunde eventuell verhindern.)<\/li>\n<li>Versorgung der Wunde mit einem Pflaster oder Verband, bei gr\u00f6\u00dferen Wunden mit sterilen Kompressen oder Feuchtpflastern aus der Apotheke<\/li>\n<li>Arztbesuch mit \u00dcberpr\u00fcfung und ggf. Auffrischung des Impfschutzes<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Rechtliches<\/strong><\/h2>\n<p>Bei einem Hundebiss ist der Arzt bzw. das Krankenhaus verpflichtet, den Biss bei der Polizei zu melden. Es muss gekl\u00e4rt werden, ob das Tier gegen Tollwut geimpft ist. Ist der Hund wutkrank bzw. wutverd\u00e4chtig, so muss eine Anzeige an die \u00f6rtlich zust\u00e4ndige Bezirksverwaltungsbeh\u00f6rde (Gesundheitsamt) erfolgen. Hunde, die die Verletzung verursacht haben, m\u00fcssen nicht eingeschl\u00e4fert werden, sofern sie nachweislich gegen Tollwut geimpft sind. Sie m\u00fcssen zehn Tage lang sicher verwahrt und innerhalb dieser Zeit zweimal vom Tierarzt auf Tollwut untersucht werden. Der Tierarzt muss die Untersuchungsergebnisse der Polizei und den Gesundheitsbeh\u00f6rden \u00fcbermitteln.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,66,2405,2448,7],"tags":[108,856,857,858,859,860,861,862,863],"class_list":["post-3166","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-gesundheitsnews","category-haut-und-geschlechtskrankheiten","category-innere-medizin","category-leben","tag-allgemeinmedizin","tag-bisswunde","tag-erstversorgung","tag-hundebiss","tag-katzenbiss","tag-menschenbiss","tag-schlangenbiss","tag-tierbiss","tag-wildtierbiss"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3166","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3166\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9679,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3166\/revisions\/9679"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3167"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}