{"id":3157,"date":"2021-07-27T07:45:07","date_gmt":"2021-07-27T07:45:07","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/koronare-herzkrankheit\/"},"modified":"2024-02-15T11:43:45","modified_gmt":"2024-02-15T10:43:45","slug":"koronare-herzkrankheit","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/koronare-herzkrankheit\/","title":{"rendered":"Koronare Herzkrankheit"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was ist eine koronare Herzkrankheit und wie entsteht sie?<\/strong><\/h2>\n<p>Normalerweise schl\u00e4gt das menschliche Herz 100.000 Mal am Tag. Damit das einwandfrei gew\u00e4hrleistet bleibt, ben\u00f6tigt der Herzmuskel st\u00e4ndig sauerstoffreiches Blut. Daf\u00fcr und f\u00fcr den regelm\u00e4\u00dfigen Blutabtransport sorgen die Koronararterien (Herzkranzgef\u00e4\u00dfe), die von der Hauptschlagader abzweigen und das Herz kranzf\u00f6rmig \u00fcberziehen.<br \/>\nIm Laufe der Zeit kann es dazu kommen, dass sich der Durchmesser der Herzkranzgef\u00e4\u00dfe verringert bzw. dass sich dort Ablagerungen (Plaques) bilden. Ursache daf\u00fcr ist h\u00e4ufig eine <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/arteriosklerose-was-ist-das-eigentlich-5842\">Arteriosklerose<\/a> (Arterienverkalkung). In der Folge k\u00f6nnen die Herzkranzgef\u00e4\u00dfe ihre Aufgabe nicht mehr erf\u00fcllen. In diesem Fall liegt eine koronare Herzkrankheit vor.<\/p>\n<p>Die Arteriosklerose kann vielf\u00e4ltige Ursachen haben. Sie entsteht zum Beispiel durch zu hohe oder ung\u00fcnstig zusammengesetzte Blutfette, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/bluthochdruck-2806\">Bluthochdruck<\/a>, Rauchen oder Stoffwechselerkrankungen wie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/diabetes-1191\">Diabetes<\/a>. Durch diese Faktoren kann die komplexe Struktur der Herzkranzgef\u00e4\u00dfe gesch\u00e4digt werden. Es kommt zun\u00e4chst zu winzigen Verletzungen, die im Laufe der Zeit zunehmen. Schlie\u00dflich entstehen Ablagerungen aus Cholesterin, weiteren Fetten, Bindegewebe, Blutbestandteilen, Zuckern und mineralischen Komponenten. Diese Plaques wachsen weiter und behindern den Blutstrom. Die Blutgef\u00e4\u00dfe verkalken in der Folge immer mehr, und es kommt zu einer Minderdurchblutung. Wenn mehr als 70 Prozent des Herzkranzgef\u00e4\u00dfes eingeengt ist, kommt es meist zu den ersten Symptomen, zum Beispiel beim schnellen Treppensteigen oder Laufen. Betroffene sp\u00fcren dann oft Atemnot, ein Druckgef\u00fchl und manchmal auch ein Brennen in der Brust (Angina pectoris).<\/p>\n<p>Die<strong> Angina pectoris<\/strong> ist das wichtigste Symptom einer KHK. Die Beschwerden entstehen unter Belastung, weil der Herzmuskel nicht mehr gen\u00fcgend Sauerstoff und N\u00e4hrstoffe erh\u00e4lt und weil Endprodukte des Stoffwechsels nicht mehr richtig abtransportiert werden. Sp\u00e4ter im Verlauf einer koronaren Herzkrankheit entstehen die Symptome auch ohne erkennbaren Grund. Rei\u00dfen die Ablagerungen ein, so kann sich an der betreffenden Stelle ein Blutgerinnsel bilden und das Blutgef\u00e4\u00df vollst\u00e4ndig verschlie\u00dfen. In diesem Fall kommt es zum <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/herzinfarkt-4822\">Herzinfarkt<\/a> mit starken Schmerzen im Brustbereich, die meist linksseitig in die Schultern, die Arme, den R\u00fccken und den Oberbauch ausstrahlen. Das ist ein medizinischer Notfall, denn ohne Blutzufuhr sterben die Zellen des Herzmuskels ab, und es kann zum pl\u00f6tzlichen Herztod kommen. Zudem kann die KHK zu Herzschw\u00e4che (<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/diagnose-und-behandlung-der-herzinsuffizienz-1915\">Herzinsuffizienz<\/a>) und <a href=\"http:\/https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/herzrhythmusstoerungen-formen-ursache-symptome-behandlung-5124\">Herzrhythmus-St\u00f6rungen<\/a> (Arrhythmien) f\u00fchren.<\/p>\n<h2><strong>Die Risikofaktoren im \u00dcberblick<\/strong><\/h2>\n<p>Es gibt ver\u00e4nderbare und unver\u00e4nderbare Risikofaktoren f\u00fcr die KHK. Zu den nicht ver\u00e4nderbaren z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>h\u00f6heres Lebensalter: das Risiko f\u00fcr eine Arterienverkalkung steigt<\/li>\n<li>m\u00e4nnliches Geschlecht: M\u00e4nner sind h\u00e4ufiger von KHK betroffen als Frauen, die bis in die mittleren Jahre durch Hormone eher gesch\u00fctzt sind<\/li>\n<li>genetische Belastung: In manchen Familien treten Durchblutungsst\u00f6rungen der Herzkranzgef\u00e4\u00dfe geh\u00e4uft auf<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zu den ver\u00e4nderbaren Risikofaktoren z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Rauchen: Es schadet dem Herzen, den Gef\u00e4\u00dfen und anderen Organsystemen<\/li>\n<li>Bluthochdruck: Er erh\u00f6ht die Gefahr, eine KHK zu entwickeln<\/li>\n<li>hohe oder ung\u00fcnstige Blutfettwerte: <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/cholesterin-2644\">Cholesterin<\/a> ist ein bekannter Risikofaktor f\u00fcr eine KHK<\/li>\n<li>Stoffwechselerkrankungen: Diabetes gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren f\u00fcr die Arterienverkalkung und die KHK Bewegungsmangel: Er f\u00fchrt zu \u00dcbergewicht und damit zu Bluthochdruck, Diabetes und erh\u00f6htem Cholesterin<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/adipositas-fettleibigkeit-6262\">\u00dcbergewicht<\/a>: Es ist einer der gef\u00e4hrlichsten Risikofaktoren f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>&nbsp;Die Symptome im \u00dcberblick<\/strong><\/h2>\n<p>Das h\u00e4ufigste Symptom bei der KHK ist die Angina pectoris, also ein fl\u00e4chenhafter, zentraler Schmerz im Brustbereich, der h\u00e4ufig in die Schulterregion oder auch den Unterkiefer ausstrahlt. Oft zeigen sich aber auch nur unspezifische Symptome wie etwa:<\/p>\n<ul>\n<li>Atemnot<\/li>\n<li>Blutdruckabfall<\/li>\n<li>erh\u00f6hte Pulsfrequenz<\/li>\n<li>Hautbl\u00e4sse<\/li>\n<li>Schwei\u00dfausbruch<\/li>\n<li>\u00dcbelkeit<\/li>\n<li>Oberbauchschmerz<\/li>\n<li>Angst<\/li>\n<\/ul>\n<p>Manchmal fehlen die Symptome auch g\u00e4nzlich. Man spricht dann von stummer Myokardisch\u00e4mie. Das ist h\u00e4ufig bei \u00e4lteren Patienten und Diabetikern der Fall.<\/p>\n<h2><strong>Formen der koronaren Herzkrankheit<\/strong><\/h2>\n<p>Das Beschwerdebild der KHK kann sehr unterschiedlich ausgepr\u00e4gt sein. Experten unterscheiden:<\/p>\n<p>&#8211; die <strong>beschwerdefreie (asymptomatische) KHK<\/strong>: Sie liegt meist bei leichter bis m\u00e4\u00dfiger Verengung der Herzkranzgef\u00e4\u00dfe vor.<\/p>\n<p>&#8211; die <strong>stabile KHK<\/strong> oder stabile Angina pectoris: Die typischen Beschwerden der Angina pectoris Anf\u00e4lle treten immer bei gleicher Belastungsstufe auf und sprechen auf eine medikament\u00f6se Therapie gut an.<\/p>\n<p>&#8211; das <strong>akute Koronarsyndrom<\/strong>: Darunter versteht man die potenziell lebensbedrohlichen Erscheinungsformen der KHK. Dazu geh\u00f6ren die instabile Angina pectoris oder KHK, bei der die Angina pectoris Beschwerden schon bei der geringsten Anstrengung oder sogar in k\u00f6rperlicher Ruhe auftreten, der akute Herzinfarkt ohne typische EKG-Ver\u00e4nderungen und der akute Herzinfarkt mit typischen EKG-Ver\u00e4nderungen. Bei Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom muss sofort der Notarzt gerufen werden.<\/p>\n<h2><strong>Diagnose der koronaren Herzkrankheit<\/strong><\/h2>\n<p>Zu den diagnostischen Ma\u00dfnahmen z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>die Anamnese mit Risikofaktoren und genauer Symptomatik<\/li>\n<li>die Laboruntersuchung<\/li>\n<li>das Ruhe- und Belastungs-EKG<\/li>\n<li>die Echokardiographie und Stress-Echokardiographie-Untersuchungen<\/li>\n<li>die Myokardszintigraphie und die Magnetresonanztomographie des Herzens<\/li>\n<li>die Computertomographie des Herzens<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kann durch diese nichtinvasiven Untersuchungsmethoden der Verdacht auf eine KHK gestellt werden, so folgt darauf die invasive Untersuchung der Herzkranzarterien, die Koronarangiographie.<\/p>\n<h2><strong>Behandlung der koronaren Herzkrankheit<\/strong><\/h2>\n<p>Bei der Therapie der KHK muss der Kardiologe ein umfassendes Konzept verfolgen. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, ob Bluthochdruck, ein Spiegel an \u201eschlechtem\u201c <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/hypercholesterinaemie-5787\">Cholesterin<\/a>, Blutzucker, ein zu hoher Body Mass Index sowie weitere Risikofaktoren vorliegen. All diese Begleiterkrankungen sind zu behandeln, und das geschieht zum Gro\u00dfteil mit Medikamenten wie etwa blutdrucksenkenden Mitteln, Metformin bei Vorliegen eines Diabetes mellitus und Statinen gegen zu hohes Cholesterin.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es einige Wirkstoffe, die sich gezielt gegen die koronare Herzerkrankung und ihre Folgen richten. Sie wirken zum Beispiel dann, wenn Plaques einrei\u00dfen und die Gefahr besteht, das sich an dieser Stelle ein Blutgerinnsel bildet oder wenn sich \u2013 im schlimmsten Fall \u2013 eine Koronararterie komplett verschlie\u00dft und es zum Herzinfarkt kommt. Hier gibt es Medikamente (Thrombozytenaggregationshemmer), welche die Verklumpung von Blutpl\u00e4ttchen verhindern. Einer dieser Wirkstoffe ist Acetylsalicyls\u00e4ure (ASS). Dieses Medikament wird auch bei stabiler KHK in niedrigerer Dosierung zur Therapie von Schmerzen gegeben.<\/p>\n<p>Andere Medikamente senken sowohl die Ruhefrequenz des Herzens als auch den Blutdruck. Dabei handelt es sich um Betablocker, welche die Wirkung des Stresshormons Adrenalin und des Botenstoffs Noradrenalin hemmen. Sie werden bei einer stabilen Angina pectoris bzw. nach einem Herzinfarkt \u2013 oft nur vor\u00fcbergehend \u2013 verordnet. Da Angina pectoris-Anf\u00e4lle aber trotz einer Dauertherapie auftreten k\u00f6nnen, werden in diesem Fall auch rasch wirksame Nitrate als Spray, Tropfen, Kapseln oder Lutschtabletten gegeben. Sie erweitern Blutgef\u00e4\u00dfe und daher auch die bei der KHK verengten Herzkranzgef\u00e4\u00dfe und sorgen so f\u00fcr schnelle Linderung bei den typischen Angina pectoris Beschwerden.<\/p>\n<p>Wenn es nicht gelingt, mit Medikamenten die Beschwerden in Griff zu bekommen oder wenn sich der Verdacht erh\u00e4rtet, dass eine ausgepr\u00e4gte KHK mit mehreren Einengungen oder Verschl\u00fcssen vorliegt, gibt es weitere M\u00f6glichkeiten, um Gef\u00e4\u00dfe zu \u00f6ffnen. Das sind einerseits Gef\u00e4\u00dfst\u00fctzen (Stents), die mit einem Herzkatheter eingesetzt werden k\u00f6nnen, anderseits Byp\u00e4sse, die Engstellen durch zus\u00e4tzlich eingesetzte Blutgef\u00e4\u00dfe \u00fcberbr\u00fccken. Die Bypass-Operation kommt nach den europ\u00e4ischen Leitlinien dann zum Einsatz, wenn mehrere Gef\u00e4\u00dfe betroffen oder die Einengungen f\u00fcr einen Stent ung\u00fcnstig sind.<\/p>\n<h2><strong>Prophylaxe der koronaren Herzkrankheit<\/strong><\/h2>\n<p>Man kann der KHK vorbeugen, indem man regelm\u00e4\u00dfig ein kontrolliertes k\u00f6rperliches Training macht, sich das Rauchen abgew\u00f6hnt und die Ern\u00e4hrung auf mediterrane Kost umstellt. Mit diesen einfachen Ma\u00dfnahmen l\u00e4sst sich das Risiko eines raschen Fortschreitens der Arterienverkalkung an den Herzkranzgef\u00e4\u00dfen und damit der koronaren Herzkrankheit deutlich reduzieren.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2447,66,2417,2448,2409,2457],"tags":[837,838,839,292,840,268,841,842,843],"class_list":["post-3157","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-angiologie","category-gesundheitsnews","category-haematologie","category-innere-medizin","category-kardiologie","category-krankheit","tag-akutes-koronarsymptom","tag-angina-pectoris","tag-herzkranzgefase","tag-interne-medizin","tag-ischamische-herzkrankheit","tag-kardiologie","tag-khk","tag-koronare-herzerkrankung","tag-koronare-herzkrankheit"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3157","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3157\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9890,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3157\/revisions\/9890"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3158"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3157"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3157"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3157"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}