{"id":3139,"date":"2021-06-15T07:01:19","date_gmt":"2021-06-15T07:01:19","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/sexuelle-funktionsstoerungen-des-mannes\/"},"modified":"2023-02-17T09:20:11","modified_gmt":"2023-02-17T08:20:11","slug":"sexuelle-funktionsstoerungen-des-mannes","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/sexuelle-funktionsstoerungen-des-mannes\/","title":{"rendered":"Sexuelle Funktionsst\u00f6rungen des Mannes"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was sind sexuelle Funktionssto\u0308rungen?<\/strong><\/h2>\n<p>Sexualit\u00e4t ist ein Lebensbereich, der f\u00fcr die meisten Menschen sehr wichtig ist. Trotzdem f\u00fchlen viele sich als sexuell nicht vollst\u00e4ndig \u201efunktionsf\u00e4hig\u201c und glauben zum Beispiel, dass Sex bei anderen h\u00e4ufiger vorkommt oder besser oder perfekter abl\u00e4uft. Das hat viel mit den Bildern, die wir alle im Kopf haben, zu tun, aber es hat auch biologische, psychologische und soziale Gr\u00fcnde, wenn der K\u00f6rper bei der Sexualit\u00e4t nicht so richtig mitmachen will oder es an Lust mangelt. Wenn das sexuelle Verhalten und Erleben so beeintra\u0308chtigt sind, dass eine befriedigende Sexualit\u00e4t stark behindert oder unm\u00f6glich ist, spricht man von sexuellen Funktionssto\u0308rungen. M\u00e4nner k\u00f6nnen diesbez\u00fcglich von St\u00f6rungen der sexuellen Appetenz (Lustempfinden), St\u00f6rungen der sexuellen Erregung (Erektionsst\u00f6rung) und Orgasmusst\u00f6rungen inklusive Ejaculatio praecox betroffen sein. Um von einer sexuellen Funktionssto\u0308rung sprechen zu k\u00f6nnen, muss die St\u00f6rung seit mindestens sechs Monaten bestehen, und das jeweilige sexuelle Verhalten oder Erleben gilt dann als dysfunktional, wenn die betroffene Person darunter leidet oder andere Personen zu Schaden kommen.<\/p>\n<h2><strong>Ursachen sexueller Funktionssto\u0308rungen<\/strong><\/h2>\n<p>Die Ursachen sexueller Funktionssto\u0308rungen bei M\u00e4nnern sind multifaktoriell. H\u00e4ufig spielen allgemeingesellschaftliche oder individuelle Erwartungs- und Anspruchshaltungen eine Rolle, aber auch traumatische sexuelle Erfahrungen, Leistungsdruck, Konflikte und partnerschaftliche Probleme k\u00f6nnen die sexuelle Lust und das k\u00f6rperliche Funktionieren behindern. Andererseits sind auch organische Ursachen wie bestimmte Krankheiten oder die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente an manchen sexuellen Funktionssto\u0308rungen beteiligt. Speziell bei der Erektionsst\u00f6rung k\u00f6nnen etwa <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/diabetes-1191\">Diabetes,<\/a> Herzerkrankungen und<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/bluthochdruck-2806\"> Bluthochdruck<\/a> das Problem verursachen oder verfestigen. Au\u00dferdem gibt es Zusammenh\u00e4nge zwischen Erektionsst\u00f6rungen und urologischen St\u00f6rungen wie der gutartigen Prostatavergr\u00f6\u00dferung (BPH) oder chronischem Nierenversagen, aber auch zahlreichen anderen Erkrankungen.<\/p>\n<h2><strong>Die St\u00f6rungen im Einzelnen<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li>St\u00f6rungen des sexuellen Verlangens (<strong>Appetenzst\u00f6rungen<\/strong>): Darunter versteht man einen Mangel oder&nbsp; Verlust, aber auch ein gesteigertes sexuelles Verlangen. Sexuelle Lustlosigkeit nimmt mit dem Alter zu.<\/li>\n<li>Ein bei M\u00e4nnern seltener Extremfall ist die<strong> sexuelle Aversion<\/strong>, mit der Symptome wie \u00dcbelkeit, Unruhe, Herzfrequenzerh\u00f6hung und Gef\u00fchle wie Ekel und Wut verbunden sein k\u00f6nnen. Appetenzst\u00f6rungen sind keine genitalen Funktionssto\u0308rungen, k\u00f6nnen aber Auswirkungen auf diese haben. Ihre Ursachen sind vielschichtig, und sie k\u00f6nnen organisch und\/oder psychosozial bedingt sein. Manche Medikamente wie zum Beispiel Antidepressiva k\u00f6nnen zu einer Verringerung, Antiparkinsonmittel etwa zu einer Steigerung des sexuellen Verlangens f\u00fchren. Au\u00dferdem k\u00f6nnen manche Erkrankungen wie etwa chronisches Nierenversagen,<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/leberzirrhose-4877\"> Leberzirrhose<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/alkoholismus-5730\">Alkoholismus<\/a> oder eine <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/schilddruesenunterfunktion-anzeichen-und-behandlung-1113\">Schilddr\u00fcsenunterfunktion<\/a> urs\u00e4chlich an der Entstehung von Appetenzst\u00f6rungen beteiligt sein. Lustlosigkeit ist manchmal auch das erste Anzeichen einer <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe-1209\">Depression<\/a>. Auf hormoneller Ebene wirken Testosteronmangel und ein Prolaktin\u00fcberschuss negativ auf das Lustempfinden, und auf psychosozialer Ebene sind unter anderem Konflikte, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/stress-3346\">Stress<\/a> oder einen sexuelle Traumatisierung Faktoren, die das Lustempfinden beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>St\u00f6rungen der sexuellen Erregung<\/strong>: Dabei findet trotz vorhandener Lust und k\u00f6rperlich stimmiger sexueller Stimulation keine vollst\u00e4ndige Erektion statt oder sie bleibt ganz aus. Diese Erektionsst\u00f6rungen k\u00f6nnen vielf\u00e4ltige Ursachen haben. Bei j\u00fcngeren M\u00e4nnern spielen oft Erwartungs- und Versagens\u00e4ngste sowie Leistungsanspr\u00fcche eine Rolle. Erektionsst\u00f6rungen nehmen im Alter oft aufgrund organischer Faktoren zu und sie k\u00f6nnen als Folge einer anderen Erkrankung wie Diabetes mellitus, einer Gef\u00e4\u00dferkrankung, einer Nervenerkrankung oder eines Bluthochdrucks auftreten. Zudem kann eine Erektionsst\u00f6rung aufgrund der Einnahme von verschiedenen Medikamenten wie etwa Antidepressiva oder Mittel gegen Bluthochdruck ausgel\u00f6st werden. Nicht selten kommt es auch als Folge von Verletzungen oder Operationen wie der radikalen Prostatektomie oder Darmoperationen zu Erektionsst\u00f6rungen. Schlie\u00dflich spielen auch hier h\u00e4ufig Stressoren wie Unzufriedenheit mit der Beziehung oder mentale Probleme herein.<\/li>\n<li><strong>St\u00f6rungen des Orgasmus<\/strong>: Darunter versteht man zum einen eine Vorzeitigkeit, seltener auch eine Verz\u00f6gerung oder ein Fehlen des Erregungsh\u00f6hepunktes. Von Vorzeitigkeit (Ejaculatio praecox) spricht man, wenn die Ejakulation immer oder fast immer innerhalb einer Minute nach dem Eindringen des Penis in die Vagina oder sogar davor auftritt, ohne dass der Mann das willentlich kontrollieren kann. Experten unterscheiden auch zwischen einer lebenslangen (prim\u00e4ren) und einer erworbenen (sekund\u00e4ren) Form dieser sexuellen Funktionssto\u0308rung. Eine weitere, bei M\u00e4nnern sehr seltene Variante der St\u00f6rungen des Orgasmus ist der gehemmte oder ausbleibende Orgasmus. Die St\u00f6rung tritt am h\u00e4ufigsten beim koitalen Verkehr auf, w\u00e4hrend der Orgasmus bei anderen Formen der Sexualit\u00e4t durchaus erlebbar sein kann. Auch hier gibt es keinen spezifischen Verursachungsmechanismus, sondern viele m\u00f6gliche Ursachen, wobei tief verwurzelte Konflikte und unbewusste \u00c4ngste und Phantasien eine wichtige Rolle zu spielen scheinen. Eine relativ pl\u00f6tzlich einsetzende Ejacualtio retarda (verz\u00f6gerte Ejakulation) kann unter Umst\u00e4nden ein Anzeichen einer neurologischen Erkrankung wie etwa der <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/multiple-sklerose-2683\">Multiplen Sklerose<\/a> sein.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Behandlung sexueller Funktionssto\u0308rungen bei M\u00e4nnern<\/strong><\/h2>\n<p>Da die Ursachen sexueller Funktionssto\u0308rungen \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltig sind, gibt es auch verschiedene Therapieans\u00e4tze. Sexualberatung spielt bei fast allen St\u00f6rungsbildern eine zentrale Rolle. Oft wird auch Sexualtherapie mit dem Paar empfohlen, und wenn das nicht m\u00f6glich ist oder andere psychische Probleme im Vordergrund stehen, Psychotherapie im Einzelsetting, wobei Verfahren wie die Verhaltenstherapie und psychodynamisch orientierte Verfahren besonders empfohlen werden.<\/p>\n<p>Wichtig ist auch die Ber\u00fccksichtigung der organischen Ebene. Eine organische Grunderkrankung wie etwa Multiple Sklerose, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/parkinson-3836\">Morbus Parkinson<\/a>, Diabetes, eine Herzerkrankung, Bluthochdruck, urologische Probleme oder eine Alkoholkrankheit sollen und m\u00fcssen therapeutisch behandelt werden.<\/p>\n<p>Was die Behandlung der prim\u00e4ren Ejaculatio praecox betrifft, so haben sich Antidepressiva vom Typ SSRI bew\u00e4hrt. Ihre Nachteile der Libidominderung k\u00f6nnen durch kurz wirksame Pr\u00e4parate wie Dapoxetin ausgeglichen werden. Bei sekund\u00e4ren Formen der Erektionsst\u00f6rung wird vielfach mit PDE-5-Hemmern, von denen der bekannteste Viagra ist, behandelt. Andere therapeutische M\u00f6glichkeiten bei der Erektionsst\u00f6rung wie Vakuumpumpen oder operative Eingriffe wie die Schwellk\u00f6rperimplantation werden nur sehr selten angewendet.<\/p>\n<h2><strong>Wer hilft weiter?<\/strong><\/h2>\n<p>Sexuelle Funktionsst\u00f6rungen anzusprechen, f\u00e4llt M\u00e4nnern meist schwer. Das Wissen, nicht der einzige mit diesem Problem zu sein, sollte aber helfen, Experten wie den Allgemeinmediziner oder Urologen darauf anzusprechen. Dieser kann Betroffene bei Bedarf an Fachleute wie Sexualtherapeuten oder Psychologen weiterleiten.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[66,6,2455],"tags":[790,413,784,785,787,190],"class_list":["post-3139","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheitsnews","category-sexualitaet","category-urologie","tag-mann","tag-psychologie","tag-sexualitat","tag-sexuelle-aktivitat","tag-sexuelle-funktionsstorung","tag-urologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3139\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9699,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3139\/revisions\/9699"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3140"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}