{"id":3137,"date":"2021-06-17T06:49:42","date_gmt":"2021-06-17T06:49:42","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/sexuelle-funktionsstoerungen-der-frau\/"},"modified":"2023-02-17T09:19:46","modified_gmt":"2023-02-17T08:19:46","slug":"sexuelle-funktionsstoerungen-der-frau","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/sexuelle-funktionsstoerungen-der-frau\/","title":{"rendered":"Sexuelle Funktionsst\u00f6rungen der Frau"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was ist eine sexuelle Funktionssto\u0308rung? <\/strong><\/h2>\n<p>Sexualita\u0308t ist ein wichtiger Teil weiblichen Lebens und Erlebens, und Daten aus gro\u00df angelegten Studien zeigen, dass diese sich im Laufe des Lebens wandelt. Demnach sind Frauen zwischen 26 und 35 Jahren am h\u00e4ufigsten mit einem Partner oder einer Partnerin sexuell aktiv. In h\u00f6herem Alter nimmt die sexuelle Aktivit\u00e4t wieder ab, sinkt in der Altersgruppe der 46- bis 55-j\u00e4hrigen, also in der Zeit der <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/wechseljahre-4904\">Wechseljahre<\/a>, auf den tiefsten Wert, und steigt danach wieder an. Die sexuelle Zufriedenheit ist dabei stark von der eigenen Gesundheit und Beziehungssituation abh\u00e4ngig, und \u2013 das ist eine weitere Tatsache &#8211; leider ist das sexuelle Leben f\u00fcr sehr viele Frauen nicht erf\u00fcllend bzw. befriedigend.<\/p>\n<p>Bis zu 43 Prozent der Frauen leiden unter sexuellen Funktionssto\u0308rungen. Darunter versteht man zum Beispiel geringes sexuelles Verlangen, Erregungsst\u00f6rungen, Schmerzen beim Sex oder Schwierigkeiten, zum Orgasmus zu kommen. Laut mehreren&nbsp; Studien berichten sogar 20 bis 40 Prozent der Frauen, dass sie kein Verlangen nach sexueller Aktivit\u00e4t haben. Zehn bis 30 Prozent geben an, unter Orgasmus- und Erregungsproblemen zu leiden, und von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr berichten zehn bis 20 Prozent der Frauen.<\/p>\n<p>Definitionsgem\u00e4\u00df muss die St\u00f6rung seit mindestens sechs Monaten bestehen, und das jeweilige sexuelle Verhalten oder Erleben gilt dann als dysfunktional, wenn die betroffene Person darunter leidet oder andere Personen zu Schaden kommen.<\/p>\n<h2><strong>Wie entstehen sexuelle Funktionssto\u0308rungen?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Ursachen und Risikofaktoren, die zu einer sexuellen Funktionssto\u0308rung f\u00fchren bzw. sie aufrecht erhalten k\u00f6nnen, sind sehr vielf\u00e4ltig, und grunds\u00e4tzlich gibt es eine Reihe von psychischen Ursachen sowie \u2013 vor allem bei der \u00e4lteren Frau \u2013 auch k\u00f6rperliche.<\/p>\n<p>Psychische Ursachen k\u00f6nnen weit zur\u00fcck liegen und etwa in einer restriktiven Sexualerziehung oder traumatischen Erfahrungen liegen. Aber auch aktuelle Beziehungskonflikte, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/stress-3346\">Stress<\/a> und Belastungen k\u00f6nnen zu sexuellen Dysfunktionen f\u00fchren, und speziell die <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe-1209\">Depression<\/a> f\u00fchrt fast immer zu einem Verlust des sexuellen Interesses.<\/p>\n<p>Was k\u00f6rperliche Ursachen betrifft, so beeinflussen fast alle gro\u00dfen Volkskrankheiten wie Herzkreislauferkrankungen, Stoffwechselst\u00f6rungen oder neurologische und psychiatrische Erkrankungen auch die Sexualit\u00e4t. Bei all diesen Krankheitsbildern k\u00f6nnen, teils durch die Krankheit selbst, teils durch die Nebenwirkungen von Medikamenten oder die Folgen von Operationen auch die sexuellen Funktionen beeintr\u00e4chtigt werden. Zudem gibt es auch spezifischere Ursachen wie hormonelle Faktoren (Z.B. \u00d6strogen- und\/oder Testosteronmangel) oder gyn\u00e4kologische Probleme wie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/endometriose-2838\">Endometriose<\/a>, Myome oder Infektionen. Diese Faktoren spielen vor allem bei den sexuellen Schmerzst\u00f6rungen eine wichtige Rolle.<\/p>\n<h2><strong>Die St\u00f6rungen im Einzelnen<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li><strong>St\u00f6rungen der sexuellen Appetenz:<\/strong> Darunter versteht man ein breites Spektrum von Lustst\u00f6rungen, die von Desinteresse bis hin zu einer Aversion gegen sexuelle Kontakte reicht. H\u00e4ufig berichten Frauen, dass sie von sich aus kein aktives Interesse an Sex haben, sexuelle Kontakte nicht \u201ebrauchen\u201c und gut ohne Sex auskommen k\u00f6nnen. Meist ist aber der Wunsch nach Z\u00e4rtlichkeit und Intimit\u00e4t trotzdem vorhanden, manchmal sogar verst\u00e4rkt, doch betroffene Frauen meiden k\u00f6rperliche N\u00e4he aus Angst, der Partner k\u00f6nnte mehr wollen. Solche St\u00f6rungen der sexuellen Appetenz k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass mit der Zeit auch die Erregungsf\u00e4higkeit nachl\u00e4sst und das Erleben eines Orgasmus immer seltener wird.<\/li>\n<li>Von einer <strong>sexuellen Aversion<\/strong> ist dann die Rede, wenn eine Frau eine ausgepr\u00e4gt Abneigung bzw. Abwehr gegen\u00fcber allen Formen von Sexualita\u0308t versp\u00fcrt und sexuelle Kontakte vermeidet. Eine h\u00e4ufige Ursache dieser St\u00f6rung sind negative bzw. traumatische sexuelle Erfahrungen.<\/li>\n<li><strong>St\u00f6rungen der sexuellen Erregung<\/strong>: Dazu z\u00e4hlen der Mangel an subjektiver Erregbarkeit und das Fehlen k\u00f6rperlich genitaler Reaktionen auf sexuelle Stimulation bzw. Kombinationen aus beidem. Sexuelle Stimulation kann dabei nichtgenital (z.B. K\u00fcssen, Tanzen, Anschauen eines erotischen Films,\u2026) oder genital (k\u00f6rperliche Stimulation) sein, in jedem Fall aber wird die Frau dadurch nicht erregt. Eine Ausnahme bildet die genitale St\u00f6rung der sexuellen Erregung, bei der es zwar aufgrund einer nichtgenitalen Stimulation, aber nicht als Reaktion auf eine genitale Stimulation zu subjektiver Erregung kommt.<\/li>\n<li><strong>Orgasmusst\u00f6rungen<\/strong>: Dabei kommt es zum Ausbleiben oder einer Verz\u00f6gerung des Orgasmus, auch dann wenn die sexuelle Stimulation ausreichend ist und die Frau sowohl auf mentale als auch auf emotionale Art erregt ist. Das kann immer wieder einmal passieren und ist erst st\u00f6rungswertig, wenn der sexuelle H\u00f6hepunkt nur sehr selten oder nie erreicht wird. Orgasmusst\u00f6rungen f\u00fchren in weiterer Folge h\u00e4ufig zu schwerwiegenderen Sexualproblemen.<\/li>\n<li><strong>Sexuelle Schmerzst\u00f6rungen<\/strong>: Die Schmerzsyndrome reichen von mehr oder weniger stark ausgepr\u00e4gten Missempfindungen (Dyspareunie) bis hin zum Scheidenkrampf, einer schmerzhaften Verkrampfung des \u00e4u\u00dferen Drittels der Scheidenwandmuskulatur, wenn etwas eingef\u00fchrt werden soll. Beim Vaginismus sind das Eindringen des Penis, eine gyn\u00e4kologische Untersuchung oder das Einf\u00fchren eines Tampons oft gar nicht m\u00f6glich. Sexuell bedingte Schmerzen bedeuten eine besondere Belastung der Sexualita\u0308t und Schmerzen k\u00f6nnen das Erleben von Lust im schlimmsten Fall ganz verunm\u00f6glichen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Behandlung von sexuellen Funktionssto\u0308rungen<\/strong><\/h2>\n<p>Die Therapie von sexuellen Funktionssto\u0308rungen richtet sich nach der Art der St\u00f6rung und dem zugrunde liegenden Problem. Vielfach gen\u00fcgt schon gute und professionelle Aufkl\u00e4rung, zum Beispiel \u00fcber die Faktoren, die an der weiblichen sexuellen Reaktion beteiligt sind. Anders liegt der Fall, wenn etwa traumatische Erfahrungen zur sexuellen Funktionssto\u0308rung gef\u00fchrt haben. Hier ist oft eine intensive Psychotherapie bzw. Paartherapie wichtig.<\/p>\n<p>Wenn k\u00f6rperliche bzw. \u00e4u\u00dfere Ursachen beteiligt sind, ist es notwendig, diese nach M\u00f6glichkeit zu beseitigen. So k\u00f6nnen etwa bestimmte Antidepressiva (SSRI) zu verschiedenen Arten der sexuellen Funktionssto\u0308rung beitragen, und eine Umstellung auf ein Antidepressivum mit weniger Nebenwirkungen auf das Sexualleben kann oft helfen. Bei Scheidentrockenheit und bestehendem \u00d6strogenmangel kommt eine lokale \u00d6strogentherapie in Frage.<\/p>\n<h2><strong>Was Sie selbst gegen sexuelle Unlust tun k\u00f6nnen<\/strong><\/h2>\n<p>Gegen die weit verbreitete weibliche sexuelle Unlust (Appetenzst\u00f6rung) gibt es ebenfalls Mittel und Wege:<\/p>\n<ul>\n<li>Nehmen Sie sich Zeit f\u00fcr sexuelle Aktivit\u00e4ten<\/li>\n<li>\u00dcben Sie Achtsamkeit<\/li>\n<li>Sprechen Sie mit Ihrem Partner \u00fcber Sex<\/li>\n<li>W\u00e4hlen Sie einen guten Zeitpunkt und einen passenden Ort f\u00fcr sexuelle Aktivit\u00e4ten<\/li>\n<li>Nutzen Sie viele verschiedene Arten sexueller Aktivit\u00e4ten<\/li>\n<li>Planen Sie gemeinsame Zeit, in der keine sexuelle Aktivit\u00e4t stattfindet<\/li>\n<li>Ergreifen Sie aktiv Ma\u00dfnahmen, um etwa ungewollte Schwangerschaft oder sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten zu vermeiden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Wer hilft weiter?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n<p>Mit dem nicht immer einfach anzusprechenden Thema, kann man sich in erster Linie an die Haus- oder Frauenarzt wenden. Zur Behandlung k\u00f6nnen auch weitere Experten wie beispielsweise Urologen, Psychologen oder Sexualtherapeuten herangezogen werden.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2459,66,6],"tags":[574,782,134,413,784,787,788,190],"class_list":["post-3137","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-frauenheilkunde","category-gesundheitsnews","category-sexualitaet","tag-antidepressiva","tag-frau","tag-gynakologie","tag-psychologie","tag-sexualitat","tag-sexuelle-funktionsstorung","tag-sexuelle-unlust","tag-urologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3137","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3137\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9698,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3137\/revisions\/9698"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3138"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3137"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3137"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3137"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}