{"id":3126,"date":"2021-05-19T10:59:44","date_gmt":"2021-05-19T10:59:44","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/covid-19-sollten-sich-schwangere-impfen-lassen\/"},"modified":"2025-07-09T20:21:57","modified_gmt":"2025-07-09T18:21:57","slug":"covid-19-sollten-sich-schwangere-impfen-lassen","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/covid-19-sollten-sich-schwangere-impfen-lassen\/","title":{"rendered":"Covid-19: Sollten sich Schwangere impfen lassen?"},"content":{"rendered":"<p>Bisher z\u00e4hlten nur enge Haushaltskontakte aufgrund eines potentiell schweren Krankheitsverlaufes bei Schwangeren zur Risikogruppe. Laut den aktualisierten Impfempfehlungen werden nun auch Schwangere als Risikogruppe eingestuft und bei den Corona-Impfungen priorisiert. Damit ist es nun m\u00f6glich, Frauen ab der 13. Schwangerschaftswoche mit Schutzimpfungen gegen Covid-19 versorgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Was spricht f\u00fcr die Impfung?<\/h2>\n<p>F\u00fcr das nationale Impfgremium liegt eine Empfehlung zur Schutzimpfung auf der Hand: Die derzeitige Studienlage zeigt keine sch\u00e4dlichen Auswirkungen auf Mutter und Kind. Nach sorgf\u00e4ltiger Nutzen-Risiko-Abw\u00e4gung mit der behandelnden \u00c4rztin oder dem behandelnden Arzt wird die Corona-Schutzimpfung bei Schwangeren deshalb empfohlen.<br \/>\nDies auch deshalb, da WissenschaftlerInnen mittlerweile nachgewiesen haben, dass Schwangere h\u00e4ufiger als vergleichbare Frauengruppen auf Intensivstationen behandelt wurden.<\/p>\n<p>Schwangere zeigen nach bisherigen Beobachtungen zwar seltener Symptome, haben aber sowohl ein h\u00f6heres Risiko, nach einer Infektion mit dem Coronavirus auf der Intensivstation zu landen, als auch, invasiv beatmet zu werden.<br \/>\nJe nach Fortschritt oder Stadium der Schwangerschaft kann eine Infektion mit Viren wie dem neuen Coronavirus auch Einfluss auf den Erfolg der Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes nehmen. Das gilt im \u00dcbrigen auch f\u00fcr andere Erreger.<br \/>\nSolange keine Antik\u00f6rper gegen die Erreger im Blut der werdenden Mutter vorhanden sind, k\u00f6nnen Viren \u00fcber die Nabelschnur bis zum F\u00f6tus vordringen. Gerade in den ersten Schwangerschaftsmonaten f\u00fchren solche Infektionen h\u00e4ufig zu Fehlgeburten.<\/p>\n<p>Dass hei\u00dft aber nicht, dass eine Infektion zwangsl\u00e4ufig zu einer schweren Infektion f\u00fchren muss. Ein Gro\u00dfteil der Infektionen verl\u00e4uft bei Schwangeren sowie in der Allgemeinbev\u00f6lkerung symptomlos bzw. mit lediglich milder Symptomatik (70-89% aller infizierten Schwangeren).<br \/>\nIn Bezug auf die Risikofaktoren gelten die gleichen Bedingungen wie f\u00fcr Nicht-Schwangere. Gef\u00e4hrdet sind Personen, die \u00e4lter als 35 Jahre alt sind, \u00dcbergewicht haben, einen chronischen Bluthochdruck aufweisen oder an Diabetes erkrankt sind.<\/p>\n<h2>Wie verl\u00e4uft eine schwere Infektion w\u00e4hrend einer Schwangerschaft?<\/h2>\n<p>Mittlerweile h\u00e4ufen sich die Daten, dass eine Infektion in der Schwangerschaft h\u00e4ufiger als bei nichtschwangeren Frauen schwere Verl\u00e4ufe zeigt. Ein schwerer Erkrankungsverlauf mit Lungenentz\u00fcndung, station\u00e4rer sowie intensivmedizinscher Betreuung war im Durchschnitt bei ungef\u00e4hr 15 Prozent der erkrankten Schwangeren notwendig. Im Vergleich zeigten nicht-schwangere Frauen mit COVID-19 Erkrankung lediglich in ca. 5,8 Prozent einen schweren Verlauf mit der Notwendigkeit einer station\u00e4ren Betreuung. Weiters ben\u00f6tigen 5,7 Prozent aller wegen COVID-19 station\u00e4r aufgenommenen Schwangeren eine intensivmedizinische Behandlung (in manchen Kohorten sogar noch mehr).<br \/>\nF\u00fcr die mit Coronaviren infizierten Schwangeren besteht auch ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr eine Fr\u00fchgeburt, das Risiko liegt bei etwa 17 Prozent. Diese Rate ist damit um das das Dreifache gegen\u00fcber Schwangeren ohne Covid-19-Infektion erh\u00f6ht. Aufgrund von Ver\u00e4nderungen der Blutgef\u00e4\u00dfe scheinen Personen mit durchgemachter Infektion auch ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr eine Pr\u00e4eklampsie zu haben.<br \/>\nEine Infektion w\u00e4hrend der Schwangerschaft f\u00fchrt auch dazu, dass Kinder ein doppelt so h\u00e4ufiges Risiko f\u00fcr ein geringes Geburtsgewicht haben und dreimal so h\u00e4ufig nach der Geburt auf einer Intensivstation betreut werden.<\/p>\n<h2>Was spricht gegen eine Impfung?<\/h2>\n<p>Dagegen spricht, dass es kaum eigene Daten, also klinische Studien speziell zu dieser Impfung in der Schwangerschaft gibt. Erfahrungswerte aus den Zulassungsstudien und aus L\u00e4ndern, die die Impfung an Schwangeren nicht ausschlie\u00dfen (USA, Israel, UK) zeigen aber, dass bisher keine unerwarteten unerw\u00fcnschten Nebenwirkungen aufgetreten sind (ausgenommen wurden \u00fcbliche Impfreaktionen, wie Fieber oder Kopfschmerzen nach einer Immunisierung).<br \/>\nIn den initialen klinischen Studien wurden bewusst keine schwangeren oder stillenden Frauen eingeschlossen, weshalb der Impfstoff bisher nicht f\u00fcr schwangere und stillende Frauen zugelassen wurde. Jedoch waren unter den Studienteilnehmerinnen vereinzelt Frauen, welche unwissentlich schwanger waren und auch hier zeigten sich keine bekannten negativen Auswirkungen.<\/p>\n<h2>Ich versuche schwanger zu werden, soll ich mich impfen lassen?<\/h2>\n<p>Frauen mit Kinderwunsch wird die Corona-Schutzimpfung in der Regel empfohlen. Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass der Impfstoff sch\u00e4dliche Auswirkungen auf die Schwangerschaft, den Embryo, seine Entwicklung oder die Geburt hat. Sollten Sie Bedenken haben, sprechen Sie mit Ihrer behandelnden \u00c4rztin oder Ihrem behandelnden Arzt dar\u00fcber. Diese\/r wird mit Ihnen Nutzen und Risiko der Impfung sorgf\u00e4ltig abw\u00e4gen.<br \/>\nDass sich mRNA-Impfungen negativ auf die Fruchtbarkeit von Frau und Mann auswirken, bezeichnen WissenschaftlerInnen \u00fcbrigens als Ger\u00fccht, das sich teils jedoch hartn\u00e4ckig h\u00e4lt. Aktuell gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die Corona-Impfung die Fruchtbarkeit beeinflusst.<\/p>\n<h2>Sollen sich stillende Frauen impfen lassen?<\/h2>\n<p>Die Impfung soll und kann stillenden Frauen empfohlen werden und stellt keinen Grund dar, die Stillzeit vorzeitig zu beenden. Durch die Impfung gebildete Antik\u00f6rper gegen eine Infektion mit SARS-CoV2, welche durch die Muttermilch auf das Neugeborene \u00fcbertragen werden, sind als potentiell sch\u00fctzend anzusehen. Erste Daten weisen auch darauf hin, dass es zu einer \u00dcbertragung von Antik\u00f6rper von der Mutter zum Kind kommt. Bisher zeigen sich keine Hinweise f\u00fcr potentiell negative Auswirkungen.<\/p>\n<h2>Was kann ich tun, wenn ich mich nicht impfen lassen kann (will)?<\/h2>\n<p>Schwangere sollten, wie bisher, strikt auf Hygiene- und Schutzma\u00dfnahmen achten, um eine Infektion zu vermeiden. Au\u00dferdem ist es m\u00f6glich, nahestehende Personen wie den Partner impfen zu lassen, um damit einen indirekten Schutz zu erhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Thema:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/faqs-die-haeufigsten-fragen-zur-corona-impfung-6081\">FAQs: Die h\u00e4ufigsten Fragen zur Corona-Impfung<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":41,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,5,2459,66,2430,2481],"tags":[108,313,762,14,129,341,134,545,764,179,767],"class_list":["post-3126","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-familie","category-frauenheilkunde","category-gesundheitsnews","category-infektiologie","category-virologie","tag-allgemeinmedizin","tag-corona","tag-corona-impfung","tag-covid-19","tag-frauenheilkunde","tag-fruhgeburt","tag-gynakologie","tag-infektiologie","tag-neonatologie","tag-schwangerschaft","tag-stillzeit"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3126","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3126\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4945,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3126\/revisions\/4945"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3127"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3126"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3126"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3126"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}