{"id":3124,"date":"2021-05-27T09:31:42","date_gmt":"2021-05-27T09:31:42","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/leukaemien-bei-kindern\/"},"modified":"2023-02-17T09:24:27","modified_gmt":"2023-02-17T08:24:27","slug":"leukaemien-bei-kindern","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/leukaemien-bei-kindern\/","title":{"rendered":"Leuk\u00e4mien bei Kindern"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Was sind Leuk\u00e4mien?<\/strong><\/h2>\n<p>Leuk\u00e4mien sind b\u00f6sartige Erkrankungen des blutbildenden Systems und mit einem Anteil von rund 33 Prozent die h\u00e4ufigsten Krebs-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.<\/p>\n<p>Sie entstehen dort, wo Blut gebildet wird, also im Knochenmark. Beteiligt ist aber auch das&nbsp;lymphatische System, dem Organe wie die Milz und das Lymphgewebe zugerechnet werden.<br \/>\nBei einer Leuk\u00e4mie kommt es zu einer \u00dcberproduktion von unreifen wei\u00dfen Blutzellen (Leukozyten), die zunehmend die normale Blutbildung st\u00f6ren, sodass nicht mehr ausreichend gesunde wei\u00dfe und rote Blutk\u00f6rperchen gebildet werden&nbsp; k\u00f6nnen. Diese &#8220;b\u00f6sartige&#8221; Ver\u00e4nderung kann auf verschiedenen Stufen der Zellentwicklung erfolgen und verschiedene Untergruppen von Leukozyten (z. Bsp. Lymphozyten) beziehungsweise deren Vorstufen betreffen.<\/p>\n<p>Ohne eine entsprechende Behandlung k\u00f6nnen sich Leuk\u00e4mie-Zellen ausbreiten, K\u00f6rperorgane sch\u00e4digen und schwere Erkrankungen hervorrufen, die&nbsp; innerhalb weniger Monate zum Tod f\u00fchren.<\/p>\n<p>Experten unterscheiden die akute lymphatische Leuk\u00e4mie (ALL) und die akute myeloische Leuk\u00e4mie (AML). Beide Formen k\u00f6nnen auch in schleichender (chronischer) Form auftreten (CLL, CML), wobei der Verlauf im Kindes- und Jugendalter aber zu \u00fcber 95 Prozent akut, also rasch fortschreitend ist.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise k\u00f6nnen heute rund 90 Prozent der betroffenen Kinder dauerhaft von Leuk\u00e4mien geheilt werden. Extrem wichtig f\u00fcr eine Heilung sind Fr\u00fcherkennung und eine schnelle Therapie.<\/p>\n<h2><strong>Warum erkranken Kinder an Leuk\u00e4mie?<\/strong><\/h2>\n<p>Die genauen Ursachen warum Leuk\u00e4mien auftreten, sind bis heute weitgehend unbekannt. Man wei\u00df zwar, dass die&nbsp; Krankheit durch b\u00f6sartige Ver\u00e4nderungen von Zellen entsteht und dass damit Ver\u00e4nderungen im Erbgut einhergehen, aber warum es zu den genetischen Ver\u00e4nderungen kommt oder warum sie nur bei manchen Kindern zu Krebs f\u00fchren, ist unklar. Nach heutigem Kenntnisstand, m\u00fcssen mehrere genetische Ver\u00e4nderungen zusammenkommen, bevor eine Leuk\u00e4mie entsteht.<br \/>\nBekannt ist auch, dass Kinder und Jugendliche mit bestimmten ererbten oder erworbenen Immundefekt\u200een oder mit bestimmten Chromosomver\u00e4nderungen, wie etwa dem Down-Syndrom, ein erh\u00f6htes Risiko haben, an einer AML zu erkranken. Au\u00dferdem vermutet man, dass auch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse bei der Entstehung einer Leuk\u00e4mie eine Rolle spielen \u2013 so etwa radioaktive Strahlen und R\u00f6ntgenstrahlung, bestimmte chemische Substanzen und Medikamente, Zigaretten- oder Alkoholkonsum der Eltern und m\u00f6glicherweise auch Viren.<\/p>\n<h2><strong>Erste Anzeichen und Symptome<\/strong><\/h2>\n<p>Erste Symptome einer Leuk\u00e4mie sind h\u00e4ufig allgemeine Krankheitszeichen wie Mattigkeit, Bl\u00e4sse, Schwindel und&nbsp; Spielunlust, sp\u00e4ter auch Infektionen, die mit Fieber einhergehen, sowie eventuell Haut- und Schleimhautblutungen (blaue Flecken und punktf\u00f6rmige Blutungen). Im weiteren Verlauf kommt es neben Ver\u00e4nderungen im Blutbild zu Organbeschwerden: Organe wie die Milz oder Leber k\u00f6nnen anschwellen und Beschwerden wie Bauchschmerzen oder&nbsp; Kopfschmerzen hervorrufen. H\u00e4ufig sind auch Knochenschmerzen, vor allem in Armen und Beinen, und bei bestimmten Formen von Leuk\u00e4mien kann es zu Gesichtsl\u00e4hmungen, Sehst\u00f6rungen und Erbrechen kommen.<\/p>\n<p>Die Symptome einer Leuk\u00e4mie k\u00f6nnen individuell verschieden stark ausgepr\u00e4gt sein, und das Auftreten eines oder mehrerer der genannten Krankheitszeichen muss nicht unbedingt bedeuten, dass das Kind an einer Leuk\u00e4mie leidet. Trotzdem wird empfohlen, bei derartigen Beschwerden so bald wie m\u00f6glich den Kinderarzt zu konsultieren, denn im Fall einer Leuk\u00e4mie muss die Diagnose durch eine umfassende Blutuntersuchung und eine Knochenmarkspunktion gesichert und das Kind so rasch wie m\u00f6glich behandelt werden. Welche (weiteren) Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden, h\u00e4ngt immer auch vom Einzelfall ab.<\/p>\n<h2><strong>Therapien: abh\u00e4ngig vom Krankheitsbild<\/strong><\/h2>\n<p>Die Therapie einer kindlichen Leuk\u00e4mie muss schnellstm\u00f6glich in einer kinderonkologischen Einrichtung mit spezialisiertem Fachpersonal erfolgen und richtet sich nach der Art der Leuk\u00e4mie, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist und wie das Kind auf die Behandlung anspricht.<\/p>\n<p>Im Zentrum aller Leuk\u00e4mie-Therapien steht die Chemotherapie mit zellwachstumshemmenden Medikamenten (Zytostatika), welche die Leuk\u00e4miezellen im K\u00f6rper m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig vernichten sollen. Bei manchen Patienten muss zus\u00e4tzlich eine Strahlentherapie des Zentralnervensystems (Sch\u00e4del-Bestrahlung) vorgenommen werden, und in bestimmten F\u00e4llen ist eine hoch dosierte Chemotherapie mit anschlie\u00dfender Stammzelltransplantation notwendig. Die Intensit\u00e4t, Art und Dauer der Behandlung h\u00e4ngen davon ab, zu welcher Risikogruppe das Kind geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Wenn es zu keinem R\u00fcckfall kommt, betr\u00e4gt die Dauer der in mehreren Therapieschritten erfolgenden Behandlung eineinhalb bis zwei Jahre. Dabei ist mit mehreren Klinikaufenthalten und einer l\u00e4ngeren ambulant\u200een Therapiephase zu rechnen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #555555;\">Grunds\u00e4tzlich gilt, dass eine diagnostizierte akute Leuk\u00e4mie<\/span><span style=\"color: #555555;\">&nbsp;immer in spezialisierten Kliniken behandelt werden sollte.<\/span><\/p>\n<h2><b>Wie verl\u00e4uft die Erkrankung?&nbsp;<\/b><\/h2>\n<p>Die Heilungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Leuk\u00e4mien haben sich aufgrund der gro\u00dfen Therapiefortschritte in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Etwa 90 Prozent der an ALL erkrankten Kinder k\u00f6nnen dauerhaft von ihrer Krebs-Erkrankung geheilt werden. Auch \u00fcber 70 Prozent&nbsp; der an AML erkrankten Kinder leben f\u00fcnf Jahre nach Diagnosestellung krankheitsfrei, doch fast ein Drittel von ihnen erleidet nach zun\u00e4chst erfolgreicher Therapie einen R\u00fcckfall, und bei zehn Prozent greift die Therapie nicht oder nur unzureichend. Bei diesen Patienten kann aber mit einer weiteren Chemotherapie und anschlie\u00dfender Stammzelltransplantation zu ca. 40 Prozent noch eine Heilung erzielt werden. Zu einer Behandlung zugelassen sind mittlerweile auch hochmoderne Therapieformen, wie die CAR-T-Zelltherapie zur Behandlung einer ALL, die allerdings erst dann zum Zug kommt, nachdem alle anderen Therapiem\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft wurden.<\/p>\n<h2><strong>Mit Kindern \u00fcber Krebs reden<\/strong><\/h2>\n<p>Eine Krebs-Erkrankung ist immer eine enorme Belastung f\u00fcr das ganze System Familie. Die Krankheit ist lebensbedrohlich, Untersuchungen k\u00f6nnen schmerzhaft sein und Behandlungen k\u00f6nnen schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Alle Experten raten Eltern deshalb dazu, mit Ihrem Kind \u00fcber die Krankheit zu sprechen. Sie sollten sich dabei aber nicht unter Druck setzen lassen, sondern sich die Zeit nehmen, bis die Diagnose best\u00e4tigt und der erste Schock und die eigenen allerersten Reaktionen verarbeitet sind.<\/p>\n<p>Erst dann sollte das Kind, so bald es&nbsp; eben geht, von seiner Krebserkrankung erfahren. Nat\u00fcrlich ist es dabei wichtig, die Krankheit altersgerecht zu erkl\u00e4ren. Dabei lassen sich auch eigene Gef\u00fchle und \u00c4ngste einbauen, denn Kinder orientieren sich am Verhalten ihrer Eltern und lernen so, dass auch sie ihre Gef\u00fchle zeigen d\u00fcrfen. Angesprochen werden sollte alles, das den Familienalltag k\u00fcnftig ver\u00e4ndert, wobei man aber auch die Dinge erw\u00e4hnen sollte, die weiterhin Bestand haben werden.<br \/>\nSehr junge PatientInnen m\u00fcssen nicht alles genau wissen, und viele Experten raten dazu, nicht \u00fcber Dinge zu sprechen, die noch weit entfernt oder nicht voraussehbar sind. Als wichtiger Grundsatz gilt: Das, was erz\u00e4hlt wird, sollte wahr sein, damit das Vertrauen zwischen Kind und Erwachsenen bestehen bleibt.<\/p>\n<p>Idealerweise stehen auch auch Hilfsangebote bereit, die bei dieser schwierigen Aufgabe Unterst\u00fctzung bieten k\u00f6nnen: Expertinnen und Experten in dieser Angelegenheit finden sich zum Beispiel bei der Kinderkrebshilfe und im Krankenhaus, in dem das Kind behandelt wird.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[66,23,2457,2411],"tags":[754,755,758,97,177,759,760,75,761,687],"class_list":["post-3124","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheitsnews","category-kinder-und-jugendheilkunde","category-krankheit","category-onkologie","tag-akute-lymphatische-leukamie","tag-akute-myeloische-leukamie","tag-chemotherapie","tag-kinder","tag-kinderheilkunde","tag-kindliche-leukamien","tag-leukamie","tag-onkologie","tag-stammzelltransplantation","tag-strahlentherapie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3124","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3124\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9707,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/3124\/revisions\/9707"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3125"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3124"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3124"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3124"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}