{"id":2534,"date":"2021-04-22T09:57:04","date_gmt":"2021-04-22T09:57:04","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/prostatitis-prostataentzuendung\/"},"modified":"2026-02-09T11:23:42","modified_gmt":"2026-02-09T10:23:42","slug":"prostatitis-prostataentzuendung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/prostatitis-prostataentzuendung\/","title":{"rendered":"Prostatitis &#8211; Prostataentz\u00fcndung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Prostatitis?<\/h2>\n<p>Bei einer Prostatitis handelt es sich um eine Entz\u00fcndung der m\u00e4nnlichen Vorsteherdr\u00fcse (Prostata). Die Prostata ist eine unterhalb der Harnblase gelegene Dr\u00fcse, welche den ersten Abschnitt der Harnr\u00f6hre umschlie\u00dft. Aufgrund der engen Lagebeziehung zum Rektum ist es m\u00f6glich, die Prostata bei einer digital-rektalen Untersuchung (Tastuntersuchung des Rektums und der angrenzenden Organe) zu ertasten. Die Geschlechtsdr\u00fcse produziert ein d\u00fcnnfl\u00fcssiges Sekret, welches dem Ejakulat beigemischt wird und verschiedene Bestandteile enth\u00e4lt, darunter u. a. das prostataspezifische Antigen (PSA). Dieses macht in erster Linie das Ejakulat d\u00fcnnfl\u00fcssiger, weiters ist das PSA ein organspezifischer Marker (Tumormarker), welcher im Blut bestimmt werden kann und eine Rolle bei der Abkl\u00e4rung von Prostatakrebs spielt.<\/p>\n<p>Die Prostata ist relativ h\u00e4ufig von Entz\u00fcndungen betroffen. Sch\u00e4tzungen zufolge erkranken etwa zehn bis 15 Prozent aller M\u00e4nner mindestens einmal im Leben an einer Prostatitis*. Die Entz\u00fcndung kann akut oder chronisch verlaufen und verschiedene Ursachen haben.<\/p>\n<h2>Formen und Ursachen<\/h2>\n<p>Die Prostataentz\u00fcndung wird unterteilt in:<\/p>\n<p>\u2022 Akute bakterielle Prostatitis<br \/>\n\u2022 Chronische bakterielle Prostatitis<br \/>\n\u2022 Chronisches Beckenschmerzsyndrom (\u201dchronische abakterielle Prostatitis\u201d; mit\/ohne Entz\u00fcndungszeichen)<br \/>\n\u2022 Asymptomatische entz\u00fcndliche Prostatitis<\/p>\n<p><strong>Akute und chronische bakterielle Prostatitis<\/strong><br \/>\nEine akute bakterielle Prostatitis wird, wie die Bezeichnung bereits verr\u00e4t, durch Bakterien verursacht (z. B. E. coli). Die Erreger k\u00f6nnen u. a. \u00fcber die Harnr\u00f6hre in die Prostata gelangen, Ausgangspunkte k\u00f6nnen beispielsweise eine Entz\u00fcndung der Harnr\u00f6hre oder Harnblase sein. Faktoren, welche das Eindringen von Bakterien beg\u00fcnstigen sind u. a. harnstauende Ver\u00e4nderungen im Bereich der Harnr\u00f6hre (z. B. Stenose) und Vorhautverengung (Phimose). Eine chronische Prostatitis kann sich aus einer akuten Prostatitis entwickeln und liegt dann vor, wenn eine Entz\u00fcndung der Prostata \u00fcber einen Zeitraum von \u00fcber drei Monaten besteht und wiederholt Keime nachgewiesen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Chronisches Beckenschmerzsyndrom\/Chronische abakterielle Prostatitis<\/strong><br \/>\nWenn Symptome (z. B. dauerhafte oder wiederkehrende Schmerzen im Bereich von Becken, Genitalien, Prostata) f\u00fcr \u00fcber drei Monate bestehen, jedoch keine Bakterien nachgewiesen werden k\u00f6nnen, keine krankhaften Ver\u00e4nderungen im Bereich der Prostata vorliegen und Ursache und Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Beschwerden bzw. die Prostatitis unklar bleiben, ist von einem chronischen Beckenschmerzsyndrom die Rede. Als m\u00f6gliche Faktoren, welche ein solches Prostataschmerzsyndrom beg\u00fcnstigen k\u00f6nnen werden u. a. Erbanlagen, Blasenentleerungsst\u00f6rungen, Ver\u00e4nderungen von Nerven und Muskeln, Erkrankungen des Immunsystems und psychische Faktoren diskutiert. Lassen sich Entz\u00fcndungszeichen nachweisen, ist von einem entz\u00fcndlichen chronischen Beckenschmerzsyndrom die Rede, sind weder Bakterien noch Anzeichen einer Entz\u00fcndung nachweisbar, von einem nicht-entz\u00fcndlichen chronischen Beckenschmerzsyndrom.<\/p>\n<p><strong>Asymptomatische Prostatitis<\/strong><br \/>\nBei einer asymptomatischen Prostatitis treten keine Schmerzen oder anderen Symptome auf, allerdings lassen sich Entz\u00fcndungszeichen nachweisen. Eine solche asymptomatische Prostatitis wird h\u00e4ufig zuf\u00e4llig entdeckt.<\/p>\n<h2>Risikofaktoren<\/h2>\n<p>Allgemeine Risikofaktoren f\u00fcr eine Prostatitis sind u. a. Blasenentleerungsst\u00f6rungen, harnstauende Ver\u00e4nderungen im Bereich der Harnr\u00f6hre, St\u00f6rungen des Immunsystems, bestimmte Grunderkrankungen (z. B. <a href=\"http:\/https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/diabetes-1191\">Diabetes mellitus<\/a>) und Manipulationen im Bereich des Urogenitaltrakts (z. B. Katheter, Operationen).<\/p>\n<h2>Was sind die Symptome einer Prostatitis?<\/h2>\n<p>Eine Entz\u00fcndung der Prostata kann mit verschiedenen Symptomen einhergehen.<br \/>\nBei einer akuten bakteriellen Prostatitis kann es zu stark ausgepr\u00e4gten Beschwerden kommen. Typisch sind Beschwerden beim Wasserlassen wie erschwertes Wasserlassen (Dysurie) und deutlich abgeschw\u00e4chter Harnstrahl, Schmerzen und Brennen (schmerzhaftes Wasserlassen, Algurie) und h\u00e4ufiger Harndrang\/h\u00e4ufiges Wasserlassen (Pollakisurie), Schmerzen im Bereich von Blase und R\u00fccken, Schmerzen beim Stuhlgang sowie w\u00e4hrend und nach der Ejakulation, Fieber und Sch\u00fcttelfrost.<\/p>\n<p>Bei einer chronischen bakteriellen Prostatitis sind die Beschwerden im Allgemeinen weniger stark ausgepr\u00e4gt und weniger spezifisch als bei einer akuten Entz\u00fcndung der Prostata. M\u00f6gliche Beschwerden sind u. a. Druckgef\u00fchl im Unterbauch, Beschwerden beim Wasserlassen (z. B. h\u00e4ufiges, erschwertes und\/oder schmerzhaftes Wasserlassen, Harnstrahlabschw\u00e4chung), br\u00e4unliche F\u00e4rbung des Ejakulats, Schmerzen w\u00e4hrend oder nach der Ejakulation und Libido- und Potenzst\u00f6rungen. Fieber und Sch\u00fcttelfrost wie bei einer akuten Prostatitis fehlen zumeist g\u00e4nzlich.<\/p>\n<p>Die Symptome eines chronischen Beckenschmerzsyndroms (chronisch abakterielle Prostatitis) \u00e4hneln jenen einer chronischen bakteriellen Prostatitis. Betroffene k\u00f6nnen unter Schmerzen im Bereich des Beckens, verschiedenen Beschwerden beim Wasserlassen, Stuhlunregelm\u00e4\u00dfigkeiten, vermindertem Lustempfinden, Erektionsst\u00f6rungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr leiden, weiters kann es in der Folge auch zu psychischen Symptomen wie z. B. Stress und Angstgef\u00fchlen kommen, welche die genannten Beschwerden wiederum beeinflussen und die Lebensqualit\u00e4t weiter beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Komplikationen einer Prostatitis sind u. a. Prostataabszess, weitere Ausbreitungen der Entz\u00fcndung, Behinderungen des Harnabflusses und wiederkehrende Harnwegsinfektionen.<\/p>\n<p><em>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Symptome dient dem \u00dcberblick und kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom ein Anzeichen f\u00fcr andere Erkrankungen sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Symptom bei einer Prostatitis auftreten. Im Zweifelsfall sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/em><\/p>\n<h2>Wer ist mein Ansprechpartner?<\/h2>\n<p>Ansprechpartner bei den oben genannten Beschwerden und bei Verdacht auf eine Entz\u00fcndung der Prostata sind der Arzt f\u00fcr Allgemeinmedizin (Hausarzt), welcher den Patienten bei Bedarf an einen Facharzt \u00fcberweist, und der Facharzt f\u00fcr Urologie.<\/p>\n<h2>Wie erfolgt die Diagnose?<\/h2>\n<p>Im Rahmen der Abkl\u00e4rung werden je nach genauer Situation des Patienten verschiedene Untersuchungen durchgef\u00fchrt. Zun\u00e4chst erfolgt eine gr\u00fcndliche Anamnese, bei welcher sich der Arzt u. a. nach der Krankengeschichte und den genauen Beschwerden erkundigt (Art der Beschwerden, Lokalisation, Dauer des Bestehens, Schweregrad, Verlauf etc.).<\/p>\n<p>Bei einer digital-rektalen Untersuchung kann die Vorsteherdr\u00fcse ertastet und auf Gr\u00f6\u00dfe und Schmerzempfindlichkeit untersucht werden. Eine entz\u00fcndete Prostata ist zumeist st\u00e4rker vergr\u00f6\u00dfert und druck-\/schmerzempfindlich. Weiters wird eine Laboruntersuchung des Urins durchgef\u00fchrt, um m\u00f6gliche f\u00fcr die Entz\u00fcndung verantwortliche Erreger nachweisen zu k\u00f6nnen \u2013 im Rahmen einer sogenannten Viergl\u00e4serprobe werden dabei der Ersturin, der Mittelstrahlurin, ein Prostataexprimat (Sekret der Prostata) und der Urin nach einer Massage der Prostata untersucht. Weitere m\u00f6gliche Untersuchungen sind eine Blutuntersuchung, eine rektale Ultraschalluntersuchung, um die Entz\u00fcndung genauer zu lokalisieren und andere Erkrankungen auszuschlie\u00dfen, Harnabflussmessung (Uroflowmetrie) und andere. Welche Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden und wie sich die Abkl\u00e4rung genau gestaltet richtet sich nach der individuellen Situation des Patienten.<\/p>\n<h2>Welche Behandlungen gibt es?<\/h2>\n<p>Die Behandlung einer Prostatitis h\u00e4ngt von der Form und Ursache ab. Bei einer akuten und chronischen bakteriellen Prostatitis werden Antibiotika eingesetzt, wobei verschiedene Medikamente zur Verf\u00fcgung stehen. Wichtig ist, dass die Medikamente wie mit dem Arzt besprochen eingenommen werden. Bei einem chronischen Beckenschmerzsyndrom k\u00f6nnen verschiedene andere Medikamente und pflanzliche Pr\u00e4parate zum Einsatz kommen, weitere m\u00f6gliche Behandlungsma\u00dfnahmen sind u. a. physikalische Therapiema\u00dfnahmen, Bewegungstherapie und Beckenbodengymnastik.<\/p>\n<p>Gegen Schmerzen bei einer Entz\u00fcndung der Prostata k\u00f6nnen u. a. schmerzstillende Medikamente (Einnahme stets nach Absprache mit dem behandelnden Arzt), W\u00e4rme (z. B. W\u00e4rmeflasche) und verschiedene Entspannungsma\u00dfnahmen helfen. Bei chronischen Formen, bei welchen es in Folge der Beschwerden zu Libido- und Erektionsst\u00f6rungen und Beeintr\u00e4chtigungen der Lebensqualit\u00e4t kommt k\u00f6nnen psychotherapeutische Verfahren sinnvoll sein. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen unter Umst\u00e4nden Anpassungen der Ern\u00e4hrung wie der Verzicht auf Alkohol und ung\u00fcnstige Fette und die Reduktion des Zuckerkonsums helfen. Im Rahmen der Behandlung von Komplikationen (z. B. Behinderung des Harnabflusses, Abszess) kann eine chirurgische Behandlung notwendig sein.<\/p>\n<p>Die Therapie besteht h\u00e4ufig aus einer Kombination von verschiedenen Methoden (Medikamente, nicht-medikament\u00f6se Ma\u00dfnahmen) und wird ganz an die Situation des Patienten angepasst. Unter einer ad\u00e4quaten Therapie klingen die Beschwerden einer akuten bakteriellen Prostatitis zumeist rasch ab und es kommt zu keinem \u00dcbergang in eine chronische Form. In manchen F\u00e4llen geht die akute Form jedoch in eine chronische Prostatitis \u00fcber. Nach Abschluss der Behandlung\/Ausheilung der Prostatitis besteht die M\u00f6glichkeit eines R\u00fcckfalls (erneutes Auftreten der Erkrankung).<\/p>\n<p><em>*Angaben k\u00f6nnen in der Literatur variieren.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,66,2448,2457,6,2455],"tags":[108,645,292,648,649,650,651,190,3226,652],"class_list":["post-2534","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-gesundheitsnews","category-innere-medizin","category-krankheit","category-sexualitaet","category-urologie","tag-allgemeinmedizin","tag-blasenentleerungsstorung","tag-interne-medizin","tag-manner","tag-prostata","tag-prostataentzundung","tag-prostatitis","tag-urologie","tag-urologie-und-andrologie","tag-vorsteherdruse"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2534","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2534\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5099,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2534\/revisions\/5099"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2535"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2534"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2534"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2534"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}