{"id":2522,"date":"2021-04-13T06:41:56","date_gmt":"2021-04-13T06:41:56","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/tattoos-im-medizincheck\/"},"modified":"2023-02-16T22:52:09","modified_gmt":"2023-02-16T21:52:09","slug":"tattoos-im-medizincheck","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/tattoos-im-medizincheck\/","title":{"rendered":"Tattoos im Medizincheck"},"content":{"rendered":"<p>Tattoos sind popul\u00e4r, meist schnell gestochen und in der Regel weniger schnell entfernt, wenn man sie nicht mehr m\u00f6chte. Wer sich f\u00fcr ein Tattoo entscheidet, sollte wissen, dass die T\u00e4towierung vor allem anfangs gut gepflegt sein will und dass es gewisse Gesundheitsrisiken birgt, sich t\u00e4towieren zu lassen. Im Idealfall wendet man sich daher nur an professionelle T\u00e4towierer, die nach einwandfreien Hygienestandards arbeiten.<\/p>\n<h2>Was passiert beim T\u00e4towieren?<\/h2>\n<p>Im Prinzip handelt es sich beim T\u00e4towieren um ein k\u00fcnstliches Einbringen von Farbstoffpigmenten mittels Nadeln in die mittlere Hautschicht, die Lederhaut. Die mit Farbe getr\u00e4nkten Nadeln werden bei Verwendung einer elektrischen T\u00e4towiermaschine nach Desinfektion der Haut mit einer Frequenz von bis zu 10.000 Stichen pro Minute in die Haut gestochen.<\/p>\n<p>Die T\u00e4towierfarben bestehen aus organischen oder anorganischen Pigmentpartikeln, die meist gemischt werden. Die Pigmente lagern sich zum Gro\u00dfteil in der Haut ab \u2013 dadurch bleibt die T\u00e4towierung dauerhaft sichtbar. Allerdings k\u00f6nnen Tattoofarben mit der Zeit verblassen, da Pigmente ausbleichen oder in regionale Lymphknoten migrieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wichtig beim T\u00e4towieren ist das einwandfreie hygienische Arbeiten: T\u00e4towierer sollten sterile Nadeln und sterile Einmal-Farbtuben sowie Wasser aus sterilen Einwegpackungen zum Verd\u00fcnnen der Farben verwenden und Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Einmalmaterial zur Versorgung von Hautverletzungen zur Hand haben.<\/p>\n<p>Empfohlen wird, am \u201eStichtag\u201c Sonneneinstrahlung, Alkohol und blutverd\u00fcnnende Medikamente zu meiden. Frauen in der Schwangerschaft sollten sich nicht t\u00e4towieren lassen. Muttermale, Leberflecken und Hautpartien, die krankhaft ver\u00e4ndert sind, d\u00fcrfen nicht t\u00e4towiert werden.<\/p>\n<h2>Hautpflege nach dem T\u00e4towieren<\/h2>\n<p>Nach dem T\u00e4towieren sollte schon im Tattoo-Studio eine Wund- und Heilsalbe aufgetragen und das Tattoo mit einem sterilen, luftdurchl\u00e4ssigen Verband, der nach etwa vier bis f\u00fcnf Stunden abgenommen werden kann, abgedeckt werden. Das Auftragen einer Heilcreme empfiehlt sich auch f\u00fcr die nachfolgenden Tage. Sollten sich nach etwa vier bis sieben Tagen kleinere Hautpartikel aus dem Tattoo-Bereich l\u00f6sen, darf an dieser Stelle nicht gekratzt werden, da sonst Farbpigmente verloren gehen und das Tattoo verblassen kann. Die Wundheilung ist in der Regel nach drei bis vier Wochen abgeschlossen. Bei \u00dcberw\u00e4rmung, R\u00f6tung, Schmerzen oder schlechter Wundheilung sollte man allerdings nicht z\u00f6gern und sich an einen Hautarzt wenden.<\/p>\n<h2>Gesundheitliche Risiken<\/h2>\n<p><strong>Infektionen:<\/strong> Sie entstehen durch eine unsachgem\u00e4\u00dfe Vorbereitung des Hautareals, ungen\u00fcgende Sterilisation des Equipments, Kontamination der T\u00e4towierfarbe oder inad\u00e4quate Nachbehandlung und Hygiene nach dem T\u00e4towieren. Grunds\u00e4tzlich ist das Risiko f\u00fcr gef\u00e4hrliche Infektionen heute aufgrund besserer hygienischer Bedingungen weitaus geringer als noch vor einigen Jahrzehnten, dennoch bleibt ein Restrisiko f\u00fcr eine Infektion:<\/p>\n<ul>\n<li>Da die beim T\u00e4towieren benutzten Nadeln mit der Blutbahn in Ber\u00fchrung kommen, gibt es ein gewisses Risiko f\u00fcr blut\u00fcbertragbare Virusinfektionen. Beschrieben sind in diesem Zusammenhang unter anderem die \u00dcbertragung von <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/hepatitis-leberentzuendung-5833\">Hepatitis B<\/a> und<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/hepatitis-c-3665\"> C<\/a>, <a href=\"http:\/https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/hiv-aids-3828\">HIV<\/a> und <a href=\"http:\/https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/herpes-simplex-genitalis-ursache-symptome-praevention-3660\">Herpes simplex<\/a>.<\/li>\n<li>Auch bakterielle Infektionen sind m\u00f6glich, weil eine oberfl\u00e4chliche Hautwunde besteht. Die h\u00e4ufigsten diesbez\u00fcglichen Krankheitsbilder sind Impetigo (Borkenflechte), eine hochinfekti\u00f6se bakterielle Hauterkrankung, Erysipel (Wundrose), eine \u00f6rtlich begrenzte entz\u00fcndliche Hauterkrankung sowie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/abszess-4815\">Abszesse.&nbsp;<\/a><\/li>\n<li>M\u00f6glich sind auch entz\u00fcndliche Reaktionen auf das eingebrachte Pigment. Vor allem Pigmente auf Quecksilbersalzbasis (Rot) und Cadmium (Gelb), die heute allerdings nicht mehr sehr gebr\u00e4uchlich sind, k\u00f6nnen allergische Reaktionen hervorrufen. Auch eine Kontamination der T\u00e4towierfarben mit Nickelsulfat sowie Azofarbstoffen und Chinacridon und deren Abbauprodukte sind potenzielle Allergenquellen.<\/li>\n<li>Zudem k\u00f6nnen nach einer T\u00e4towierung gut- oder b\u00f6sartige Hautver\u00e4nderungen auftreten, die sich aufgrund der Farbstoffeinbringung unter Umst\u00e4nden schlechter erkennen lassen.<\/li>\n<li>Minimale Risiken gibt es auch bei MRT-Untersuchungen: Vor allem dann, wenn es sich um Tattoos handelt, die mit Farben gestochen wurden, welche magnetisch aktive Inhaltsstoffe wie etwa Eisen-Carbonate, Eisen-Hydroxid oder Eisen-Oxid enthalten, kann es sein, dass die Farben mit dem statischen Magnetfeld im MRT interagieren, sodass man einen Zug an der t\u00e4towierten Haut sp\u00fcrt.<br \/>\nTheoretisch kann es auch zu oberfl\u00e4chlichen Verbrennungen der Haut kommen, weil viele Farbpigmente leitf\u00e4hig sind und das Tattoo dann viel von der Energie des MRT-Hochfrequenzfeldes aufnimmt. Das ist aber sehr selten. Ganz selten kann es auch dazu kommen, dass besonders gro\u00dfe Tattoos, die sich im Bereich der zu untersuchenden K\u00f6rperstelle befinden, zu St\u00f6rungen der Bildgebung im MRT f\u00fchren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Deutsche Herzstiftung warnt, dass es bei 0,5 bis 6 Prozent aller T\u00e4towierten zu einer Infektion kommen kann. Die Auswirkungen sind vor allem f\u00fcr Herzpatienten schwerwiegend. Gelangen Bakterien ins Herz,&nbsp;entsteht eine sogenannte Endokarditis, eine Entz\u00fcndung der Herzinnenhaut.<span style=\"color: #0a0a0a;\">&nbsp;Die Infektion ist lebensbedrohlich und endet h\u00e4ufig mit einer Herzoperation oder sogar dem Tod von Patienten. Aus diesen und anderen Gr\u00fcnden sollten bestimmte Personengruppen deshalb lieber auf Tattoos verzichten.<br \/>\nDazu z\u00e4hlen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Patienten mit angeborenen Herzkrankheiten<\/li>\n<li>Menschen mit Erkrankungen der Herzklappen<\/li>\n<li>Betroffene mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr eine Entz\u00fcndung der Herzinnenhaut<\/li>\n<li>Allergiker mit vielen verschiedenen Allergien<\/li>\n<li>Betroffene mit Schuppenflechte und anderen, \u00fcber den ganzen K\u00f6rper verbreiteten Hautkrankheiten<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Gef\u00e4hrliche Farbstoffe<\/h2>\n<p>Da die Farbe in gut durchblutete Hautschichten gestochen wird, wandert ein Teil der Pigmente und die l\u00f6slichen Bestandteile der Tr\u00e4gerfl\u00fcssigkeit \u00fcber das Blut in andere Bereiche des K\u00f6rpers. Man vermutet, dass nicht nur kurz nach dem Stechen, sondern kontinuierlich Substanzen aus der T\u00e4towierung herausgel\u00f6st werden und sich im K\u00f6rper verteilen \u2013 etwa in der Leber oder in den Lymphknoten.<\/p>\n<p>Was die Tattoofarben betrifft, so enthalten viele davon gesundheitssch\u00e4dliche Substanzen und Farbmittel. Vor allem Azofarbstoffe, die haupts\u00e4chlich in bunten T\u00e4towiermitteln enthalten und wegen ihrer leuchtenden, lichtechten Farbt\u00f6ne beliebt sind, gelten als problematisch:<\/p>\n<ul>\n<li>Einige davon bilden mit der Zeit krebserregende Spaltprodukte, ausgel\u00f6st etwa durch das UV-Licht der Sonne.<\/li>\n<li>Schwarze T\u00e4towierfarben enthalten h\u00e4ufig Ru\u00dfpartikel, welche auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige nachgewiesenerma\u00dfen das Krebsrisiko erh\u00f6hen, beinhalten.<\/li>\n<li>Manche T\u00e4towierfarben enthalten problematische Schwermetalle wie Quecksilber, Chrom, Cadmium, Kobalt oder Nickel. Diese k\u00f6nnen allergische Reaktionen verursachen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine Positiv-Liste ungef\u00e4hrlicher Farbstoffe f\u00fcr T\u00e4towierer gibt es&nbsp; mangels aussagekr\u00e4ftiger Daten nicht. Das deutsche Bundesamt f\u00fcr Risikobewertung hat jedoch einige Fragen und Antworten zum Thema zusammengefasst.<\/p>\n<p><strong>Weitere Risiken<br \/>\n<\/strong>Manchmal reagieren t\u00e4towierte Hautstellen generell empfindlich auf Sonnenlicht, und es kann zu Schwellungen, Juckreiz, Stechen, Schmerzen oder Hautr\u00f6tungen rund um die T\u00e4towierung kommen. Sicherheitshalber raten Experten dazu, t\u00e4towierte Stellen vor der Sonne zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<h2>Entfernung von Tattoos<\/h2>\n<p>Die g\u00e4ngigste Methode der Tattooentfernung ist die Laserbehandlung, f\u00fcr die man sich an einen darin geschulten Hautarzt wenden sollte. Beim Lasern werden die einzelnen Farbpigmente durch den Lichtimpuls des Lasers zum Explodieren gebracht. Dabei k\u00f6nnten jedoch auch gesundheitssch\u00e4digende Substanzen entstehen, weshalb die Methode nicht unumstritten ist.<\/p>\n<p>Um ein Tattoo vollst\u00e4ndig zu entfernen, sind mit bisherigen Laserger\u00e4ten in der Regel zehn bis zw\u00f6lf Sitzungen notwendig, wobei auch die Gr\u00f6\u00dfe des Tattoos, die verwendeten Farben und die Einbringungstiefe eine Rolle spielen und das Ergebnis beeinflussen. Bunte Tattoos ilassen sich in der Regel nicht so gut entfernen wie einf\u00e4rbig-schwarze. Vor allem die Farben Gr\u00fcn und Blau lassen sich nur schwer vollst\u00e4ndig entfernen. Die Tattooentfernung mittels Laser ist nicht schmerzfrei und wird h\u00e4ufig \u00e4hnlich wie das T\u00e4towieren selbst empfunden.<\/p>\n<p>Nach dem Lasern sollten die betroffenen Hautareale einige Tage lang mit einer antibakteriellen Wundsalbe behandelt werden.<\/p>\n<p>Die h\u00e4ufigsten Nebenwirkungen bei der Tattooentfernung sind das Auftreten von Verbrennungen und die Bildung von Narben. Manchmal erscheint die gelaserte Haut auch heller als die Umgebungsfl\u00e4che. Bei besonders empfindlichen Menschen kann es nach der Bestrahlung zum Auftreten von Akne oder Herpes kommen.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,66,2405,7],"tags":[108,254,623,94,624,627,628,629],"class_list":["post-2522","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-gesundheitsnews","category-haut-und-geschlechtskrankheiten","category-leben","tag-allgemeinmedizin","tag-dermatologie","tag-haut","tag-hepatitis","tag-laser","tag-tatoo","tag-tattoo-entfernung","tag-tattoopflege"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2522","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2522\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9652,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2522\/revisions\/9652"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2523"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2522"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2522"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2522"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}