{"id":2514,"date":"2026-05-21T14:53:58","date_gmt":"2026-05-21T12:53:58","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/resilienz-krisenkompetenz-durch-innere-staerke\/"},"modified":"2026-05-22T09:45:52","modified_gmt":"2026-05-22T07:45:52","slug":"resilienz-krisenkompetenz-durch-innere-staerke","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/resilienz-krisenkompetenz-durch-innere-staerke\/","title":{"rendered":"Resilienz: Krisenkompetenz durch innere St\u00e4rke"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Resilienz?<\/h2>\n<p><strong>Resilienz<\/strong> ist die <strong>seelische \u201eWiderstandskraft\u201c<\/strong> eines Menschen beziehungsweise seine F\u00e4higkeit, mit Belastungen, R\u00fcckschl\u00e4gen und Krisen so umzugehen, dass man nicht dauerhaft aus dem inneren Gleichgewicht ger\u00e4t.<\/p>\n<p>Der Begriff leitet sich vom <strong>lateinischen Wort resilire<\/strong> ab, das \u201ezur\u00fcckprallen\u201c bedeutet. Urspr\u00fcnglich kommt er aus der Werkstoffkunde in der Physik. Dort beschreibt er die Eigenschaft bestimmter Materialien, nach starken \u00e4u\u00dferen Einwirkungen wieder in ihre Ausgangsform zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde dieses Konzept in die Psychologie \u00fcbernommen. Heute versteht man darunter eine menschliche Eigenschaft, die sich als <strong>psychische Widerstandskraft<\/strong> beschreiben l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Wichtig zu wissen ist:<\/strong> <strong>Resilienz<\/strong> <strong>bedeutet nicht<\/strong>, dass man <strong>keinen Schmerz<\/strong> empfindet. Auch resiliente Menschen leiden unter Verlusten, Krisen oder Stress. Sie finden jedoch oft wirksamere Wege, um wieder in ihr seelisches Gleichgewicht zur\u00fcckzufinden.<\/p>\n<h2>Eine wegweisende Studie<\/h2>\n<p>Eine der <strong>Pionierinnen<\/strong> der <strong>Resilienzforschung<\/strong> war die amerikanische <strong>Entwicklungspsychologin Emmy Werner<\/strong>. Sie und ihr Team begleiteten den gesamten Geburtsjahrgang 1955 der hawaiianischen Insel Kauai \u00fcber mehrere Jahrzehnte hinweg. Sie beobachteten und interviewten dabei 698 Menschen und erhoben Daten \u00fcber ihre Lebens- und Gesundheitssituation. Knapp ein Drittel dieser Menschen wuchsen als Kinder unter sehr schwierigen Verh\u00e4ltnissen auf und erlebten Armut, Krankheit der Eltern, Vernachl\u00e4ssigung, Gewalt in der Familie etc. Bei zwei Dritteln dieser Gruppe stellten die Forscher fest, dass sie schwere Lern- und Verhaltensst\u00f6rungen entwickelten, teilweise straff\u00e4llig wurden und schwerwiegende psychische Probleme hatten.<\/p>\n<p><strong>Aber:<\/strong> Ein <strong>Drittel dieser Risikogruppe<\/strong> <strong>entwickelte<\/strong> sich trotz ihrer <strong>schwierigen Ausgangsbedingungen<\/strong> <strong>gut<\/strong>, zeigte keine psychiatrischen oder anderen chronische Gesundheitsproblemen, fand erf\u00fcllende Arbeit, war optimistisch etc.: Sie waren resilient.<\/p>\n<p>Aus dieser und anderen Studien wei\u00df man also, dass ung\u00fcnstige Voraussetzungen nicht unbedingt zu Not und Misserfolg f\u00fchren. Resiliente Menschen verf\u00fcgen \u00fcber bestimmte Eigenschaften und Strategien, die es ihnen erm\u00f6glichen, an widrigen Umst\u00e4nden nicht zu zerbrechen bzw. eine Krise oder ein Trauma so zu bew\u00e4ltigen, dass ihre psychische Gesundheit erhalten bleibt.<\/p>\n<p><strong> Frei nach dem Motto:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\u201eStart where you are \u2013 Use what you have \u2013 Do what you can.\u201c (Beginne dort wo du gerade bist &#8211; benutze was du hast &#8211; mach was im Moment m\u00f6glich ist)<\/p>\n<p>Unbekannt<\/p><\/blockquote>\n<h2>Ist Resilienz angeboren?<\/h2>\n<p><strong>Lange Zeit<\/strong> wurde <strong>Resilienz<\/strong> als eine Art <strong>feste Eigenschaft<\/strong> verstanden. Man nahm an, dass sie entweder angeboren ist oder sich <strong>sehr fr\u00fch in der Kindheit entwickelt<\/strong>. Sie wurde als weitgehend vorgegeben und nur schwer ver\u00e4nderbar verstanden.<\/p>\n<p>Heute sieht man das <strong>differenzierter<\/strong>. <strong>Resilienz<\/strong> gilt nicht mehr als starres Pers\u00f6nlichkeitsmerkmal, sondern als<strong> dynamischer Prozess<\/strong>. Sie entsteht im Zusammenspiel zwischen einem Menschen, seinen Erfahrungen, seinen Beziehungen und seiner Umgebung.<\/p>\n<p><strong>Das bedeutet auch:<\/strong> <strong>Resilienz<\/strong> kann <strong>sich ver\u00e4ndern<\/strong>. F\u00e4higkeiten, die zu einer h\u00f6heren Resilienz beitragen, k\u00f6nnen auch sp\u00e4ter im Leben erworben und laufend verbessert werden. Dazu geh\u00f6ren etwa der <strong>Umgang<\/strong> mit <strong>Stress<\/strong>, die <strong>F\u00e4higkeit<\/strong>, <strong>Hilfe anzunehmen, Probleml\u00f6sekompetenz und ein unterst\u00fctzendes soziales Umfeld.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_18923\" aria-describedby=\"caption-attachment-18923\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18923\" src=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Resilienz-Baby.jpg\" alt=\"Baby auf der Decke mit Spielzeug\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Resilienz-Baby.jpg 1000w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Resilienz-Baby-300x200.jpg 300w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Resilienz-Baby-768x511.jpg 768w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Resilienz-Baby-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18923\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Natalia Deriabina\/shutterstock<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Wie entsteht Resilienz?<\/h2>\n<p><strong>Resilienz<\/strong> ist also <strong>keine angeborene Eigenschaft<\/strong>, die man entweder hat oder nicht. Sie ist ein dynamischer Prozess, der sich im Laufe des Lebens entwickelt. Dabei spielen das Zusammenspiel von Anlage und Umwelt, Schutzfaktoren und Bew\u00e4ltigungserfahrungen eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p>Die <strong>Basis f\u00fcr Resilienz<\/strong> wird oft schon <strong>sehr fr\u00fch gelegt<\/strong>, kann aber jederzeit weiter ausgebaut werden. Als wichtigster Schutzfaktor gilt eine stabile Bindung zu mindestens einer verl\u00e4sslichen Bezugsperson in der Kindheit. Wer erf\u00e4hrt, dass er geliebt wird und sicher ist, entwickelt leichter ein gesundes Grundvertrauen in sich selbst und in andere Menschen.<\/p>\n<p><strong>Resilienz<\/strong> <strong>entsteht<\/strong> zudem nicht durch die Abwesenheit von Problemen, sondern auch durch das <strong>Meistern von Herausforderungen<\/strong> und durch die sogenannte <strong>Selbstwirksamkeitserwartung<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Gemeint ist das Vertrauen:<\/strong> <strong>Ich kann etwas tun.<\/strong> Ich bin einer schwierigen Situation nicht v\u00f6llig ausgeliefert.<\/p>\n<p>Dieses Vertrauen w\u00e4chst oft langsam. Durch kleine Erfolge. Durch Unterst\u00fctzung. Und durch die Erfahrung, dass Belastungen schwer sein k\u00f6nnen, aber nicht immer un\u00fcberwindbar sind.<\/p>\n<h2>Warum ist Resilienz so wichtig f\u00fcr die Gesundheit?<\/h2>\n<p><strong>Resilienz<\/strong> <strong>sch\u00fctzt nicht vor allen Belastungen<\/strong>. Aber sie kann <strong>helfen<\/strong>, <strong>besser<\/strong> mit <strong>ihnen umzugehen<\/strong>. Deshalb spielt sie sowohl f\u00fcr die psychische als auch f\u00fcr die k\u00f6rperliche Gesundheit eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p><strong>Resiliente Menschen<\/strong> sind daher h\u00e4ufig weniger<strong> anf\u00e4llig f\u00fcr Ersch\u00f6pfung<\/strong>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/burnout-die-vielen-facetten-des-ausgebranntseins\/\"><strong>Burnout<\/strong><\/a> und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\"><strong>depressive Beschwerden<\/strong><\/a>. Sie nehmen Belastungen nicht unbedingt leichter. Aber sie haben eher Strategien, um mit ihnen umzugehen: Probleme einordnen, Unterst\u00fctzung suchen, Pausen zulassen, L\u00f6sungen entwickeln.<\/p>\n<p>Auch bei starkem oder <strong>chronischem <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/stress-definition-ursache-stressbewaltigung\/\">Stress<\/a><\/strong> zeigen Studien, dass resiliente Menschen Stressreaktionen oft besser regulieren k\u00f6nnen. Das kann sich indirekt auch positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken.<\/p>\n<p>Wenn <strong>Krisen aktiv bew\u00e4ltigt werden<\/strong>, kann ein dauerhafter \u201eAlarmzustand\u201c des K\u00f6rpers eher vermieden werden. Das kann wiederum <strong>g\u00fcnstige Auswirkungen auf das Immunsystem<\/strong> haben. Resiliente Menschen zeigen h\u00e4ufig ein ges\u00fcnderes Verhalten und greifen seltener zu selbstsch\u00e4digenden Bew\u00e4ltigungsstrategien wie Alkohol, Nikotin, \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Essen oder Drogen.<\/p>\n<h2>Woran erkennen Sie eine geringe Resilienz?<\/h2>\n<p><strong>Menschen<\/strong> mit <strong>geringer Resilienz<\/strong> k\u00f6nnen sich oft nur <strong>schwer an herausfordernde Lebensbedingungen<\/strong> <strong>anpassen<\/strong> oder sich von <strong>krisenhaften Ereignissen erholen.<\/strong> Im <strong>Vergleich<\/strong> zu <strong>resilienteren Menschen<\/strong> f\u00e4llt es ihnen <strong>schwerer<\/strong>, <strong>kritische Lebensereignisse<\/strong>, <strong>ung\u00fcnstige Lebensumst\u00e4nde<\/strong> oder <strong>seelische Traumata<\/strong> zu bew\u00e4ltigen. H\u00e4ufig f\u00fchlen sie sich psychisch weniger stabil und ben\u00f6tigen nach Stress l\u00e4ngere Erholungszeiten.<\/p>\n<p><strong>In der Wissenschaft wird geringe Resilienz mit verschiedenen Methoden erfasst:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Validierte Messinstrumente:<\/strong> Dazu geh\u00f6ren Skalen und standardisierte Frageb\u00f6gen. Wenn Personen hier niedrige Werte erzielen, kann das auf eine geringere Resilienz hinweisen.<\/li>\n<li><strong>K\u00f6rperliche Stressreaktionen:<\/strong> In Studien lassen sich Unterschiede in der Stressregulation beobachten. Manche Menschen zeigen zum Beispiel eine l\u00e4nger anhaltende Stressreaktion oder erh\u00f6hte Cortisolwerte nach Belastung.<\/li>\n<li><strong>Klinische Psychologie:<\/strong> Menschen mit geringer Resilienz zeigen mitunter Anzeichen von \u201eerlernter Hilflosigkeit\u201c. Sie neigen dazu, negative Ereignisse stark auf sich selbst zu beziehen, sie als unver\u00e4nderlich zu erleben und auf viele Lebensbereiche zu \u00fcbertragen: \u201eEs liegt an mir. Es wird immer so sein. Alles ist schlecht.\u201c<\/li>\n<li><strong>Langzeitstudien zu Risikofaktoren:<\/strong> Die sogenannte Kauai-Studie von Emmy Werner zeigte unter anderem, welche Schutzfaktoren bei belasteten Kindern besonders wichtig sind. Im Umkehrschluss k\u00f6nnen fehlende Schutzfaktoren die Entwicklung von Resilienz erschweren. Dazu geh\u00f6ren:\n<ul>\n<li>mangelnde sichere Bindungen<\/li>\n<li>eine geringe \u00dcberzeugung der eigenen Selbstwirksamkeit<\/li>\n<li>das Gef\u00fchl, dem Schicksal ausgeliefert zu sein<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Kann geringe Resilienz krank machen?<\/h2>\n<p><strong>Geringe Resilienz macht nicht automatisch krank<\/strong>. Sie kann aber dazu beitragen, dass Belastungen st\u00e4rker nachwirken und der K\u00f6rper l\u00e4nger unter Stress steht.<\/p>\n<p>Wenn <strong>Menschen<\/strong> sich <strong>dauerhaft \u00fcberfordert f\u00fchlen<\/strong>, f\u00e4llt es oft <strong>schwerer<\/strong>, <strong>gut f\u00fcr sich zu sorgen<\/strong>. Manche schlafen schlechter, bewegen sich weniger oder greifen h\u00e4ufiger zu ung\u00fcnstigen Bew\u00e4ltigungsstrategien wie Alkohol, Nikotin, \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Essen oder R\u00fcckzug. Auf Dauer kann das die k\u00f6rperliche und psychische Gesundheit belasten.<\/p>\n<p>In vielen Studien ist zum Beispiel der <strong>Zusammenhang<\/strong> zwischen <strong>Resilienz<\/strong> und <strong>psychischer Gesundheit<\/strong> belegt. Umgekehrt l\u00e4sst sich sagen: Wenn Stress dauerhaft und kaum reguliert auf Psyche und K\u00f6rper einwirkt, kann das die Gesundheit belasten und das Risiko f\u00fcr Erkrankungen erh\u00f6hen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_18924\" aria-describedby=\"caption-attachment-18924\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18924\" src=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Stress-Resilienz.jpg\" alt=\"Foto Collage von einem m\u00fcden gestressten Mann\" width=\"800\" height=\"534\" srcset=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Stress-Resilienz.jpg 1000w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Stress-Resilienz-300x200.jpg 300w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Stress-Resilienz-768x512.jpg 768w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Stress-Resilienz-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18924\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Roman Samborskyi\/shutterstock<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Was sind die wichtigsten Faktoren f\u00fcr Resilienz?<\/h2>\n<p>Warum bleiben manche Menschen trotz schwieriger Lebensumst\u00e4nde seelisch stabiler als andere? Mit dieser Frage besch\u00e4ftigt sich die Resilienzforschung. Dabei spricht man von Schutzfaktoren. Sie k\u00f6nnen helfen, Belastungen besser zu bew\u00e4ltigen und nach Krisen wieder ins Gleichgewicht zu finden.<\/p>\n<p><strong>Unterschieden werden:<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Interne Schutzf<\/strong><strong>aktoren<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>Probleml\u00f6sef\u00e4higkeit<\/li>\n<li>Selbstwirksamkeits\u00fcberzeugung<\/li>\n<li>ein realistisches und positives Selbstkonzept<\/li>\n<li>F\u00e4higkeit zur Selbstregulation<\/li>\n<li>aktives Bem\u00fchen um Bew\u00e4ltigung, zum Beispiel die F\u00e4higkeit, soziale Unterst\u00fctzung zu suchen und anzunehmen<\/li>\n<li>optimistische und zuversichtliche Lebenseinstellung<\/li>\n<li>k\u00f6rperliche Gesundheit<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>Externe Schutzfaktoren<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>mindestens eine stabile und verl\u00e4ssliche Bezugsperson in der Kindheit, die Sicherheit, Vertrauen und Autonomie f\u00f6rdert<\/li>\n<li>gute Bew\u00e4ltigungsf\u00e4higkeiten der Eltern in Belastungssituationen<\/li>\n<li>dosierte soziale Verantwortlichkeiten und individuell angemessene Leistungsanforderungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf der anderen Seite stehen <strong>Risikofaktoren.<\/strong> Dazu geh\u00f6ren etwa <strong>chronische Erkrankungen<\/strong>, <strong>unsichere Bindungen,<\/strong> <strong>dauerhafte \u00dcberforderung,<\/strong> <strong>Gewalt<\/strong>, <strong>Vernachl\u00e4ssigung<\/strong> oder <strong>chronische Armut<\/strong>. Sie k\u00f6nnen die Entwicklung von Resilienz erschweren, m\u00fcssen sie aber nicht unm\u00f6glich machen.<\/p>\n<h2>Die 7 S\u00e4ulen der Resilienz<\/h2>\n<p>In der <strong>Psychologie<\/strong> werden h\u00e4ufig die sogenannten <strong>\u201e7 S\u00e4ulen der Resilienz\u201c<\/strong> beschrieben. Diese Faktoren k\u00f6nnen wie ein inneres System wirken, das dabei hilft, Krisen nicht nur zu \u00fcberstehen, sondern an ihnen zu wachsen.<\/p>\n<p><strong>Wichtig ist:<\/strong> Diese S\u00e4ulen sind <strong>kein starres Rezept<\/strong>. Niemand muss in allen Bereichen gleich stark sein. <strong>Resilienz entsteht eher durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren.<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Akzeptanz:<\/strong> Resilient zu sein bedeutet, anzuerkennen, dass Krisen und schwierige Phasen zum Leben geh\u00f6ren.<br \/>\nOptimismus: Resilienz bedeutet auch die Zuversicht, dass Krisen zeitlich begrenzt sein k\u00f6nnen und dass man selbst F\u00e4higkeiten besitzt, um die Situation wieder zu verbessern.<\/li>\n<li><strong>Selbstwirksamkeit:<\/strong> Sie gilt als einer der wichtigsten Faktoren. Gemeint ist das Vertrauen, den Umst\u00e4nden nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sondern durch eigenes Handeln Einfluss nehmen zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>Eigenverantwortung:<\/strong> Resiliente Menschen suchen die Ursache ihrer Probleme nicht nur bei anderen oder \u201edem Schicksal\u201c. Sie \u00fcbernehmen Verantwortung f\u00fcr ihr eigenes Wohlbefinden und suchen nach L\u00f6sungen.<\/li>\n<li><strong>Netzwerkorientierung:<\/strong> Ein stabiles soziales Umfeld aus Freundinnen und Freunden, Familie oder Kolleginnen und Kollegen ist ebenfalls ein wichtiger Schutzfaktor.<\/li>\n<li><strong>L\u00f6sungsorientierung:<\/strong> Resiliente Menschen richten ihren Fokus auf konkrete Ziele und kleine, machbare Schritte.<br \/>\nZukunftsorientierung: Resilienz bedeutet auch, den Blick nach einer Krise wieder auf die Zukunft zu richten und Ziele zu entwickeln, die \u00fcber das aktuelle Problem hinausgehen.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Resilienz aufbauen: So st\u00e4rken Sie Ihre mentale Widerstandskraft im Alltag<\/h2>\n<p><strong>Resilienz l\u00e4sst sich st\u00e4rken<\/strong>. Nicht von heute auf morgen und nicht durch einen einzelnen Trick. Aber durch <strong>kleine Gewohnheiten,<\/strong> die im <strong>Alltag Halt geben<\/strong> und das <strong>Vertrauen<\/strong> in die<strong> eigene Handlungsf\u00e4higkeit<\/strong> wachsen lassen.<\/p>\n<p><strong>Folgende Anregungen k\u00f6nnen dabei helfen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Erleben Sie sich als selbstwirksam:<\/strong> Fragen Sie sich am Abend: Was habe ich heute beeinflusst? Was habe ich gel\u00f6st, entschieden oder ausgehalten? Drei kurze Notizen reichen. So wird sichtbar, dass Sie auch an schwierigen Tagen etwas bewirken k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>Abstand zu Problemen gewinnen:<\/strong> Betrachten Sie Probleme als \u00e4u\u00dfere Herausforderungen, nicht als pers\u00f6nlichen Makel. Auch zeitliche Distanzierung kann bei Stress hilfreich sein: \u201eWird das in einem Jahr noch von Bedeutung sein?\u201c<\/li>\n<li><strong>Beziehungen pflegen, die guttun:<\/strong> Investieren Sie Zeit in Beziehungen, in denen Sie sich sicher und verstanden f\u00fchlen. Dabei geht <strong>es nicht um Quantit\u00e4t, sondern um Qualit\u00e4t.<\/strong><\/li>\n<li><strong>\u00dcben Sie Akzeptanz:<\/strong> Manche Dinge lassen sich nicht sofort \u00e4ndern. Akzeptanz bedeutet nicht, alles gutzuhei\u00dfen. Sie bedeutet, die Realit\u00e4t anzuerkennen und die eigene Energie dorthin zu lenken, wo Sie tats\u00e4chlich Handlungsspielraum haben.<\/li>\n<li><strong>Betreiben Sie Selbstf\u00fcrsorge:<\/strong> Schlaf, Pausen, Bewegung, Essen und bewusste Erholung sind keine Nebensachen. Sie bilden die Grundlage daf\u00fcr, dass K\u00f6rper und Psyche Belastungen besser regulieren k\u00f6nnen. Schon wenige Minuten ruhiges Atmen k\u00f6nnen helfen, aus der Anspannung herauszufinden.<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_18925\" aria-describedby=\"caption-attachment-18925\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18925\" src=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Tagebuch-schreiben.jpg\" alt=\"Frau mit ihre Notizen\" width=\"800\" height=\"534\" srcset=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Tagebuch-schreiben.jpg 1000w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Tagebuch-schreiben-300x200.jpg 300w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Tagebuch-schreiben-768x513.jpg 768w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Tagebuch-schreiben-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18925\" class=\"wp-caption-text\">Foto: we.bond.creations\/shutterstock<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Wo sind die Grenzen von Resilienz?<\/h2>\n<p>In der <strong>Auseinandersetzung<\/strong> mit dem <strong>Konzept<\/strong> der <strong>Resilienz<\/strong> entsteht manchmal der <strong>Eindruck<\/strong>, als k\u00f6nne jeder Mensch alle<strong> Krisen \u00fcberwinden,<\/strong> wenn er oder sie nur resilient genug ist. <strong>Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler,<\/strong> die sich mit <strong>Resilienz<\/strong> <strong>besch\u00e4ftigen<\/strong>, warnen jedoch davor, den<strong> Begriff so zu verstehen<\/strong>.<\/p>\n<p>Denn es gibt <strong>Situationen<\/strong>, die <strong>einzelne Menschen<\/strong> <strong>nicht allein bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen<\/strong>. Resilienz ist au\u00dferdem nicht immer und nicht f\u00fcr jeden Menschen gleicherma\u00dfen verf\u00fcgbar oder trainierbar.<\/p>\n<p>Trotzdem stellt das Konzept einen wichtigen Ansatz zur umfassenden Gesundheitsf\u00f6rderung dar. Die Forschung dazu wird vermutlich noch viele neue Erkenntnisse liefern.<\/p>\n<h2>Wann sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen?<\/h2>\n<p>Nicht jede <strong>Krise<\/strong> <strong>l\u00e4sst sich allein bew\u00e4ltigen<\/strong>. Wenn die <strong>Belastung<\/strong> die eigenen <strong>Bew\u00e4ltigungsstrategien<\/strong> dauerhaft <strong>\u00fcbersteigt<\/strong>, ist es ein <strong>Zeichen von St\u00e4rke<\/strong>, sich <strong>professionelle Unterst\u00fctzung<\/strong> zu suchen.<\/p>\n<p><strong>Achten Sie besonders auf folgende Warnsignale:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Keine Erholung:<\/strong> Niedergeschlagenheit, Angst oder Ersch\u00f6pfung halten l\u00e4nger als zwei bis vier Wochen an, ohne dass eine Besserung eintritt.<\/li>\n<li><strong>Schlafst\u00f6rungen:<\/strong> Ein- oder Durchschlafen ist \u00fcber l\u00e4ngere Zeit kaum noch m\u00f6glich.<\/li>\n<li><strong>Anhaltende k\u00f6rperliche Beschwerden:<\/strong> Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel Kopf-, R\u00fccken- oder Magenschmerzen, f\u00fcr die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte keine ausreichende k\u00f6rperliche Ursache finden.<\/li>\n<li><strong>Appetitverlust oder Essattacken:<\/strong> Das Essverhalten ver\u00e4ndert sich deutlich oder extrem.<\/li>\n<li><strong>Sozialer oder beruflicher R\u00fcckzug<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ungesunde Bew\u00e4ltigungsstrategien<\/strong>, etwa vermehrter Alkohol-, Nikotin- oder Drogenkonsum<\/li>\n<li><strong>Gef\u00fchl der Hoffnungslosigkeit<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Erste Anlaufstellen k\u00f6nnen in diesen F\u00e4llen die<a href=\"http:\/\/suche\/praktischer-arzt\" data-wplink-url-error=\"true\"> Haus\u00e4rztin oder der Hausarzt<\/a>, psychotherapeutische Informationsdienste oder die Telefonseelsorge sein. In \u00d6sterreich erreichen Sie die Telefonseelsorge unter 142. F\u00fcr Kinder und Jugendliche gibt es Rat auf Draht unter 147.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,66,7,2413],"tags":[591,592,593,594,813,413,595,239,596],"class_list":["post-2514","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-gesundheitsnews","category-leben","category-psychologie","tag-burn-out","tag-gelassenheit","tag-innere-starke","tag-krisenkompetenz","tag-leben","tag-psychologie","tag-resilienz","tag-stress","tag-widerstandskraft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2514","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2514\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18933,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2514\/revisions\/18933"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2515"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2514"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2514"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}